Grüß Euch!
Wie schon gesagt: nachdem ich hier immer perfekte Tipps bekomme, frage ich wieder einmal nach:
In der Winter Reading Challenge fehlen mir noch ein paar Kreuzerl, unter anderem auch bei dem Thema "Buch, das in der Zukunft spielt" (oder so irgendwie war die Herausforderung)
Das ist jedenfalls ein Bereich, wo ich überhaupt so ziemlich keine Ahnung habe...
Könnt ihr mir helfen?
Herzlichen Dank!
ysa![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 16
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11.10.2015, 22:16
Nachdem ich hier immer perfekte Tipps bekomme....
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11.10.2015, 22:57
AW: Nachdem ich hier immer perfekte Tipps bekomme....
Was liest du denn sonst so? "Zukunft" ist eine Bühne, auf der ganz unterschiedliche Stücke gespielt werden.
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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11.10.2015, 23:05
AW: Nachdem ich hier immer perfekte Tipps bekomme....
Hallo wildwusel!
Ich lese allgemein sehr viel unterschiedliche Bereiche - von Harry Potter bis Houellebecq und zwar über Hjorth/Rosenfeld und Maugham und Irving...
Diese Winter Reading Challenge hat mich schon dazu gebracht, ein Buch zu lesen, zu dem ich sonst eher nicht gegriffen hätte - und das war eine absolut positive Erfahrung. Deshalb bin ich mal offen für alles und suche dann selber weiter... Und Zukunftsromane oder allg. Science Fiction war bis jetzt eigentlich nicht so wirklich mein Gebiet... deshalb hab ich auch keine Ahnung!
lg!
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12.10.2015, 00:58
AW: Nachdem ich hier immer perfekte Tipps bekomme....
Hm, dann liste ich mal ein paar, die ich für generell lesenswert halte und für die man keine große Genreerfahrung braucht.
Das ist alles "echte" Science Fiction, die auch unter dem Etikett verkauft wird. Nicht alle davon datieren ihre Zukunft, aber ohne jetzt genau zu gucken, bin ich zuversichtlich, daß keines davon von der Zeit überholt wurde.
Lois McMaster Bujold schreibt soliden Mainstream-SF, spannend, und generell optimisitisch, mit einer deutlichen Beimischung von "Romance" im besten Sinne. Interessant könnte sein, "Die Quaddies von Cay Habitat", wo es um genetisch für die Arbeit in freiem Fall veränderte Menschen geht, die quasi in die Sklaverei erschaffen wurden, und jetzt ihre Massenflucht planen. "Scherben der Ehre" von der gleichen Autorin im gleichen Universum liest sich wie ein Historienroman: Liebe, Intrigen, Schlachten, und Abenteuer. (Zeit: frühes 4. Jahrtausend?)
Ganz anders: Charles Stross, z.B. "Du bist tot", eine generell positive Zukunft gar nicht weit weg, in der Computerspiele eine zentrale Rolle spielen, und die Grenze zwischen Spiel und Realität verschwimmt. Vom Plot her am ehesten ein Krimi, stilistisch eigenwillig. (Zeit: später in diesem Jahrzehnt?)
Cory Doctorows "Backup" ist Kurzroman und spielt in einer Zeit, wo es keine Knappheit mehr gibt, jeder ewig leben kann, und die einzige Währung soziale Anerkennung ist. Auch eine Krimi-Handlung. Merke, Krimi geht immer.
(Zeit: 22. Jahrhundert)
Kim Stanley Robinsons "Roter Mars" ist technisch-politisch-utopisch, und erzählt von der Besiedlung und dem Terraforming des Mars: Ganz großes Kino, wo Ideen, Ideologien und Charaktere aufeinanderprallen und aneinandergeraten im Versuch, eine neue Welt zu schaffen statt nur mehr Fläche für die alte. Der Prolog läßt glauben, es sei ein Krimi, das ist nicht der Fall. (Zeit: 2026 bis 2061)
Spaceauf einer kleineren Bühne: "Pells Stern" von C.J. Cherryh. Zwischen drohendem Krieg und Flüchtlingskatastrophe tut die Leitung einer Raumstation ihr Bestes, um den Laden zusammenzuhalten. (Zeit: 2352)
Ein Klassiker der SF als utopisch-politischem Genre ist Ursula Le Guins "Planet der Habenichtse". Die Systemdiskussionen der 70er wären bei einem weniger guten Autor unerträglich, bei LeGuin überschattet die Theorie nie die konkrete Umsetzung in handlungstragende Konflikte und Charaktere. (Zeit: 24. Jh.?)
Ein Kurzroman, der das SF-typische Thema des "Planet wird von den Überlebenden eines gestrandeten Schiffes besiedelt" in schöner Sprache und grimmiger Konequenz demontiert, ist Jonna Russ' "Wir, die wir geweiht sind..."
Und wo ich bei Klassikern bin: Was meiner Meinung nach einfach nur Spaß macht, ist Roger Zelaznys "Herr des Lichts". Auf einem fremden Planeten haben ein Teil der Siedler Superkräfte und spielen sich als die Götter des hinduistischen Pantheons auf, bis ein Dissident unter ihnen die buddhistische Revolution startet. Politisch nicht ganz korrekt.
Wenn du dich wirklich in das stürzen möchtest, was SF-mäßig gerade auf der Höhe der Zeit ist:
Ann Leckie: "Die Maschinen" -- die letzte Inkarnation einer Kollektivintelligenz auf der Suche nach dem Mörder ihrer anderen Identitäten. (Zeit: ganz weit weg)
Liu Cixin: Three Body -- habe ich hier besprochen: http://bfriends.brigitte.de/foren/buchtipps-was-lesen-sie-gerade-/454358-lese-gerade-fantasy-sf-phantastik-post26465078.html#post26465078 (bei dem könnte man argumentieren, daß es "heute" spielt.)** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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12.10.2015, 12:51Inaktiver User
AW: Nachdem ich hier immer perfekte Tipps bekomme....
Ich glaube, der einzige Zukunftsroman, den ich gelesen habe, ist: Franz Werfel "Stern der Ungeborenen - Ein Reiseroman". Ein recht imposantes, wort- und phantasiereiches Werk.
Ist schon etwas laenger her, dass ich es las. Ich erinnere mich, dass ich es nicht ganz unastrengend fand und streckenweise etwas Muehe hatte, aber am Ende fand ich sehr lesenswert und hatte Freude an der Sprache.
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12.10.2015, 12:52Inaktiver User
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12.10.2015, 12:56
AW: Nachdem ich hier immer perfekte Tipps bekomme....
Andy Weir "Der Marsianer"
habe ich letztes Jahr Weihnachten gleich mehrfach verschenkt...nicht wissend, dass es jetzt schon ins Kino kommt.
Mein Mann war begeistert und ich werde es mir für die Challenge auch vornehmen.
Ich bin auch nicht so der SciFi-Fan, aber Isaak ASIMOV hat tolle Bücher geschrieben, die in der Zukunft spielen.
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12.10.2015, 21:51
AW: Nachdem ich hier immer perfekte Tipps bekomme....
boah... ich bin ganz erstaunt, wie viele Tipps hier daherkommen! Danke schön! Danke für die Mühe, die ihr euch hier macht!
Ein paar davon klingen wirklich interssant - aber ich merke schon, dass das einfach nicht so ganz mein Thema ist und dass somit die Entscheidung schwer wird...
Herzlichen Dank jedenfalls!
Ach ja... Die Unterwerfung hab ich schon gelesen, aber ich mag sie jetzt für die Challenge nicht noch einmal lesen
Gilt eigentlich "Black out" auch als Buch, das in der Zukunft spielt - das liegt auch schon länger hier...
Alles Liebe!
ysa
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12.10.2015, 22:30
AW: Nachdem ich hier immer perfekte Tipps bekomme....
Stanislav Lems "Solaris" finde ich ganz gut. Wenn du was zum lachen suchst und auf britischen Humor stehst, kann ich dir Douglas Adams "Per Anhalter durch die Galaxis" und die anderen 3 Fortsetzungen seiner Trilogie empfehlen

Die Romane von Isaak Assimov sind auch toll, obwohl schon ziemlich alt.
Vor Jahren habe ich von William Gibson " Die Differenzmaschine" gelesen. Ich hatte teilweise Probleme zu vertehen, um was es ging, weil er Sachen beschrieb, die mir völlig fremd waren, trotzdem war das Buch faszinierend.Jeder Tag ohne Zettel am Zeh ist ein guter Tag.
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15.10.2015, 23:49
AW: Nachdem ich hier immer perfekte Tipps bekomme....
Schöne Tipps

Nicht ausdrücklich, aber wie sich aus der Geschichte ergibt, spielt "Alles was wir geben mussten" von Kazuo Ishiguro in der Zukunft.
Es geht um das Klonen von Menschen zum Zweck der Organspende, dh es wird von dem Leben der Klone berichtet, wie sie leben und aufwachsen, Sciencefiction ist es eigentlich nicht, es geht mehr um die Persönlichkeiten und Gefühle der geklonten Menschen. Sehr berührend!Wenn mich die weltpolitische Lage deprimiert, denke ich an die Ankunftshalle in Heathrow. Es wird immer behauptet, wir leben in einer Welt von Hass und Habgier, aber das stimmt nicht. Mir scheint wir sind überall von Liebe umgeben. Oft ist sie weder besonders glanzvoll noch spektakulär, aber sie ist da. Väter&Söhne, Mütter&Töchter, Ehepaare, Verliebte, alte Freunde.
Ich glaube, wer darauf achtet, wird feststellen können, dass Liebe tatsächlich überall zu finden ist
Intro "Tatsächlich Liebe"


Zitieren
. Hat allerdings nichts von Science Fiction.