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  1. Registriert seit
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    AW: Ich lese gerade... Fantasy, SF, Phantastik

    Ich bin im Fantasybereich nicht so belesen und bei SF denke ich eher an den wunderbaren Stanislav Lem!

    Jedoch habe ich vor kurzem die "Königsmörder-Triologie" von Patrick Rothfuss gelesen und fand diese ganz toll! Die Geschichte ist wunderbar aufgebaut, vielseitig und spannend. Insbesondere der zweite Teil hat mir sehr gut gefallen, die Beschreibung von Tempi, dem Söldner, dessen Volk über Körpersprache kommuniziert, das war einmal ein völlig anderes Konzept.

    Das einzige, was mir dann doch auf den Wecker fiel, war, dass Kvothe, der Held der Geschichte, einfach alles kann - nur zwar am besten. Hier wäre weniger mehr gewesen.

    Und am schlimmsten ist, dass der 3. Band auf sich warten lässt :-)

  2. Moderation Avatar von lunete
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    AW: Ich lese gerade... Fantasy, SF, Phantastik

    Hallo!

    Fantasy lese ich kaum. Liegt mir nicht. Finde ich langweilig. - Mit diesen augenrollenden Antworten habe ich immer wieder meinen Mann verscheucht, wenn er mir Bücher aus dem Bereich antrug.
    Der Nerd!

    Und ich weiß gar nicht wie, aber jetzt habe ich drei Hörbücher aus der Scheibenwelt (den Beginn der Watch-Serie: Guards! Guards!, Men at Arms und Feet of Clay) gehört und bin so angefixt, dass ich mir den vierten Teil vorerst nicht herunterlade (Audible), damit ich überhaupt was geschafft kriege.
    Und lesen muss ich sie auch mal, um noch mehr von der Vielschichtigkeit der Sprache mitzubekommen. Wobei Nigel Planer sie auch sehr gut liest, muss ich sagen...

    Naja, aber Terry Pratchett ist für euch Profis wahrscheinlich ein alter Hut (pun intended).


    Lunete-Nerd

  3. Inaktiver User

    AW: Ich lese gerade... Fantasy, SF, Phantastik

    Ich habe kürzlich "Chroniken von Siala" von Alexey Pehov gelesen.

  4. Moderation
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    AW: Ich lese gerade... Fantasy, SF, Phantastik

    Zitat Zitat von lunete Beitrag anzeigen
    Naja, aber Terry Pratchett ist für euch Profis wahrscheinlich ein alter Hut (pun intended).
    Ich habe Pratchett erst wieder angefangen, nachdem ich "Good Omens" gelesen habe und gemerkt, daß nicht alles Gute darin von Gaiman sein konnte, und bin dann auf die Wachen-Bücher gestoßen, die mir von allen Scheibenwelt-Zyklen am besten gefallen. Mein Lieblingsbuch von Pratchett ist "Night Watch", was dadurch auffällt, daß es überhaupt nicht witzig ist, und man es nicht merkt...

    Ich hab's nicht so mit den meisten Arten von Humor.
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    ** ansonsten niemand besonderes **

  5. Moderation
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    AW: Ich lese gerade... Fantasy, SF, Phantastik

    Nachdem ich eine Weile kreuz und quer durch das Vorhandene gelesen habe und einige Sachen in der Winter Challenge besprochen statt hier, jetzt mal wieder was:

    Catherynne M. Valente: The Girl Who Circumnavigated Fairyland in a Ship of Her Own Making

    "Ins Feenland geraten" ist ja geradezu ein Genre der Kinder- und Jugendliteratur, von Alice und Dorothy, über Narnia, bis zu Ende und Hohlbein, und es ist kein Ende in Sicht. Valente ist sich dessen bewußt, und weiß, daß ihre Leser sich dessen bewußt sind, was in der narrativen Stimme durchkommt -- und das ist gut so.

    September, die Protagonistin des Buches, teilt einiges an Hintergrund mit Dorothy. Sie lebt in den frühen 1940ern in Nebraska, es ist ein Wind, der sie ins Feenland bringt, und magsiche Schuhe und eine böse Herrscherin über das Feenland spielen auch eine Rolle. Ansonsten ist September 12 Jahre alt, kein braves kleines Mädchen, ihre Mutter baut Flugzeuge und ihr Vater ist im Krieg.

    Die Geschichte, wie September ins Feenland gerät, wie sie spontan und genreerfahren entscheidet, daß sie die Heldin ist, die die böse Gräfin beseitigen soll und den Feen wieder die Freiheit geben, nicht nett und zivilisiert und "menschlich" zu sein, wen sie dabei trifft, das ist recht lang für ein Kinderbuch, aber aufgrund seiner episodischen Struktur übersichtlich, und so voller absurder Ideen in der Tradition von Adams, Gaiman und Pratchett, daß ich nach den Episoden immer erst mal eine Pause brauchte, damit der Kopf sich re-arrangierte. Es ist poetisch und witizg/satirisch und streckenweise todtraurig, und bei aller Tradition ein sehr zeitgemäßes Buch.

    Ich werd mir den zweiten Band wohl auch holen.

    Hier ist eine Kurzgeschichte, von Valente, die in der gleichen Welt spielt und eine Idee vom Stil des Buches gibt: _http://www.tor.com/2011/07/27/the-girl-who-ruled-fairylandfor-a-little-while/

    Eine deutsche Übersetzung ist bei Rowohlt erschienen.
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  6. Moderation
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    AW: Ich lese gerade... Fantasy, SF, Phantastik

    Habe jetzt gerade von Catherine Asaro "Carnelians" in Arbeit, was mir auf einem Con zugelaufen ist, und kämpfe ein bißchen mit den komplizierten Familienverhältnissen, dem mir nicht bekannten "was bisher geschah" (laut Wikipedia ist es Band 14 der Reihe) und damit, daß die großen, starken, psi-begabten, blendend aussehenden, freiheitsliebeden Skolians von den mickerigen selbsterschaffenen Psychopathen (haben sich die Empathie chirurgisch entfernen lassen) der eubischen Oberschicht unterdrückt werden. Das hat bestimmt irgendwelche Gründe (Band 14!) aber es liest sich ein bißchen albern.

    Mal gucken.
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  7. Moderation
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    AW: Ich lese gerade... Fantasy, SF, Phantastik

    So, Catherine Asaro: "Carnelians"

    Der Weltenbau ist besser, als er mir im vorigen Posting erschien, die Story funktioniert, aber mein liebes Lieschen, die Autorin geht auf einer Skala von 1 bis 10 nie auf 11, wenn sie auch auf 12 gehen kann. Die Bösen sind verworfen, durchtrieben, treulos, psycho, sadistisch und treten kleine Hunde, die Frauen sind mindestens die schönsten, intelligentesten, Psi-begabtesten, mächtigsten, ... ihres Sternenreiches, wenn nicht des Universums, die Männer die edelsten Helden, die besten Sänger, die hingebungsvollsten Väter, ein Krieg muß gleich die Existenz der Menschheit bedrohen, mirakulöseste Architektur wird in Wochen hingestellt, und ein Glücks-/Strateigiespiel muß mindestens auch zum Wahrsagen und zum Manipulieren von kulturellen Denkschemata taugen und nicht nur, um sich eine Nachmittag zu vertreiben oder ein Vermögen zu verspielen.

    Liest sich, summa summarum, ein bißchen albern.

    Genre, würde ich sagen, "Space Opera". Ganz große Oper.
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    Geändert von wildwusel (03.07.2016 um 10:58 Uhr)


  8. Registriert seit
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    AW: Ich lese gerade... Fantasy, SF, Phantastik

    "the picture of Dorian Gray" von Oscar Wilde.

    Es hat eben schon Gründe, warum Klassiker Klassiker sind... die sind einfach gut.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao


  9. Registriert seit
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    AW: Ich lese gerade... Fantasy, SF, Phantastik

    Sehr empfehlen kann ich im Bereich der SF Ted Chiang. Allerdings versucht sein Verlag wohl erfolglos ihn dazu zu überreden, mal einen Roman zu schreiben.
    Auf Deutsch gibt es also nur zwei Kurzgeschichtensammlungen (Das wahre Wesen der Dinge + Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes).

    Aber die sind klasse - der Autor hat vollkommen abstruse Ideen, bei denen der Leser am Anfang noch gar nicht weiß, auf was das ganze hinauslaufen könnte...

  10. Moderation
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    AW: Ich lese gerade... Fantasy, SF, Phantastik

    Terry Pratchett: "Lords and Ladies"

    Elfen sind böse.

    Sie sind amoralisch, manipulativ, grausam, unfähig zur Empathie, und sehen dabei noch gut aus.

    In den Legenden der Scheibenwelt werden sie mit euphemistischen Namen bedacht, und viele Leute glauben auch gar nicht mehr an sie, man lebt ja in aufgeklärten Zeiten.

    Aber manchmal werden die Grenzen zwischen den Welten dünn, und Junghexen, die meinen, Drama und mystische Schmuckanhänger seien wichtiger als ein schwarzer Hut und ein scharfer Blick, oder Amateurschauspieler, die unbedingt im Wald an einem Steinkreis ihre Proben abhalten müssen, können, wenn die Sterne richtig stehen, eine Tür öffnen...

    Wer die Scheibenwelt ein bißchen kennt: "Lords und Ladies" ist einer der Hexenromane. Es spielt in Lancre, und Granny Weatherwax, Nanny Ogg und Magrat Garlick spielen zentrale Rollen. Die Zauberer tauchen "auf Besuch" auch auf. (Einschließlich des Bibliothekars.)

    Pratchett hat viele interessante Dinge zu sagen, über den Umgang mit Legenden, moderne Esoterik, das Multiversum, Macht und Verantwortung, Manipulation und Entscheidungen, und wie man die Stärke finden kann, das scheinbar unmögliche zu tun, und bedient sich dazu geschickt und stark gezeichneter Charaktere, die man sofort wiedererkennt.

    "Lords and Ladies" wird oft zitiert, weil viel Kluges drinsteht, aber ich halte es für eines der schwächeren Scheibenweltbücher.

    Es besteht meiner Meinung nach aus reinen Ideen, und die Handlung tritt dahinter komplett zurück und wird beliebig. Die Charaktere scheinen vor allem die Aufgabe zu haben, Ideen zu illustrieren, und amüsant zu sein, das ist nicht genug und gerät sich obendrein ins Gehege. Das Ergebnis ist, daß es mich nicht besonders kümmert, was aus ihnen wird. Die Shakespeare-Elemente machen die Geschichte zusätzlich unübersichtlich ("Ein Mittsommernachtstraum" ist schon so nicht das übersichtlichste Shakespeare-Drama, und wird hier auf vielen Ebenen verwurstet).

    Was ich amüsant fand, ist, daß Pratchett hier einen Horrorroman schreibt, der sich nur durch Tricks mit der Beleuchtung (=die Art, wie eine Szene erzählt wird, nicht das, was in ihr passiert) nicht als solcher wirkt. Ich hatte Spaß damit, mir die gleiche Geschichte, Szene für Szene, von Stephen King erzählt vorzustellen.

    Alles in allem: Pratchett goes Brecht.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **
    Geändert von wildwusel (03.09.2016 um 18:24 Uhr) Grund: Tippfehlerpflege

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