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  1. Moderation
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    AW: Ich lese gerade... Fantasy, SF, Phantastik

    Zitat Zitat von Kitty1670 Beitrag anzeigen
    Wildwusel, hast Du den Good Omens Trailer mit den Chattering Sisters schon gesehen?
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  2. Inaktiver User

    AW: Ich lese gerade... Fantasy, SF, Phantastik

    Huhu,

    hat jemand American Gods gelesen? Ich will die Serie noch nicht schauen...erst das Buch..

  3. Moderation
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    AW: Ich lese gerade... Fantasy, SF, Phantastik

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    hat jemand American Gods gelesen? Ich will die Serie noch nicht schauen...erst das Buch..
    Ja. Brauchst du eine bestimmte Info?
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  4. Inaktiver User

    AW: Ich lese gerade... Fantasy, SF, Phantastik

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ja. Brauchst du eine bestimmte Info?
    Ja, na ja insofern ob es sich lohnt? Ich fang im Prinzip gerade erst an mit Gaiman. Bin noch nicht sicher, ob er mir zusagt.
    Good Omens hab ich gelesen.
    Und ganz viel Pratchett.
    Und den ersten Teil von Sandman - ist gewöhnungsbedürftig...
    Hm. Vielleicht hab ich mir grad die Antwort selbst gegeben.

    Vielen Dank für das Gespräch ;)

  5. Moderation
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    AW: Ich lese gerade... Fantasy, SF, Phantastik

    Gaiman hat für meinen Geschmack zwei Schwächen: Kein "zügiges" Plotting, (wo man sich anschließend klar erinnert, was der zentrale Konflikt ist und was passiert ist), und zentrale Protagonisten, die, ich sag mal, schattenhaft bleiben -- Leute, die eigentlich ganz normal sind und unerwartet in eine Mythologie stolpern.

    Shadow in American Gods ist der starke, schweigsame Typ. Als Leser, der die Welt durch seine Augen sieht, erfährt man viel über das, was er sieht, natürlich das, was er tut, manchmal, was er denkt, aber kaum, was er fühlt, oder seine Motivation. Das muß man sich selber aus seinen Handlungen konstruieren, und da hatte ich ein bißchen Schwierigkeiten mit. ("Sandman" hat das "Problem" (wenn es eines ist) nicht -- Dream of the Endless ist sehr reflektiert und emotional.)

    Dafür sind praktisch alle anderen Charaktere, selbst die etwas rätselhaften, sehr stark gezeichnet. So wenig normal sie sind, so leicht sind sie erkennbar. Das ist eine der Sachen, die mir bei Gaiman immer sehr gefallen. Drei Sätze, und ein Gott oder ein Unsterblicher, der Geist eines Ortes oder ein Kleinstadtsheriff sind präsent, mit all ihren menschlichen und übermenschlichen Marotten.

    Das nicht-so gradlinige Erzählen macht mir viel Spaß, wenn es passiert, es irritiert mich nur anschließend, wenn ich eine Zusammenfassung geben will. "American Gods" enthält viele Vignetten "Coming to America" wo geschildert wird, wie die unterschiedlichen Einwanderer ihre Götter mitgebracht haben, und was das mit den Göttern (und den Menschen) gemacht hat. So gesehen ist das Buch eine sehr ausführliche Meditation über Religion -- von dem Standpunkt der Götter. (Das klingt jetzt aber akademischer als es ist. Die Vignetten sind sehr lebendig und konkret!) Von der Struktur her hat das Buch viel von einem Road Movie, der Kern des Plots ist allerdings ein elaborierter Betrug.

    Manche der Götter kennt man, manche muß man raten. Es gibt Internetseiten, die einem helfen, wenn man nicht drauf kommt. (Mr Wednesday hatte ich sofort. Seinen alten Kumpan erst, als es offensichtlich wurde.) Gaiman geht davon aus, daß seine Leser viele Lücken füllen können, und was offen bleibt, schadet der Story nicht, sondern teilt das Gefühl des Mysteriösen, in dem sich der Protagonist befindet, mit dem Leser. Manchmal fühlt sich das allerdings auch an wie der typische Bluff eines Horror-Autors.

    Ich mag Gaimans Stil sehr gerne -- ich war überrascht, als ich "Good Omens" las, weil offensichtlich nicht alle guten Teile von Gaiman waren, und ich von Pratchett (nach "Colour of Magic" and "The Light Fantastic") eine eher geringe Meinung hatte. (Habe ich inzwischen weitgehend revidiert.)

    Wenn ich es mit Sandman vergleiche, fällt mir vom Gefühl her am ehesten der zweite Zyklus, "The Doll's House" ein.

    Lohnt es sich? Wenn man mit Gaimans Schreibstil zurechtkommt und Bücher mag, wo viel unter der Oberfläche passiert, auf jeden Fall. Wenn man sich nicht ganz sicher ist, würde ich eher "Neverwhere" und "The Graveyard Book" mit ihrer übersichtlicheren Struktur und sympathischeren Charakteren empfehlen, oder seine Kurzgeschichten.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **
    Geändert von wildwusel (13.05.2019 um 13:19 Uhr) Grund: Verneinungsdschungel struktuiert.

  6. Inaktiver User

    AW: Ich lese gerade... Fantasy, SF, Phantastik

    Liebes wildwusel,

    Danke für deine sehr ausführliche Antwort. Bin immer noch sehr angetan von deinem Schreibstil.
    Ich brauche immer ne Weile um warm zu werden. Aber bin recht hartnäckig und lege Bücher nicht weg. Ging mir mit Pratchett so, und Dr Who auch..
    Das Puppenhaus steht schon auf der Einkaufsliste. Erstmal auf deutsch.
    Mein Englisch reicht um Doku zu lesen. Aber ich gebe mir Mühe ...
    Ok. Dann American Gods ....

  7. Moderation
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    AW: Ich lese gerade... Fantasy, SF, Phantastik

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das Puppenhaus steht schon auf der Einkaufsliste. Erstmal auf deutsch.
    Ich fand, daß Gaiman in "The Doll's House " ("Das Puppenhaus") seinen Stil für "Sandman" gefunden hat. "Preludes and Nocturnes" war noch sehr stark am DC-Comics "Mutterboden", mit den ganzen Gastauftritten der Superhelden und -schurken, und einer leichten Tendenz zum Grotesken.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ok. Dann American Gods ....
    Viel Spaß! Würde mich interessieren, was du davon hältst und wie es sich mit der Serie vergleicht.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  8. Moderation Avatar von Marie-Madeleine
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    AW: Ich lese gerade... Fantasy, SF, Phantastik

    Ich fand "American Gods" sehr anstrengend, es hat mich einfach nicht so recht packen wollen. Obwohl ich die Götter-Idee grundsätzlich klasse fand, bin ich nicht wirklich reingekommen in diesen ganzen Götterkonfliktkram.

    Was ich in dem Buch allerdings sehr genial fand, waren die Alltagsschilderungen. Da reicht Gaiman schon an meinen Alltagsschilderungengott Stephen King heran.

    Und wenn ich noch eine Gaiman-Empfehlung abgeben kann: "Der Ozean am Ende der Straße" fand ich ganz zauberhaft.
    May you be surrounded by friends and family,
    and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.

    Leonard Cohen


    Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
    Erich Kästner

  9. Avatar von Punpun
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    AW: Ich lese gerade... Fantasy, SF, Phantastik

    American Gods gibt es übrigens auch als hochwertige Graphic Novel reihe beim Verlag Splitter

    Wer mal so etwas wie Star Wars für Erwachsene lesen will, dem empfehle ich den Comicserie Saga erschienen bei Cross Cult von Brian K. Vaughan (Lost) und Fiona Staples (Zeichnungen)
    Der Comic hat fast alle Preise gewonnen die es gibt und irgendwan wird er sicher auch verfilmt werden

    Saga erzählt die Geschichte eines jungen, naiven Paares, das sein erstes Kind bekommt ... und zwar eins, mit zwei kleinen Hörnern und Flügeln!
    Aber das ist noch das Gewöhnlichste in diesem vor genialen Ideen, einzigartigen Figuren, fantastischen Orten und nie dagewesenen Wendungen sprühenden Comic!

    In Saga geht es um die frischgebackenen Eltern Alana (hat Flügel) und Marko (hat Hörner) , die mit ihrer neugeborenen Tochter dem jahrzehntewährenden Krieg entkommen wollen, von dem der Rest der Galaxis besessen zu sein scheint.
    Beide stammen von verschiedenen Spezies ab und sind Soldaten der jeweils gegnerischen Fraktion und doch kämpfen die zwei Liebenden mit allem was sie haben gegen das System und für das Überleben ihrer Tochter, die den politischen Führern beider Seiten ein Dorn im Auge ist.
    Erzählt wird die geschichte aus der perspektive Ihres neugeborenen Kindes.
    Die sprache ist sehr realistisch, teilweise , ungewohnt oft sehr derb
    Sexualität , Drogen und Tod wird definitiv nicht ausgespart, wobei der Comic trotz des abgedrehten Settings und Genres mehr was von einer Soep Opera hat .

  10. Avatar von Kitty1670
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    AW: Ich lese gerade... Fantasy, SF, Phantastik

    Kann man sagen, dass es in SciFi oder Fantasyliteratur weniger um "Charakterentwicklung" des Protagonisten geht, sondern eben das Drumherum (alternative Welten, Raumschiffe, Goetter, Engel und Daemonen) wichtiger ist? Deswegen bleibt Shadow in American Gods auch so blass; und bei GoT versteht jetzt keiner, was auf einmal mit Daenerys los sein soll. Einer Entwicklung wird eben wenig Raum gegeben, oder der Held lernt zwar ein bisschen was dazu, aendert sich aber nicht grossartig?

    Die Serie zu American Gods finde ich gruselig. Viel zu ueberzeichnet.
    Geändert von Kitty1670 (19.05.2019 um 07:32 Uhr)

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