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  1. User Info Menu

    AW: muss ich Hesse mögen.....?

    Gine

    Den Kopf schüttel.

    Wenn man mein Posting von heute 9:18 gelesen hat, kann ich einfach nicht verstehen, wieso man immer noch irgend etwas falsches aus meinem Posting vom 3.12. 16:40 herauslesen kann.
    Liebe Gine,

    solltest du dich auf mein letztes Posting beziehen, dies war allgemein gehalten, bezog sich nicht direkt auf dich, sondern auf Beiträge, die früher geschrieben worden sind.

    Ich finde die Diskusion hier auch sehr emotional.
    So mein Versuch, ob ein pc überhaupt gelten kann.

    Zum Thema "muss man Hesse mögen" oder X oder Y, ein ganz klares Nein, obwohl ich Hesse immer noch mag und auch X + Y.

    Und was du schriebst, wie schön es sei sich mit jemandem auszutauschen, der auch begeistert ist, von einem bestimmten Buch, Musik, Gemälde etc. teile ich mit dir :))))

    Liebe Grüße
    Kekole

  2. Inaktiver User

    AW: muss ich Hesse mögen.....?

    Zu Trivialliteratur möchte ich aber noch anmerken:
    Bei mir ist das wirklich so, dass ich sehr froh darüber bin, dazu in der Lage zu sein, literarisch wertvollere Sachen lesen
    Tut mir Leid, Gine, aber da höre ich wieder diesen "Unterton" heraus.
    Allein diese Formulierung "in der Lage sein".
    Die meisten Menschen werden in der Lage sein zu lesen.
    "literarisch wertvoll" wäre vielleicht so zu ergänzen "literarisch für mich wertvolle Sachen".

    Ich kann mich z. B. überhaupt nicht für Krimis begeistern und auch, wenn sie skandinavisch sind, zählen sie für mich zur Trivialliteratur.

  3. User Info Menu

    AW: muss ich Hesse mögen.....?

    Hmmm... das ist mir jetzt aber auch wieder zu relativistisch, Wales.
    Ich denke schon, dass es auch absolut gesehen literarisch wertvollere Bücher, und literarisch weniger wertvolle, gibt.
    Dies kann man nicht ausschliesslich daran messen, ob sie einem einzelnen viel geben, oder nicht!
    Die Urteile sind auch immer extrem zeit- und gesellschaftsabhängig. Wenn man sich ansieht, was Generationen vor einem für hohe Literatur gehalten haben, möchte man sich manchmal an den Kopf fassen. Sacher-Masoch ist so ein Beispiel, das mir einfällt. Die Zeitgenossen im Österreich des 19. Jahrhunderts hielten ihn für einen ernsthaften Schriftsteller. Aus heutiger Sicht ist das unglaublich süssliches Zeug, und wenn man das Süsse abzieht (was man ja auch der Zeit zuschreiben kann) bleibt leider nicht viel. Vielleicht würde das ein "gutes Buch" ausmachen, nämlich, dass etwas übrig bleibt, wenn man den Zeitgeschmack abzieht.
    Bei Sacher-Masoch blieb, dass der Arme posthum zum Namensgeber des "Masochismus" wurde, worüber er bestimmt im Grabe rotiert...

    Mal was anderes -
    Um die Diskussion noch komplizierter zu machen, möchte ich, anknüpfend an Dastins Bemerkung oben, folgende Definition vorschlagen:

    Richtige Künstler sind wie gute Bücher.

    Scherzerl...

  4. Inaktiver User

    AW: muss ich Hesse mögen.....?

    Zitat Zitat von neko
    Hmmm... das ist mir jetzt aber auch wieder zu relativistisch, Wales.
    Ich denke schon, dass es auch absolut gesehen literarisch wertvollere Bücher, und literarisch weniger wertvolle, gibt.
    Dies kann man nicht ausschliesslich daran messen, ob sie einem einzelnen viel geben, oder nicht!
    Die Urteile sind auch immer extrem zeit- und gesellschaftsabhängig. Wenn man sich ansieht, was Generationen vor einem für hohe Literatur gehalten haben, möchte man sich manchmal an den Kopf fassen. Sacher-Masoch ist so ein Beispiel, das mir einfällt. Die Zeitgenossen im Österreich des 19.Jahrhunderts hielten ihn für einen ernsthaften Schriftsteller. Aus heutiger Sicht ist das unglaublich süssliches Zeug, und wenn man das Süsse abzieht (was man ja auch der Zeit zuschreiben kann) bleibt leider nicht viel. Vielleicht würde das ein "gutes Buch" ausmachen, nämlich, dass etwas übrig bleibt, wenn man den Zeitgeschmack abzieht.
    Bei Sacher-Masoch blieb, dass der Arme posthum zum Namensgeber des "Masochismus" wurde, worüber er bestimmt im Grabe rotiert...

    Mal was anderes -
    Um die Diskussion noch komplizierter zu machen, möchte ich, anknüpfend an Dastins Bemerkung oben, folgende Definition vorschlagen:

    Richtige Künstler sind wie gute Bücher.

    Scherzerl...
    Ja, ein wichtiger Aspekt, der aber schon angesprochen wurde.

    Man muss gar nicht nach Österreich ins 19.Jahrhundert schauen..
    (Martin Andreas Hainz verhilft Sacher-Masoch ja wohl auch zu neuen " Ehren ".. ;-)..)

    Hier am Beispiel Hesse ist doch dieses Phänomen auch deutlich geworden, anhand vieler Postings auch hier im Strang :

    Heute kann man wieder sagen, dass man ihn schätzt ;-).." Jugendsünde " war das was man gestern runterbetete.. und vorgestern war es ein " must "ihn zu lesen..

    man kann ihn immer kritisieren... ist dann eben mal " en vogue " etwas später " retro " dann wieder " post"


    ABER es gibt eben auch die Schriftsteller, deren Werke eben nicht irgendwann in Verruf kamen ..

    Bei bildenden Künstler gibt es auch Beispiele zuhauf.. Ja, auch mancher findet Renoirs "Süßlichkeit" und die prallen Apfelbäckchen grauenvoll..aber dieser Maler hat eben seinen Stellenwert in der Kunstgeschichte..den man nicht leugnen kann..

    Mögen muss man seine Bilder ja nicht..und drum kann man ihn auch kritisieren..wie man auch Corbusier oder wen auch immer kritisieren kann..

    Und immer wieder werden sich Fachleute die Köpfe heißreden darüber, wer Recht hat und voll Verve drüber diskutieren wer welchen " Stellen-Wert " hat..
    Das ist doch auch spannend..

  5. Inaktiver User

    AW: muss ich Hesse mögen.....?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich kann mich z. B. überhaupt nicht für Krimis begeistern und auch, wenn sie skandinavisch sind, zählen sie für mich zur Trivialliteratur.
    Für mich und viele andere nicht (und begründet hast Du es ja wieder nicht, Wales, kannst Du bitte noch eine nachliefern?)

    All diese Autoren kommen weitgehend ohne Klischees aus (im Gegensatz zu Rosamunde Pilcher):

    Arnaldur Indridason besitzt ein großes erzählerisches Talent, ist sehr fit im schönen formulieren, schöner Ausdrucksweise.

    Ake Edwardson kann ganz tolle Stimmungen erzeugen.

    Karin Fossum geht der Psyche von Tätern und Ofern auf den Grund.

    Henning Mankell flechtet immer auch sozialkritische Aspekte in seine Krimis ein ... und und und


    (nur ein paar Beispiele)
    Geändert von Inaktiver User (07.12.2006 um 15:24 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: muss ich Hesse mögen.....?

    kannst Du bitte noch eine nachliefern?)
    Krimis geben mir nichts, nachdem ich die "großen Klassiker" gelesen habe

    Der einzige "Krimi",den ich spannend zu lesen fand, war Der Name der Rose.
    Begründung: Ich lese mit Leidenschaft historische Romane.
    (Muss ich dafür auch noch eine Begründung abgeben?)

    Und: Dieses Hochziehen an Rosamunde Pilcher finde ich langsam lächerlich!

  7. Inaktiver User

    AW: muss ich Hesse mögen.....?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Krimis geben mir nichts, nachdem ich die "großen Klassiker" gelesen habe
    Jetzt weiß ich immer noch nicht warum

  8. Inaktiver User

    AW: muss ich Hesse mögen.....?

    Jetzt weiß ich immer noch nicht warum
    Genau darum:
    Bei mir ist es so, dass mir eine Rosamunde Pichler einfach nichts mehr geben kann, nachdem ich z. B. Hesse, Kundera, Franzen und wie sie alle sonst noch heißen gelesen habe,

  9. Inaktiver User

    AW: muss ich Hesse mögen.....?

    Ich fühle mich geschmeichelt, dass du mit meinen Worten begründest,

    aber lass es uns lieber beenden.

  10. Inaktiver User

    AW: muss ich Hesse mögen.....?

    Ich klinke mich hier in die Diskussion ein und beziehe mich auf die ursprüngliche Frage. Einige Beiträge fand ich sehr gut, besonders auch die von Linwen, aber bei der Vielzahl ist es schwer, jetzt noch darauf Bezug zu nehmen.
    Also meine Meinung: Viele Leute sagen bei der Konfrontation mit Schriftstellern, Büchern, usw., mit denen sie nichts anfangen können und wollen, gern angriffslustig-spöttisch: "MUSS ich den kennen?" "MUSS ich den mögen?" und damit ist das Thema für sie beendet. Ich frag mich öfter, wo diese Haltung herkommt, und eine Möglichkeit ist vielleicht der verkrampfte und vorurteilsbeladene Umgang mit der sog. "hohen Literatur". Mir haben (abgesehen davon, dass ich sowieso immer eine Leseratte war) z. B. die oft lockeren, ironischen, kritischen und humorvollen Kommentare meines Deutschlehrers sehr geholfen, mit Werken von Goethe usw. in Berührung zu kommen und mich gern damit auseinander zu setzen. Oder auch seine Bemerkung beim Vorlesen von Theaterstücken wie Woyzeck u. ä. mit verteilten Rollen: "Den XY lest die ...., die Rolle vom lest ....., und den ..., ah, des is a Depp, den les i!" - sowas half damals auch, Berührungsängste mit schwierigen Theaterstücken abzubauen. Vielleicht findet man, wenn man sich unbefangen auf Kafka einlässt, heraus, dass Karl Roßmann in "Amerika" so unbeholfen-absurd sich verhält, dass es einem schon wieder sehr sympathisch ist, vielleicht findet man Stellen mit grotesker Situationskomik im "Prozess" und am Ende kann man der "düsteren Schwere" bei Kafka so einiges abgewinnen. Kann man nur, wenn man es einfach mal ausprobiert und mit dem Herzen dabei ist. Auch Goethes "Wahlverwandtschaften" können interessant sein, faszinierend die vielen Zitate + Redewendungen, die alltäglich gebraucht werden, und die man im "Faust I" wiederfindet, wo man dann ihren Hintergrund erkennt. Man kann Christa Wolf mögen, Grass nicht, Walser nicht, dafür vielleicht wieder Böll. Aber ich finde es kurzsichtig zu sagen: "Ist alles nichts für mich, hochgestochenes Zeugs, wurde in der Schule genug gequält damit, sind doch alle überbewertet...." Ich finde es gut, sich auch an schwierigere Literatur heranzutrauen, die weniger von oberflächlichen romantischen Stereotypen handelt, sich für sie zu begeistern, persönlich davon zu profitieren.... und finde es schade, zwar gern zu lesen, aber dann immer beim Medicus, bei Marion Zimmer Bradley, I. v. Kürthy, Gaby Hauptmann usw. hängenzubleiben, weil alles andere "für die ist, die meinen, was Besseres zu sein, wenn sie Goethe lesen".
    Übrigens zu Brecht: Ich habe ihn während meiner Schulzeit zufällig entdeckt und als erstes "Der gute Mensch von Sezuan" gelesen - und war total begeistert von Brechts epischem Theater, von seinen Songs etc. Habe dann sogar ein Referat darüber gehalten. Später habe ich dann seine Gedichte kennengelernt, und es wäre sehr schade für mich, wenn ich ihn aufgrund eines Lesezwangs in der Schule einfach für immer hassen würde.

    Grüße, Roumia

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