Was ein Glück, das es bei uns sowas nicht gab/gibt, das es in ist, irgendjemanden zu lesen, ausser Harry Potter und Herr der Ringe und Illuminati, ohoh, das gibts bei uns ja doch, aber so richtig mit Hesse zu vergleichen ist das ja nicht
und ich war Aussenseiter in der Schule, als ich Hesse gelesen hab.
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Thema: muss ich Hesse mögen.....?
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03.12.2006, 14:40
AW: muss ich Hesse mögen.....?
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03.12.2006, 14:58Inaktiver User
AW: muss ich Hesse mögen.....?
Also ich mochte "Der gute Mensch von Sezuan" und auch "Mutter Courage"; wir haben beides gelesen.
Ich mochte auch Schiller sehr. "Geben Sie Gedankenfreiheit"
(Marquis Posa zu König Phillip II von Spanien in "Don Carlos"). Ja, ich liebte es. Intrige, viel Liebe und Leidenschaft, Gesellschaftskritik...genau wie "Kabale und Liebe". Das mochte ich auch sehr. Das gab's übrigens letztes Jahr zum Schillerjahr in einer sehr gelungenen Verfilmung fürs TV.
Außerdem hätte ich glaube ich Friedrich Schiller selber richtig knorke gefunden und mit ihm ein paar Viertele gezischt.
"Der Fänger im Roggen" haben wir nicht in der Schule gelesen. Das hat mir meine Mutter aufs Auge gedrückt
und ich habe mich stellenweise köstlich amüsiert.
Pilcher habe ich noch nie gelesen, genauso wie Hesse
. Aber zur Zeit lese ich "Illuminati".
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03.12.2006, 15:20Inaktiver User
AW: muss ich Hesse mögen.....?
Zitat von dastin
Ja, ich weiß von meiner Tochter, dass man heute ( unter ganz jungen Leuten ) eher leicht als " Außenseiter " gilt, wenn man überhaupt etwas gerne liest..und auch noch wagt dazu zu stehen..
denn man gerät zu schnell in eben den Ruch, der " Überheblichen " , nur weil man etwas vielleicht mag, mit dem andere nix anfangen können und ich glaube, im Gegensatz zur Ausgangsposterin, dass das weitaus verbreiterter ist, als für Kritik an Hesse gescholten zu werden..Geändert von Inaktiver User (03.12.2006 um 15:37 Uhr)
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03.12.2006, 16:31
AW: muss ich Hesse mögen.....?
Zitat und @ Wales
Ja, und ich habe mich gefreut, es eben wieder zu lesen, aufgrund deines postings, ich hatte den Titel nicht mehr mehr parat :)Kennt jemand seine Brennende Lampe?
@Dastin
Kurt Schwitters ist klasse :)))
by the way,
während seiner Tätigkeit in einer Amtsstube (im 1. Weltkrieg) hatte Schwitters die Akten von Deserteuren, geschickt verschwinden lassen.
Zur Diskussion,
dies Thema scheint doch nicht frei von Emotion und Geschmack führbar zu sein.
Und schön, dass wiederwird :))))zitiert
Gruß Kekole
Da erfreue sich ein Jeder, der in einem guten Buch Entspannung findet und ein kleines Stückchen am Kuchen der Erkenntnis knabbern darf.
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03.12.2006, 16:40Inaktiver User
AW: muss ich Hesse mögen.....?
Ich habe mich immer frei gemacht vom Massen-Geschmack und Hesse auch nicht in den Sechzigern gelesen, weil er "in" war.
Ich habe mal einen Brief von einem Mann, in den ich verliebt war, bekommen, mit Hesses "Betrachtungen über das Glück". Das hat mir so gut gefallen, dass ich endlich - in den Achtzigern - mehr von ihm lesen wollte. Demian und Unter'm Rad haben mich sehr angesprochen und auch noch andere Sachen von ihm, ich kann sie im Moment nicht alle aufzählen. Dann der Steppenwolf. Harry Haller ist eine mir so sympathische Figur, ich konnte richtig gut träumen bei einigen Passagen, hatte das Gefühl, er spricht mir aus der Seele. Dann besorgte ich mir die Biographie Hesses, erfuhr ganz viel über ihn, sein Leben, sah ganz viele Fotos ... Hesse ist (war, er ist ja lange bevor ich ihn für mich entdeckte, gestorben) ein Mann, der mich einfach fasziniert. Ich hätte ihn gerne gekannt, mit ihm sprechen können.
Und auf die Leichtigkeit des Seins kam ich über den Film.
Bevor ich den mir angucken wollte, weil mich die Inhaltsangabe interessiere, wollte ich lieber erst das Buch lesen und tat es auch - und war ebenfalls total begeistert. Und las dann mehr von Kundera und alles war toll.
Ich habe bisher unheimlich Glück gehabt mit Autoren, die ich mir ausgesucht habe.
Momentan ist es Orhan Pamuk, der mich sehr begeistert. Und der stand schon lange bevor er den Literatur-Nobel-Preis bekommen hat auf meiner Liste.
Ich muss nicht alles lesen was "in" ist.
Habe weder den Schwarm noch das Parfüm gelesen oder so und habe es bis jetzt auch nicht vermisst. Diese Sachen liegen mir einfach schon von der Beschreibung her nicht und selten täuscht mich da mein Gefühl.
Und Leute, die wegen dem Fänger im Roggen "kotzen" möchten, kann ich absolut nicht verstehen, und irgendwie tun sie mir leid und ich bin froh und glücklich darüber, dass ich nicht so sein muss und mich so für meine Lieblingsbücher begeistern kann und dass sie mir so viel geben.
Und auch darüber, dass ich gute Literatur von Trivialliteratur (z.B. Rosamunde Pichler, dafür ist mir meine kostbare Lesezeit wirklich zu schade) unterscheiden kann.Geändert von Inaktiver User (03.12.2006 um 16:57 Uhr)
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03.12.2006, 16:57Inaktiver User
AW: muss ich Hesse mögen.....?
Ich denke, dass es bei der Beschäftigung mit den Werken von Goethe, Schiller, Grass, Hesse usw. überhaupt gar nicht darum geht, ob diese Texte gefallen oder nicht. Diese Autoren hatten zu ihrer Zeit einen derart prägenden Einfluss auf die deutschsprachige Kultur, dass man sich heute mit ihnen beschäftigen muss, wenn man die gegenwärtige Kultur verstehen will.
Als studierter Literaturwissenschaftler will ich mal all die Hobbyleserinnen und -leser beruhigen: Die meisten Goetheexperten, Brechtherausgeber und Hessespezialisten lesen abends zur Entspannung gerne Trivialliteratur. Einer meiner Profs, inzwischen Rektor einer süddeutschen Uni, begeistert sich z.B. für Krimis, ein anderer liest Science Fiction. Von keinem habe ich übrigens je gehört, dass ihm Goethe oder Brecht "gefällt" - das ist einfach nicht die Frage, um die es geht.
Es gibt Autoren, deren Werke ihre Leser intellektuell stimulieren, und andere, die ihren Lesern ein wohliges Gefühl vermitteln. Und beides ist doch nicht nur legitim, sondern auch notwendig für ein "gesundes" Leben.
Man mag sich aber vielleicht überlegen, ob man sich selbst etwas gutes tut, wenn man sein Gehirn so ganz einseitig ernährt und es ausschließlich mit Rosamunde Pilcher füttert. Vielleicht ist es nützlich, sich mal von einem "schwierigen" oder "anspruchsvollen" Autor verwirren, verunsichern, überraschen oder aus dem engen eigenen Gedankengang drängen zu lassen. Literatur kann viel mehr, als nur zu unterhalten, sie kann Menschen verändern, aber dafür muß man eben den Mut haben, auch einmal etwas Ungewohntes zu lesen, und, auf der Suche nach dem besonderen Schatz,vielleicht viele langweilige oder nervige Bücher durchqueren.
Einige der Bücher, die mich am nachhaltigsten beeinflusst haben, waren solche, die ich freiwillig und zum Spaß nie gelesen hätte.
Es muß ja nicht gerade Brecht oder Schiller sein ...
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03.12.2006, 17:17Inaktiver User
AW: muss ich Hesse mögen.....?
Oooch man!Man mag sich aber vielleicht überlegen, ob man sich selbst etwas gutes tut, wenn man sein Gehirn so ganz einseitig ernährt und es ausschließlich mit Rosamunde Pilcher füttert.
Die Pilcher war doch nur ein Beispiel.
Bücher, die klasse fand und sehr gerne gelesen habe waren z.B.
Die Frau und der Affe von Peter Hoeg
House of God von Samuel Shem
George von James Jennings -die beiden, weil ich da wohl durch meinen Beruf (Krankenschwester) bes. involviert bin.
Liebesfluchten von Bernhard Schlink
Geh, wohin dein Herz dich trägt von Susanna Tamaro
Die fünf Menschen die dir im Himmel begegnen von Mitch Albom, im Original sehr schön!
Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran von E.-E. Schmitt
1984 von George Orwell
Beben in Thorn von A. Lubkowitz(meine ehemalige Bio-Lehrerin)
Und, liebe Gine, was "gute Literatur" ist, liegt im Auge des Betrachters.
Ich bin aber trotzdem froh, dass wenigstens einer, und sei es auch nur ein Virtueller, Mitleid mit mir hat.
Da hat's mich vor Lachen vom Stuhl gehauen.
Du hast es selbst geschrieben:dass ich nicht so sein muss und mich so für meine Lieblingsbücher begeistern kann und dass sie mir so viel geben.Und für jeden sind eben andere "meine Lieblingsbücher"meine LieblingsbücherGeändert von Inaktiver User (03.12.2006 um 17:26 Uhr)
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03.12.2006, 17:19
AW: muss ich Hesse mögen.....?
Ich stimme mit einigem was Gine schreibt überein, allerdings tuen mir Menschen nicht leid, die z.B. Fänger im Roggen "zum kotzen" fanden; dies ist eine subjektive Einstellung und die respetiere ich.Gine
Und Leute, die wegen dem Fänger im Roggen "kotzen" möchten, kann ich absolut nicht verstehen, und irgendwie tun sie mir leid und ich bin froh und glücklich darüber, dass ich nicht so sein muss und mich so für meine Lieblingsbücher begeistern kann und dass sie mir so viel geben.
Ich habe auch seit Jahren nicht mehr gesagt, "dieses Buch musst du unbedingt lesen", wenn überhaupt, "ich möchte es dir ans Herz legen".
Wie Kjdksdlkj schrieb, sind bestimmte Werke von Schriftstellern auch eher von historischer Bedeutung und zeigen einen Wandel der jeweiligen Gesellschaft auf.
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03.12.2006, 17:23
AW: muss ich Hesse mögen.....?
:)))Wales
was "gute Literatur" ist, liegt im Auge des Betrachters
"Was gut ist oder nicht Phaidros, müssen wir da noch Andere fragen?" (frei nach Pirsich)
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03.12.2006, 17:27Inaktiver User
AW: muss ich Hesse mögen.....?
Wie wahr!müssen wir da noch Andere fragen?"


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