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  1. Inaktiver User

    AW: muss ich Hesse mögen.....?

    Jeder Mensch hat irgendwelche Dinge, die er eigentlich machen möchte, aber aus Trägheit oder Selbstboykott oder mangelndem Mut dann doch nicht macht.
    Da es uns allen so geht, gibt es keinen Grund, über einer Person herzufallen, die ihre kleinen Unzulänglichkeiten zugibt.

    Die trotzige Haltung, ich mache das nicht weil das überhaupt nicht nötig habe, gefällt mir schon weniger.
    Und ganz kriminell finde ich, wenn man die, welche mehr Energie und Risikobereitschaft haben, dafür abwertet und in der trägen Masse nach Gleichgesinnten Ausschau hät, die hinter alldem nur ein einziges Motiv wittern: Die wollen sich bloß für was Besseres halten.

  2. Inaktiver User

    AW: muss ich Hesse mögen.....?

    es wäre sehr schade für mich, wenn ich ihn aufgrund eines Lesezwangs in der Schule einfach für immer hassen würde.
    Ich glaube, mit Lesezwang hat das gar nichts zu tun-jedenfalls bei mir nicht.
    Ich habe schon als Kind gerne gelesen, man musste mich also dazu schon mal nicht zwingen.
    Bei mir war es nun mal dieses eine Buch, was ich absolut nicht mochte-Pech für mich, dass nun ausgerechnet dieses preisgekrönt ist und für Jugendliche als empfehlenswert gilt
    Wäre es von Kritikern verrissen worden, stünde ich jetzt wahrscheinlich als Literaturkennerin da.

    Homo faber von Max Frisch habe ich auch in der Schule gelesen und ich finde das Buch heute noch gut.
    Die neuen Leiden des jungen W. von Plenzdorf haben mich auch eher deprimiert als positiv angesprochen, während ich Die Leiden des jungen Werther gerne gelesen habe.Beides übrigens auch in der Schule.
    Die Blechtrommel ist für mich eins der besten Bücher, das ich je gelesen habe. Wahrscheinlich ist es da der persönliche Bezug: mein Vater stammt aus Danzig und ich habe in der Blechtrommel doch viele Dinge wiedererkannt,die ich in Erzählungen meiner Oma und meines Vaters hörte.
    Die Rättin, auch von Grass fand ich zu abgehoben!

    Deshalb denke ich, ob einem ein Buch gefällt, oder nicht, hat auch viel mit der eigenen Lebensgeschichte zu tun.
    Deshalb hat es mir auch etwas "gegeben" Die Muschelsucher von Pilcher zu lesen.
    Ich liebe Großbritannien, englische Geschichte und die Sprache sowieso. Wir sind mind.1X im Jahr auf der Insel, vornehmlich in Wales , weil dort eben unsere Freunde wohnen.

    Ich stufe mich nicht als Literaturbanausin ein, sondern bin stolz auf meine Offenheit u. Vielfältigkeit auch Belletristik eingeschlossen sog. Trvialliteratur zu lesen und das auch zu sagen, alles andere wäre mir zu einseitig.
    PS. Ich möcht nicht wissen, wer Abends heimlich unter der Bettdecke Pilcher und Konsorten verzehrt.
    Und , wenn Leute öfter mal eine I.v. Kürthy lesen würden, würden bestimmt nicht so viele lange Gesichter durch die Weltgeschichte laufen(so nach dem Motto-öhh, gestern Abend hab ich wieder mit Holden Caulfield im Bett gelegen ), sondern auch mal ein Lächeln oder Schmunzeln zustande bringen.

    Gott sei Dank sind Bücher nicht verboten und man kann lesen wen und was man will-oder doch nicht

  3. Inaktiver User

    AW: muss ich Hesse mögen.....?

    Ildiiiiiiiko v. Küüürthy...NEIN ! NEIN NEIN...

    aber auch nicht Juli Zeh..NEIN auch nicht..und so viele andere nicht.. ;-)

    dann lese ich lieber etwas J. Lottmann.. oder von Erwin Lottemann ( von Loriot)

    Ich kenne Leute, die sehr heiter sind und nix von der I.Kürthy lesen.., die aber in tiefste Depression verfallen würden, wenn ich ihnen ein Buch von K. anbringen würde..aber mir ist I.K. ein rotes Tuch irgendwie..aber das gönne ich mir..

    Vielleicht geht es mir auch zuuuuu gut , um das zu lesen ;-)))..

  4. Inaktiver User

    AW: muss ich Hesse mögen.....?

    Ildiko von Kürthy lese ich auch sehr gerne, da mag ich den Wortwitz und die vielen komischen Situationen und kann manchmal dieses für Außenstehende befremdlich wirkende Verhalten einer Verliebten sehr gut nachempfinden.

    von Wales
    Deshalb denke ich, ob einem ein Buch gefällt, oder nicht, hat auch viel mit der eigenen Lebensgeschichte zu tun.
    Deshalb hat es mir auch etwas "gegeben" Die Muschelsucher von Pilcher zu lesen.
    Ich liebe Großbritannien, englische Geschichte und die Sprache sowieso. Wir sind mind.1X im Jahr auf der Insel, vornehmlich in Wales , weil dort eben unsere Freunde wohnen.
    Mit solchen Aussagen kann man (ich) schon mehr anfangen bei einer Diskussion.

    LG
    Gine
    Geändert von Inaktiver User (08.12.2006 um 14:04 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: muss ich Hesse mögen.....?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ildiko von Kürthy lese ich auch sehr gerne.




    LG
    Gine
    Finde ich ja in Ordnung .. sie hat viele Leserinnen..

    aber ich kasperte nur so herum..weil ich es wieder lustig fand, dass den "Holden Caulfield" Lesern wieder ein wenig Miesepetrigkeit unterstellt wird..und die I.v.K. Leserinnen den lebenslustigen Proseccoschlürferinnen zugeordnet werden ? Das ist soo lustig..

    Oder ein wenig Lächeln in einer düsteren Welt geschenkt wird ?

    Vielleicht traue ich I.v. K. nicht ? Sie scheint mir eher von außen zu betrachten. Sie " probiert " in Berlin z. B. das Leben als Singlefrau..
    Aber ihr Schreiben hat sicher eine besondere Qualität, denn sie trifft den Nerv vieler Leserinnen und davor ziehe ich den Hut.. ( den ich nicht trage ;-)..)
    Geändert von Inaktiver User (08.12.2006 um 14:08 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: muss ich Hesse mögen.....?

    Proseccoschlürferinnen
    Iiiihh, baaah,, nee, also mit Prosecco kann man mich jagen *schüttel*

    Ich bin auch nicht immer in der Stimmung, dieses, oder jenes zu lesen.

    Als der Sohn meiner Freundin ,13jährig ,tödlich verunglückte hat mir das Buch Das Kind, das ich nie hatte von Diana Beate Hellmann sehr geholfen, das Leben nicht nur verzweifelt zu sehen.
    Ihre humorvolle, manchmal ketzerische und provokative Art den "Himmel" und das "Leben danach" darzustellen hat mich damals sehr getröstet.

    1984 hat mich so beeindruckt, dass ich davon geträumt habe.
    Big Brother hat mir 1979 wirklich Angst gemacht.

    Stupid white men konnte ich Abends nicht lesen, weil ich mich viel zu sehr über die amerikanische Mentalität und Politik, die beschrieben wird aufgeregt habe.

  7. Inaktiver User

    AW: muss ich Hesse mögen.....?

    Hallo Linwen,

    ich hatte gerade noch eine Begründung nachgeschoben, mir war aufgefallen, dass das nicht so gut kam, mangelnde Begründungen bei anderen zu kritisieren und dann selbst nur zu schreiben "...lese ich auch sehr gerne..."

    Ach, den Fänger werde ich nun auf jeden Fall noch mal lesen, habe ich mir gestern vorgenommen. Ich habe ihn gelesen, als ich selbst gerade mit Depressionen im Krankenhaus lag, meine letzten schlimmen Depressionen vor nunmehr 22 Jahren. Die behandelnde Ärztin meinte sinngemäß, als sie das Buch auf meinem Nachttisch liegen sah, na, das würde ich nun ja nicht gerade lesen an Ihrer Stelle ..." Aber es hat mir gerade in dieser Situation etwas gebracht. Ich fühlte mich weniger allein mit der Krankheit.

    Die Selbstmord-Schwestern von Jeffrey Eugenides gefallen mir auch sehr gut, überhaupt Eugenides, bei dem liegt mir auch die Ausdrucksweise sehr, ich glaube, die ist für mich immer besonders wichtig. Bei "Middlesex" von Eugenides, das ich im vorigen Sommer gelesen habe, habe ich damit begonnen, mir Stellen herauszuschreiben oder zu markieren. Und ich habe auch mal angefangen, ein Lese-Tagebuch zu führen. So etwas hilft mir einfach sehr über aufkommende Depressionen hinweg.

    In mir steckt aber beides, ich liebe düstere, melancholische Geschichten, aber auch fröhliche und leichte Bücher.

    Also, ich gehöre absolut nicht zu den Menschen, die dieses Schubladendenken drauf haben, das Du vorhin beschrieben hast, aber da wird es sicher einige von geben.

    LG
    Gine
    Geändert von Inaktiver User (08.12.2006 um 14:49 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: muss ich Hesse mögen.....?

    Bei "Das Kind das ich nie hatte", das ich auf die Empfehlung einer Freundin hin gelesen hatte, gefiel mir z. B. nicht diese Moral, die daraus sprach, die liegt mir nicht. (Übrigens die gleiche wie in "Die fünf Menschen die dir im Himmel begegnen"). Da wurde doch z. B. eine verheiratete Frau bestraft, weil sie von anderen Männern geträumt hatte, wenn ich mich recht erinnere. Das hat mich ein wenig geschockt, träumen ist in meinen Augen erlaubt und man muss nicht dafür bestraft werden. In diesem Sinne ging das ganze Buch, glaube ich. Und die Sprache war wesentlich - einfacher, sage ich mal. Nicht so schöne gekonnte Formulierungen - alles mein subjektives Empfinden.
    Mir liegt Menschlichkeit, Menschen, die auch Fehler machen dürfen.
    Da gibt es so ein schönes Zitat von Jonathan Franzen. Er schreibt über seinen Autoren-Kollegen:
    "Jeffrey Eugenides ist ein großer, großzügiger Autor: großzügig gegenüber seinen Lesern, da er ihnen Geschichten erzählt, die sie mit Sicherheit unterhalten, und großzügig gegenüber seinen Figuren, die wie alle, die wir richtig lieben, herumschlingern und sich abrackern und leiden und bereuen."

    Aber mir hätte das schon von vornherein klar sein sollen, dass mir die Empfehlung meiner Freundin nicht gefiel, sie hat einen ganz anderen Lesegeschmack als ich, aber wir sind trotzdem Freundinnen.
    Geändert von Inaktiver User (08.12.2006 um 14:43 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: muss ich Hesse mögen.....?

    wurde doch z. B. eine verheiratete Frau bestraft, weil sie von anderen Männern geträumt hatte


    Das ist ja eigentlich der Tenor dieser Bücher, dass eben nicht bestraft wird, sondern, dass man sein Leben verstehen soll, so wie es gemeint war, und, dass man u.U. eine neue Chance bekommt.
    Nochmal geboren zu werden, um weiter zu lernen und es besser zu machen.

    Gut in Erinnerung geblieben ist mir aus "Das Kind, das ich nie hatte", die Nonne, die nachdem sie gestorben ist, überzeugt davon ist, dass sie in den Himmel kommt.
    Ihre Flügel bekommt sie dann aber nicht, weil ihr Leben im Kloster als ein Davonlaufen aus der Realität gewertet wird, sie hat es sich allzu einfach gemacht auf Erden und bekommt die Chance der Wiedergeburt.

    Ich habe, als Krankenschwester ,viele Menschen beim Sterben begleitet und habe auch viel Menschen sterben sehen.
    Wahrscheinlich gingen mir diese Bücher deshalb so nah.
    Es ist einfach schön, sich vorzustellen, dass mit dem Leben hier nicht alles zu Ende ist.
    Und, ab einem bestimmten Alter sollte sich jeder seine eigene Meinung zum Tod gebildet haben,sonst wird es sehr schwer, damit umzugehen.
    Den eigenen Tod muss man nur sterben, aber mit dem Tod der Anderen muss man leben.

    Für Kinder ist zu diesem Thema übrigens das Buch von Astrid Lindgren Die Brüder Löwenherz geeignet.

  10. Inaktiver User

    AW: muss ich Hesse mögen.....?

    Ich meine schon, dass sie bestraft wurde dafür. Die bekamen doch irgendwie alle eine Strafe da.
    Ich wiederum habe bezüglich eines Himmel absolut nicht solche Vorstellungen, da bin ich große Träumerin wiederum viel zu realistisch zu, was aber durchaus kein Wiederspruch sein muss. Aber ich kann mir vorstellen, dass es für gläubige Menschen ein Trost sein kann.

    Aber so macht mir das Diskutieren nun viel mehr Spaß.

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