oh- Entschuldigung! das "Appetit machen" hatte ich völlig ausgeblendet!
Auch hier wieder könnte ein guter Buchhändler helfen. Ob erfolgreich, bezweifle ich. Wenn ich den Gegenwert von einem Promille der verschenkten und nie gelesenen Bücher in Deutschland hätte, bräuchte ich vermutlich nie mehr zu arbeiten. Selten, SEHR selten gelingt es, jemanden "auf den Geschmack zu bringen"
Am ehesten wohl mit einem Werk wie vorgeschlagen: Der Werther ist eine love story, die damals ganz Europa ergriffen hat, die Wahlverwandtschaften sind unerwartet zeitlos aktuell, Stella liest sich auch ganz gut
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Ergebnis 11 bis 15 von 15
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17.12.2013, 21:45
AW: Frage an Deutschlehrerinnen (oder auch Literaturwisschaftlerinnen)
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19.12.2013, 14:39
AW: Frage an Deutschlehrerinnen (oder auch Literaturwisschaftlerinnen)
Manchmal gibt es solche Werkausgaben oder Auszüge aus Werken ( in mehreren Bänden)
bei JOKERS, einer Tochter von Weltbild; ansonsten mal googeln
Die Träume sind geheime Tunnel, durch die wir zurück-
kehren, so daß wir einen Moment lang wieder sind, wer
wir waren
Aharon Appelfeld
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19.12.2013, 15:04
AW: Frage an Deutschlehrerinnen (oder auch Literaturwisschaftlerinnen)
Profis (Lehrer oder Germanisten) lesen i.d.R. philologisch solide gemachte kritische Ausgaben (z.B. mit Kommentar, Einleitung, editorischem Nachwort usw.), bei denen der bibliophile Wert oft ziemlich weit hinten kommt.
Ich denke daher auch, dass deine Frage nach Ausgaben bei einem Buchhändler besser aufgehoben wäre.
Ich persönlich würde eher "niedrigschwellig" anfangen, also mit einem sehr zugänglichen Werk, nicht einem, das sich dem modernen Leser schon rein sprachlich als sperrig entgegen stellt.
Bspw. mit Ulrich Plenzdorfs "Die neuen Leiden des jungen W." (ok, auch nicht mehr taufrisch
) und danach mit dem hier oft genannten goetheschen Werther.
Die kürzeren Texte (Novellen) von Kleist finde ich toll, sie sind m.E. auch vom Stoff her etwas zugänglicher als Dramen und Romane aus der Zeit. Sprachlich allerdings nicht ganz ohne (diese Sätze!)…
Heines "Wintermärchen" finde ich ziemlich witzig.
E.T.A. Hoffmanns "Sandmann" wirkt auch noch gut (gruselig), finde ich.
Wenn man dann auf den Geschmack gekommen ist, bieten sich m.E. auch umfangreichere und sprachlich anspruchsvollere Werke (z.B. Dramen in Versen) an.
Zu Ausgaben:
Reich-Ranicki hat einen großen "Kanon"* herausgegeben, das sind jeweils mehrbändige Zusammenstellungen im Schuber zu diversen Großgattungen (Lyrik, Drama, Roman), z.T. auch in Auszügen. Preislich liegen die einzelnen Zusammenstellungen etwas über deinem Limit.
Im Insel-Verlag erscheinen kleinere Texte in schön aufgemachten Ausgaben, vielleicht könntest du da eine eigene Auswahl treffen, bei Diogenes gibt es mit der "Klassiker"-Reihe etwas ähnliches, die gibt es auch als "Mini".
Auch Reclam bringt sein Programm mittlerweile z.T. in ansprechenden und nur noch ganz wenig an die gelben Pappbändchen aus der Schule erinnernden Ausgaben heraus.

Lunete
* Schon das Wort - ebenso wie "Klassiker" usw. - verursacht bei so manchem Germanisten Ausschlag, man lässt sich nicht gern sagen, was "gut" ist und auch nicht, was man lesen "muss"
Daher nicht unkontrovers, aber für deine Frage bestimmt ein guter Anhaltspunkt "Was sollen Germanisten lesen? Ein Vorschlag" von Wulf Segebrecht.
Geändert von lunete (19.12.2013 um 15:30 Uhr)
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19.12.2013, 17:56Inaktiver User
AW: Frage an Deutschlehrerinnen (oder auch Literaturwisschaftlerinnen)
Ich empfehle die Balladen von Schiller: Der Taucher, Der Handschuh, Die Kraniche des Ibykus, Die Bürgschaft.
Kurz, knackig und einfach großartig.
Es gibt ein Sammelband von Reclam: Deutsche Balladen, Stuttgart 1991
Das ist eine Fundgrube. Verstehe gar nicht, dass Hollywood die Themen ausgehen.
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19.12.2013, 18:38
AW: Frage an Deutschlehrerinnen (oder auch Literaturwisschaftlerinnen)
Zum Thema "Klassiker"
Schüler schimpfen auf Reclam-Klassiker. Fack ju Goethe, Schiller, Lessing!
Süß, was da für Ansprüche formuliert werden...


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