Habt ihr jetzt eigentlich schon geklärt, was eine runde, was eine eckige Übersetzung ist?
Ich kann ein biiiiiiiisschen Japanisch (rudimentär), und deswegen mag ich Übersetzungen lieber, aus denen ich noch einen japanischen Satz heraus höre. Aber ohne diesen Zugang liest es sich dann vielleicht... nun ja... eckig...?![]()
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Thema: Haruki Murakami
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13.08.2007, 22:12
AW: Haruki Murakami
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13.08.2007, 22:18
AW: Haruki Murakami
Ich habe die Postings nicht gelesen, möchte aber kurz sagen, dass ich alle Bücher, die ich von ihm gelesen habe sehr mag.
Mister Aufziehvogel
Gefährliche Geliebte
Tanz mit dem Schafsmann
und mein liebstes
Kafka am Strand
Ich liebe den Stil und den Surrealismus, beamt mich weg und macht mich ganz leicht!
MarilieEs ist was es ist sagt die Liebe
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14.08.2007, 10:52Inaktiver User
AW: Haruki Murakami
Zitat von Inaktiver User
So unterschiedlich sind eben die Geschmäcker und Meinungen.
Ich empfinde Murakamis Sachen nicht als pornografisch
Ich würde es eher als erotische Literatur bezeichnen.
Er versteht es, sehr schön über die Liebe (sowohl die körperliche als auch die geistige) zu schreiben.
Ich liebe es, wenn ein Mann von seiner Geliebten schwärmt und sie in den schillerndsten Farben beschreibt. Das ist für mich wahre Liebe und ich staune, wie manche Schriftsteller das in Worten ausdrücken können, nicht nur Murakami, sondern z. B. auch Franzen, Colapinto, Ake Edwardson und Atiq Rahimi.
Sie besitzen das Potential, großer Liebesfähigkeit.
So etwas fasziniert mich, das bewundere ich sehr.
Körperliche Liebe mit Worten zu beschreiben, ist ganz sicher nicht einfach, aber manche können es so toll, dass es gerade nicht pornografisch wirkt, das ist nämlich die Schwierigkeit, der feine Unterschied.
Bei Murakami habe ich das Gefühl, dass er auch (von mir) selbst Erlebtes und Gefühltes in Worte fassen kann.
Das macht mich manchmal sehr glücklich und ich fühle mich dadurch sehr bereichert.
LG
gine
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14.08.2007, 23:14
AW: Haruki Murakami
Schöne Schilderung von Dir wiederum, Gine, das macht mir ja direkt Lust, die Autoren mal zu lesen

Vielleicht sind die perfekt schönen Frauen ja nur so perfekt, weil jemand sie mit Zärtlichkeit betrachtet.
Apropos Pornografie: Bei Gefährliche Geliebte ist ja auch die krasseste Szene deutlich vom Japanischen Original entfernt. Da es bei der Übersetzung aus dem Englischen ins Deutsche nochmal übertrieben wurde.
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15.08.2007, 10:41Inaktiver User
AW: Haruki Murakami
Danke, Neko.
Das mit den Übersetzungen -
natürlich habe ich keinen Schimmer vom Japanischen.
Mit interessiert schon auch generell die Frage, wieviel Veränderung ein Text durchs Übersetzen erhält.
Besonders bei John Colapinto, der mich so sehr begeistert hat, habe ich mich das gefragt, ob es wohl tatsächlich 100%ig seine Sprache ist oder die des Übersetzers/der Übersetzerin (weiß ich im Moment nicht so genau, bin zu faul zum Bü-Regal zu gehen und nachzuschauen.
Aber
es gibt ja Amazon ...
... es ist Sonja Hauser bei "Ein unbeschriebenes Blatt" von Colapinto)
Und das englische Original zu lesen hatte ich immer vor, aber ...
Und beim Japanischen ist es sicher wirklich so, dass noch sehr viel mehr verändert wird, vielleicht auch der Verständlichkeit halber werden muss.
Ich hatte auch beim Lesen von Murakamis Sachen den Eindruck, es könnte auch in Amerika oder sogar in Europa spielen, habe gemerkt, wie wenig ich über Asien und Japan weiß. Z. B. das mit den Häusern in der Vorstadt bei Gefährliche Geliebte, das fand ich eigentlich ganz typisch westlich.
Aber trotz allem - Autor oder Übersetzer -
es sind für mich einfach wunderschöne Romane.
LG
gine
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15.08.2007, 18:05Inaktiver User
AW: Haruki Murakami
Hallo gine,
ich finde deine Schilderungen auch schön, obwohl ich sie nicht ganz teilen kann!
Allerdings habe ich bei Murakami gerade NICHT das Gefühl, dass es um wahre Liebe geht. Was lieben denn die Romanhelden so sehr an Naoko oder Shimamoto? Sie kennen sie doch gar nicht richtig, weil diese Damen immer so unnahbar und unerreichbar sind. Sie bewundern ihre makellose Schönheit, und es geht meistens um Sex. Es ist doch eher eine total idealisierte Schwärmerei, und sehr surreal. Dieses Surreale allerdings gefällt mir bei Murakami auch.
Den Eindruck hatte ich auch. Murakami schreibt ja überhaupt sehr "westlich", das wurde ihm ja auch von japanischen Kollegen vorgeworfen - wenn ich richtig informiert bin.Und beim Japanischen ist es sicher wirklich so, dass noch sehr viel mehr verändert wird, vielleicht auch der Verständlichkeit halber werden muss.
Ich hatte auch beim Lesen von Murakamis Sachen den Eindruck, es könnte auch in Amerika oder sogar in Europa spielen, habe gemerkt, wie wenig ich über Asien und Japan weiß. Z. B. das mit den Häusern in der Vorstadt bei Gefährliche Geliebte, das fand ich eigentlich ganz typisch westlich.
LG Sarena
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15.08.2007, 18:32Inaktiver User
AW: Haruki Murakami
Hallo Sarena,
Ich finde schon, dass Watanabe Naoko kennt und später auch Midori. Das was er von ihnen kennt, liebt er.
Zitat von Inaktiver User
Und Shimamoto kannte Hajime aus der Schule und konnte sie nie vergessen. Selbst als er eine andere Frau geheiratet und mit ihr zwei Töchter hatte, konnte er sie nicht vergessen. Sie war seine wahre große Liebe.
Aber auch wenn es so ist wie Du es siehst, das Unnahbare und Ungewisse ist doch sehr oft ganz besonders anziehend. Vielleicht liebt man ja sogar mehr die eigene Vorstellung von jemanden als die Person selbst.
Und Liebe auf den ersten Blick gibt es doch auch.
Solche Diskussionen mag ich sehr
LG
gine
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15.08.2007, 18:42Inaktiver User
AW: Haruki Murakami
Was Midori betrifft, gebe ich dir recht. Sie ist sozusagen die "reale" Frau aus dem wirklichen Leben, während mir Naoko eher wie ein Traum erscheint. Es hat mich übrigens nicht gewundert, dass er sich am Ende für Midori entscheidet.
Zitat von Inaktiver User
Was Shimamoto betrifft: natürlich, er kannte sie damals als Kind. Aber als sie später auftaucht, wirkt sie völlig irreal. Am Ende des Romans war ich sogar unsicher, ob sie nur eine Phantasie von ihm war. z.B. weil das Geld, das dieser eine Typ ihm gegeben hatte, plötzlich verschwunden war... oder weil Shimamoto nach der gemeinsamen Nacht spurlos verschwunden ist. Das wirkt alles so surreal, wie ein Traum.
Genau das meine ich ja damit!Vielleicht liebt man ja sogar mehr die eigene Vorstellung von jemanden als die Person selbst.
LG SarenaGeändert von Inaktiver User (15.08.2007 um 18:46 Uhr)
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15.08.2007, 19:20Inaktiver User
AW: Haruki Murakami
Wie man sieht bleiben bei Murakamis Romanen Dinge offen und können auf verschiedene Art ausgelegt werden.
Das finde ich toll, es regt ziemlich die Fantasie an.
LG
gineGeändert von Inaktiver User (16.08.2007 um 16:19 Uhr)
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16.08.2007, 16:27Inaktiver User
AW: Haruki Murakami
stimmt!
Zitat von Inaktiver User
Auch wenn mir persönlich da zu vieles offen bleibt. Warum begehen so viele Leute Selbstmord, und warum? Da hätte ich schon gern etwas mehr Erklärungen.
Aber das empfindet eben jeder anders.


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