Ich bin noch aus einer Generation, in der wir nicht mit Buechern ueberhaeuft wurden wie heute. Auch in unserer kleinen Dorf- bzw. Kirchbuecherei war die Auswahl nicht gerade riesig. Und ich habe immer schon gerne gelesen. Also habe ich einfach alles verschlungen, was mir in die Finger kam. Ich kann mich eigentlich an nichts erinnern, was ich in der Schule lese musste, das mir nicht wenigstens ansatzweise gefallen haette, die meisten Buecher mochte ich sehr gerne, naja, Kafka gehoerte nicht unbedingt zu meinen Lieblingen. (Und das Parfum war damals noch nicht geschrieben!) Aber alle anderen (die meisten wurden schon genannt), mochte ich eigentlich. Borchert gehoerte und gehoert auch noch heute zu einem meiner Lieblingsautoren. Ausserdem lese ich sowieso sehr, sehr gerne Klassiker. Vielleicht, weil ich als Kind fast nur Klassiker zu lesen bekam oder ich mag Klassiker sowieso und habe deshalb als Kind das Lesen entdeckt, das weiss ich nicht so genau.
Den Faenger im Roggen habe ich mal aus der Buecherei gelesen. Und das ist eines der wenigen Buecher, die ich als Schuelerin gelesen habe und nicht mochte. Aber irgendwas muss an dem Buch schon dran sein, sonst haette es nicht so einen Erfolg gehabt.
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Thema: Zu welchen Büchern genötigt?
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01.10.2006, 23:20
AW: Zu welchen Büchern genötigt?
Ich lese gern und viel, am liebsten englische Bücher im Original.
Im Moment lese ich:
“The Gravedigger’s Daughter” - Joyce Carol Oates
“Third Culture Kids : The Experience of Growing Up Among Worlds” (Third Culture Kids. Aufwachsen in mehreren Kulturen) - David C. Pollock & Ruth Van Reken
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03.10.2006, 08:58
AW: Zu welchen Büchern genötigt?
Sogenannte "DDR-Literatur": Christa Wolf, Der geteilte Himmel und Anna Seghers, Das siebte Kreuz. (Ich weiß, im eigentlichen Sinne keine DDR-Literatur) Und dann noch ein Jugendbuch, hatte irgendwas mit einem jüdischen Jungen zu tun. Alfred Andersch auch. Irgendwie ziemlich viel Betroffenheitsliteratur. Nichts gegen vernünftige Geschichtsschreibung, damit kann man mich auch schon mal echt betroffen machen. Aber nicht durch entsprechende Literatur verordnet. Bin froh, dass ich z.T. vergessen habe, mit welchem Mist man uns traktiert hat. Bin manchmal auch sehr froh, dass ich die wirklich guten Bücher nicht in der Schule in der Schule gelesen habe. Bin begeisterte Leserin, war es schon immer, aber in Deutsch war ich 'ne echte Niete. Heute verdiene ich mit Schreiben Geld.
Kann im Nachhinein kein Buch nennen, dass ich in der Schule toll gefunden hätte. Aber die Lektüre so ganz nebenbei und später: Doktor Faustus und Buddenbrooks von Thomas Mann, Homo Faber und noch viel mehr Stiller von Frisch. Und natürlich ganz viel Jurek Becker.
Grüße
selfmade
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03.10.2006, 09:07
AW: Zu welchen Büchern genötigt?
- Der Vorleser (pervers)
- Der Richter und sein Henker (laaaangweilig)
- Das Blütenstaubzimmer (seltsam)
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03.10.2006, 14:29
AW: Zu welchen Büchern genötigt?
Ok, ihr seid schuld.... jetzt sitze ich hier mit meinem Stapel Reclamhefte und überlege, was ich nicht so gern gelesen habe..... :-)
Eigentlich braucht man mich zum Lesen nicht zwingen, das tue ich immer gern. Ich geh das mal durch:
Gut fand ich:
Kleist: Die Marquise von O., Prinz Friedrich von Homburg, Das Käthchen von Heilbronn
E.T.A. Hoffmann: Der Sandmann, Das Fräulein von Scuderi
Shakespeare: Macbeth, Sommernachtstraum
Goethe: Die Leiden des jungen Werther
Schiller: Die Räuber
Lessing: Nathan der Weise, Emilia Galotti
Christa Wolf: Kassandra
Kafka: Die Verwandlung
Doof fand ich:
Storm: Hans und Heinz Kirch
Hauptmann: Bahnwärter Thiel
Büchner: Woyzeck, Lenz,
Grass: Die Blechtrommel
Plenzdorf: Die neuen Leiden des jungen W.
Das gibts bestimmt noch ein paar mehr, aber mehr fällt mir gerade nicht ein. Bis heute liebe ich die klassischen Stücke (auch im Theater) und ich hasse Büchner, den gucke ich mir auch im Theater nicht an. Plenzdorf fand ich damals doof, weil ich Goethes Werther so toll fand.
Leider kann ich mich nicht mehr genau erinnern, was wir im Englisch-LK gelesen haben (ist schon mehr als 15 her), aber es war kein Salinger o. ä.
Gruss Sugar
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03.10.2006, 16:19Inaktiver User
AW: Zu welchen Büchern genötigt?
Richtig!
Zitat von Sugar120
Durch diese Lektüre mussten wir uns auch mal quälen, das Buch hatte ich bei meiner Aufzählung vergessen.
Habe ich, wie man sieht, erfolgreich verdrängt gehabt!
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03.10.2006, 22:29
AW: Zu welchen Büchern genötigt?
Die neuen Leiden waren auch bei mir Schullektüre, aber ich fand das Buch okay. Nur über den Ausdruck "Nietenhosen" hab ich mich sehr gewundert.
Ich habe eine Wassermelone getragen.
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03.10.2006, 22:52
AW: Zu welchen Büchern genötigt?
Wieso? Die hiessen frueher so.
Zitat von Asphaltblume
Ich lese gern und viel, am liebsten englische Bücher im Original.
Im Moment lese ich:
“The Gravedigger’s Daughter” - Joyce Carol Oates
“Third Culture Kids : The Experience of Growing Up Among Worlds” (Third Culture Kids. Aufwachsen in mehreren Kulturen) - David C. Pollock & Ruth Van Reken
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03.10.2006, 23:24
AW: Zu welchen Büchern genötigt?
Entweder nicht in Berlin, oder auf jeden Fall nicht mehr zu meiner Zeit (ich bin 1971 geboren). Der Begriff war mir einfach nicht geläufig, ich kannte nur Jeans.
Zitat von Marigold
Ich habe eine Wassermelone getragen.
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04.10.2006, 09:15Inaktiver User
AW: Zu welchen Büchern genötigt?
Also, ich hab's ganz freiwillig (nach der Schulzeit) gelesen und es hat mir sehr gut gefallen.
Nur noch mal so, damit jemand, der's nicht kennt, keinen einseitig schlechten Eindruck bekommt.
Der Film mit Klaus Hoffmann in der Hauptrolle ist auch schön.
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04.10.2006, 16:45Inaktiver User
AW: Zu welchen Büchern genötigt?
*rofl* Das ist von Theodor Storm
Zitat von netnina

nix für ungut, aber da bin ich Zwangverbesserer

Mensch Kinners, da hatte ich ja richtig Glück mit meinen Deutschlehrern; wir haben ab der 9. Klasse Listen bekommen mit 'Klassikern' (immer so um die 100, wirklich querbeet) aus denen jeder sich ein Buch raussuchen sollte (oder zu zweien wenns ein dickeres Buch war) und dann eine Präsentation dazu machen. das hieß für uns, keiner wurde gezwungen etwas zu lesen das er nicht mochte und wir konnten uns eine Klausur sparen.
Allerdings gab es auch bei uns ein paar anödende Bücher: als da waren
Kafkas Verwandlung
Berlin Alexanderplatz von Döblin
Das siebte Kreuz von Anna Seghers (meine allererste Vier in Deutsch, sonst immer nur Einsen und Zweien, ich konnts einfach nicht lesen...)
-aber ich finds dennoch nicht schlecht, so ein Grundgerüst zu haben. Die meisten Lehrer wissen wohl auch, dass man diverse Dinge nie lesen wird, wenn mans nicht schon in der Schule macht; aber mir hats geholfen, um meine Richtung zu finden und um ein gewisses Literaturverständnis zu entwickeln.
Geliebt habe ich
Frischs Homo Faber
Büchners Leonce und Lena, (Woyzeck war auch nicht schlecht)
Morton Rhues WelleGeändert von Inaktiver User (04.10.2006 um 16:59 Uhr)


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