Mir geht es da wie Borealis: ich lese Bücher nie ein zweites Mal, ebensowenig wie ich Filme ein zweites Mal anschaue - es gibt nur sehr, sehr wenige Ausnahmen bei denen das anders ist.
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Thema: Zu welchen Büchern genötigt?
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15.10.2006, 23:29
AW: Zu welchen Büchern genötigt?
Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden.
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15.10.2006, 23:33
AW: Zu welchen Büchern genötigt?
Ich schaue mir eher einen Film noch einmal an, als dass ich ein Buch ein zweites Mal lese. Aber das liegt wohl eher an der Zeit, die das beansprucht. Ich lese auch gerne Buecher noch einmal, aber es gibt eben so viele schoene Buecher und so wenig Zeit, sie alle zu lesen.
Ich lese gern und viel, am liebsten englische Bücher im Original.
Im Moment lese ich:
“The Gravedigger’s Daughter” - Joyce Carol Oates
“Third Culture Kids : The Experience of Growing Up Among Worlds” (Third Culture Kids. Aufwachsen in mehreren Kulturen) - David C. Pollock & Ruth Van Reken
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16.10.2006, 02:37
AW: Zu welchen Büchern genötigt?
Im Laufe er Schulzeit musste ich lesen:
Ben liebt Anna von Peter Härtling - war ganz nett...
Sansibar oder der letzte Grund von... vergessen - war sterbenslangweilig, hab ich nie ganz gelesen...
Wilhelm Tell von Schiller - dito! Nie ganz gelesen... Ich hasse Schiller abgrundtief.
Kleider machen Leute von Gottfried Keller - auch nie ganz gelesen, weil schrecklich...
Bis dahin war das alles Unterstufe und ich habe es tatsächlich jedesmal geschafft in Arbeiten über Bücher, die z.T. nur zu einem viertel kannte, 2en und 3en zu schreiben :D
Ab der Oberstufe nahm ich die Sache ernster und las die Bücher tatsächlich, egal wie ätzend sie waren, war dann immerhin auch Leistungskurs Deutsch. Und da kamen dann:
Der Vorleser vom Bernhard Schlink. Fand ich ganz grandios. Bestürzend, erschütternd und man muss sich viel mit sich slebst auseinander setzen, aber ich fand echt gut!
Die Räuber von Schiller. Das mit Abstand, ätzendste und dämlichste Buch, was ich je gelesen habe!
Der gute Mensch von Sezuan von Bertold Brecht. Auch ziemlich dümmlich, aber da es unmittelbar nach die Räuber kam, hatte ich nicht so hohe Ansprüche.
Groß und Klein von Botho Strauß. Ziemlich wirr und langatmig, aber erträglich...
Effie Briest von Theodor Fontane - nach anfänglichen Schwierigkeiten fand ich mich gut ein und mochte es nach einiger Zeit richtig. Von den etwas älteren Büchern definitiv das beste! War darüberhinaus mit 15 Punkten die beste Arbeit, die ich je geschrieben habe *stolz ist*
Der wiedergefundene Freund von Fred Uhlmann. Auch da zunächst Schwierigkeiten, da sich das Buch sehr lahm und langatmig anläuft und ich vieles zu blumig finde.Dann aber spannend, kurzweilig und mit einem Hammer-Ende, das unglaublich Nachdruck hinterlässt. Eigentlich wird einem erst im Nachhinein bewusst, wie gut das Buch ist.
Die Asche meiner Mutter von Frank McCourt - fand ich gut. Nicht so grandios wie viele andere es fanden, aber kurzwilig und gut zu lesen. Trotzdem es so dick war (über 500 Seiten), hatte ich es ca. 10 mal so schnell durch wie die Räuber von Schiller, wo ich am Tag nur eine halbe Seite schaffte, weil ich sonst aggressiv wurde oder einschlief...
Faust von Goethe... Öhm... es hat mich nicht umgehauen. Fand es anstrengend, wenn auch nicht annähernd so anstrengend wie Schiller.
Hmmm... da war doch noch was. Aber mehr fällt mir grad nicht ein... Aber eins muss noch fehlen...
Naja, egal.
LG
Natalie
P.S. für englisch kam noch einiges hinzu.
Dead Poets Society,
Romeo ans Juliet
The Pushcart Peddlers
Fahrenheit 451
auch da noch mehr, die ich aber vergessen habe...
Oh ja, wir mussten viel lesen. Für Politik kam auch noch was dazu...Geändert von murmeltier (16.10.2006 um 02:44 Uhr)
Und falls wir uns nicht mehr sehen: Gut Tag, guten Abend und gute Nacht!
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16.10.2006, 17:44
AW: Zu welchen Büchern genötigt?
@ Ellke
Den "Bogen" zur Literatur habe ich dann über den Umweg Fremdsprache hingekriegt. Da Deutsch definitiv nicht mein Fach war, habe ich mich auf die Fremdsprachen gestürzt, eine davon studiert, habe im Studium (und zuvor schon im entsprechenden Leistungskurs) Bock auf Literatur bekommen, mich dort dann spezialisiert. Und so dann auch wieder Lust auf deutsche Literatur bekommen - ob ich mit dem 7. Kreuz noch mal anfangen sollte?Es geht immer vorwärts!
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17.10.2006, 00:04Inaktiver User
AW: Zu welchen Büchern genötigt?
Siebtes Kreuz - ich habe es letzthin nochmals gelesen, weil wir uns darüber unterhalten haben. Die Thematik ist zeitlos, der Erzählstil wohl eher zeit- und politisch-definiert, aber vielleicht gerade deshalb wieder interessant, ich kenne Dich nicht gut genug, um es zu empfehlen. Vielleicht siehst Du es als Komplettierung und Reverenz an die Geschichte?
Zitat von Laura
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17.10.2006, 12:47
AW: Zu welchen Büchern genötigt?
Was Kappa hier ansprach, wollte ich auch noch mal aufgreifen.
Ich war in dem Alter. als man die hehre Lektüre zu lesen hatte, gar nicht in der Lage, die Bücher WIRKLICH zu begreifen.
Wohl die Worte verstand ich, aber mein Herz tat es nicht.
Denn es gibt immer spezielle Phasen und das hängt nun Mal mit dem Lebensalter und der Lebenserfahrung zusammen.
Was zum Teufel kann ein in der Welt so erfahrener Mensch wie zum Beispiel ein Goethe oder ein Dostojevski, der ganz nah am Tod vorbeigeschrammt ist mit einer blassen, jungen unerfahrenen, schrecklich behüteten Abiturientin gemeinsam haben?
Auch stellte ich mir nach der ganzen Interpretiererei irgendwann einmal die Frage, ob der Autor sich tatsächlich all diese Gedanken überhaupt gemacht hat, zu denen wir beim Heruminterpretieren gezwungen wurden, als er die paar Worte mehr oder minder leicht hinkritzelte...
Nach meiner Oberstufenzeit hatte ich eine Zeit die Schwierigkeit, Bücher einfach nur zu lesen und nicht nach jedem Satz inne zu halten und mich zu fragen, was der Autor uns damit jetzt sagen will.
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18.10.2006, 15:11
AW: Zu welchen Büchern genötigt?
Ich war schon laengst aus der Schule, als einige dieser Buecher erst geschrieben wurden. Zu "unserer Zeit" wurden eher Klassiker gelesen, die juengsten Buecher waren Kriegserzaehlungen, Brecht, Borchert etc.
Ich lese gern und viel, am liebsten englische Bücher im Original.
Im Moment lese ich:
“The Gravedigger’s Daughter” - Joyce Carol Oates
“Third Culture Kids : The Experience of Growing Up Among Worlds” (Third Culture Kids. Aufwachsen in mehreren Kulturen) - David C. Pollock & Ruth Van Reken
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18.10.2006, 18:55Inaktiver User
AW: Zu welchen Büchern genötigt?
Ja, Marigold, so gings bei mir auch. Ich glaube aber auch, dass ich und meine Mitschülerinnen einfach mehr die Augen-zu-und-durch-Mentalität hatten, und uns über so Kleinigkeiten wie blöde Lektüre nicht aufgehalten hatten
, einfach noch Nachkriegsware - nicht böse werden, Ihr Jüngeren, ich bin heute etwas albern, verwächst sich wieder.
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18.10.2006, 20:24
AW: Zu welchen Büchern genötigt?
Sicher lag es auch daran, dass wir sonst kaum Auswahl an Buechern hatten. Zu Hause gabs vielleicht mal zu Weihnachten und zum Geburtstag je ein Buch, in der Schulbibliothek durfte man sich ein Buch ausleihen, aber die Auswahl war nicht gross, auch in der Pfarrbuecherei gab es nicht immer die neuesten Schmoeker. Also war man schon froh, ueberhaupt was Lesbares in die Hand zu bekommen. Ist so aehnlich wie mit dem Essen, wer Hunger hat, isst alles.
Ich lese gern und viel, am liebsten englische Bücher im Original.
Im Moment lese ich:
“The Gravedigger’s Daughter” - Joyce Carol Oates
“Third Culture Kids : The Experience of Growing Up Among Worlds” (Third Culture Kids. Aufwachsen in mehreren Kulturen) - David C. Pollock & Ruth Van Reken
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22.10.2006, 19:41
AW: Zu welchen Büchern genötigt?
@Dani: da geht es mir ähnlich. Ich habe mich auch immer gefragt, ob denn tatsächlich hinter jedem Punkt und Komma etwas steckt...
Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden.


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