Antworten
Seite 17 von 22 ErsteErste ... 71516171819 ... LetzteLetzte
Ergebnis 161 bis 170 von 213
  1. User Info Menu

    AW: Literatur fürs Leben

    Ich vermute kaum, dass ich euch damit dienlich sein kann. Aber vor meinem inneren Auge - erinnert mich das Pseudonym des Markgrafen ein wenig an den Roman "Der Stechlin" von Theodor Fontane (Der alte Stechlin ist ein Vertreter des märkischen Junkertums):

    "Zwei große Themen durchziehen den Roman: der soziale Wandel und die Verbindung eines kleinen, abgelegenen Fleckchens Erde mit der großen, weiten Welt. Den Textbeginn bildet nicht, wie sonst bei Fontane üblich, die Beschreibung eines Hauses oder die Angabe einer Adresse, sondern die Beschreibung eines Sees und der Sagen, die sich um seine Existenz ranken. Der Stechlin-See wird zum Symbol der Verbindung des Kleinen mit dem Großen: Immer wenn es in einem anderen Teil der Welt zu Erdbeben oder Vulkanausbrüchen kommt, so steigt der Sage nach im Stechlin-See ein Wasserstrahl auf. Bei schweren Erdbeben soll es sogar ein roter Hahn sein, der aus dem See aufsteigt und in die Lande hineinkräht – damit ist das Phänomen also eindeutig im Bereich der Mythologie anzusiedeln."

    <<Die guten Bücher sind in einer Art Fremdsprache geschrieben.>>

    Marcel Proust


  2. User Info Menu

    AW: Literatur fürs Leben

    Wenn mir jemand, den ich nicht leiden kann, ein Buch empfehlen sollte, von einem mir bisher unbekannten oder gleichgültigen Autor oder über das ich sonst noch nichts weiß, dann werde ich dieses Buch vermutlich nicht lesen.
    Ausnahme Fachliteratur, wenn der Unsympath auf dem Gebiet bewandert ist.
    Wenn ich muss (weil der Unsympath mein Lehrer oder Dozent ist und das Buch nicht empfiehlt sondern vorgibt beispielsweise), lasse ich mich vom Buch überzeugen, wenn es gut ist (meiner Meinung nach), oder das blöde Buch bestätigt meine Meinung über den blöden Empfehler.

    Andersrum lasse ich mich von sympathischen Menschen durchaus beeinflussen, wenn sie begeistert von einem Autor schwärmen. Das heißt zwar immer noch nicht, dass ich das Buch oder den Autor selber ebenso toll finden werde, aber wenn es mir nicht so gut gefällt, wird es mir durch den begeisterten Freund vermutlich immer noch besser gefallen (den ich womöglich darin "entdecke") als wenn ich ungelenkt auf dieses Buch gestoßen wäre.
    Ich habe eine Wassermelone getragen.

  3. Inaktiver User

    AW: Literatur fürs Leben

    [H . sitzt im Salon. Sie trägt ein schwarzes Etuikleid mit großen Seidenschleife. Die symmetrisch gebundene Schleife wirkt zugleich streng und kokett. DerMarkgraf betritt den Raum]
    Ah, einige neue Gesichter. Ich begrüße die Anwältin der Künste. [H. nimmt eine Kunstzeitung vom Teetisch, blättert darin und wirft sie sogleich mit angewidertem Gesichtsausdruck zurück.]
    Liebe Lin, welche kluge Fragen haben Sie da gestellt. Was die Buchempfehlung betrifft, bin ich, wie bereits gesagt, etwas eigen. Ich habe es mir schon mit einigen Menschen verdorben, weil ich die Bücher, die sie mir empfohlen oder gar geschenkt haben, einfach nicht las. Aber ich besteh nun mal auf der freien unkontrollierbaren Auswahl, vertraue eher dem Zufall als dem Rat, welches Buch mich findet.
    [DerMarkgraf reicht Linwen ein Schnittchen und nimmt sich selbt einen Canapé] Oh Pfingstrose, du verwöhnst uns.
    Die andere Frage ist mir schon des öfteren durch den Kopf gegangen. Dahinter steht letztendlich, inwieweit bei der Lektüre eines Buches die Biographie des Autors berücksichtigt werden sollte.
    Bücher, die ich aufgrund mir unerträglicher Autoren grundsätzlich nicht lese, sind wortreiche Rechtfertigungen a la ‚Ich war ein Folterknecht/ eine Foltermagd ‘ und dergleichen. Diese Personen mögen sich bei den Opfern die Absolution holen, ich lese ihre erläuterten Läuterungen nicht.
    Doch von solchen abgesehen, bliebe nicht viel, wollte man nur Bücher von sympathischen Autoren lesen. Ein Catcher in the Rye lässt sich mit Salingers Biographie im Hinterkopf nur noch schwer ertragen, und es fallen einem so viele Beispiele ein, wo der liebe Gott sein Talent an ein Ekel verschenkt hat.
    Wahrscheinlich darf man nicht zu viel verlangen. Denn was muss ein Schriftsteller, ein Künstler alles in sich vereinen? Er muss sinnlich sein, eine Sinn für das Schöne besitzen, aber auch vom Erhabenen getragen sein, den Widerstreit von Schmerz und Lust im höchsten Maße in sich durchleben und zur Harmonie führen. Die Kehrseiten dieser Begabung sind wahrscheinlich Ichbezogenheit, Überheblichkeit und gewisses Charisma, dem andere Menschen erliegen, um sich für die Ziele des Künstlers ausnutzen zu lassen. Das Gesagte gilt natürlich auch für Künstlerinnen, doch verzeihen Sie meine Damen, ich kann nun mal nicht politisch korrekt mit großem I sprechen. [Die Damen verzeihen wohlwollend.]
    Liest man zum Buch auch die Biografie des Autors, sollte man sich wohl besser auf die Fakten beschränken, die für das Buch relevant sind. Oder man idealisiert den Autor ein wenig, als wäre man ganz blind vor Liebe. Ein Buch ist ja eine Affaire ohne Reue, man verbringt miteinander Nächte mit viel Gefühl und wenig Schlaf, aber danach ist Schluss, das ausgelesene Liebchen fliegt in die Ecke, während die naschhafte Leserin schon mit dem Nachfolger liebäugelt.
    [DerMarkgraf ab, die Damen schütteln den Kopf]

  4. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Literatur fürs Leben

    Sehr gut Linwen

    Man merkt, du hast viel Erfahrung darin, echter Kritik auszuweichen, abzulenken, erst zu loben, um dann abzubiegen.

    Sehr geschickt, muss ich schon sagen. Und das ganze garniert mit dieser Pseudoattitüde: Ich bin dankbar,wenn jemand ehrlich ist.

    Ich glaube dir kein Wort: Du inszenierst dich selbst, deine ganzen Sätze sprechen von einer Selbstinszenierung, die nicht von innen kommt. sondern Attitüde ist. Sorry, deine Antwort ist gerade zu klassisch für diese Art der Rhetorik.

    Und glaube mir, ich kann das beurteilen. Ich habe Leute wie Markgraf und dich jahrelang getroffen und musste mir ihr Geplauder anhören.

    Der Grund ist einfach: Um ein Kunstwerk wirklich in sich aufzunehmen, wie van Gogh es ausdrückt, muss man sein eigenes Ego aufgeben. Eine Attitüde, wie du und Markgraf sie vor sich hertragen, ist aber das genaue Gegenteil davon. Daher auch das Mäandernde und Geschwurbel deines Postings.

    Haruchika

  5. Inaktiver User

    AW: Literatur fürs Leben

    Haruchika

    ich glaube nicht, dass die Leute so sehr an meiner Person interessiert sind wie Du, um das hier lesen zu wollen. Würdest Du die LeserInnen bitte damit verschonen und mich ignorieren ? Danke. Was willst Du eigentlich von mir, mit Deinen persönlichen Angriffen und Deinem Projezieren ? Und wenn ich hier mit güldenen Buchstaben kantonchinesisch rückwärts schreiben würde mit Gujarati und Urdu-Fußnoten und am PC Katzensprünge machen und Pirouetten drehen würde.., das geht Dich doch eigentlich überhaupt nichts an, oder ? Deine Meinung!!! zu meiner ARTund FORM zu schreiben und NICHT ZUM INHALT meiner Posts hast Du nun klar zum Ausdruck gebracht.

    Aber, mit Verlaub : Zapperlott was ist das nur für ein BLÖDSINN : "Leute wie Linwen und DerMarkgraf ".. ich bitte Dich : ich schrieb es schon : Du hast scheinbar üble Erfahrungen gemacht, aber lasse mich BITTE in Ruhe damit !!! Deine Manie hier beurteilen zu wollen, was bei mir " von innen kommt " (oder nicht) ist ja hanebüchen und fast beängstigend, meine Güte was soll denn das ? Ich kann/ darf sein wie ich möchte..Recht auf Kritik an meiner Person steht Dir nicht zu !! Zu meinen Posts : lies hin oder lass es einfach !!!! "Leute wie ich" tse . Kennst Du das Kinderbuch : Das kleine " Ich bin Ich " ? Das ist nett, finde ich.

    Ein weiteres Buch, das mir plötzlich einfällt :

    "Die Abenteuer des Tom Sawyer und Huckleberry Finn". Ein Klassiker von Mark Twain. Das zähle ich auch zur " Literatur fürs Leben " . Ein so schönes Buch, ich mochte ja auch besonders die Figur der herzenswarmen Tante Polly.

    Über Kunst können wir aber gerne woanders plaudern. Mache doch im Kunstforum einen Strang auf, ich komme gerne vorbei und antworte Dir.

    Ansonsten meine Buchempfehlung um beim Thema zu bleiben :

    Ich empfehle zum Thema passend :

    Alwin Boosch

    Attitüden und «Pseudoattitüden»

    Konsistenztheoretische Analysen des Attitüdenkonzepts und ein empirischer Beitrag zur Konstruktion eines individuellen Konsistenzkoeffizienten für Likert - Skalen mit einer Anwendung auf die Hypothese der Elaboration von Attitüden aus Anlass ihrer Messung

    Synopsis :

    Bei Einstellungserhebungen bleibt es in der Regel unüberprüft, ob eine Einstellung individuell auch tatsächlich vorliegt oder nicht. Die «Non-Existenz» von Einstellungen stellt ein theoretisch wie auch empirisch nur schwer zu fassendes Problem dar, dessen Klärung anhand des Konsistenzkriteriums versucht wird. Darüber hinaus wird die Hypothese der Elaboration einer Einstellung aus Anlass ihrer Messung analysiert. Diese Hypothese hat ihren Hintergrund in der Annahme, dass es bei Einstellungsuntersuchungen auch «einstellungslose» Personen gibt, die den Einstellungstest als Lehrmöglichkeit für die Elaboration einer Einstellung verwenden und «umfunktionieren», so dass der Test in diesen Fällen zu invaliden Ergebnissen führt. Im empirischen Teil konstruiert der Verfasser einen individuellen Konsistenzkoeffizienten, der zur Identifikation von «Einstellungslosigkeit» und zur Überprüfung der Elaborationshypothese verwendet wird. Die Ergebnisse können die Hypothese nicht stützen.

    Geändert von Inaktiver User (21.09.2006 um 10:18 Uhr)

  6. User Info Menu

    AW: Literatur fürs Leben

    Ich habe im Laufe der Jahre die Erfahrung gemacht, dass es nicht unbedingt darauf ankommt, wie sympathisch mir ein anderer Leser ist. Ich bin Mitglied in einem Lesekreis (vorher, durch Umzuege, in zwei anderen) und dort findet man immer recht gut heraus, wer welche Buecher besonders gerne hat oder eben nicht. Eine meiner besten Freundinnen in dem Lesekreis mag immer genau die Buecher, die mir nicht gefallen haben - und umgekehrt. Andererseits gibt es Mitglieder, die ich eben nur im Lesekreis treffe, und mit denen bin ich oft genug einer Meinung.
    Normalerweise unterhaelt man sich wahrscheinlich nicht so oft mit Menschen ueber Buecher, die einem nicht liegen. Ausnahme, wie bereits oben von Asphaltblume erwaehnt - sind da natuerlich Lehrer, Kursleiter etc. Da bleibt einem sowieso nichts anderes uebrig, ob einem das Buch gefaellt oder nicht.
    Ich lese gern und viel, am liebsten englische Bücher im Original.
    Im Moment lese ich:
    “The Gravedigger’s Daughter” - Joyce Carol Oates
    “Third Culture Kids : The Experience of Growing Up Among Worlds” (Third Culture Kids. Aufwachsen in mehreren Kulturen) - David C. Pollock & Ruth Van Reken

  7. Inaktiver User

    AW: Literatur fürs Leben

    Ein Dank an die, die auf meine letzten Fragen eingingen, ich las das sehr gern.

    ein Gruß zum zweiten Morgenkaffeepäuschen zu dem ich bei "Bri "vorbei schaute..


  8. User Info Menu

    AW: Literatur fürs Leben

    Zu sympathischen oder unsympathischen Autoren: Normalerweise kenne ich die Biografien von Schriftstellern nicht, und ich haben auch nur von einer relativ gesehen verschwindenden Anzahl von Schriftstellern Interviews gelesen, sie als Talkshowgäste bewundert oder in Lesungen gehört. Bisher war mir von diesen keiner sympathisch oder unsympathisch genug, um meine Haltung zu bereits gelesenen Büchern von ihnen wesentlich zu beeinflussen.
    Was künftige Bücher angeht - vielleicht. Eva Herman hat es auf alle Fälle geschafft, dass ich nicht geneigt bin, mir auch nur eines ihrer Werke zu Gemüte zu führen, ob das nun der Roman, das Stillbuch oder ihre aktuelle Frauenschelte ist. (Auto-)Biografien von mir a) unsympathischen oder b) unbedeutend erscheinenden Leuten werde ich sicher auch liegenlassen. Ob das nun Politiker, Wissenschaftler, Künstler, Sportler oder anderweitig Prominente sind.
    Ich habe eine Wassermelone getragen.

  9. User Info Menu

    AW: Literatur fürs Leben

    Unsympathische Autoren. Da musste ich erst mal nachdenken. Ich sehe selten diese Sendungen im Fernsehen ueber Buecher, ich lese lieber die Buecher selbst. Aber, ich kann mich erinnern, vor Jahren ein Interview mit Corinne Hofmann gesehen zu haben, die fand ich schon sehr seltsam. Ihr Buch bestaetigte dann meinen Eindruck, "Die weisse Massai" war schon sehr naiv. Eigentlich lese ich gerne Buecher ueber andere Laender und wie Menschen dort zurechtgekommen sind, aber so hat sich noch niemand angestellt.
    Ich lese gern und viel, am liebsten englische Bücher im Original.
    Im Moment lese ich:
    “The Gravedigger’s Daughter” - Joyce Carol Oates
    “Third Culture Kids : The Experience of Growing Up Among Worlds” (Third Culture Kids. Aufwachsen in mehreren Kulturen) - David C. Pollock & Ruth Van Reken

  10. User Info Menu

    AW: Literatur fürs Leben

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ein weiteres Buch, das mir plötzlich einfällt :
    "Die Abenteuer des Tom Sawyer und Huckleberry Finn". Ein Klassiker von Mark Twain. Das zähle ich auch zur " Literatur fürs Leben " . Ein so schönes Buch, ich mochte ja auch besonders die Figur der herzenswarmen Tante Polly.
    Danke @linwen
    o.g. Bücher von Mark Twain habe ich auch immer gerne gelesen und mein Sohn auch so ab 12 Jahren. Gerne habe ich auch Bücher von Charles Dickens gelesen.

    <<Die guten Bücher sind in einer Art Fremdsprache geschrieben.>>

    Marcel Proust


Antworten
Seite 17 von 22 ErsteErste ... 71516171819 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •