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    AW: Literatur fürs Leben

    hat nicht schwanitz in seinem: was man über bildung wissen muss- buch eine liste der autoren, die ein kulturell interessierter kennen sollte? und ranitzki glaube ich hat auch eine solche erstellt.
    finde ich gar nicht schlecht.

    persönlich bin ich fasziniert von russischen erzählern,ein moderner ist z.b. tschingis aitmatow:"der Richtplatz" - ich finde, das ist erzählkunst.
    thomas mann hat mal gesagt, wenn er nur ein buch auf eine einsame insel mitnehmen würde, dann wäre es "väter und söhne " von turgenjew.

    überhaupt bin ich der meinung, dass es keineswegs spießig ist, sich den empfehlungen von z.b. schwanitz anzuschließen.
    nicht, weil " man" es lesen sollte, sind sie ja berühmt geworden, sondern wegen ihrer ausgezeichneten sprachkompositionen, dieden leser automatisch bilden durch die freude an dem, was in der eigenen sprache möglich ist, denke ich.
    hesse, goethe und thomas mann. sie sind immer aktuell.
    Geändert von Eustachia (06.09.2006 um 09:35 Uhr)
    Die Leute haben mit der Liebe zuviele Probleme.
    Dauernd suchen sie wen, der ihr Souffle` sein soll.
    Aber wehe, er fällt zusammen.

    Andy Warhol

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    AW: Literatur fürs Leben

    Dostojewski, "Aufzeichnungen aus einem Totenhause", das Buch kann ich jedem empfehlen, es ist so ernst und menschlich, aber trotzdem nicht deprimierend(Ich liebe auch "die Brüder Karamasov" und anderes von Dostojewski, ausserdem Fontane, jane Austen, Dickens, Thomas Mann nur teilweise (Doktor Faustus halte ich für ein wichtiges Buch) ... und und und...

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    AW: Literatur fürs Leben

    Thomas Manns "Doktor Faustus" habe ich kürzlich aus Bildungsbeflissenheit gelesen. Besser gesagt, ich habe mich durchgebissen, die meiste Zeit jedenfalls. Ja, ich verstehe, warum dieses Buch bedeutsam ist, ich verstehe auch, dass Thomas Mann ein guter Schriftsteller ist, aber ich werde nicht warm mit ihm.

    Von Judith Herrmann kenne ich nur "Sommerhaus, später", und das hat mir gefallen, allerdings habe ich es auch nicht am Stück gelesen, sondern erzählungsweise. Ich kann schon nachempfinden, dass einem das sonst auch zuviel werden kann mit der leidenden Seele.

    Was Übersetzungen angeht: Es gibt sicher ganz wunderbare Übersetzungen, ich war erst kürzlich von Holger Focks Übersetzung von Théophile Gautiers "Jettatura" hingerissen, die ist zumindest sprachlich ganz wunderbar.
    Es gibt aber auch haufenweise schlampig übersetzte Romane, wo man an allen Ecken und Enden merkt, dass der Übersetzer entweder selber nicht alles verstanden hat, oder sich nicht vom Wortlaut seiner Vorlage lösen konnte. Da gibt es dann Formulierungen, die seltsam Wort für Wort übersetzt wirken (gerade bei Metaphern), oder der Übersetzer fällt auf "falsche Freunde" rein.
    Ich verstehe sehr gut Englisch, deshalb fällt mir so etwas besonders bei Übersetzungen aus dem Englischen auf, und da stört es mich sehr. Englische Autoren lese ich deshalb auch am liebsten im Original.

    Ich mag es übrigens nicht, wenn ich merke, dass Kulturelemente ausgetauscht worden sind, etwa eine amerikanische Kinderkultserie gegen eine deutsche Kinderkultserie. Wo hört so etwas auf? Tauscht man dann auch amerikanische Frühstückssitten gegen deutsche aus?
    Ich habe eine Wassermelone getragen.

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    AW: Literatur fürs Leben

    Ein Hauptgrund für schlechte Übersetzungen ist die miserable Bezahlung der Literaturübersetzer und der Zeitdruck, dadurch passieren Flüchtigkeitsfehler und es werden Leute beauftragt, die billiger, aber eben auch schlechter sind. Wenn Euch eine Übersetzung positiv oder negativ auffällt, dann schreibt das ruhig! Dem Verlag oder bei amazon, denn ohne Rückmeldung der Leser, also der Kunden, wird sich da sonst nie was ändern.

    Eine Literaturübersetzung mit Fußnote habe ich noch nie gelesen, ich dürfte so was auch gar nicht machen, hängt aber wohl vom Verlag ab. Ich kann mir ehrlich gesagt auch kaum vorstellen, wie man Gedichte übersetzen kann, stelle ich mir unglaublich anspruchsvoll vor, lese aber trotzdem übersetzte Gedichte, weil ich denke, das ist immer noch besser, als so viele Weltregionen komplett auszublenden.

    Ach und als Leitfaden für eine gute Übersetzung gilt allgemein: Sie sollte als solche nicht zu erkennen sein, und der Text sollte beim Leser dieselbe Wirkung haben wie im Original (was manchmal auch heißt, dass man sich durchaus ein wenig vom original Wortlaut entfernen sollte).

    Aber zu den Büchern! Danke für die Arno Schmidt & Uwe Timm Einschätzungen, ich denke, ich werde es mit beiden mal probieren. Ich bin so ein Klassikerfan (liebt hier eventuell noch jemand Eduard von Keyserling?), dass ich die aktuellen Bücher oft, wie soll ich sagen, übersehe. Ich lese zwar immer die Rezensionen und Literaturbeilagen, aber dann greife ich in meinem Regal oder dem der Buchhandlung doch immer wieder zu älteren Semestern. Die Popliteraten (gut, das diese Phänomen vorbei ist!) haben mich nie gereizt und bei Juli Zeh haben bei mir schon die Rezensionen genau das Bild von ihr gezeichnet, wie's Linwen beschrieben hat. Felicitas Hoppe und Brigitte Kronauer wollte ich auch mal probieren, bin aber bisher noch nicht dazu gekommen. Hier vielleicht jemand?

    Ich finde einen gewissen Kanon durchaus sinnvoll, da sich manche Romane erst ganz erschließen, wenn man sie in der Literaturgeschichte einordnen kann oder aber ihre Bezugnahme auf andere Werke erkennt. Im englisch-sprachigen Bereich ist dieser spielerische, nachahmende, parodierende etc. Umgang mit den Klassikern ja besonders beliebt. Ich lese gerade solche Bücher sehr gern, leider gibt's das aber kaum im deutschen Sprachraum (Mir fällt auf Anhieb nur die Schullektüre "Die neuen Leiden des jungen W." ein).

  5. Inaktiver User

    AW: Literatur fürs Leben

    Nachdem pfingstrose mit einer angeschnittenen Bananenflanke den Ball ins Spiel gebracht hat, ist es eine Freude zuzulesen, wie das Leder hin- und herflitzt. Katja_s hohe Kopfbälle, Linwens quirlige Dribblings, all die Doppelpässe, Seitenwechsel und plötzlichen Fallrückzieher führen zu packenden Situationen, wie man sie nicht alle Tage sieht. Und der Schiri Baselitz musste noch kein einziges mal pfeifen, denn alle spielen ganz fair.

    So, wieder ernsthaft. Es gibt wohl viele Bücherlisten. Mir fiel in jungen Jahren die Liste aus Henry Millers Books of my Life in die Hände. http://www.wisdomportal.com/Books/He...-100Books.html
    Eine sehr persönliche Liste. Ich habe in den folgenden Jahren vieles davon gelesen, einiges sind richtige Geheimtipps wie Seraphita oder Nijinskys Tagebücher.

    Von von Keyserling kenne ich nur am Südhang. Eine eigenwillige Mischung aus Ironie, komplizierten Seelen, Überreife und einer übermächtigen Natur. Das alles noch sehr angeadelt und försterisch.

  6. Inaktiver User

    AW: Literatur fürs Leben

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Nachdem pfingstrose mit einer angeschnittenen Bananenflanke den Ball ins Spiel gebracht hat, ist es eine Freude zuzulesen, wie das Leder hin- und herflitzt. Katja_s hohe Kopfbälle, Linwens quirlige Dribblings, all die Doppelpässe, Seitenwechsel und plötzlichen Fallrückzieher führen zu packenden Situationen, wie man sie nicht alle Tage sieht. Und der Schiri Baselitz musste noch kein einziges mal pfeifen, denn alle spielen ganz fair.
    Sie hörten soeben den Herbert Zimmermann der Brigitte-Community bei der Überlagerung des Senfspiels Bratwurst-Banane.


    ;-)

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    AW: Literatur fürs Leben

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich verstehe Dein Übersetzerproblem nicht so recht. Es wäre einfacher zu verstehen, wenn Du ein konkretes Beispiel nennen würdest. Liest Du wirklich nur deutsche Autoren und fandest Du somit ALLE anderen Bücher, die übersetzt wurden , die genannten Klassiker z. B. alle, alle schlecht ?
    Natürlich lese ich auch Übersetzungen, Linwen, sonst wüsste ich nicht, wie grottenschlecht sie sein können. Es mag sein, dass "Weltliteratur" von renommierten Übersetzern übersetzt wird, da sie ein großes Lesepublikum hat. Aber ich lese auch viel Sachbücher und dort sind die Fehlleistungen oft sehr krass.

    Ein Beispiel? Bitte: Ich habe gerade angefangen ein Buch zu lesen (eine Übersetzung aus dem Amerikanischen) und gleich auf der ersten Seite stolpert man über so einen Satz: "Ich sehe ihren Einsatz und ihre Triumphe als Beispiele dafür, wieviel Heroismus die Differenzierungsschritte des Alltags verlangen, und empfinde sie als eine spirituelle Bereicherung." Meine Güte, was für ein Satz!

    Sicher weiß jeder, was ein Triumph ist, nur ist ein Triumph nicht dasselbe wie ein Sieg oder gar Erfolg. Vielleicht feiert ein Amerikaner schon einen Triumph, wenn es ihm gelingt ein Spiegelei zu braten. Sein deutsches Pendant würde da eher nur ein Erfolgserlebnis haben, Triumphe feiert er erst, wenn er eine Goldmedaille gewonnen hat.

    Und Heroismus ... im Alltag ... Einem Amerikaner wird im Alltag ganz offensichtlich viel Heroismus abverlangt. Ein Deutscher wird sich nur mächtig anstrengen müssen, um das gleiche Ergebnis zu erzielen.

    Hier hätte man sich also durchaus vom Originalwortlaut entfernen sollen, um dieselbe Wirkung zu erreichen, wie Zoidberga richtig angemerkt hat. Aber sei es drum!

    Und was sind bitte "Differenzierungsschritte des Alltags"?

    Natürlich könnte man so einen verunglückten Satz schnell überspringen, aber ich weiß aus Erfahrung mit Übersetzungen, dass dies nicht der letzte Satz in diesem Buch sein wird, der schlampig übersetzt wurde, und dass mir immer wieder solche Kröten vorgesetzt werden. Aber ich will keine Kröten schlucken! Ich will entspannt lesen. Reich-Ranicky hat einmal gefordert, nicht der Leser soll sich anstrengen, sondern der Schreiber muss es tun, damit der Leser es leicht hat. Und so sehe ich es auch. Eine schlechte Übersetzung ruiniert jedes Buch.
    Geändert von Katja_ (07.09.2006 um 01:00 Uhr)
    Man sollte die Dinge so nehmen, wie sie kommen.
    Aber man sollte dafür sorgen, dass die Dinge so kommen, wie man sie nehmen möchte.

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    AW: Literatur fürs Leben

    @DerMarkgraf
    @Kassandra

    Man sollte die Dinge so nehmen, wie sie kommen.
    Aber man sollte dafür sorgen, dass die Dinge so kommen, wie man sie nehmen möchte.

  9. Inaktiver User

    AW: Literatur fürs Leben

    Danke , Katja.
    Aber mich würde auch interessieren wie der Satz auf englisch lautete und ob das Original " gut " ist.. Ich bin ziemlich neugierig.. ..

    Was ist mit den auch hier erwähnten Niederländern ?
    Was ist mit Javier Marias, dem Spanier ?
    Ich glaube z.B. nicht, dass M.R.Ranicky z. B. Spanisch so gut beherrscht, dass er Javier Marias " Mein Herz so weiß " über das er geradezu euphorisch ins Schwärmen geriet, auf spanisch gelesen hat, wie so viele andere Bücher, die er hoch lobte.
    Und ich glaube auch nicht, dass jeder Übersetzer ohne ein gewisses Renommee jedes Buch zur Übersetzung angeboten bekommt. Ich gehe eher davon aus, dass ein Buch eines Autors, der schon für gewisse "Furore" sorgte :-) , nur guten namhaften Übersetzern angeboten wird.
    Heute bestimmen ja Verkaufserfolge wohl darüber, ob ein Buch übersetzungs " würdig " ist, früher wählten wohl noch Lektoren aus, wie ich hörte.
    Wenn man sich vorstellt welche riiiesigen Bücherberge sich auftürmen Jahr für Jahr..dann kann ich mir vorstellen, wie schwer es heute ist, " Qualität " zu halten, zu bieten...
    Der Marktmechanismus, die ganzen gern gesehenen Büchersendungen,( Ulrich Wickert macht nun auch so etwas, hörte ich..) Bestenlisten. Vielleser..Vieldrüberreder.. :-) ..

    Denn natürlich hast Du sicher auch Recht und es war auch schön, dass Zoidberga auch erwähnt hat, woran es oft hapert. Auch an Zeitdruck und an schlechter Bezahlung.

    Oder Weltliteratur ja..ich blättere mal schnell quer durch den ( ja auch von negativer Krtik abgewatschten) von Eustachia erwähnten Schwanitz -Bildung: Don Quichote oder Robinson Crusoe oder Gullivers Reisen, (oder Alice im Wunderland) oder Byron..oder Balzac oder Proust oder Joyce oder Shakespeare..oder Oscar Wilde..

    Etwas anderes : ich hörte , dass mancher munkelt, dass G. Grass im Ausland nur so erfolgreich sei, weil sensible Übersetzer " den ganzen manierierten Quark rausgestrichen haben ".. :-)
    Könnte ich mir durchaus so vorstellen..vielleicht haben auch Lektoren, die rigoros zusammenstreichen.. und auch gute Übersetzer, oft sogar großen Anteil am internationalen Erfolg des Buches..alles ist möglich..
    Vielleicht sind manche Bücher aus der Feder des Autors schlechter als die Übersetzung... ( das ist, glaube ich, jetzt "Tändelei in der Abwehr, DerMarkgraf.." )

    Einen deutschsprachigen Autor möchte ich noch nennen : Musil.
    Seinen " Mann ohne Eigenschaften " haben sehr viele im Bücherregal stehen und manch einer behauptet, dass er ein typisches Beispiel für : Kenne ich- habe ich sogar- doch nie gelesen- aberdasgebeichmeistnichtzu ist.
    Geändert von Inaktiver User (07.09.2006 um 09:38 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: Literatur fürs Leben

    Wer ist denn dieser Zimmermann? Wahrscheinlich eine schlimme Dumpfbacke.
    (Dumpfbacke? DerMarkgraf mustert sich im Spiegel. Eine lange schwarze Strähne des stufig geschnittenen Ponys hängt eigensinnig quer über dem linken Auge. Entrüstung macht sich zwischen der leicht nach vorne geschobenen Unterlippe Luft, die lange Strähne fliegt hoch und kehrt nach einem neckischen Salto an ihre ursprüngliche Position zurück).

    Liebe Pfingstrose, du hast bisher nicht genau verraten, wozu du die Liste der „Literatur fürs Leben“ eigentlich benötigst. Ich vermute, du bist Pädagogin und möchtest sie deinen Schülern geben. Aber ich bezweifele, und du vermutlich auch, ob deine Liste ankommt. Das muss nicht an den Büchern liegen, die auf der Liste stehen. Sondern daran, dass die Liste eine Liste ist. Versuche doch etwas anderes. Besorge dir 30 Schuhkartons. In jeden legst du ein Buch fürs Leben, dazu ein Accessoir, das zum Buch passt. Zu Nijinsky Tagebücher legte ich ausgetanzte Spitzenschuhe, zu Seraphita eine Handvoll Federn, … - bestimmt fällt dir für deine Bücher auch etwas ein. Auf die Schuhkartons heftest du dann einige Bilder, die die Neugierde wecken. Großaufnahmen von Nacktschnecken für Ransmayrs Letzte Welt, ein Backsteinhaus und eine Tasse heißer Schokolade aus feinem Knochenporzellan für die Buddenbrooks -

    Zumindest die Dies unter deinen Schülern sollte solch eine Literaturauswahl ansprechen. Träumt nicht jedes Mädchen von einem Ankleidezimmer mit einer Wand voller Schuhkartons? Schuhkartons, die sie liebevoll mit Polaroids beklebt hat, von den Schuhen selbst, die drinnen ruhen, und von ihren Outfits, zu denen dieser Schuh besonders gut passt?

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