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    Beitrag Fantasy und Science Fiction

    Ich lese gerne Fantasie und Science Fiction - von Lem bis Rhodan und von Zimmer-Bradley bis Sapkowski und Stroud und Gaiman und Pratchett, Suzanne Collins - ihr seht, es ist weitgefächert.

    Und eigennützig wie ich bin, würde ich mich gerne mit anderen Fans darüber austauschen.

    Also ich habe Sapkowski neu entdeckt. Seine Romane um Geralt von Riva sind witzig, lebendig, mit der richtigen Mischung aus Humor und Ernst.
    Amazon ist begeistert, und die Rezensenten stimmen uni sono zu:
    Womit verdient sich ein Hexer das Brot in der Suppe? Wie heilt man eine menschenfressende Prinzessin von ihrer unappetitlichen Angewohnheit? Und warum ist es anzuraten, das eigene Heim auch gegen magische und übernatürliche Ereignisse versichern zu lassen?

    Der Hexer Geralt ist Fachmann, wenn es um die Beseitigung von Monstern, Vampiren und anderen lästigen Ungeheuern geht. Seine besten Freunde sind das Hexerschwert und der Barde Rittersporn, mit dem er auf der Suche nach Aufträgen das Land durchstreift. Doch es wird immer schwieriger Arbeit zu finden, da die Ausbreitung der menschlichen Städte kaum noch Platz lässt für mythische Fabelwesen. Und trotz seines blutigen Berufs ist Hexer Geralt keineswegs der gefühlskalte und gleichgültige Schlächter, für den ihn seine Auftraggeber oft halten. Seine offenbar unerwiderte Liebe zu der Zauberin Yennefer verleiht ihm eine Menschlichkeit, die er sich selbst nicht eingestehen will. Zudem wird ihm immer klarer, dass auch er zu jenem schwindenden Bereich der Fabelwesen gehört.
    Es gibt bisher 7 Bände, alle gut geschrieben und auch auf Kindle in Deutsch zu einem vernünftigen Preis zu bekommen.

    Wen lest ihr gerne? Und vor allem: warum?
    .
    I'm waiting for the other shoe to drop.



  2. gesperrt

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    AW: Fantasy und Science Fiction

    Terry Pratchett ist für mich der absolute Meister! von ihm habe ich das meiste gelesen. Er ist witzig, ernsthaft, subtil, durchdacht, und man spürt beim Lesen, er liebt die Menschen. Auch jene in Zwerg- Troll- Vampir- oder sonst einer Form.


    Im Science Fiction-Bereich habe ich vor einiger Zeit Larry Niven entdeckt, auch bei ihm liebe ich das Durchdachte - zB in der Konstruktion der Ringwelt.

    grüsse, barbara

  3. Moderation

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    AW: Fantasy und Science Fiction

    Zitat Zitat von Quidam Beitrag anzeigen
    Wen lest ihr gerne? Und vor allem: warum?
    Meine derzeitigen Lieblingsautoren sind Charles Stross und Steven Brust. Beide sind extrem clever, das macht mir viel Spaß.


    Brust läßt es mühelos aussehen -- bei ihm fügt sich alles am Ende perfekt zusammen, egal wieviel Charaktere, Zeitsprünge, Intrigen, Stilanleihen und extrem anspruchsvolle Perspektiven er verwendet. Wenn man nicht genau hinsieht, merkt man gar nicht, wie kompliziert das ist, was er da tut. Brust hat die Sprache gut genug im Griff, daß er auf Dialogtags verzichten kann: Man weiß bei ihm, wer spricht.

    Die Drageara-Serie folgt der Karriere des sarkastischen menschlichen ("Ostlings-") Berufsverbrechers und Meuchelmörders Vladimir Taltos im Dragearanischen Imperium -- Dragearans kann man sich vorstellen wie Hochelben, die aufgrund genetischer Experimente von Aliens gewisse Charakterzüge von Tieren auf dem Planeten haben, und kurzlebige Ostlinge als Gesocks betrachten. Im Laufe der Serie gewinnt der Protagonist einflußreiche Freunde mit jeder Menge Schwierigkeiten, verliert jede Begeisterung für seinen Beruf, und verbringt viel Zeit auf der Flucht vor seinen ehemaligen Kollegen. Und klingt dabei wunderbar nach Film Noir, als sollte er von Humphry Bogart gespielt werden. Die andere Drageara-Serie ist ein langes Dumas-Pastiche voller Abenteuer, Duelle und unglaublich schräger Dialoge.

    Stross weist offensichtlicher als Brust darauf hin, wie schlau er ist, aber er ist wirklich schlau, sehr, sehr fies, und folgt der anscheinend britischen Gewohnheit, die Mächtigen nicht als menschlich, fehlbar und korrupt, sondern als schlicht und gradlinig böse darzustellen -- Leute, die wenn sie zwei Wege sehen, ihr Ziel zu erreichen, den wählen, der mehr Schaden anrichtet. Seine gerade vollendete Serie "Merchant Princes" macht George R.R. Martins "Song of Ice and Fire" Konkurrenz, wenn es um die Leserreaktion von "Oh mein Gott, er kann nicht... oh Gott, er kann" geht. Außerdem ist auch Stross stilistisch sehr kompetent (er beherrscht außerdem fehlerfreies Technobabble), so imaginativ, daß seine reinen Science Fiction leicht aus der Bahn springen (weswegen ich seine Bücher in strengeren Genres vorziehe) und geradezu beunruhigend up-to-date.

    "Merchant Princes" beginnt wie jede zweite schlechte Herr-der-Ringe Fanfiction nachdem der Film rauskam: Protagonistin gerät in Schwierigkeiten, erfährt, daß sie adoptiert ist, kriegt von ihrer Adoptivmutter ein Amulett, das von ihrer richtigen Mutter, die unter mysteriösen Umständen starb, stammt. Protanoistin untersucht das Amulett und plöppt in eine andere Welt. Dann erfährt sie, daß sie die verlorengeglaubte Erbin einer Handelsfürstenfamilie ist... und dann geht der Plot in eine scharfe Linkskurve und erscheint nie wieder an irgendeinem Ort, wo man ihn erwartet hätte. Nichts für schwache Nerven.

    Dagegen ist "Halting State" ein reines Vergnügen. In der unabhängigen Republik Schottland irgendwann im Jahr 202mumble wird eine Polizstin zu einem Banküberfall gerufen. Die überfallene Bank befindet sich in einem Onlinerollenspiel, die Räuber waren ein Drache und vierzig Orks, und der geschätzte Schaden in der realen Welt sind mehrere Milliarden Euro. Das ruft eine Versicherungsdetektiven und ihren "Ortskundigen", einen Spieleentwickler, auf den Plan, und zeigt eine Zukunft, die einfach sympathisch ist und wo man gerne leben würde.... auch wenn manche Realitäten mehr ein Spiel sind als vermutet, und umgekehrt.

    Die "Laundry"-Bücher vom gleichn Autor sind der Lovecraft-Tribut, den man heute gerne macht. Computernerdhexer im Staatsdienst beschützen die Erde vor dem Abschaum des Universums. Der Abschaum wird früher oder später gewinnen, aber das ist kein Grund, nicht zu kämpfen. Dabei ist es zum Büllen komisch, wenn zum Beispiel der Protagonist versucht, seiner Frau zu erklären, daß er ein neues Technoschnickschnack kaufen mußte, weil ein starker Anziehungszauber drauf lag, oder wenn Fred aus der Buchhaltung nach einem tödlichen Unfall bei der Fortbildung als Nachtwächter wiederverwertet wird. Wenn der Autor erklärt, daß er den Namen der drittklassigen Terroristen, die er als Handlanger der Bösen verbraten hat, aus aktuellem Grunde ändern mußte, ist das auch komisch, aber anders.

    Außerdem folge ich der "Foreigner"-Serie von Cherryh -- meine Ansicht nach schreibt Cherryh die besten Aliens überhaupt. In "Foreigner" ist der Protagnoist Übersetzer, technischer Berater und Kulturbotschafter bei den Aliens, die den Planeten beherrschen und der winzigen verlorenen menschlichen Kolonie zwar technisch unterlegen sind, sie aber dennoch jederzeit plattmachen könnten, weil es eben ihr Planet ist. Die Erzählung ist aus der Sicht des Protagonisten, dessen Gedanken die ganze Zeit laufen wie ein hyperaktiver Hamster im Laufrad, und erst, wenn man es schafft, aus der Perspektive zurückzutreten merkt man, daß der Protagoninst ein Genie ist. Sonst merkt man es irgendwann an seinen Ergebnissen. Auch eine wunderschön gebaute Welt.

    Gaiman lese ich auch gerne, meine Lieblingswerke von ihm sind immer noch Sandman, und Neverwhere. Die Poesie von Neverwhere ist m.E in keinem seiner späteren Werke wieder so getroffen. Ich liebe die Tiefe in Gaimans Bücher, die daher kommt, daß er sich des endlosen Spiegelkabinetts von Kultur, Sprache und Mythos so bewußt ist.

    Und Bujold. Die Vorkosigan-Bücher sind die beste Space Opera seit Star Wars. Die ersten beiden Chalion-Bücher haben mir auch gut gefallen, mit ihrer klaren Sprache, ihren mitreißenden Konflikten, farbigen Charakteren und einer Welt, zu der es leicht ist, eine emotionale Verbindung aufzubauen. Die neueren Bücher in Chalion gehen leider sehr stark in Richtung Romanze und scheinen mir mehr von dem getrieben, was die Protagnoisten sind und erfahren als von dem, was sie wollen -- das haut mich nicht so vom Hocker.

    Und da das jetzt schon recht lang ist, belasse ich es dabei. Auch wenn ich vielleicht noch über ein paar andere Bücher reden könnte, oder in Sachen Bujold mehr ins Detail gehen.

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    AW: Fantasy und Science Fiction

    danke, wildwusel!
    das muss ich mir jetzt alles richtig zu Gemüte führen.
    .
    I'm waiting for the other shoe to drop.



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    AW: Fantasy und Science Fiction

    Wolfgang Hohlbein ist cool, weil der so eine total reinziehende Schreibe hat. Ist zwar als Indiana Jones-Erfinder bekannt geworden, aber hat auch geile Phantasie-Teile geschrieben. Nicht so intellektuell wie Stanislav Lem, aber liest sich gut weg, ohne hohl zu sein.

  6. Inaktiver User

    AW: Fantasy und Science Fiction

    Zitat Zitat von gabriel_schick Beitrag anzeigen
    Wolfgang Hohlbein ist cool, weil der so eine total reinziehende Schreibe hat. Ist zwar als Indiana Jones-Erfinder bekannt geworden, aber hat auch geile Phantasie-Teile geschrieben. Nicht so intellektuell wie Stanislav Lem, aber liest sich gut weg, ohne hohl zu sein.
    Da ist aber ein bisschen was durcheinander gegangen Hohlbein hatte seinen Durchbruch mit seinem Märchenmond Zyklus. Ziemlich schnell sehr erfolgreich war er dann in der Fantasy-Jugendbuchsparte.

    Indiana Jones hat er natürlich nicht erfunden, sondern er hatte (hat?) die Lizens für den deutschprachigen Markt Indiana Jones Romane (die sich an der Filmfigur orientierten) zu schreiben.

    Als Jugendliche mochte ich Hohlbein sehr. Viele seine Geschichte find ich immer noch nett. Allerdings ist er sprachlich nicht der talentierteste Autor. Die meisten seine Bücher sind auch nicht sonderlich komplex, sondern ziemlich einfach und alle sehr ähnlich strukturiert. Trotzdem finde ich einige davon sehr nett zu lesen.

    @ Wildwusel: Gaiman mag ich auch sehr! Steven Brust kannte ich nicht, hab ich mir gleich mal notiert.

    Ich mag Jonathan Stroud.

    Horns von Joe Hill gefiehl mir.

    Dann habe ich gerade eine südafrikanische Autorin entdeckt. Patricia Schonstein. Ich habe gerade "Banquet at Brabazan" von ihr gelesen (ist allerdings nicht der erste Teil der Reihe). Gefällt mir ganz gut - allerdings vielleicht nur was für Südafrika/Kapstadt Fans? Zumindest hat es für mich viel ausgemacht 1. Kapstadt sehr gut zu kennen und 2. diese Stadt zu lieben.

    Ich kopier mal von exclus1ves.co.za
    The novel is rich with her characteristic use of fabric, fine-art, poetry and magic as well as her deep and philosophical questioning of the human condition.

    At core, Banquet at Brabazan is the story of an enduring, secret love affair between a boss and his secretary who create a fantastical, magical, theatrical, costumed, Italianate life for themselves within the confines of her apartment.

    Outside of that contrived space, exists the real world of loneliness, xenophobia and crime that have come to mark post-apartheid South Africa.

    Patricia Schonstein deftly leads us through both worlds, allowing the lives of a small group of people, who have not met before, to intersect over a period of ten days at Brabazan Bar & Lodge, in Long Street, Cape Town. Here she reveals a poignant and beautiful patina of hope and love.

    With this, her sixth novel, Patricia affirms herself as one of South Africa's leading authors and a master of magic-realism.

  7. Moderation

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    AW: Fantasy und Science Fiction

    Ich hab' gestern drüben im "Ich lese gerade" Strang eine ziemlch ausfühliche Besprechung von Charles Stross "Glasshouse" (dt. "Glashaus") gepostet und bin mir etwas fehl am Platz vorgekommen

    Falls Interesse (und falls das mit dem Link klappt): Hier.

  8. gesperrt

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    AW: Fantasy und Science Fiction

    ich habe ältere Fantasy wieder entdeckt: "Peter Schlehmil" von Adelbert von Chamisso. Das hat mir grad Lust gemacht, die deutschen Romantiker etwas genaure anzuschauen, die sich ja sehr gerne mit fantastischen Themen beschäftigten.

    grüsse, barbara

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    AW: Fantasy und Science Fiction

    Gaiman Alles von ihm gelesen.
    Im Moment bin ich mal wieder bei Tolkien.

    Und falls Ihr ihn noch nicht kennt: schaut Euch mal Phillip Pullman und seine "His Dark Materials" Trilogie an ("Der Goldene Kompass" wurde mal äußerst schlecht mit Nicole Kidman verfilmt ).

  10. User Info Menu

    AW: Fantasy und Science Fiction

    Wahrscheinlich zu profan um es hier zu erwähnen: Douglas Adams. Immer wieder genial, find ich.
    Auch die Fantasy-Werke von Stephen King (Der Talisman, Die Augen des Drachen, Der Dunkle Turm - davon kenne ich allerdings nicht alles) gefallen mir.
    Life's just a game I believe - the longer you play it, the harder it gets.
    (Skyclad, Building a Ruin)

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