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    Re: Saga v. Eis und Feuer

    Obwohl ihn sein ritt nach Hammerhorn sehr ermüdet hatte, war Aeron doch rastlos in seinem mit schwarzen Seetang bedeckten Treibholzunterschlupf. Wolken verdeckten den Mond und die Sterne und die Dunkelheit lag so dick auf dem Meer wie auch auf seiner Seele. –Balon bevorzugte Asha, das Kind seines Leibes, aber eine Frau durfte nicht die Ironborn (Eisengeborenen) regieren. Es muß Victarion werden.- Neun Söhne entsprangen Quellon Greyjoys Lenden, und Victarion war der Stärkste von allen, ein Bulle, Stier von einem Mann, furchtlos und pflichterfüllt. –Und darin liegt unsere Gefahr.- Ein jüngerer Bruder schuldete dem Älteren Gehorsam, und Victarion war niemand, der gegen die Traditionen verstieß. –Obschon er Euron nicht liebte. Nicht seit die Frau starb.-

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    Re: Saga v. Eis und Feuer

    Draußen, neben dem Geschnarche seiner Männer und dem Heulen des Windes, konnte er das Stampfen der Wellen hören, der Hammer seines Herrrn rief ihn zu kämpfen. Aeron krabbelte aus seinem engen Unterschlupf in die Kühle der Nacht. Dort stand er, nackt, blaß, hager und groß, und nackt watete er in die schwarze salzige See. Das Wasser war eiskalt, aber er wich nicht zurück vor seines Herrn Liebkosung. Eine Welle schmetterte gegen seine Brust und raubte ihm den Atem. Die Nächste brach über seinem Kopf zusammen. Er schmeckte das Salz auf seinen Lippen und fühlte den Gott um sich und seine Ohren klangen von seinem glorreichen Lied. –Neun Söhne entsprangen Quellon Greyjoys Lenden und ich war der Geringste unter ihnen, so schwach und furchtsam wie ein Mädchen.Aber nicht mehr.- Die kalte salzige See war um ihn, umarmte ihn, reichte bis auf sein Fleisch hinunter und berührte seine Knochen. –Knochen, dachte er. Die Knochen sind das Gerüst der Seele. Balons Knochen, und Urris. Die Wahrheit ist in unsren Knochen, weil Fleisch verfault und Knochen überdauern. Und auf dem Hügel von Nagga, die Knochen von des Grey King´s Hall......-

  3. Inaktiver User

    Re: Saga v. Eis und Feuer

    Bitte weiter hänge immer noch neugierig vorm Monitor. Immer diese Streitereien um irgendwelche Throne *g*

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    Re: Saga v. Eis und Feuer

    sorry, war ein bißchen unwohl, aber nun gehts weiter


    Hager, blaß und zitternd kämpfte sich Aeron Damphair zurück zum Strand, weiser als er war als er ins Wasser ging. Er fand die Antwort in seinen Knochen und nun lag sein Weg gerade vor ihm. Die Nacht war so kalt, dass sein Körper zu dampfen schien als er zu seinem Unterschlupf zurückstapfte, aber ein Feuer brannte tief in seinem Herzen und so schlief er leicht ein ohne vom Schreien eiserner Kettenglieder unterbrochen zu werden.
    Als er erwachte war der Tag hell und windig. Er unterbrach sein Fasten mit einer Brühe aus Seetang und Muscheln, gekocht über einem Feuer aus Treibholz. Er hatte seine Mahlzeit noch nicht beendet, als Merlyn von seinem Turmhaus herunterkam mit einem halben Dutzend seiner Männer um ihn zu befragen. „Der König ist tot.“ Teilte Damphair ihm mit.
    „Aye. Ich bekam einen Vogel. Und dann noch einen.“ Der Merlyn war ein glatzköpfiger, dicker, fleischiger Mann, der sich selbst „Lord“ nannte und stylte in der Art der Grün Landen, und kleidete in Fellen und Samt. „Ein Rabe befehligt mich na pyke, der andere zu den Ten Towers. Ihr Krakens habt zu viele Armeen, you pull a man to pieces. (ihr könnt einen Mann teilen, aufteilen...) Was sagst du, Priester? Wohin soll ich meine Langschiffe senden?“
    Aeron blickte finster. „Ten Towers sagst du? Welcher Kraken ruft dich dorthin?“ Ten Towers war der sitz des Lord of Harlaw.
    „Die Prinzessin Asha. Sie hat alle ihre Segel nach hause geholt. (she has set her sails for home) Der Traumdeuter sandte die Raben aus, all ihre Freunde zu versammeln bei Harlaw. Er sagt, dass Balon sie auf dem Seastone Chair sitzen sehen würde wollen gerne.“
    „Der Ertränkte Gott entscheidet, wer auf dem Seastone Chair sitzten wird,“ sagte der Priester. „Kniee, so dass ich dich segnen kann.“ Lord Merlyn sank auf seine Knie und Aeron entkorkte seinen Wasserschlauch und schüttete einen Strom von Seewasser über sein kahles Haupt. „Lord Gott, der für uns ertrank, lass Meldred euren Diener wiedergeboren sein von der See. Segne ihn mit Salz, segne ihn mit Stein, segne ihn mit Stahl.“ Wasser ran an Merlyns fetten Wangen herunter, tränkte seinen Bart und seinen Fuchsmantel. „Was tot ist, kann nie mehr sterben,“ endete Aeron, „aber wiederauferstehen, härterund stärker.“ Aber als Merlyn aufstehen wollte, sagte er ihm, „Bleib und höre, so dass du Gottes Wort weiterverbreiten kannst.“
    Drei fußbreit weg von der Wasserkante, umtosten die Wellen einen runden Granitbrocken. Dort hinauf stellte sich Aeron Dumphair sodaß alle seine Schüler ihn sehen konnten und seine Worte hören.


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    Re: Saga v. Eis und Feuer

    „Wir sind aus der See geboren und zur See werden wir zurückkehren,“ so fing er an wie schon hundert mal zuvor. „Der SturmGott in seiner Wut hat Balon von seiner Burg geplückt und ihn niedergeworfen und nun feiert er unter den Wellen.“ Er hob seine Hände. „Der Iron King ist tot! Nun wird wieder ein König kommen! Was tot ist kann niemehr sterben, aber wiederauferstehen, härter und stärker!“
    „Ein König wird kommen!“ schrien die ertränkten Männer.
    „Er wird. Er muß. Aber wer?“ Dampnhair lauschte eine Weile, aber nur die Wellen gaben ihm eine Antwort. „Wer wird euer neuer König sein?“
    Die ertränkten Männer begannen ihre Treibholzkeulen aneinander zuschlagen. „Damphair King! Aeron King! Gib uns Damphair!”
    Aeron schüttelte seinen Kopf. „Wenn ein Vater zwei Söhne hat und einem eine Axt gibt und dem anderen ein Netz, welcher von beiden würde er zum Krieger erwählen?“
    „Die Axt ist für den Krieger,“ rief Rus zurück, „das Netz für den Fischer auf den Meeren.“
    „Aye,“ sagte Aeron. „Gott nahm mich mit unter die Wellen und ertränkte die schlimmsten, zornigsten Eigenschaften von mir. Als ich zurückkam, gab er mir Augen zu sehen und eine Stimme sein Wort zu verbreiten, so dass ich sein prophet sein konnte und seine Wahrheit zu lehren allen, die vergaßen. Ich wurde nicht auserwählt, auf dem Seastone Chair zu sitzen... nicht mehr als Euron Krähenauge. Weil ich den Gott hörte, der da sagte, kein gottloser Mann sollte auf meinem Seastone Chair sitzen!“

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    Re: Saga v. Eis und Feuer

    Melde mich vorübergehend wieder zurück.


    Der Merlyn verschränkte seine Arme vor der Brust. "Ist es dann Asha? Oder Victarion? Sag es uns, Priester!"
    "Der Drowned God wird es euch sagen, aber nicht hier." Aeron zeigte auf das fette weiße Gesicht des Merlyn. "Seht nicht mich an und auch nicht die Gesetze der Menschen, sondern das Meer. Setzt Eure Segel und ladet eure Ruder aus, my lord, und bringt euch selbst nach Old Wyk. Ihr und all die Captaiins und Könige. Geht nicht nach Pyke, um euch vor dem Gottlosen zu beugen, und auch nicht nach Harlaw um mit intrigierenden Frauen zu verkehren. Richtet euer Bug gen Old Wyk, wo die Halle des Grauen Königs stand. Im Namen des Drowned God rufe ich euch. Ich rufe jeden von euch! Verlasst eure Hallen und Hütten, eure Schlösser und eure Burgfriede, und kehrt zurück zu Nagga's Hügel um ein kingsmoot zu halten!" (moot = Volksversammlung)
    Der Merlyn gaffte ihn an. "Ein kingsmoot? Es gab kein richtiges kingsmoot mehr seit..."
    "... seit zu langer Zeit!" rief Aeron in Qual. "Und doch wählten die ironborn am Beginn der Tage ihre eigenen Könige, erhoben den unter ihnen, der am würdigsten war. Es wird Zeit, dass wir zum alten Weg zurückkehren, denn nur dass wird uns wieder groß machen. Es war ein kingsmoot, das Urras Ironfoot zum High King machte, und eine Krone aus Treibholz auf seinen Brauen setze. Sylas Flatnose, Harrag Hoare, die alten Kraken, der kingsmoot hat sie alle erhoben. Und aus diesem kingsmoot soll ein Mann hervortreten, der das Werk, welches König Balon begonnen hat zu Ende bringen und uns unsere Freiheit zurückerobern wird. Geht nicht nach Pyke, und auch nicht zu den Ten Towers von Harlow, sondern nach Old Wyk, sage ich nochmals. Sucht den Hügel von Nagga und die Knochen der Halle des Graucen Königs, denn an diesem heiligem Ort wenn der Mond untergegangen ist und wiedergekehrt ist, werden wir uns selbst einen würdigen König machen, einen gottesfürchtigen König." Er hob seine knochigen Hände wieder nach oben. " Hört! Hört auf die Wellen! Hört auf den Gott! Er spricht zu uns und er sagt, Wir sollen keinen König haben, ausser er kommt durch das kingsmoot!"
    Darauf erhob sich ein Ruf und die drowned men schlugen ihre Keulen gegeneinander. "A kingsmoot!" riefen sie. "A kingsmoot, a kingsmoot. Kein König, ausser er kommt durch das kingsmoot! " Und das Geschrei das sie veranstalteten war so donnernd, dass the Crow's Eye es sicher auf Pyke hörte, und der gemeine Sturmgott in seinen wolkigen Hallen. Und Aeron Damphair wusste, dass er etwas gutes getan hatte.

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    Re: Saga v. Eis und Feuer

    DER CAPTAIN DER GARDE

    "Die Blutorangen sind mehr als reif," stellte der Prinz in einer müden Stimme fest, als der Captain ihn auf die Terasse rollte.
    Danach sprach er für mehrere Stunden kein Wort mehr.
    Er hatte Recht mit den Orangen. Ein paar waren heruntergefallen und auf dem blassen pinken Marmor aufgeplatzt. Ihr intensiver süßer Geruch füllte Hotah's Nase jedesmal wenn er einatmete. Kein Zweifel daran, dass der Prinz sie auch riechen konnte, als er in dem Rollstuhl, den Maester Caleotte mit Kissen voll Gänsedaunen und polternden Rädern aus Ebenholz und Eisen für ihn gemacht hatte, unter den Bäumen saß.
    Für eine lange Zeit kamen die einzigen Geräusche von den Kindern, die in den Pools und Springbrunnen planschten, und einmal ein sanftes plop als eine weitere Orange auf die Terasse fiel, um aufzuplatzen. Dann, von der anderen Seitei des Palasts her, hörte der Captain den leisen Trommelschlag von Stiefeln auf Marmor.
    Obara. Er kannte ihren Gang; lang-beinig, hastig, wütend. In den Staällen bei den Toren würde ihr Pferd schaumig und blutig von ihren Sporen sein. Sie ritt immer Zuchthengste, und man hatte sie prahlen gehört, sie könnte jedes Pferd in Dorne bezwingen... und genauso jeden Mann. Der Captain konnte auch andere Fußstapfen hören, das schnelle sanfte Schlurfen von Maester Caleotte, der sich beeilte, um mit ihr Schritt zu halten.
    Obara Sand ging immer zu schnell. Sie jagt etwas hinterher, das sie nie erreichen kann, hatte der Prinz einst seiner Tochter erklärt.
    Als sie unter dem dreifachen Bogen erschiehn, schwang Areo Hotah seine Langaxt seitwärts um ihr den Weg blockieren. Der Kopf saß auf auf einem sechs Fuß langem Schaft aus Eberesche, also konnte sie nicht darum herum gehen. "My lady, nicht weiter." Seine Stimme war ein Bassbrummen, voll von dem Akzent aus Norvos. "Der Prinz wünscht nicht gestört zu werden."
    Ihr Gesicht war stein gewesen bevor er gesprochen hatte; dann wurde es härter. "Ihr seid in meinem Weg, Hotah." Obara war die älteste Sand Snake (Sandschlange), eine groß-knochige Frau fast 30, mit den eng-stehenden Augen und rattenbraunen Haaren der Hure aus Oldtown, die sie zur Welt gebracht hatte. Unter einem gesprenkeltem Mantel aus dun (??) und goldener Sandseide war ihre Reitkleidung aus altem braunem Leder, abgenutzt und weich. Sie waren das sanfteste an ihr. Auf einer Hüfte trug sie eine gewendelte Peitsche, auf ihrem Rücken einen runden Schild aus Stahl und Kupfer. Sie hatte ihren Speer draussen gelassen. Dafür war Aero Hotah dankbar. So schnell und stark sie auch war, war diese Frau dennoch keine Partie für ihn, das wusste er... aber sie wusste es nicht, und er hatte nicht den Wunsch ihr Blut auf dem blassen pinken Marmor zu sehen.

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    Re: Saga v. Eis und Feuer

    Maester Caleotte verlagerte sein Gewicht von einen Fuß auf den anderen. "Lady Obara, ich habe versucht euch zu erklären..."
    "Weiß er, dass mein Vater tot ist?" Obara fragte den Captain und beachtete den Maester nicht mehr als sie eine Fliege beachten würde, wenn irgendeine Fliege verrückt genug gewesen wäre um ihren Kopf herumzuschwirren.
    "Er weiß es," sagte der Captain. "Er hatte einen Vogel."
    Der Tod war auf Rabenschwingen nach Dorne gekommen, klein geschrieben und versiegelt mit einem Klacks harten roten Wachs'. Caleotte musste geahnt haben, was in dem Brief stand, denn er gab ihn Hotah um ihn überbringen. Der Prinz hatte ihm gedankt, aber für die längste Zeit würde der das Siegel nicht aufbrechen. Den ganzen Nachmittag saß er mit Pergament in seinem Schoß da und beobachtete das Spielen der Kinder. Er sah zu bis die Sonne unterging und die Abendluft kalt genug wurde um ihn hinein zu scheuchen; dann beobachtete er das Sternenlicht auf dem Wasser. Der Mond war schon aufgegangen, als er Hotah sandte um ihm eine Kerze zu holen, damit er seinen Brief unter den Orangenbäumen im dunklen der Nacht lesen konnte.
    Obara berührte ihre Peitsche. "Tausende überqueren die sands zufuß um auf den Boneway (Knochenweg) steigen zu können, damit sie Ellaria helfen können meinen Vater nachhause zu bringen. Die Septen sind zum Bersten voll und die roten Priester haben ihre Tempelfeuer entfacht. In den Kissenhäuser paaren sich Frauen mit jedem Mann, der zu ihnen kommt und lehnen jede Münze ab. In Sunspear, auf dem Broken Arm, entlang des Greenblood, in den Bergen, draußen im tiefen Sand, überall, überall, reißen sich Frauen ihre Haare aus und Männer brüllen ihre Wut hinaus. Man hört wie jede Zunge die selbe Frage stellt - was wird Doran tun? Was wird sein Bruder tun, um unseren ermordeten Prinzen zu rächen?" Sie trat näher an den Captain. "Und Ihr sagt, er wünscht nicht gestört zu werden!"
    "Er wünscht nicht gestört zu werden," sagte Aero Hotah nochmals.
    Der Captain der Garde kannte den Prinzen, den er bewachte. Einst, vor langer zeit, kam ein unerfahrener Junge aus Norvos, ein großer breitschultriger Junge mit einem Mop schwarzen Haars. Dieses Haar war jetzt weiß, und sein Körper trug die Narben vieler Schlaten... aber seine Kraft blieb, und er hielt seine Langaxt scharf, wie es ihm die bärtigen Priester beigebracht hatten. Sie soll nicht passieren, dachte er bei sich, und sagte, "Der Prinz beobachtet das Spiel der Kinder. Er darf nie gestört werden, wenn er die Kinder bei ihrem Spiel beobachtet."
    "Hotah," sagte Obara Sand, "ihr werdet mir selbst aus meinem Weg gehen, oder ich werde diese Langaxt nehmen und -"
    "Captain," kam der Befehl von hinter ihm. "Lasst sie vorbei. Ich werde mit ihr sprechen." Die Stimme des Prinzen war heiser.
    Aero Hotha nahm seine Longax mit einem Ruck nach oben und trat auf eine Seite. Obara sah ihn einen langen Augenblick an und schritt an ihm vorbei, während der Maester hinter ihr hereilte. Caleotte war nicht größer als fünf fuß und kahl wie ein Ei. Sein Gesicht war so glatt und fett, dass es schwer war sein Alter daraus abzulesen, aber er war schon vor dem Captain hier gewesen, hatte sogar schon der Mutter des Prinzen gedient. Trotz seines Alters und des Körperumfangs, war er noch geschickt genug und clever als sie kamen (clever as they came... ich versteh nur nicht wer kam), aber sanft. Er ist keine Partie für irgendeine der Sand Snakes, dachte der Captain.

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    Re: Saga v. Eis und Feuer

    Der Prinz saß ihm Schatten der Orangenbäume in seinem Stuhl, die gichtkranken Beine vor ihm abgestützt (hochgelagert?) und mit schweren Säcken unter seinen Augen... auch wenn Hotah nicht sagen konnte ob es der Kummer oder die Gicht waren, die ihn um den Schlaf brachten. Weiter unten in den Pools und Springbrunnen waren die Kinder noch immer in ihrem Spiel. Die Jüngsten waren nicht älter als fünf, die Ältesten neun oder zehn. Die Hälfte waren Mädchen, die Hälfte Jungs. Hotah konnte sie planschen und sich gegenseitig mit hohen, schrillen Stimmen zurufen hören. "Es ist noch nicht so lange her, dass du eins der Kinder in den Pools warst, Obara," sagte der Prinz, als sie vor seinem Rollstuhl auf ein Knie sank.
    Sie schnaubte. "Das war vor zwanzig Jahren, oder zumindest lang genug her, dass es keine Bedeutung hat. Und ich war nicht lange hier. Ich bin der Welpe einer Hure, oder habt Ihr das vergessen?" Als er nicht antwortete, stand sie wieder auf und legte ihre Hände auf ihre Hüften. "Mein Vater wurde ermordet."
    "Er wurde im Einzelkampf bei einem Urteil durch Kampf erschlagen," sagte Prinz Doran. "Dem Gesetz nach ist das Kein Mord."
    "Er war Euer Bruder. "
    "Das war er."
    "Was gedankt Ihr wegen seines Todes zu tun?"
    Der Prinz wendete seinen Stuhl mühsehlig, um ihr in die Augen zu sehn. Obwohl er erst 52 war, wirkte Doran Martell sehr viel älter. Sein Körper war sanft und formlos unter seinen Leinengewändern, und es war schwer seine Füße anzusehen. Die Gicht hatte seine Gelenke geschwollen und grotesk gerötet, sein rechtes Knie war ein Apfel, sein linkes eine Melone, und seine Zehen hatten sich in dunkel rote Trauben verwandelt, so reif, dass es schien als könnte eine Berührung sie zum Platzen bringen. Sogar das Gewicht einer Bettdecke konnte ihn zum Schaudern bringen, obwohl er die Schmerzen ohne Beschwerden ertrug. Die Stille ist der Freund eines Prinzen, so hatte der Captain ihn einst zu seiner Tochter sagen hören. Worte sind wie Pfeile, Arianne. Einmal losgelassen, kannst du sie nicht zurückrufen. "Ich habe Lord Tywin geschrieben - "
    " Geschrieben? Wenn Ihr nur halb so ein Mann wäret wie mein Vater es war -"
    "Ich bin nicht Euer Vater."
    "Das wusste ich schon." Obaras Stimme triefte vor Verachtung.
    "Ihr wollt, dass ich ihn den Krieg ziehe."
    "Ich weiß etwas besseres. Ihr müsst nichtmal Euren Stuhl verlassen. Lasst mich meinen Vater rächen. Ihr habt ein Heer im Prince's Pass. Lord Yronwood hat ein weiteres im Boneway. Bewilligt mir das eine und Nym das andere. Lasst sie die Kingsroad hinaufziehen, während ich die Lords der Marches aus ihren Burgen versammle und einen Haken schlage, um nach Oldtown zu marschieren."
    "Und wie könntet Ihr hoffen Oldtwon zu halten?"
    "Es wird genügen es zu plündern. Der Reichtum Hightower's - "
    "Ist es Gold das Ihr wollt?"
    "Es ist Blut das ich will."
    "Lord Tywin wird uns den Kopf des Bergs ausliefern."
    "Und wer wird uns Lord Tywins Kopf ausliefern? Der Berg war immer sein Haustier."
    Der Prinz wies auf die Pools. "Obara, seht Euch die Kinder an, wenn es Euch gefällt."
    "Es gefällt mir nicht. Ich würde mehr Freude daran haben meinen Speer in Lord Tywins Bauch zu stoßen. Ich werde ihn dazu bringen "Die Regen von Castamere" zu singen, während ich seine Gedärme herausziehe und nach Gold suche."
    "Seht hin," wiederholte der Prinz, "Ich befehle es Euch."

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    Re: Saga v. Eis und Feuer

    Ein paar der älteren Kinder lagen mit dem Gesicht nach unten auf dem glatten pinken Marmor, bräunten sich in der Sonne. Andere pattelten im See weiter unten. Drei bauten eine Sandburg mit einer großen Spitze, die dem Spear Tower (Speer Turm) des Old Palace ähnelte. Zwanzig oder mehr hatten sich ihm großen pool versammelte, um den Kämpfen zuzusehen, als kleinere Kinder durch die hüfthohen Untiefen auf den Schultern größerer Kinder ritten und versuchten sich gegenseitig ins Wasser zu schubsen. Jedesmal wenn ein Paar runterfiel, folgte dem Spritzer ein Sturm von Gelächter. Sie sahen wie ein nussbraunes Mädchen einen flachsköpfigen Jungen von den Schultern seines Bruders zerrte, um ihn kopfvoran in den Pool zu stürzen.
    "Euer Vater spielte einst das selbe Spiel, wie ich es vor ihm tat," sagte der Prinz. "Wir hatten zehn Jahre zwischen uns, deshalb hatte ich die Pools zu dem Zeitpunkt verlassen, als er alt genug war zu spielen, aber ich beobachtete ihn wannimmer ich kam um Mutter zu besuchen. Er war so leidenschaftlich, schon als Junge. Schnell wie eine Wasserschlange. Ich sah oft, wie er Jungen stürzte, die viel größer waren als er selbst. Er erinnerte mich daran an den Tag, an dem er nach King's Landing aufbrach. Er schwor, dass er es noch einmal tun würde, andernfalls hätte ich ihn nie gehen lassen."
    "Ihn gehen lassen?" Obara lachte. "Als ob Ihr ihn stoppen hättet können. Die Rote Viper von Dorne ging wohin sie wollte."
    "Das tat er. Ich wünschte ich hätte ein Wort des Trostes für - "
    "Ich kam nicht des Trostes wegen zu Euch." Ihre Stimme war voller Verachtung. "An dem Tag an dem mein Vater kam, um mich für sich zu fordern, wollte meine Mutter nicht, dass ich ging. 'Sie ist ein Mädchen,' sagte sie, 'und ich glaube nicht, dass sie von Euch ist. Ich hatte tausend andere Männer.' Er schleuderte seinen Speer vor meine Füße und schlug meiner Mutter mit dem Handrücken über das Gesicht, so dass sie zu weinen anfing. 'Mädchen oder Junge, wir kämpfen unsere Schlachten,' sagte er, 'aber die Götter lassen uns unsere Waffen aussuchen.' Er zeigte auf den Speer, dann auf die Tränen meiner Mutter, und ich hob den Speer auf. 'Ich habe Euch gesagt sie ist von mir,' sagte mein Vater und nahm mich mit. Meine Mutter hat sich innerhalb eines Jahres zu Tode getrunken. Sie sagen, dass sie weinte als sie starb." Obara schob sich näher an den Prinzen in seinem Stuhl. "Lasst mich den Speer benutzen; mehr will ich nicht."
    "It is a deal to ask (Es ist ein Handel zu fragen?), Obara. Ich werde darüber schlafen."
    "Ihr habt schon zu lang geschlafen."
    "Ihr könntet Recht haben. Ich werde euch meine Nachricht nach Sunspear überbringen lassen."
    "So lange die Nachricht Krieg ist." Obara machte auf dem Absatz kehrt und schritt davon, so sauer wie sie gekommen war, zurück zu den Ställen wegen eines frischen Pferdes und einen weiteren Galopp kopfüber die Straße hinab.

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