Der kurzsichtige Söldner kratzte seinen Kopf. "An solch eine Maid erinnere ich mich nicht. Welche Art von Haar ist kastanienbraun?"
"Rötliches braun," sagte der ältere Mann. "Nein, wir haben sie nicht gesehen."
"Wir haben sie nicht gesehen, m'lady," erzählte ihr der Jüngere. "Kommt, steigt ab, der Fisch ist fast fertig. Seid Ihr hungrig?"
Das war sie tatsächlich, aber sie war auch vorsichtig. Söldner hatten einen zwielichtigen Ruf. "Ein Söldner und ein Raubritter sind zwei Seiten des selben Schwerts," hieß es. Diese zwei sehen nicht zu gefährlich aus. "Dürfte ich Eure Namen wissen, Sers?"
"Ich habe die Ehre Ser Creighton Longbough zu sein, von dem die Sänger singen," sagte der groß-bauchige. "Ihr werdet vielleicht von meinen Taten auf dem Blackwater gehört haben. Mein Begleiter ist Ser Illifer the Penniless (der Pennilose)"
Falls es ein Lied über Creighton Longbough gab, war es keines, das Brienne gehört hatte. Ihre Namen sagten ihr nicht mehr als ihre Waffen. Ser Creighton's grüner Schild zeigte nur einen braunen Anführer, und eine tiefe Furche, die durch eine Kampfaxt gemachct worden war. Ser Illifer trug gold und hermelin gyronny, obwohl alles an ihm andeutete, dass gemaltes Gold und gemaltes Hermelin die einzigen Sorten waren, die er je gekannt hatte. Er war sechzig if he was a day, sein Gesicht gequetscht und schmal unter der Kapuze eines geflickten grobgesponnenen Mantels. Er war gepanzert, aber Rostfelecken sprenkelten das Eisen wie Sommersprossen. Brienne war einen Kopf größer als beide von ihnen, war besser zu Pferd und besser bewaffnet in the bargain. Wenn ich solche wie diese fürchte, könnte ich mein Langschwert genauso gut gegen Stricknadeln tauschen.
"Ich danke Euch, werte Sers," sagte sie. "Ich werde gerne eure Forelle teilen." Brienne schwang sich herunter, sattelte iher Stute ab und gab ihr Wasser bevor sie sie an den Füßen fesselte und sie grasen lies. Sie stopfte ihre Waffen und Schild und Satteltaschen unter eine Ulme. Bis dahin war die Forelle knusprig. Ser Creighton brachte ihr einen Fisch und sie saß sich im Schneidersitz auf den Boden, um ihn zu essen.
"Wir sind auf dem Weg nach Duskendale, m'lady," erzählte Longbough ihr, als er seine eigene Forelle mit den Fingern zerlegte. "Ihr wäret gut bedient mit uns zu reiten. Die Straßen sind gefährlich."
Brienne hätte ihm mehr von den Gefahren auf den Straßen erzählen können, als er hätte wissen wollen. "Ich danke Euch Ser, aber ich brauche Euren Schutz nicht."
"Ich bestehe darauf. Ein wahrer Ritter muss das sanftere Geschlecht beschützen."
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Thema: Saga v. Eis und Feuer
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06.05.2006, 01:14
Re: Saga v. Eis und Feuer
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06.05.2006, 01:30
Re: Saga v. Eis und Feuer
Sie berührte den Griff ihres Schwertes. "Dies wird mich beschützen, Ser."
"Ein Schwert ist nur so gut wie der Mann, der es führt."
"Ich führe es gut genug."
"Wie ihr wollt. Es wäre nicht höflich mit eine Lady zu streiten. Wir werden Euch sicher nach Duskendale bringen. Drei zusammen können sicherer reiten, als einer allein."
Wir waren drei als wir von Riverrun aufgebrochen sind, und doch verlor Jaime seine Hand und Cleos Frey sein Leben. "Eure Pferde könnten mit meinem nicht mithalten." Ser Creighton's brauner Wallach war eine alte Kreatur mit durchhängendem Rücken und rheumy Augen, und Ser Illifer's Pferd sah unkrautartig (?) und halb verhungert aus.
Mein Ross hat mir am Blackwater gut genug gedient," beharrte Ser Creighton. "Nun, ich habe dort ein großartiges Gemetzel vollbracht und ein Dutzend Lösegelder verdient. War m'lady mit Ser Herbert Bolling bekannt? Jetzt werdet Ihr ihn nie kennenlernen. Ich habe ihn erschlagen wo er stand. Wenn sich Schwerter kreuzen, werdet ihr Ser Creighton Longbough nie weit hinten sehen."
Sein Begleiter gab ein trockenes Kichern von sich. "Creigh, hör auf. Solche wie sie haben keinen Bedarf an solchen wie uns."
"Solche wie mich?" Brienne war sich nicht sicher was er meinte.
Ser Illifer krümmte einen knochigen Finger und zeigte auf ihr Schild. Obwohl die Farbe darauf rissig war und abblätterte, zeigte sich das Motto deutlich: eine schwarze Fledermaus auf einem Feld das bendwise geteilt war, silber und gold. "Ihr tragt den Schild eines Lügners, worauf Ihr kein Recht habt. Der Großvater meines Großvaters half dabei den letzten der Lothston's zu töten. Seitdem hat niemand gewagt diese Fledermaus zu zeigen, schwarz wie die Taten derer, die sie trugen."
Das Schild war das welches Ser Jaime aus der Waffenkammer in Harrenhal genommen hatte. Brienne hatte es zusammen mit ihrer Stute und viel anderen Dingen in den Ställen gefunden; Sattel und Zaumzeug gepanzertem Kettenpanzer und greathelm mit Visier, Taschen voll Gold und Silber und ein Pergament, wertvoller als alles andere. "Ich habe meinen eigenen Schild verloren." erklärte sie.
"Ein wahrer Ritter ist der einzige Schild den eine Maid braucht," erklärte Ser Creighton beherzt.
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09.05.2006, 01:09
Re: Saga v. Eis und Feuer
Liest du eigentlich noch mit poison? Oder sonst irgendwer?
Passiert nicht so wirklich viel im Moment, hm?
Wird schon noch. Im Prinzip ist das ganze Buch zwar die Ruhe vor dem Sturm. Aber es braut sich einiges zusammen...
Ser Illifer beachtete ihn nicht. "Ein barfüßiger Mann hält nach einem Stiefel Ausschau, ein frierender Mann nach einem Mantel. Aber wer würde sich selbst in Schande hüllen? Lord Lucas trug diese Fledermaus, the Pander (der Zuhälter), und Manfryd o' the Black Hood, sein Sohn. Warum solche Waffen tragen, frage ich mich, außer Eure eigene Sünde ist noch fauler... und frischer. " Er Zog seinen Dolch, ein hässliches Stück aus billigem Eisen. "Eine Frau freakish gros und freakish stark, die ihre eigenen wahren Farben verbirgt. Creigh, schau, die Jungfrau von Tarth, die Renly's königlichen Hals für ihn geöffnet hat."
"Das ist eine Lüge." Renly Baratheon war mehr als ein König für sie gewesen. Sie hatte ihn geliebt seit er das erste mal nach Tarth gekommen war, auf seinem gemächlichem Fortschritt zum Lord, to mark his coming of age. Ihr Vater hatte ihn mit einem Fest willkommen geheißen und ihr befohlen daran teilzunehmen; sonst hätte sie sich in ihrem Zimmer wie ein verwundetes Tier versteckt. Sie war nicht älter als Sansa gewesen und hatte mehr Angst vor Gekichere als vor Schwertern. Sie werden von der Rose wissen, erzählte sie Lord Selwyn, sie werden mich auslachen. Aber der Evenstar würde nicht nachgeben.
Und Renly Baratheon hatte ihr jede Höflichkeit entgegengebracht, ganz so als wäre sie eine richtige Maid und hübsch. Er hatte sogar mit ihr getanzt und in seinen Armen hatte sie sich anmutig gefühlt und ihre Füße waren über den Boden geschwebt. Später hatten andere sie um einen Tanz gebeten, seines Beispiels wegen. Von diesem Tag an wollte sie nur Lord Renly nahe sein, ihm dienen und ihn schützen. Aber am Ende hatte sie versagt. Renly starb in meinen Armen, aber ich habe ihn nicht getötet, dachte sie, aber diese Söldner würden das nie verstehen. "Ich hätte für König Renly mein Leben gegeben und wäre glücklich gestorben," sagte sie. "Ich habe ihm kein Leid angetan. Das schwöre ich bei meinem Schwert."
"Ein Ritter schwört bei seinem Schwert," sagte Ser Creighton.
"Schwört bei den Sieben," drängte Ser Illifer the Penniless.
"Also gut, bei den Sieben. Ich habe König Renly kein Leid angetan. Ich schwöre es bei der Mutter. Möge ich nie ihre Gnade erfahren, sollte ich lügen. Ich schwöre es beim Vater und bitte ihn, dass er mich gerecht richtet. Ich schwöre es bei der Jungfrau und beim Alten Weib, beim Schmied und beim Krieger. Und ich schwöre es beim Fremden, soll er mich jetzt holen, wenn ich falsch bin."
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09.05.2006, 01:48
Re: Saga v. Eis und Feuer
"Für eine Jungfrau schwört sie gut," erkannte Ser Creighton an.
"Aye." Ser Illifer the Penniless zuckte die Schultern. "Nun, wenn sie gelogen hat, werden sie die Götter aussortieren." Er steckte seinen Dolch fort. "Ihr übernehmt die erste Wache."
Als die Söldner schliefen, schritt Brienne ruhelos in dem kleinem Lager umher und lauschte dem Knistern des Feuers. Ich sollte weiterreiten solange ich es kann. Sie kannte diese Männer nicht, und trotzdem konnte sie sie nicht dazu bringen sie ohne Schutz zu verlassen. Sogar im Dunkel der Nacht gab es Reiter auf den Straßen und Geräusche in den Wäldern, die Eulen und umherstreunende Füchse hätten sein können, oder aber nicht. Also schritt Brienne auf und ab und behielt ihre Klinge locker in seiner Scheide.
Alles in allem war ihre Wache einfach. Das danach war hart, als Ser Illifer aufwachte und sagte er würde sie ablösen. Brienne breitete ihre Decke auf dem Boden aus und rollte sich zusammen um ihre Augen zu schließen. Ich werde nicht schlafen, sagte sie zu sich selbst, obwohl sie müde bis auf die Knochen war. Sie hatte noch nie gut geschlafen in der Gegenwart von Männern. Sogar in Lord Renly's Lager bestand immer die Gefahr vergewaltigt zu werden. Das war eine Lektion die sie unterhalb der Mauern von Highgarden gelernt hatte und dann nochmals als sie und Jaime in die Hände der Mutigen Kameraden gefallen waren.
Die Kälte des Bodens drang durch Brienne's Decken in ihre Knochen ein. In Kürze fühlte sich jeder Muskel verkrampft an, vom Kiefer bis zu den Zehen. Sie fragte sich ob Sansa Stark auch gerade fror, wo auch immer sie war. Lady Catelyn hatte gesagt, dass Sansa eine sanfte Seele war, die Zitronenkuchen, Seidenkleider und Lieder über Ritterlichkeit liebte, aber das Mädchen hatte gesehen, wie man ihrem Vater den Kopf abgeschlagen hatte und war gezwungen worden danach einen seiner Mörder zu heiraten. Wenn auch nur die Hälfte der Geschichten wahr war, war der Zwerg der grausamste der ganzen Lannisters. Falls sie König Joffrey vergiftet haben sollte, hat der Gnom sie sicher dazu gezwungen. Sie war allein und ohne Freunde am Hof. In King' Landing hatte Brienne eine gewisse Brella aufgetrieben, die eine von Sansas Dienstmädchen gewesen war. Die Frau hatte ihr erzählt, dass nur wenig Wärme zwischen Sansa und dem Zwerg gewesen war. Vielleicht war sie vor ihm genauso geflohen wir vor Joffreys Mörder.
Welche Träume Brienne auch immer geträumt hatte, sie waren fort als der Morgen sie weckte. Ihre Beine waren vom kalten Boden steif wie Holz, aber niemand hatte sie belästigt und ihre Sachen blieben unangerührt. Die Söldner waren auf und... (up and about). Ser Illifer schnitt ein Eichhörnchen zum Frühstück auf, während Ser Creighton vor einem Baum stand und einen guten langen piss hatte. Söldner, dachte sie, alt und eitel und plump und kurzsichtig, und trotzdem anständige Männer. Es freute sie zu wissen, dass es noch immer anständige Männer auf der Welt gab.
Sie aßen geröstetes Eichhörnchen zum Frühstück, Eichelpastete und Essiggurken, während Ser Creichton sie mit seinen Heldentaten am Blackwater erfreute, wo er ein Dutzend furchterregende Ritter, von denen sie nie gehört hatte, erschlagen hatte. "Oh, es war ein seltener Kampf, m'lady," sagte er, "ein seltenes und blutiges Schlachtgewühl." Er räumte ein, dass Ser Illifer ebenfalls vornehm gekämpft hatte. Illifer selbst sagte wenig.
Als es Zeit wurde ihre Reise fortzusetzen, reihten sich die Ritter beidseits von ihr auf, wie Wachen, die eine große Lady beschützten... obwohl diese Lady beide ihrer Beschützer wie Zwerge aussehen ließ und einstweilen besser bewaffnet und gepanzert war. "Kam während Eurer Wachen irgendjemand vorbei?" fragte Brienne sie.
"So jemand wie eine Jungfrau von dreiz-und-zehn mit kastanienbraunem Haar?" sagte Ser Illifer the Penniless. "Nein, my lady. Niemand."
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09.05.2006, 02:28
Re: Saga v. Eis und Feuer
"Bei mir ein paar," warf Ser Creighton ein. "Irgendein Bauernjunge auf einem Schecken kam vorbei und eine Stunde später ein halbes Dutzend Männer zu fuß mit Stöcken und Sensen. Sie haben unser Feuer gesehen, angehalten und einen langen Blick auf unsere Pferge geworfen, aber ich habe ihnen flüchtigen Blick auf meinen Stahl gewährt und ihnen gesagt sie sollten ihren Weg fortsetzen. Rauhe Kerle, dem Anschein nach und außerdem verzweifelt, aber nie verzweifelt genug um mit Ser Creighton Longbough Spass zu treiben."
Nein, dachte Brienne, nicht ganz so verzweifelt. Sie wendete sich ab um ihr Lächeln zu verbergen. Dankenswerterweise war Ser Creighton zu eifrig bei seiner Erzählung über seine epische Schlacht mit dem Ritter der Red Chicken (roten Hühner), um die Fröhlichkeit der Maid zu beachten. Es fühlte sich gut an Begleiter auf dem Weg zu haben, sogar solche Begleiter wie diese beiden.
Es war Mittag als Brienne Gesang durch die kahlen braunen Bäume hörte. "Was ist das für ein Geräusch?" fragte Ser Creighton.
"Stimmen im Gebet." Brienne kannte den Gesangt. Sie flehen den Krieger um Schutz an und bitten das Alte Weib ihren Weg zu erleuchten.
Ser Illifer the Penniless zog seine abgenutzte Klinge und zügelte sein Pferd, um auf sie zu warten. "Sie sind nah."
Der Gesang füllte den Wald wie frommer Donner. Und plötzlich erschiehn die Quelle des Gesangs auf der Straße vor ihnen. Eine Gruppe Bettelbrüder wiesen den Weg, heruntergekommene bärtige Männer in grobgesponnenen Roben, manche barfuß manche in Sandalen. Hinter ihnen marschierten dreißig zerlumpte Männer, Frauen und Kinder, eine gefleckte Sau und einige Schafe. Manche ihrer Männer hatten Äxte und mehr hatten grobe Holzkeulen und Knüppel. In ihrere Mitte rollte ein zwei-rädiger wayn aus grauem splittrigem Holz, in dem Schädel und gebrochene Stücke von Knochen aufgestapelt waren. Als sie die Söldner sahen, hielten die Bettelbrüder und der Gesang erstarb. "Gute Ritter," sagte einer, "die Mutter liebt euch."
"Und euch, Bruder," sagte Ser Illifer. "Wer seid ihr?"
"Arme Mitbrüder," sagte ein großer Mann mit einer Axt. Trotz der Kälte des Herbstwaldes trug er kein Hemd und auf seiner Brust war ein siebenzackiger Stern eingeritzt. Andalenkrieger hatten solche Sterne in ihr Fleisch geritzt, als sie das erste mal das schmale Meer überquerten, um die Königreiche der Ersten Menschen zu besiegen.
"Wir wandern zur Stadt," sagte eine große Frau in den Spuren der wayn, "um diese heiligen Knochen zu Blessed Baelor (Gesegnetem/Heiligem Baelor) zu bringen und Hilfe und Schutz von unserem König zu suchen."
"Begleitet uns, Freunde," drängte ein spärlich kleiner Mann in einer fadenscheinigen Septon's Robe, der einen Kristall an einer Schnur um den Hals trug. "Westeros braucht jedes Schwert."
"Wir sind auf dem Weg nach Duskendale," erklärte Ser Creighton, "aber vielleicht könnten wir euch sicher nach King's Landing bringen."
"Falls ihr Münzen habt um uns für diese Eskorte zu bezahlen," fügte Ser Illifer hinzu, der genauso praktisch wie pennilos zu sein schien.
"Sparrows (Spatzen) brauchen kein Gold," sagte der Septon.
Ser Creighton war verwirrt. "Sparrows?"
"Der Spatz ist der demütigste und alltäglichste der Vögel, genauso wie wir die demütigsten und alltäglichsten der Menschen sind." Der Septon hatte ein schmales scharfes Gesicht und einen kurzen Bart mit Grau und Braun. Sein dünnes Haar war zurückgezogen und hinter seinem Kopf verknotet und seine Füße waren barfuß und schwarz, rau und hart wie Baumwurzeln. "Dies sind die Knochen von heiligen Männern, die für den Glauben hingerichtet wurden. Sie haben den Sieben bis zum Tod gedient. Manche sind verhungert, manche wurden gefoltert. Septen sind geplündert worden, Jungfrauen und Mütter von gottlosen Männern und Dämonenanbetern vergewaltigt worden. Sogar Schweigende Schwestern sind belästigt worden. Unsere Mutter dort oben schreit in Pein. Es ist Zeit für alle gesalbten Ritter ihre weltlichen Herren zu verlassen und unseren heiligen Glauben zu verteidigen. Kommt mit uns zur Stadt, falls ihr die Sieben liebt."
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09.05.2006, 03:01
Re: Saga v. Eis und Feuer
"Ich liebe sie gut genug," sagte Illifer, "trotzdem muss ich essen."
"Das müssen alle Kinder der Mutter."
"Wir sind auf dem Weg nach Duskendale," sagte Ser Illifer leer.
Einer der Bettelbrüder spuckte aus und eine Frau gab ein Stöhnen von sich. "Ihr seid falsche Ritter," sagte der große Mann, der den Stern in seine Brust geritzt hatte. Einige andere schwenkten ihre Knüppel.
Der barfüßige Septon beruhigte sie mit einem Wort. "Richtet nicht, denn der Vater wird richtigen. Lasst sie in Frieden passsieren. Sie sind auch arme Leute, verloren auf der Erde."
Brienne trieb ihre Stute vorwärts. "Meine Schwester ist auch verloren. Ein Mädchen von drei-und-zehn mit kastanienbraunem Haar, hübsch anzusehn."
"Alle Kinder der Mutter sind hübsch anzusehn. Möge die Jungfrau über dieses arme Mädchen wachen... und über euch auch, denke ich." Der Septon hob einen der Stränge des wayn auf seiner Schulter, und begann zu ziehen. Die Bettelbrüder nahmen ihren Gesang wieder auf. Brienne und die Söldner saßen auf ihren Pferden als die Prozession langsam vorüberzog und der rutted Straße nach Rosby folgte. Das Geräusch ihres Gesangs wurde allmählich leiser und erstarb.
Ser Creighton hob eine Backe vom Sattel hoch um sich den Hintern zu kratzen. "Welche Sorte von Mann würde einen heiligen Septon ermorden?"
Brienne wusste welche Sorte. Nahe Maidenpool hatten die Tapferen Kameraden einen Septon von einem Ast an seinen Fersen aufgehängt und seinen Leichnam für Bogenschießübungen benutzt, erinnerte sie sich. Sie fragte sich ob seine Knochen mit dem ganzen Rest in diesem wayn aufgestapelt waren.
"Ein Mann müsste ein Idiot sein um eine Schweigende Schwester zu vergewaltigen," sagte Ser Creighton. "Schon allein Hand an sie zu legen/ sie zu berühren (? lay hand upon)... es heißt sie sind die Ehefrauen des Fremden und ihre weiblichen Teile sind kalt und nass wie Eis." Er blickte zu Brienne. "Uh... entschuldigung."
Brienne spornte ihre Stute Richtung Duskendale an. Einen Moment später folgte Ser Illifer und Ser Creighton bildete die Nachhut.
Drei Stunden später kamen sie an einer anderen Gemeinschaft vorbei, die sich nach Duskendale mühte; ein Händler und seine Diener, die von noch einem weiteren Söldner begleitet wurden. Der Händler ritt auf einer gescheckten grauen Stute, während seine Diener abwechselnd den Wagen zogen. Vier arbeiteten in den Riemen während zwei weitere neben den Reifen gingen, aber als sie das Geräusch von Pferden hörten stellten sie sich um den Wagen herum auf mit quarterstaffs aus Asche bereit. Der Händler brachte eine Armbrust hervor, der Ritter ein Schwert. "Ihr werdet mir vergeben, wenn ich misstrauisch bin," rief der Händler, "aber die Zeiten sind unruhig und ich habe nur den guten Ser Shadrich, um mich zu beschützen. Wer seid ihr?"
"Nun," sagte ser Creighton beleidigt, "ich bin der berühmte Ser Creighton Longbough, frisch aus der Schlacht am Blackwater und dies ist mein Begleiter, Ser Illifer the Penniless."
"Wir wollen euch nicht schaden," sagte Brienne.
Der Händler betrachtete sie zweifelnd. "My lady, Ihr solltet sicher zu hause sein. Warum tragt Ihr so unnatürliches Gewand?"
"Ich suche nach meiner Schwester." Sie wagte es nicht Sansa's Name zu erwähnen, da sie wegen Königsmord angeklagt war. "Sie ist eine hochgeborene Maid und schön, mit blauen Augen und kastanienbraunem Haar. Vielleicht habt ihr sie mit einem fettem 40jährigem Ritter gesehen oder mit einem betrunkenem Narr."
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10.05.2006, 00:27
Re: Saga v. Eis und Feuer
"Die Straßen sind voller betrunkener Narren und geraubter Jungfern. Was fette Ritter angeht, für jeden ehrlichen Mann ist es schwer seinen Bauch rund zu halten, bei solch großem Mangel an Nahrung... obwohl euer Ser Creighton nicht gehungert hat, wie es aussieht."
"Ich habe große Knochen," beharrte Ser Creighton. "Sollen wir ein Stück zusammenreiten? Ich bezweifle Ser Shadrich's Wert nicht, aber er wirkt klein und drei Schwerter sind besser als eines."
Vier Schwerter, dachte Brienne, aber sie hielt ihre Zunge in Zaum.
Der Händler betrachtete seine Eskorte. "Was sagt ihr, ser?"
"Oh, vor diesen drei muss man sich nicht fürchten." Ser Shadrich war ein drahtiger, fuchs-gesichtiger Mann mit einer scharfen Nase und einem Schock orangen Haars, der auf einem feingliedrigem, fuchsfarbigem Rennepferd saß. Obwohl er nicht größer als fünf Fuß zwei sein konnte, hatte er ein todsicheres Auftreten. "Der eine ist alt, der andere fett, und der große ist eine Frau. Lasst sie kommen."
"Wie ihr sagt." Der Händler senkte seine Armbrust.
Als sie ihre Reise fortsetzten, fiel der angeheuerte Ritter zurück und sah sie von oben bis unten an als ob sie eine Seite guten gesalzenen Schweins wäre. "Ihr seid eine stramme gesunde Frau, würde ich sagen."
Ser Jaime's Spott hatte sie tief getroffen; die Männer des kleinen Mannes berührten sie kaum. "Ein Riese, im Vergleich zu manch anderem."
Er lachte. "Dort wo es zählt bin ich groß genug, Frauenzimmer."
"Der Händler nannte Euch Shadrich."
"Ser Shadrich von Shady Glen. Manche nennen mich the Mad Mouse (die verrückte Maus.)" Er wendete sein Schild um ihr sein Siegel zu zeigen, eine große weiße Maus mit bösen roten Augen, auf biegsamen braun und blau. "Das braun ist für die Länder die ich durchwandert habe, das blau für die Flüsse die ich überquert habe. Die Maus bin ich."
"Und seid ihr verrückt?"
"Oh, ziemlich. Die gemeine Maus läuft vor Blut und Schlachten davon. Die verrückte Maus sucht nach ihnen."
"Es scheint als würde er sie selten finden."
"Ich finde genug. Es ist wahr, ich bin kein Tunier-ritter. Icih hebe meinen Wert für das Schlachtfeld auf, Frau."
Frau war geringfügig besser als Frauenzimmer, nahm sie an. "Ihr und der gute Ser Creighton haben dann viel gemeinsam."
Ser Shadrich lachte. "Oh, das bezweifle ich, aber es könnte sein, dass Ihr und ich eine Suche teilen. Eine kleine verlorene Schwester also? Mit blauen Augen und kastanienfarbenem Haar?" Er lachte wieder. "Ihr seid nicht der einzige Jäger im Wald. Ich suche ebenfalls nach Sansa Stark."
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10.05.2006, 01:11
Re: Saga v. Eis und Feuer
Brienne kept her face a mask, um ihre Bestürzung zu verbergen. "Wer ist diese Sansa Stark und warum sucht ihr sie?"
"Aus Liebe, warum sonst?"
Sie runzelte die Stirn. "Liebe?"
"Aye, Liebe zum Geld. Anders als Euer guter Ser Creightono, habe ich auf dem Blackwater gekämpft, aber auf der Verliererseite. Mein Lösegeld hat mich ruiniert. Ihr wisst wer Varys ist, vermute ich? Der Eunuch hat einen prallen Beutel Gold für dieses Mädchen von dem ihr noch nie gehört habt, versprochen. Ich bin kein gieriger mann. Wenn irgendein übergroßes Frauenzimmer mir helfen würde dieses unartige Mädchen zu finden, würde ich die Münze der Spinne mit ihr teilen."
"Ich dachte Ihr wäret im Dienste dieses Händlers."
"Nur bis nach Duskendale. Hibald ist so geizig wie ängstlich. Und er ist sehr ängstlich. Was sagst du, Frauenzimmer?"
"Ich kenne keine Sansa Stark," beharrte sie. "Ich suche nach meiner Schwester, einem hochgeborenem Mädchen..."
"...mit blauen Augen und kastanienbraunem Haar, ja. Bitte, wer ist dieser Ritter, der mit Eurer Schwester reist? Oder habt Ihr ihn einen Narren genannt?" Ser Shadrich wartete nicht auf ihre Antwort, was gut war, da sie keine hatte. "Ein bestimmter Narr verschwand aus King's Landing in der Nacht als König Joffrey starb, ein beleibter Kerl mit einer Nase voller gebrochener Venen, ein gewisser Ser Dontos the Red, früher aus Duskendale. Ich hoffe Eure Schwester und ihr betrunkener Narr werden nicht für das Stark-Mädchen und Ser Dontos gehalten. Das könnte sehr bedauerlich sein." Er gab seinem Rennpferd die Sporen und trabte voran.
Sogar Jaime Lannister hatte Brienne nur selten zu so einer Närrin gemacht. Ihr seid nicht der einzige Jäger im Wald. Die Frau Brella hatte ihr erzählt wie Joffrey Ser Dontos seine Sporen genommen hatte und wie Lady Sansa um sein Leben gebettelt hatte. Er hat ihr fliehen geholfen, hatte Brienne entschieden, als sie die Geschichte gehört hatte. Finde Ser Dontos und ich werde Sansa finden Sie hätte wissen müssen, dass auch andere das erkennen würden. Manche könnten sogar noch weniger schmackhaft sein als Ser Shadrich. Sie konnte nur hoffen dass Ser Dontos Sansa gut versteckt hatte. Aber wenn er das getan hat, wie soll ich sie je finden?
Sie krümmte ihre Schultern nach unten und ritt stirnrunzelnd weiter.
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10.05.2006, 01:25
Re: Saga v. Eis und Feuer
Die Nacht brach an als ihre Gesellschaft zum Inn kam, einem großem hölzernem Gebäude, das neben einer Flussmündung lag, rittlings einer alten Steinbrücke. Das war der Name des Inns, hatte Ser Creighton ihnen erzählt: die alte Steinbrücke. Der Gastwirt war ein Freund von ihm. "Kein schlechter Koch, und die Zimmer haben nicht mehr Flöhe als die meisten," versprach er. "Wer ist für ein warmes Bett heute Nacht?"
"Nicht wir, außer Euer Freund gibt sie einfach so," sagte Ser Illifer the Penniless. "Wir haben kein Geld für Zimmer."
"Ich kann für uns drei zahlen." Brienne fehlte es nicht an Münzen; dafür hatte Jaime gesorgt. In ihren Satteltaschen hatte sie eine Börse voll mit silbernen Hirschen und kupfernen Sternen gefunden, eine kleinere vollgestopt mit goldenen Drachen und ein Pergament, das befahl dem Träger alle loyalen Dienste des Königs zu gewähren, einer gewissen Brienne aus dem Hause Tarth, die im Dienste seiner Majestät unterwegs war. Es war in einer kindlichen Schrift von Tommen, dem ersten seines Namens, König der Andalen, der Rhoynar und der ersten Menschen und Lord über die Sieben Königslande unterschrieben.
Hibald hielt ebenso an und bat seine Männer den Wagen neben den Ställen zu lassen. Warmes gelbes Licht schien durch die diamant-förmigen Scheiben der Gasthausfenster und Brienne hörte einen Hengst trompeten, der ihre Stute roch. Sie lockerte den Sattel als ein Junge aus der Stalltür kam und sagte, "Lasst mich das machen, ser."
"Ich bin kein ser ," sagte sie ihm, "aber du kannst das Pferd nehmen. Kümmere dich darum, dass sie gefütter und gestriegelt wird und dass sie Wasser bekommt."
Der Junge errötete. "Ich bitte um Entschuldigung m'lady. Ich dachte..."
"Das ist ein häufiger Fehler." Brienne gab ihm die Zügel und folgte den anderen ins Gasthaus, mit ihren Satteltaschen über ihre Schulter und ihre Bettrolle unter einem Arm.
Sägespäne bedeckten den Bretterboden des Gemeinschaftsraums und die Luft roch nach Hopfen, Rauch und Fleisch. Ein Braten spritze und knisterte über dem Feuer, für den Moment unbeaufsichtigt. Sechs Einheimische saßen an einem Tisch und redeten, aber sie verstummten, als die Fremden eintraten. Brienne konnte ihre Augen fühlen. Trotz Kettenhemd, Mantel und Lederwams fühlte sie sich nackt. Als ein Mann "Seht euch das an," sagte, wusste sie, dass er nicht von Ser Shadrich sprach.
Der Gastwirt tauchte auf, trug in jeder Hand drei Krüge und verschüttete bei jedem Schritt Ale.
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10.05.2006, 01:42
Re: Saga v. Eis und Feuer
"Habt ihr Zimmer, guter Mann?" fragte der Händler ihn.
"Eventuell," sagte der Gastwirt, "für den der Geld hat."
Ser Creighton Longbough sah gekränkt aus. "Naggle, ist das wie du einen alten Freund willkommen heißt? Ic h bin's, Longbough."
"Du bist es tatsächlich. Du schuldest mir sieben Hirsche. Zeig mir Silber und ich zeige dir ein Bett." Der Gastwirt stellte die Krüge einen nach dem anderem ab, wobei er noch mehr Ale verschüttete.
"Ich werde für ein Zimmer für mich selbst zahlen und für ein zweites für meine zwei Begleiter." Brienne wies auf Ser Creighton und Ser Illifer.
"Ich werde auch ein Zimmer nehmen," sagte der Händler, "für mich selbst und den guten Ser Shadrich. Meine Diener werden im Stall schlafen, wenn es Euch gefällt."
Der Gastwirt sah sie gründlich an. "Es gefällt mir nicht, aber es könnte sein, dass ich es erlaube. Werdet ihr Abendessen wollen? Das auf dem Dpieß ist eine gute Ziege, ja."
"Ich werde selbst beurteilen ob sie gut ist," verkündete Hibald. "Meine Männer werden sich mit Brot und Bratenfett begnügen."
Und so aßen sie zu Abend. Brienne versuchte die Ziege, nachdem sie dem Gastwirt die Stufen hinauf gefolgt war und ihm einige Münzen in die Hand gedrückt hatte und nachdem sie ihre Sachen in dem zweiten Raum, den er ihr gezeigt hatte, verstaut hatte. Sie bestellte auch Ziege für Ser Creighton und Ser Illifer, da sie ihre Forelle mit ihr geteilt hatten. Die Söldner und der Septon wuschen das Fleisch mit Ale hinunter, aber Brienne trank eine Tasse Ziegenmilch. Sie hörte dem Tischgespräch zu und hoffte wider aller Hoffnung, dass sie etwas hören könnte, das ihr helfen würde Sansa zu finden.
"Ihr kommt aus King's Landing," sagte einer der Einheimischen zu Hibald. "Ist es wahr, dass der Königsmörder verkrüppelt worden ist?"
"Wahr genug," sagte Hibald. "Er hat seine Schwerthand verloren."
"Aye," sagte Ser Creighton, "ist ihm von einem Schattenwolf abgebissen worde, habe ich gehört, eins von diesen Monstern die vom Norden runtergekommen sind. Sogar ihre Götter sind komisch."
"Es war kein Wolf," hörte sich Brienne selbst sagen. "Ser Jaime hat seine Hand to a Qohorik sellsword verloren."
"Es ist nicht einfach mit deiner off Hand (schlechteren Hand / linken Hand) zu kämpfen," überlegte die verrückte Maus.
"Bah," sagte Ser Creighton Longbough." Zufälig kämpfe ich mit beiden Händen gleich gut."
"Oh, das bezweifle ich nicht." Ser Shadrich hob seinen Krug zum Gruß.
Brienne erinnerte sich an ihren Kampf mit Jaime Lannister in den Wäldern. Sie hatte es gerade mal geschafft sich seine Klinge vom Leib zu halten. Er war von seiner Gefangenschaft geschwächt, und am Handgelenk gefesselt. Kein Ritter in den Sieben Königslanden hätte gegen ihn standhalten können, wäre er bei voller Kraft und ohne Fesseln gewesen, die ihn behinderten. Jaime hatte viele schlimme Dinge getan, aber der Mann konnte kämpfen! Seine Verstümmelung war schrecklich grausam gewesen. Es war eine Sache einen Löwen zu erschlagen, ihm eine Pfote abzuschlagen und ihn gebrochen und fassungslos zurück zu lassen eine andere.


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