Hat jemand das Buch schon gelesen?
Ich habe bisher eigentlich immer "normale" Lektüre gelesen. Dabei von bis und diverse Fachbücher.
Als ich dann meinem Papa erzählt habe, dass ich ein Buch über Gautama Siddartha gelesen habe (eher einen Ratgeber) hat er mir "Siddartha" von Hermann Hesse in die Hand gedrückt.
Ich bin wirklich hellauf begeistert.
Diese Lektüre ist für mich einigermaßen anstrengend aufgrund der sprachlichen Ausdrucksweise und ich habe endlich mal bei einem Buch das Gefühl, meinen Geist zu beanspruchen.
Ich freue mich schon, wenn mir mein Vater Hesses "Steppenwolf" leiht.
Hat das schon jemand gelesen? Würde mich über Kommentare hierzu freuen...
PS: Vlt. sollte ich sagen, dass meine letzten Bücher "Des Teufels Werk" von Walters, "Verblendung" von Larsson waren und "Die Hunde von Riga" von Mankell - die letzten beiden fand ich nicht schlecht (bei Minette Walters bin ich mir noch nicht sicher) - aber nicht sonderlich anspruchsvoll... Hat sonst vlt. jemand nochmal einen Tipp für mich?
VLG
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Thema: Hermann Hesses Siddartha
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22.01.2010, 20:31Inaktiver User
Hermann Hesses Siddartha
Geändert von Inaktiver User (22.01.2010 um 20:39 Uhr)
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22.01.2010, 20:41Inaktiver User
AW: Hermann Hesses Siddartha
Ja, vieles von Hesse gelesen, auch Siddharta, Klingsor, Glasperlenspiel, Narziß und Goldmund......aber was soll man da erzählen?
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22.01.2010, 22:11Inaktiver User
AW: Hermann Hesses Siddartha
Naja, wie es Dir zB gefallen hat!? Gibt es "bessere" und "schlechtere"? Hat Dir eins nicht so gut gefallen? Ist es: Kennt man eins, kennt man alle? (Wie zB bei Mankell, Walters und Co.)
Wie bist Du drauf gekommen?
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22.01.2010, 22:33Inaktiver User
AW: Hermann Hesses Siddartha
Ist m. E. keinesfalls so.Kennt man eins, kennt man alle?
Gefällig ist Hesse nicht, zumindest ICH kann nicht sagen, dieses Werk von ihm gefällt mir besser als das andere....
Man kann auch die Krimi-Autoren nicht zum Vergleich heranziehen.
Ich habe mit 14 ungefähr angefangen, Hesse zu lesen. War damals sozusagen "Pflichtlektüre" der Intellektuellen.
, die mich fasziniert haben.........
Ich hab´s oft nicht verstanden, deshalb habe ich Jahre später wieder angefangen und konnte mit dieser Literatur dann viel besser umgehen.
Ich weiß auch nicht ob ich unbedingt mit Siddharta anfangen würde, vielleicht eher mit einer "normaleren", eher nachvollziehbaren Geschichte wie Klingsors letzter Sommer.
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22.01.2010, 22:43Inaktiver User
AW: Hermann Hesses Siddartha
Naja, ich kenn siddarthas geschichte ja - ich lese sie diesmal nur quasi in einer anderen sprache... und es spricht mich sehr an... ich habe es auch nur verglichen, weil ich bisher eben solche bücher gelesen habe und ich mich immer gefragt habe: naja, lesen bildet und fördert die sprache... aber scheinbar nicht immer, bzw. bei solchen büchern nicht auf dauer

darum fällt mir hesse eben so sehr ins auge - während ich lyrik aus dem 16./17. jhdt. wiederum für mich zu schwierig finde...
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23.01.2010, 19:46Inaktiver User
AW: Hermann Hesses Siddartha
Ich habe mit 16 den "Steppenwolf" und danach eine Reihe weiterer Werke von Hesse gelesen und dieser Autor gehört zu meinen "Schätzen". Ich habe von ihm unendlich viel gelernt und nehme seine Bücher immer wieder in die Hand.
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24.01.2010, 11:54
AW: Hermann Hesses Siddartha
Dem kann ich nur zustimmen...ich liebe seine wunderschöne Sprache !
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24.01.2010, 12:06
AW: Hermann Hesses Siddartha
Ich habe es auch mit ca. 14 Jahren gelesen, weil ein Angehimmelter es mir empfohlen hat.

Gefallen hat es mir auch - kann mich aber nicht an Einzelheiten erinnern.
Narziß und Goldmund habe ich auch gelesen.
Dann kam die Phase wo ich Tod eines Märchenprinzen und ähnliches gelesen habe.
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24.01.2010, 16:53Inaktiver User
AW: Hermann Hesses Siddartha
Der Tod des Märchenprinzen


Auch den hielt ich irgendwann noch mal in der Hand. Der Unterschied zwischen solchen Büchern und echter Literatur ist wohl, dass man Hesse auch nach 20 Jahren noch etwas abgewinnen kann, wohingegen Svende Merian außerhalb ihrer Zeit nicht mehr zum Aushalten ist. Ging mir jedenfalls so.
Dabei ist ja der "Tod des Märchenprinzen" durchaus auch ein Buch, bei dem es um Selbstfindung geht, und es war ein geradezu revolutionäres Buch. Und die Rolle der Frauen in Hesses Büchern ist recht zweifelhaft. Sie verkörpern meist das Gegenteil der Askese, das Gegenteil des "Geistes" - sie sind Mütterlichkeit, Lebensfreude, Versuchung. Dass sie auch intellektuell sein können, sogar mal ein Buch lesen, scheint Hesse nicht so wahrgenommen zu haben. Das stößt mir beim Wiederlesen schon manchmal auf. Damals habe ich mich mit den männlichen Titelhelden identifiziert, die auf der Suche waren. Wie ich. Deshalb waren die Bücher so wichtig für mich.
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24.01.2010, 18:32Inaktiver User
AW: Hermann Hesses Siddartha
Nein, wobei es durchaus Parallelen gibt, z.B. die gelungenen Naturbeschreibungen, die man bei ihm häufig trifft (schön z.B. die Wolken in Peter Camenzind). Im Gesamtwerk gibt es für mich aber große Unterschiede, ich mag z.B. besonders "Der Steppenwolf" (mein erstes und immer noch liebstes von Hesse) und "Das Glasperlenspiel", teilweise ein bisschen pathetisch vielleicht, mich hat das aber nie gestört. "Siddartha" empfand ich als relativ ungewöhnlich im Vergleich zu anderen Hesse Sachen und es hat mir persönlich auch nicht so gut gefallen. "Unterm Rad" ist wieder anders, "Narziss und Goldmund" ebenfalls, sie sind irgendwie "jünger", ich mag beide. Und wieder anders sind "Klingsors letzter Sommer", "Roßhalde" usw.. Nein "Kennt man eins, kennt man alle" passt meiner Meinung nach nicht. Und ich sehe es wie Verliebte auch schreibt, man kann Hesse schlecht mit Krimiautoren vergleichen.
Die kürzeren Geschichten sind teilweise auch recht schön, besonders "Der Zyklon" hat mir gefallen. Und auch wenn ich Hesse eigentlich nicht für einen großen Lyriker halten, gefallen mir seine Gedichte teilweise ebenfalls, z.B. ist "Elisabeth" für mich ein sehr schönes Liebesgedicht und auch "Im Nebel" mag ich.
So ähnlich war es bei mir auch. Ich habe auch mit 14 angefangen intensiv Hesse zu lesen, allerdings bin ich durch Zufall, bzw. durch die Musik auf ihn aufmerksam geworden. Von intellektueller Pflichtlektüre wusste ich zu der Zeit fast noch gar nichts
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Mir sagte man damals, Hesse sei eher für die Jugend und ich würde bald über ihn hinwegkommen. Für mich stimmt das aber nur teilweise. Ich lese ihn heute auch noch sehr gerne, nur weniger glühend und staunend. Als junges Mädchen kam es mir so vor, als würde er mir direkt aus der Seele sprechen und all das ausdrücken, wofür mir damals die Worte fehlten. Ich fühlte mich bestätigt, verstanden und inspiriert. Heute lese ich ihn viel gelassener und bin nicht mehr aufgewühlt und euphorisch dabei. Ich genieße jetzt viel mehr die Sprache und weniger die Aussagen.


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