Ich stelle fest, dass viele von Euch Nobelpreisträger in der Schule hatten. Daran kann ich mich gar nicht mehr erinnern, außer ein Hesse-Gedicht "Im Nebel" (Interpretationsaufsatz mit Note 3, worüber ich damals sehr sauer war) und die Böll-Bücher: "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" und "Ansichten eines Clowns". Ersteres hat mir auch nicht so gefallen, letzteres aber schon. Und mein absoluter Liebling ist "Gruppenbild mit Dame": Die Sympathie des Erzähler-Ichs für die Hauptfigur ist einfach wunderbar geschildert, und dann diese Episode mit dem Zeitschriftenverkäufer, der dichtmachen muss, weil er keine Schmuddelheftchen verkaufen mag...
@Madiba: Mommsen ist natürlich komplett veraltet, vom wissenschaftlichen Standpunkt her.
Eigentlich warte ich hier noch auf Asphaltblume...
Ehrensenf
Antworten
Ergebnis 21 bis 30 von 40
-
11.10.2009, 16:09Inaktiver User
AW: Welche Nobelpreisträger habt ihr gelesen und wie haben sie euch gefallen?
Geändert von Inaktiver User (11.10.2009 um 16:12 Uhr)
-
11.10.2009, 17:32
AW: Welche Nobelpreisträger habt ihr gelesen und wie haben sie euch gefallen?
Mist, ich hatte mich schon bis zu Pearl S. Buck vorgearbeitet, dann den falschen Button gedrückt und alles war weg.
Ich habe eine Wassermelone getragen.
-
11.10.2009, 17:37
AW: Welche Nobelpreisträger habt ihr gelesen und wie haben sie euch gefallen?
Von der hier verlinkten Liste kenne ich etwa 65 bis 70 Prozent der Namen und von etwa 25 Autoren (ich habe jetzt nicht gezählt ) habe ich auch etwas gelesen (teilweise nur Erzählungen oder Kurzgeschichten).
Beeindruckt haben mich (nur als Auswahl)
Knut Hamsun mit "Segen der Erde".
William Golding mit "Herr der Fliegen"
Hermann Hesse mit "Narziss und Goldmund".
An einiges kann ich mich nicht mehr so recht erinnern, weil es schon so lange zurückliegt.
Hervorheben möchte ich insbesondere den Portugiesen José Saramago von dem ich bislang 2 Werke kenne "Stadt der Blinden" und "Das Zentrum". Von ihm werde ich sicher noch mehr lesen und natürlich (
- ich bin Islandfan!) den Isländer Halldór Laxness von dem ich gerade meinen 5. Roman lese (und sicherlich wird dies auch nicht der letzte sein), nämlich "Sein eigener Herr". Am besten hat mir von ihm "Salka Valka" gefallen (was aber die anderen Romane in keiner Weise schmälern soll).
Von Hertha Müller kenne ich nichts. Aber ein Roman von ihr steht in der reichhaltigen Bibliothek meines Mannes.
Liebe Grüße
AnitraMein Avatar zeigt Charlotte Gainsbourg.
-
11.10.2009, 18:12
-
11.10.2009, 18:17Inaktiver User
AW: Welche Nobelpreisträger habt ihr gelesen und wie haben sie euch gefallen?
Gerade mal so ein Drittel!
Von etlichen hab ich noch nie was gehört
-
11.10.2009, 18:18
AW: Welche Nobelpreisträger habt ihr gelesen und wie haben sie euch gefallen?
Hallo zusammen,
dann mach ich mal weiter:
Henryk Sienkiewicz - Quo Vadis (fand ich ganz nett)
Rudyard Kipling - Das Dschungelbuch (wie wohl fast alle)
Selma Lagerlöf - Gösta Berling (auch ganz schön)
Gerhart Hauptmann - Der Biberpelz (Schullektüre)
Rabindranath Tagore - Diverse Gedichte (sehr sehr schön)
Knut Hamsum - Segen der Erde (nicht mein Ding)
W. B. Yeats - etliche Gedichte (mag ich auch)
George Bernard Shaw - Pymaglion (ganz nett)
Thomas Mann - ALLES (ist mein unangefochtener Lieblingsschriftsteller)
John Galsworthy - Die Forsythe Saga (mochte ich auch)
Eugene O'Neill - A Long Day's Journey Into Night (eines meiner absoluten Lieblingsstücke)
Pearl S. Buck - Ostwind Westwind (sehr gern und mehr als einmal gelesen)
Hermann Hesse - fast alles, mein Favorit ist Das Glasperlenspiel
T.S. Eliot - The Waste Land (naja, Studienlektüre halt)
Ernest Hemingway - Der alte Mann und das Meer (ist einfach nicht mein Autor)
Albert Camus - Die Pest (sehr gerne gelesen)
Boris Pasternak - Doktor Schiwago (ganz gut, aber nicht richtig meins)
Jean Paul Sartre - Der Ekel (in meiner Existenzialismus-Phase)
Nelly Sachs - einige Gedichte (kein tieferer Eindruck)
Samuel Beckett - Warten auf Godot und ein paar Einakter (mag ich auch sehr)
Alexander Solschenizyn - Archipel Gulag und Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch (mochte ich beide)
Heinrich Böll - Die verlorene Ehre der Katharina Blum (Schullektüre) und Ansichten eines Clowns (nicht so wirklich mein Autor)
Saul Bellow - Herzog (mochte ich nicht sonderlich)
Gabriel Garcia Márquez - Hundert Jahre Einsamkeit und Die Liebe in den Zeiten der Cholera (ersteres gut, letzteres toll)
William Golding - Herr der Fliegen (fand ich immer toll)
Jaroslav Seifert - viele Gedichte (mag ich auch sehr)
Seamus Heany - diverse Gedichte (Studienlektüre)
José Saramago - Die Stadt der Blinden (fand ich super)
Günter Grass - Katz und Maus (Schullektüre) und Die Blechtrommel (freiwillig und gerne)
Imre Kertész - Roman eines Schicksallosen (nicht so wirklich meins)
J.M. Coetzee - Schande (sehr beeindruckend)
Harold Pinter - diverse Dramen (immer gern gelesen)
Orhan Pamuk - Schnee (hab ich mich da durchgequält)
Doris Lessing - Das fünfte Kind und noch ein paar andere, die ich mochte, aber nicht Das goldene Notizbuch.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
-
11.10.2009, 18:22Inaktiver User
-
11.10.2009, 18:32
AW: Welche Nobelpreisträger habt ihr gelesen und wie haben sie euch gefallen?
Das erste fand ich auch gut."... Macondo war damals ein Dorf von zwanzig Häusern aus Lehm und Bambus am Ufer des Flusses mit kristallklarem Wasser, das dahineilte durch ein Bett aus geschliffenen Steinen, weiß und riesig wie prähistorische Eier. Die Welt war noch so jung, dass viele Dinge des Namens entbehrten, und um sie zu benennen, musste man mit dem Finger auf sie deuten. ..."
-
11.10.2009, 18:40Inaktiver User
AW: Welche Nobelpreisträger habt ihr gelesen und wie haben sie euch gefallen?
Ich werde in Teilen berichten. Fange an bei den Slaven:
Jaroslav Seifert - sehr schöne Dichtung, steht in meinem Regal!
Henryk Sienkiewicz - Quo Vadis (mag ich sehr, herrlich geschrieben), ansonsten alle seine historischen Romane, andere Romane, Kurzgeschichten, Briefe - einfach alles, was er geschrieben hat. Sienkiewicz ist sehr amüsant, auch wenn seine Romane alle nach dem gleichen Muster (also ich meine Figurenkonstellationen) gestaltet wurden. Er ist ein guter Beobachter, sieht man in seinen Kurzgeschichten.
Wladyslaw Reymont - sein Nationalepos "Die Bauern", ansonsten "Das gelobte Land" und vermutlich noch was, habe schon vergessen. Ein sehr guter Schriftsteller, alles von ihm hat mir gefallen.
Michail Scholochov - "Der stille Don" - ähm...ich weiß nicht mehr, ob es mir gefallen hat oder nicht...
Aleksander Solschenizyn - "Der Archipelag Gulag" - sollte meiner Meinung nach eine Pflichtlektüre für alle sein, "Krebsstation" und "Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch" - Meisterwerke
Czeslaw Milosz - eher seine Dichtung, von den Romanen "Das Tal der Issa", ich kann Milosz nicht lesen, er langweilt mich unglaublich, und ich bin der Meinung, dass der Nobelpreis in seinem Fall ein rein politisches Manover war...
Wislawa Szymborska - wie gesagt, eine sehr gute Dichterin, hat keine Begeisterung in mir ausgelöst...
Der Rest wird noch folgen...Geändert von Inaktiver User (11.10.2009 um 19:12 Uhr)
-
11.10.2009, 19:33
AW: Welche Nobelpreisträger habt ihr gelesen und wie haben sie euch gefallen?
Also nochmal, im Schweinsgalopp.
Mommsen: Auszug aus der Römischen Geschichte in der Uni - hat mich nicht nachhaltig beeindruckt.
Björnstjerne Björnson: Über unsere Kraft - ich habe nicht kapiert, wieso mein Dozent ausgerechnet dieses schwärmerische. religiös ekstatische Stück für ein Naturalismus-Seminar ausgesucht hat. Aber die Landschaft war schön beschrieben, die Bedeutung von Düften.
Henryk Sinkiewicz - ich habe Die Kreuzritter mit Vergnügen gelesen, fand auch dieses polnische Sichtweise auf die Ritter des Deutschen Orden sehr interessant. Mit Feuer und Schwert will ich bei Gelegenheit auch noch lesen, ich finde zur Zeit die Ukraine ganz spannend.
Rudyard Kipling - ja natürlich. Wunderschön Kim und The Jungle Book. Stalky & Co.hab ich auch mal gelesen. Und wunderbare Erzählungen, wie The cat who walked by himself oder How the leopard got his spots aus den Just so stories. Und das Gedicht If fand ich auch eindrucksvoll. Pathetisch, aber eindrucksvoll.
Von Selma Lagerlöf kenne und liebe ich den Nils Holgersson, den Trickfilm fand ich aber doof. Die Geschichten von Trollen und Menschen hab ich auch mal gelesen, und Herrn Arnes Schatz
auch. Gösta Berling steht auf meiner "noch-zu-lesen"-Liste.
Von Paul Heyse hab ich einige literaturtheoretische Texte gelesen, literarische (noch) nicht.
Von Maurice Maeterlinck kenne ich Pelléas et Mélisande - aber als Oper.
Gerhart Hauptmann. Ja. Kenne ich. Gar nicht schlecht. Stehe aber gerade auf Kriegsfuß mit ihm, da ich noch eine Hausarbeit fertigstellen muss.
Griechischer Frühling hat mich beeindruckt, Bahnwärter Thiel, Vor Sonnenaufgang. Die Ratten und Die Weber müsste ich auch mal gelesen haben, den Bieberpelz auch, in der Schule. Hauptmann mochte ich erst, nachdem ich mich näher mit ihm beschäftigt habe.
Knut Hamsun - Pan liegt auf meinem SUB.
William Butler Yeats - seine gesammelten irischen Sagen hab ich in meiner keltische-Mythologie-Phase gelesen, auch Gedichte mit der Thematik - fand ich auch sehr schön.
Von George Bernhard Shaw erinnere ich mich nur noch an Pygmalion, bin aber eigentlich sicher, dass ich mehr von ihm gelesen habe. My Fair Lady kenne ich natürlich auch, als Film.
Henri Bergson - seine Komödientheorie Le Rire hab ich in Vorbereitung auf meine Zwischenprüfung gelesen - am Beeindruckendsten war, dass die alte Ausgabe aus unserer UB mir praktisch zwischen den Fingern zerbröselte...
Von Sigrid Undset kenne ich die Verfilmung
von Kristin Lavransdatter, fand ich gut damals.
Thomas Mann - bis auf die Joseph und seine Brüder-Romane und Der Erwählte kenne ich die Romane alle und finde sie gut. Betrachtungen eines Unpolitischen hingegen fand ich grausam, wie Staubflocken schlucken.
Die Erzählungen habe ich auch alle gelesen, sehr schön. Toll fand ich auch Das Eisenbahnunglück als Hörbuch, gelesen von Thomas Mann selber.
Von Sinclair Lewis habe ich vor Jahrzehnten Babbitt gelesen, gefiel mir (damals) nicht.
John Galsworthy - die Forsythe-Saga hab ich gelesen, aus Omas Bücherschrank.
Von Eugene O'Neill habe ich Mourning becomes Electra im Theater gesehen, gefiel mir nicht, aber das kann auch an der Inszenierung gelegen haben.
Pearl S. Buck - von der habe ich so mit 17 alles abgeschleppt, was die Stadtbibliothek zu bieten hatte - Die gute Erde, Die Frauen des Hauses Wu, Drachensaat... ich weiß nicht mehr, was noch alles, aber ich fand sie toll.
Hermann Hesse - Der Steppenwolf und Unterm Rad. Den Steppenwolf mit 12, im "Exil" in Schweden, wo die Wirtstochter mir deutsche Bücher aus der Schulbibliothek mitbrachte. Hesse, den Zauberberg und Kafka - die Verwandlung und andere Erzählungen. Ich sollte Hesse vielleicht als Erwachsene nochmal lesen...
André Gides Faux-Monnayeurs liegen irgendwo noch ungelesen herum... geschenkt gekriegt und auf Französisch für zu anstrengend befunden, damals...
Von William Faulkner habe ich The Sound And The Fury mal angefangen, sagte mir damals gar nichts, und ich habe es unbeendet wieder in die Bibliothek zurückgebracht.
Ernest Hemingway. Hm. Seine Kurzgeschichten finde ich schön, aber seine Romane - ich habe einige angefangen und nicht zuende gelesen. The Sun Also Rises, A Farewell To Arms, For Whom The Bell Tolls, The Old Man And The Sea, irgendwie spricht er mich nicht wirklich an.
Halldór Laxness - Salka Valka habe ich mit Vergnügen gelesen. Die Islandglocke klingt vage bekannt, ich weiß aber nicht, ob ich das gelesen habe. Wenn ja, erinnere ich mich leider auch nicht weiter.
Albert Camus, na klar: La Peste, L' Étranger, Le Mythe de Sisyphe. Französisch und anstrengend, aber toll.
Boris Pasternak: Den Doktor Schiwago kenne ich nur als (wunderschönen) Film, aber bei den russischen Autoren habe ich sowieso ein großes Defizit.
John Steinbeck - in der Schule haben wir Of Mice And Men gelesen, hat mich schwer beeindruckt.
Tortilla Flat hab ich irgendwann gelesen, The Grapes Of Wrath leider nur angefangen, und East Of Eden kenne ich nur als Film. Aber da ich mit James Dean nicht so viel anfangen kann, hat mich der Film auch nicht sooo sehr beeindruckt. Der rote Pony habe ich auch mal gelesen, fällt mir gerade ein. Cannery Row fand ich noch toll.
Jean-Paul Sartre - Huit clos, Les Jeux sont faits, Les mouches - ich glaube, Les mots habe ich mal angefangen.
Huit clos finde ich toll.
Von Nelly Sachs habe ich nur einzelne Gedichte gelesen.
Miguel Asturias - Die Augen der Begrabenen habe ich mal gelesen, genaueres weiß ich nicht mehr.
Samuel Beckett - Warten auf Godot natürlich, und Endspiel.
Von Pablo Neruda einzelne Gedichte.
Heinrich Böll - einige Sachen kenne ich, richtig schön fand ich nur das Irische Tagebuch. Ansonsten: Gruppenbild mit Dame, Wanderer kommst du nach Spa..., Die verlorene Ehre der Katharina Blum.
Saul Bellow Him With His Foot In His Mouth fand ich gut.
Singer kenne ich nicht, muss ich nachholen.
Von Canetti kenne ich Die Stimmen von Marrakesch - aber nur teilweise.
Gabriel Garcia Marquez - Chronik eines angekündigten Todes kenne ich und mag ich.
Von William Golding Lord of the Flies, angemessen unangenehm.
Von Nagib Mahfuz habe ich den Palast der Sehnsucht mal angefangen. Warum ich aufgehört habe, weiß ich gar nicht.
Toni Morrison mag ich nicht, kriege ich aber immer wieder geschenkt und hab das dann auch brav gelesen. Beloved, Tar Baby, Sula, The Bluest Eyes.
Von Günter Grass habe ich nur Im Krebsgang gelesen - gefiel mir, las sich gut. Ach so, Das Treffen in Telgte mal als Hörbuch, irgendwie gilt das bei mir nicht...
Von Elfriede Jelinek kenne ich nur das Theaterstück Über Tiere - ich fand danach nicht, dass ich von der Frau mehr lesen muss.
Orhan Pamuk: Rot ist mein Name hab ich gelesen, fand es nicht schlecht, aber anstrengend.
Doris Lessing - ich hab Das Goldene Notizbuch mal angefangen, es aber aus mir derzeit nicht präsenten Gründen nicht weitergelesen.
Ja, das war's.
Von der Übergangene-Autoren-Liste kenne und schätze ich Ibsen (Die Wildente ist toll!), Tolstoi (Anna Karenina und Die Kreutzersonate mag ich besonders, Krieg und Frieden hab ich noch nicht gelesen), von Virginia Woolf habe ich Orlando mit Vergnügen gelesen, von Tolkien den Herrn der Ringe und den Hobbit, Arthur Millers Death of a Salesman war Schulstoff, von Simone de Beauvoir habe ich einiges gelesen (Marcelle, Chantal, Lisa..., Das andere Geschlecht, Memoiren einer Tochter aus gutem Hause), inzwischen mag ich so intensiv feministische Texte nicht mehr so.
James Joyce - den Ulysses habe ich auf dem SUB, seit 1985 oder so... danke Papa.
Frisch ist eine zu schließende Lücke, scheint mir.
Kafka - ich werde nicht warm mit ihm.
Von Ingeborg Bachmann kenne ich nur ein paar frühe Gedichte und das Erzählfragment "Der Kommandant". Graham Greene hat ein paar phantastische Sachen geschrieben, z.B. Travels with my aunt, The Third Man, Our Man in Havanna. Zum Teil ja auch verfilmt.
Tja, also soweit meine Lektüre von Literaturnobelpreisträgern und solchen, die keinen bekommen haben, ihn aber verdient hätten - diese Liste ist selbstverständlich höchst unvollständig.Ich habe eine Wassermelone getragen.


Zitieren

