palast der winde von m.m. kaye - auch nicht mein ding, fand ich nur langweilig.
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14.07.2009, 13:43Inaktiver User
AW: Eure größten literarischen Enttäuschungen
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14.07.2009, 22:39
AW: Eure größten literarischen Enttäuschungen
Ich denke inzwischen, wenn ich ein Buch ganz scheußlich finde, liegt es wirklich oft an der Übersetzung.
Wobei ich seichte "Groschenromane" allerdings ausnehme, da sind etlich auch im Original einfach schon schlecht.
Aber immer wieder habe ich inzwischen erlebt, dass fast jedes Buch, das ich auf den ersten Blick grausam zu lesen fand, bei genauerem Hinsehen faszinierende Aspekte hat. Ich mag von der Atmosphäre und von Inhalt und Sprache her und überhaupt zum Beispiel fast nichts von Philip Roth, von Charles Bukowski, von Michel Houellebecq - aber ich kann nicht mehr sagen, dass das schlicht Schrott sei.
Persönliche Niederlagen: "Der Nachsommer" von Adalbert Stifter, "Betrachtungen eines Unpolitischen" von Thomas Mann, "Die Zimtläden" von Bruno Schulz - aber da weiß ich inzwischen, dass es an der Übersetzung lag, die neue von Doreen Daume ist erheblich leichter zu lesen.
Franz Kafka mag ich auch nicht so sehr, und Gottfried Benn. Und Haruki Murakami - aber da kann natürlich auch wieder die Übersetzung Schuld sein - aus dem Japanischen ins Englische und von da erst ins Deutsche?! (bei Gefährliche Geliebte jedenfalls ist das tatsächlich so)Ich habe eine Wassermelone getragen.
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14.07.2009, 23:18Inaktiver User
AW: Eure größten literarischen Enttäuschungen
Gottfried Benn - setze ich gleich mit Rilke - ich schätze diese Schriftsteller.
Geht für mich absolut nicht - alle Bücher von Grass.
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15.07.2009, 02:36
AW: Eure größten literarischen Enttäuschungen
Hmhm, das ist dann die nächste Stufe (
): nicht mal enttäuscht, weil ich es erst gar nicht herunterbringe. So ist es bei mir mit Grass und Hesse.
Ach, das "Stufen"gedicht - vielleicht ist es nur überstrapaziert? Ich höre schier den tränenrunterschluckenden Räusperer vor "Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe ..." (der Blick hebt sich in den Saal ...)
Aber damit ich hier jetzt nicht ganz unten durch bin, will ich doch mal die Fahne für
BuddenbrooksundDer Zauberberg
hochhalten!Anna Karenina
Thomas Mann kann auch kurze Sätze - ich liebe dieses "Er fuhr auf sechs Wochen." nach dem ersten Kapitel (?) des Zauberbergs, wenn du noch 850 Seiten vor dir hast, und denkst oh-oh .. ob es dabei bleibt?
Und die grauenvolle Auswegslosigkeit bei Anna Karenina, es geht in keine Richtung mehr.
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So richtig nicht leiden kann ich Benoite Groult, ihr Gesicht, ihren Schreibstil und die Art, wie George "ohne S" mit dem jungen Fischer umgeht.
Ehrensenf:
".. als heißes Wasser mir - Platsch! - auf die Füß'."
und dann noch
"die Straße gleitet fort und fort [...]
und dann wohin? ich weiß es nicht."
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Enttäuscht von Sandor Marais
"Die Nacht vor der Scheidung". (Die "Wandlungen einer Ehe" fand ich wundervoll.)
T."Eine Treppe: Sprechen - Schreiben - Schweigen"mmmmmmmmmmKurt Tucholsky
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15.07.2009, 08:04Inaktiver User
AW: Eure größten literarischen Enttäuschungen
Diese Erfahrung habe ich oft gemacht...
Nehmen wir "Krieg und Frieden" als Beispiel - ich habe Fragmente auf Russisch im Russischkurs gelesen und ich fand sie wunderbar, dann habe ich mich natürlich nicht getraut, den Roman auf Russisch zu lesen und habe es auf Deutsch ausgeliehen, um es mir einfacher zu machen und es klappte einfach nicht...
Dann Kundera... "Der Scherz" hat mir auch auf Deutsch gefallen, aber auf Tschechisch ist es einfach ein ganz anderes Buch, diese Atmosphäre!
Bruno Schulz ist ein wunderbarer Schriftsteller - herrlich grotesk und symbolisch, aber die Sprache ist so speziell, so schön, so vieldeutig und reich - eine wirklich gute Übersetzung muss in diesem Fall eine wahre Herausorderung sein!
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15.07.2009, 08:11Inaktiver User
AW: Eure größten literarischen Enttäuschungen
Was hat Grass an sich, dass seine Bücher diese Abneigung erwcken?
Ich las "Blechtrommel" in einem ziemlich zarten Alter und fand es so grauenhaft, dass ich sogar heute einen großen Bogen um alle Bücher von Grass mache...
Vielleicht sollte ich ihm die Gerechtigkeit geben und noch eine Chance jetzt, in meinem "gefestigten" Alter, aber irgendwie kann ich mich nicht überwinden.
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15.07.2009, 09:26
AW: Eure größten literarischen Enttäuschungen
Ich bin ja froh, dass ich nicht die Einzige bin, die Grass so schrecklich findet. Aber vielleicht war ich damals auch zu jung, keine Ahnung. Ich habe diese verschachtelten Sätze gehasst, die teilweise über eine ganze Seite gehen. Ich mußte manchmal die Seite dreimal lesen, bis ich es verstanden habe. Und ich sehe auch keine Sinn in diesen Schachtelsätzen.
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15.07.2009, 11:03Inaktiver User
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15.07.2009, 11:09
AW: Eure größten literarischen Enttäuschungen
Mir fallen spontan "Die Säulen der Erde" und "Herr der Ringe" ein.
Beides habe ich mehrfach angelesen und mich wirklich bemüht - aber keine Chance. Ich werde müde und plane im Kopf den Einkaufszettel für den nächsten Tag und bekomme nichts von dem mit, was ich lese. Meine Gedanken schweifen einfach ab.
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15.07.2009, 13:30
AW: Eure größten literarischen Enttäuschungen
Mir fallen dazu erstmal mehrere Anmerkungen ein:
Ich finde es interessant, das hier oft ein Autor genannt wird, statt eines konkreten Buches. Ja, es kommt vor, das man wirklich alle Bücher eines Autoren nicht mag - es gibt da aber auch sehr große Unterschiede.
z.B. Nick Hornby - einige Werke liebe ich sehr, anderes finde ich eher anstrengend, zäh...ich kann also den Autor nicht in Gut/Schlecht einordnen.
Dann: ein Buch hassen, okay. Aber von einem Buch enttäuscht sein, ist für mich nochmal etwas anderes. Wenn ich enttäuscht bin, habe ich ja eine gewisse Erwartung in die Lektüre gesetzt. Wenn diese dann nicht erfüllt wird, bin ich enttäuscht. Für mich sind das auch 2 Kisten.
Es gibt einiges an Büchern, wo ich mit dem Schreibstil nicht klar komme, dennoch die Geschichte einfach gut finde. Und ebenso Geschichten die toll sind, aber unter dem schlechten Stil leiden.
Und Bücher, die einfach nicht mein Genre treffen, haben es logischerweise erst recht schlecht bei mir - die können meine Erwartungen ja meist nur enttäuschen.
Mit vernichtenden Aussagen über Bücher halte ich mich also meist zurück, zum einen, weil ich recht wenig Fehlgriffe habe und zum anderen, weil ich so eine 100%-Müll-Aussage einfach nicht unterstützen kann.
Womit ich wirklich Schwierigkeiten hatte beim Lesen waren aber, um 2 Beispiele anzuführen:
Hacker - Die Habenichtse (und trotzdem würde ich nochmal was von Hacker lesen wollen, der Stil ist anstrengend aber interessant)
Barbery - Die Eleganz des Igels (das habe ich wirklich nach 100 Seiten abgebrochen, weil mir diese Abschweifungen auf den Keks gegangen sind. Es fing SO vielversprechend an...mhm).
ZimtfischThat rug really tied the room together. The Big Lebowski


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