Eisgrab (2020) von Mads Peder Nordbø ist ein Krimi, der in Grönland spielt.
Reiht sich nahtlos bei den Krimiautoren aus dem hohen Norden ein. Protagonisten, Handlung und Erzählstil erinnern an die bekannten Geschichten aus Skandinavien und Island. Jede Mange schweigsame, verschrobene, skurrile, vom Leben geprägte Figuren, inmitten unzähliger grauslich dahin gemeuchelter Opfer.
Aber eben diesmal in Grönland. Kennt man ja sonst nur als diesen riesigen weißen Klecks oben auf dem Globus. So hat man also mal eine Geschichte, die da etwas hinein zoomt. Orte, Kultur, Soziales, das fragile Verhältnis zu Dänemark, die geostrategische Bedeutung …
Lauter Themen, die einem sonst eher nicht begegnen aber hier anschaulich herüberkommen. Das allein macht den Roman schon lesens- bzw hörenswert. Über ein paar Schwächen in der Erzählung kann man daher getrost hinwegsehen.
Zwei Warnungen:
- Der Roman spielt in vier Zeitebenen zwischen den 1980er und heute, zwischen denen ständig gewechselt wird. Da man bei Hörbüchern schlecht zurückblättern kann, sind konzentriertes Zuhören und ein brauchbares Gedächtnis von Vorteil.
- Es gibt einen Vorgänger-Roman (Eisrot) aus 2018. Man braucht ihn nicht, um den zweiten zu verstehen, aber wenn man den zweiten kennt wird der erste uninteressant.
Also entweder beide nacheinander oder nur den zweiten.
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Thema: Hörbuch - Empfehlungen!
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08.06.2020, 20:27
AW: Hörbuch - Empfehlungen!
schlechte Technik
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schlechte Laune
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08.06.2020, 20:41
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"You should never be a bystander."
Roman Kent
Moderation in Allgemeines, Coronavirus, Eifersucht, Erotik, Haarpflege & Frisuren, Hautpflege & Kosmetik,
Liebe unter dem Regenbogen, Nichtraucher, Pavillon, Rund ums Fahrzeug, Sex & Verhütung, Sportevents
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08.06.2020, 20:41
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08.06.2020, 21:20
AW: Hörbuch - Empfehlungen!
Ich habe zuletzt die Krimis um Kommissar Takeda gehört.
Ein japanischer Polizist nimmt an einem Austauschprogramm bei der Hamburger Kripo teil und wird zusammen mit einer hiesigen Kommissarin ein Team. Die ersten drei Bücher spielen in Hamburg und man erfährt vieles über die japanische Kultur und die Fälle sind auch spannend.
Es gibt auch einen vierten Teil, der in Japan spielt, der mir persönlich weniger gefallen hat. Aber ich freue mich trotzdem auf den fünften, der irgendwann raus kommen soll.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
Profilbild © edwardbgordon
Moderation: "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"
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08.06.2020, 21:50"You should never be a bystander."
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08.06.2020, 22:50
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09.06.2020, 10:49
AW: Hörbuch - Empfehlungen!
Ich kenne den ersten, "Die Morde von Altona" oder so ähnlich. Allerdings wusste ich schon nach 15 Minuten wer sie begangen hat.
Die Protagonisten sind zwar nicht besonders raffiniert ausgearbeitet, aber insgesamt liest (also hört) es sich ganz gut. Aus "Japaner als Polizist in Hamburg" lässt sich ja immer was machen.
Ich werde das wohl mal zum Anlass nehmen, noch einen Band draufzulegen.schlechte Technik
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schlechte Laune
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09.06.2020, 11:42
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Wo wir gerade über Japan plaudern:
Neulich ist mir Verdächtige Geliebte von Keigo Higashino untergekommen. Darauf aufmerksam geworden bin ich, weil die gedruckte Version hier in der Krimi-Kreis gelesen und besprochen worden ist.
Die Story ist etwas seltsam. Zwei Frauen (Mutter & Tochter) erschlagen in ihrem Appartement irgendeinen miesen Typen (der Ex). Deren Nachbar bekommt das mit und drängt sich auf, ihnen beim Beseitigen der Leiche zu helfen.
Der Nachbar ist eigentlich ein eher analytischer Typ (Mathematiker, Ingenieur oder sowas) und verstrickt sich in diese irre Aktion, die mit jeder Umdrehung grotesker wird.
Mir war es irgendwann zu absurd und ich habs nicht mehr weitergehört. Aber falls jemand Spaß an sowas hat, ist das sicher ein interessantes Werk.
schlechte Technik
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schlechte Laune
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09.06.2020, 17:21
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Für mich war es insofern interessant, als ich wenig über Japan wusste, aber seit letztem Jahre eine Freundin in Japan habe, mit der ich bei einem Besuch vor Weihnachten lange über aktuelle Politik und auch gesellschaftliche Unterschiede diskutiert habe und die Krimis in der Hinsicht einiges beleuchten.
Eisrot und Achtsam morden habe ich mir dann gestern noch in den Warenkorb gelegt - ich lasse ich überraschen.
Von dem isländischen Krimiautor, dessen Name ich verdrängt habe - hatte ich ja vor ein Paar Jahren genug, war mir einfach zu düster, aber Grönland interessiert mich, seit eine Freundin vor ein paar Jahren dort war und mir davon viel erzählt hat.
Unter anderem haben sie das Gefängnis von Grönland besucht, in dem es nur wenige Zellen und geringe Sicherheitsmaßnahmen gibt - denn wie sagte der dortige Polizeipräsident, "wo sollen die Leute denn hin? Im Zweifel holen wir sie ein paar Stunden später einfach zuhause ab, wo sich sich betrunken und ihre Frau verprügelt haben ...." Einsperren hat auf einer derart unwirtlichen Insel ohne echte Fluchtwege einfach eine andere Dimension und Bedeutung.
Es gibt auch in er dänischen Politserie "Borgen" eine interessante Folge über Grönland.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
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09.06.2020, 19:15
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Letztes Wochenende gehört:
Leonard Cohen (2020) von Klaus Modick
Vorweg: das ist KEINE Cohen-Biographie. Aber es geht natürlich schon um dessen Musik und Lyrik.
Insgesamt recht kurz (Lesezeit ca. 2 ½ h) beschreibt er in nur zwei Kapiteln das Coming-of-Age des Protagonisten (Lukas) vor dem Hintergrund von Cohens Werk.
Das erste Kapitel spielt Ende der 60er Jahre, um die Zeit als die ersten beiden Alben von Cohen erscheinen. Es beschreibt, wie Lukas, zu dieser Zeit Gymnasiast und Hobbymusiker, dessen Musik entdeckt.
Das zweite Kapitel spielt Mitte der 70er, als Lukas nach dem Studium eine Auszeit auf einer griechischen Insel nimmt (so wie Cohen auch) und von der Musik zur Schriftstellerei wechselt.
Genau das richtige für alle, die die Musik von Leonard Cohen mögen. Ideal, um seine Platten im Hintergrund laufen zu lassen.
Von Klaus Modick (Wikipedia) ist schon so einiges erschienen, obwohl ich zugeben muss, bislang noch nichts von ihm gehört ;-) zu haben.
Das Buch ist eines aus einer Reihe von mehreren, die bei Kiepenheuer & Witsch unter der Rubrik KiWi Musikbibliothek erschienen sind. Schriftsteller schreiben über ihre Lieblingsmusiker.
Wer sich nicht so für Cohen interessiert, findet vielleicht bei den übrigen etwas passendes, u.a.. Nick Cave, Madonna und die Beatles. Die meisten davon gibt’s als Hörbücher.Geändert von Mr_McTailor (09.06.2020 um 19:21 Uhr)
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