"Gefährliche Geliebte" - ich denke, ich habe das prima verstanden, überflüssig wie einen Kropf finde ich das Buch trotzdem: Von der Sprache wie von der Geschichte her. Ich frage mich, wieviele autistisch-narzisstische, langweilige Elaborate die Welt noch braucht. Eine Be-ziehungs-geschichte ist das nicht. Da betreibt einer gefühllose Hirnwichserei, ein hartes Knäuel innere Leere reiht sich an das nächste.
Es ist eines der ganz wenigen Bücher, bei denen ich mich über 8 Euro Ausgabe wirklich geärgert habe und das subito in der Verschenkekiste gelandet ist. Ich weiß nur noch nicht, wem ich es antun soll.![]()
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Ergebnis 21 bis 30 von 35
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18.04.2009, 17:35Inaktiver User
AW: Haruki Murakami überbewertet?
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18.04.2009, 18:39Inaktiver User
AW: Haruki Murakami überbewertet?
Leda, sollten wir uns einmal einig sein???
Na dann:
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19.04.2009, 02:23
AW: Haruki Murakami überbewertet?
Also, ich habe bis jetzt nur "Wilde Schafsjagd" gelesen. Murakami wurde mir von einem Freund empfohlen, der allerdings auch gerne Filme sieht, bei denen das Ende diesen (Häh???)-Effekt hat. Bei dem Buch ging es mir ähnlich, und ich kann das überhaupt nicht leiden ... ich erwarte, sowohl bei Filmen, als auch bei Büchern eigentlich, daß ich mindestens am Schluss irgendwie aufgeklärt werde. Murakami hinterliess bei mir auch so ein schales Gefühl von "ja, klar, es gab da irgendwo einen Plot, aber Du warst zu blöd, ihn zu finden - da musst Du jetzt nochmal ein paar Jahre drüber nachdenken". Nicht mein Ding.
Grüsse
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19.04.2009, 13:46Inaktiver User
AW: Haruki Murakami überbewertet?
Mir hat 'Kafka am Strand' sehr gut gefallen. Aber mit den Geschichten aus 'Blinde Weide, Schlafende Frau' konnte ich irgendwie garnichts anfangen, und an mehr von Murakami habe ich mich dann hinterher auch nicht rangetraut.
Als überbewertet würde ich ihn jetzt aber nicht bezeichnen - offensichtlich gibt es genug Leute, die mit Murakami viel anfangen können, und das ist doch eigentlich eine sehr eindeutige Bewertung.
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19.04.2009, 14:18
AW: Haruki Murakami überbewertet?
Ich kenne (noch?) nicht viel von Murakami. Als Einstieg las ich "Nach dem Beben", eine Sammlung von Erzählungen von denen mir einige sehr gut gefallen haben.
Dann las ich den Roman "Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt." Ich gehe mal davon aus, dass ich nicht alles wirklich verstanden habe. Der Roman (für diejenigen die ihn nicht kennen) wechselt ab mit der Geschichte von "Hard-boiled Wonderland" und der Geschichte von "Das Ende der Welt" und natürlich haben die beiden Geschichten eine Verbindung zueinander (die ich aber nicht immer durchschaut habe). Ich war nicht so fasziniert, dass ich jetzt auf die Idee kommen würde alles von Murakami lesen zu wollen, aber "Das Ende der Welt" wird mir nachhaltig im Gedächtnis bleiben. Je länger es her ist, dass ich den Roman las umso mehr denke ich an diesen Teil des Gesamtromans. Mit "Hard-boiled Wonderland" (als Teil jetzt betrachtet) konnte ich nicht so viel anfangen. Die Anspielung zu "Alice in Wonderland" steckt schon im Titel und obwohl ich diese sehr liebe ist mir Murakamis "Wunderland" dann doch zu obskur und undurchschaubar und wahrscheinlich auch fernab von meinen Gefühlen.
Rein sprachlich würde ich ihn gar nicht bewerten wollen, weil ich nicht beurteilen kann, wie gut oder schlecht die Übersetzungen sind. Seine Sprache oder besser das, was mir die Übersetzung vermittelt reißt mich nicht zu Begeisterungsstürmen hin, aber sie schreckt mich auch nicht ab oder "vermiest" mir gar inhaltlich das, was ich mag.
Vermutlich werde ich irgendwann schon noch einen weiteren Roman von ihm lesen und bei der Auswahl, die ich treffen muss wird "Gefährliche Geliebte" dabei nicht an oberster Stelle meiner Überlegungen stehen.
AnitraMein Avatar zeigt Charlotte Gainsbourg.
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19.04.2009, 15:01Inaktiver User
AW: Haruki Murakami überbewertet?
Murakami ist einer der wenigen japanischen Schriftsteller, der auch Übersetzungen aus dem Englischen ins Deutsche zulässig findet, da er einerseits die englischen Übersetzungen selbst gut beurteilen kann, andererseits zufrieden ist, wenn eine Geschichte ihrem Sinne nach richtig übertragen wird. Er wurde zunächst aus dem Japanischen von Annelie Ortmanns-Suzuki und Jürgen Stalph, Sabine Mangold und Nora Bierich übersetzt, dann vom Ehepaar Bandini aus dem Englischen. Nach einer hitzigen Diskussion in der ZDF-Sendung Literarisches Quartett um die lockere Sprache bei sexuellen Szenen in Gefährliche Geliebte beschloss der Verlag DuMont, nur noch direkt aus dem Japanischen übersetzen zu lassen.[1][2]Rein sprachlich würde ich ihn gar nicht bewerten wollen, weil ich nicht beurteilen kann, wie gut oder schlecht die Übersetzungen sind
Quelle wikipedia..
Sehe ich, dass aus dansu, dansu, dansu..( dance, dance, dance ) dem Beachboytitel dann im Deutschen " Tanz mit dem Schafsmann " wird, verliere ich die Lust..
bzw bin wieder dabei daran zu denken, wenn ich an holprigen Sätzen festhänge..und komme gar nicht "in die Geschichte"..
" lockere Sprache bei sexuuellen Szenen im Japanischen " ? Kann ich mir schwer vorstellen ..
Hat also der Eklat mit RR und Löffler mit der Übersetzung von der Übersetzung zu tun ?
Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah (Kurzgeschichten)
klingt aber interessant..
:-)
Ist Murakami mit seinem kulturellen Hintergrund uns nicht so fern, dass wir in einer Übersetzung einer Übersetzung doch kaum noch etwas erkennen können, außer etwas aus uns selbst , weil er so viel undeutbareren leeren Raum dafür lässt, den man selbst füllen mag, wenn man mag ? :-)
klingt ja fast schon wieder spannend :-)gefühllose Hirnwichserei, ein hartes Knäuel innere Leere reiht sich an das nächste.
Ein wenig wie Mangacomic oder " Kill Bill " :-)Geändert von Inaktiver User (19.04.2009 um 15:10 Uhr)
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19.04.2009, 15:02
AW: Haruki Murakami überbewertet?
Also
Naokos Lächeln
habe ich zum richtigen Zeitpunkt gelesen und es gefiel mir.
Hab ehrlich gesagt vergessen, warum es mir damals gefiel.
Gefährliche Geliebte gefiel mir nicht ganz so gut wie damals
Naokos Lächeln, fand es aber ganz ok und auch dieses
Buch habe ich wohl zum richtigen Zeitpunkt gelesen, da es
dann stimmungsmäßig passte. Das ist bei meinem Leseverhalten
wichtig.
Kafka ... habe ich noch nicht gelesen. Im Bücherschrank habe ich
gerade Sputnik Sweetheart entdeckt, muss schon ewig drin stehen.
Denke, dass ich mal den Versuch gestartet und abgebrochen habe,
es zu lesen. Vielleicht sollte ich es demnächst wieder wagen.
Sowohl Naokos Lächeln als auch Gefährliche Geliebte habe ich
meiner Tochter mitgebracht, die längere Zeit weit weg ist und
alles Deutschsprachige in einem Affentempo verschlingt. Ich habe
dann die ausgelesenen Bücher wieder zurücktransportiert über
die Ozeane (das Kind kann / will nichts Gutes wegwerfen, einige
Bücher hat sie an ihrem Standort gespendet, zum Glück).
Auch sie empfand Naokos Lächeln viel besser als das Buch
Gefährliche Geliebte. Sie ist 20 und war erstaunt über den
Autor. Aktuell hat sie das letzte deutschsprachige Buch dort
zu Ende gelesen.
(The Notebook (Wie ein einziger Tag) - Nicholas Sparks)
Werde ihr in Kürze Nachschub bringen. Bloss was? Finde gerade
nichts für sie/ mich. Lohnt sich Sputnik Sweetheart zu lesen? Soll ich Kafka am Strand mitbringen?
Begeistert und berührt war sie von der Biographie von Nelson
Mandela, da hat sie mir öfters daraus zitiert und von Katharina
Zara's Bücher.
Apropoe "Lost in Translation".
Mein jüngerer Sohn war seinerzeit total begeistert von
"Lost in Translation", ich weniger. Wir haben ihn gemeinsam
daheim angesehen. Wenn ich "Lost in Translation" höre, dann
denke ich spontan an meinen Sohn, der gerade auch nicht in
meiner Nähe ist.
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19.04.2009, 15:19Inaktiver User
AW: Haruki Murakami überbewertet?
..ich erinnere einen Strang und eine schöne Diskussion( u.a. mit Dir ) hier im Forum zum Film...Mein jüngerer Sohn war seinerzeit total begeistert von
"Lost in Translation", ich weniger
Ich war völlig begeistert, Du entgeistert und doch war die Diskussion richtig schön..
Ich glaube tatsächlich, dass Werke mit " Undeutbarem " entweder aus einem selbst heraus ( durch verschiedene Faktoren ) gefüllt werden oder auch nicht : und dadurch " Gefallen " oder gar vehementes Ablehnen entsteht..
Zu viel Erwartung an " Gehyptes " und Ärger darüber ohne Hochgefühl zu bleiben, während andere schwärmen, ist auch nicht gut..
dann ist man versucht, etwas von einem Sockel zu zerren..: das brauchts ja auch nicht..
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19.04.2009, 15:36
AW: Haruki Murakami überbewertet?

besser hätte ich es auch nicht ausdrücken können Klee.
Das mit dem "Hype" erlebe ich gerade in einer Diskussion
in Nordamerika über Susan Boyle. Manchmal kann ich nicht anders,
will ja wirklich niemanden vom Sockel runterholen.
Geht ja eh nicht. Aber man darf doch sagen, was man so empfindet.
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22.04.2009, 17:21
AW: Haruki Murakami überbewertet?
Also ich habe "Wilde Schafsjagd" (von einem Schüler meines Sohnes ausgeliehen),"wer mit dem Schafsmann tanzt" und "Kafka am Strand". Ich konnte die Bücher kaum weglegen und hatte keine Konzentrationsprobleme in der U-Bahn usw...
Bei Kafka am Strand fand ich diese zwei Parallelwelten fast am Schluss sehr anstrengend und dann auch z. T. langweilig.
<<Die guten Bücher sind in einer Art Fremdsprache geschrieben.>>
Marcel Proust


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