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  1. Inaktiver User

    AW: Texte zum Thema "Rosen"

    Rilke, Rainer Maria (1875-1926)

    Heute will ich dir zu Liebe Rosen
    fühlen, Rosen fühlen dir zu Liebe,
    dir zu Liebe heute lange lange
    nicht gefühlte Rosen fühlen: Rosen.
    Alle Schalen sind gefüllt; sie liegen
    in sich selber, jede hundert Male,
    wie von Talen angefüllte Tale
    liegen sie in sich und überwiegen.

    So unsäglich wie die Nacht
    überwiegen sie den Hingegebnen,
    wie die Sterne über Ebnen
    überstürzen sie mit Pracht.
    Rosennacht, Rosennacht.

    Nacht aus Rosen, Nacht aus vielen vielen
    hellen Rosen, helle Nacht aus Rosen,
    Schlaf der tausend Rosenaugenlider:
    heller Rosen-Schlaf, ich bin dein Schläfer.

    Heller Schläfer deiner Düfte; tiefer
    Schläfer deiner kühlen Innigkeiten.
    Wie ich mich dir schwindend überliefer
    hast du jetzt mein Wesen zu bestreiten;

    sei mein Schicksal aufgelöst
    in das unbegreifliche Beruhen,
    und der Trieb, sich aufzutuen,
    wirke, der sich nirgends stößt.

    Rosenraum, geboren in den Rosen,
    in den Rosen heimlich auferzogen,
    und aus offnen Rosen zugegeben
    groß wie Herzraum: dass wir auch nach draußen
    fühlen dürfen in dem Raum der Rosen.

    LG
    La_Rose
    Geändert von Inaktiver User (24.03.2009 um 12:55 Uhr)

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