Hallo zusammen,
Ich schreibe hier, weil ich ziemlich ratlos bin und hoffe, dass hier vielleicht jemand einen kleinen Tip hat.
Meine Mutter durchleidet gerade ihre Chemotherapie (letzten Dienstag war die 4. Chemo von 6). Durchleiden ist eigentlich der wirklich passende Ausdruck. Ich begleite sie meistens in die Tagesklinik, wenn sie alle 3 Wochen die Infusionen bekommt. Dort kommt man ja auch mit anderen Patientinnen ins Gespräch und bekommt mit wie sich die Begleiterscheinungen bei diesen Frauen so äußern. Im vergleich mit den anderen Frauen trifft es meien Mutter wohl besonders heftig.
Letzten Dienstag hat sie also die erste Behandlung mit "Taxotere" bekommen. Die "normalen" Nebenwirkungen wie Knochenschmerzen, Probleme mit de Haut und Nägeln etc., werden hier wohl leider einigen bekannt sein. Meien Mutter meint, das würde sie ja noch alles aushalten können, aber das Schlimmste für sie ist momentan, dass sie so einen schrecklichen Geschmack im Mund hat. Während der ersten drei Chemos war es ein "metallischer Geschmack", jetzt ist es anders, aber sie kann es nicht beschreiben. Dadurch kann sie überhaupt nichts essen und trinken. Sie bekommt nicht runter, muß sich dann sofort übergeben.
Und jetzt habe ich die Hoffnung, dass irgendjemand vielleicht einen kleinen Tip oder Erfahrungen hat was man in so eine Fall machen kann. Hat noch jemand eine Idee welche Lebensmittel man probieren könnte, die den Geschmack (wenigstens kurzzeitig) überdecken oder gibt es eine Möglichkeit das zu verbessern?
Während der ersten 3 Chemos konnte meine Mutter, wenigstens noch mit extrem scharfen Gerichten zeitweise etwas zu sich nehmen. Und es wurde im Laufe der Zeit auch besser. Gerade wird es aber jeden Tag schlimmer.![]()
Ich würde mich so freuen, wenn jemand etwas dazu schreiben könnte. Es ist nämlich ein schreckliches Gefühl, wenn man als Angehöriger eigentlich nichts tun kann und alles nur hilflos mitangucken kann. Die Ärzte wissen da nämlich auch kein "Gegenmittel".
Viele Grüße,
Froeschle
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 332
Thema: Chemo und die Nebenwirkungen
-
15.09.2008, 11:42
Chemo und die Nebenwirkungen
-
15.09.2008, 12:24Inaktiver User
AW: Chemo und die Nebenwirkungen
Tritt das nur auf, wenn Deine Mutter das Taxotere bekommt, also an dem Tag der Infusion oder hält das länger an?Dadurch kann sie überhaupt nichts essen und trinken. Sie bekommt nicht runter, muß sich dann sofort übergeben.
Verursacht der metallische Geschmack auf der Zunge die Übelkeit?
-
15.09.2008, 12:41
AW: Chemo und die Nebenwirkungen
Danke schonmal fürd eien Antwort!
Zitat von Inaktiver User
Also die ersten 3 Chemos waren Fec. Da trat die Übelkeit sofort auf und hielt auch 1 bis 1,5 Wochen an. Mit ununterbrochenes Erbrechen. Da hatte sie auch den metallischen Geschmack auf der Zunge, der wurde aber dann nach 1-2 Wochen jeweils besser.
Letzten Dienstag hat sie das erste mal Taxotere bekommen. Die ersten 1-2 Tage waren okay, jetzt wird es aber zunehmend schlechter. Also leider nicht nur am Tag der Infusion, sondern v.a in der Zeit danach. Der Geschmack im Mund ist nicht mehr metallisch sondern scheinbar irgendwie anders. Meine Mutter meint, dass der Geschmack im Mund die Übelkeit verursacht. Vohin hat sie ein klen wenig Tee getrunken, aber das schmeckt dann alles total furchtbar, so dass sie sofort erbrechen muss. Aber im Magen ist natürlich auch nichts mehr drin, was es auch nicht besser macht.
Viele Grüße,
Fröschle
-
15.09.2008, 13:05Inaktiver User
AW: Chemo und die Nebenwirkungen
Wie sieht der Mund Deiner Mutter von innen aus?
Sind dort Beläge zu sehen, ist die Mundschleimhaut in Ordnung?
-
15.09.2008, 13:14
AW: Chemo und die Nebenwirkungen
So weit ich weiß, ist damit alles in Ordnung. Probleme mit der Mundschleimhaut hatte sie nur nach der 1.Chemo. Sie hat dann deshalb auch so eine Mundspül-lösung bekommen, die geholfen hat.
Zitat von Inaktiver User
Ich werde sie mal fragen wie der Mund von innen aussieht.
-
15.09.2008, 13:21
AW: Chemo und die Nebenwirkungen
Also ich habe gefragt, in der Mundhöhle ist nichts auffallend.
-
15.09.2008, 13:29
AW: Chemo und die Nebenwirkungen
Hallo Fröschle,
vielleicht eine blöde Frage, aber bekommt deine Mutter Medikamente gegen die Übelkeit ?
Meine Mutter hatte letzte Woche ihre letzte (6.) Chemo Fec bekommen und am Anfang der ganzen Behandlung waren wir auf das Schlimmste gefaßt, aber sie hatte Glück, es hielt sich alles in Grenzen. Die erste Woche war immer unangenehm, aber dank Medikamenten auszuhalten. Sie hatte ca. 5 Tage lang nach jeder Chemo fast keinen Geschmackssinn und keinen großen Appetit und hat nur ein paar Löffel Grießbrei oder sowas gegessen, aber sie mußte sich dank der Antiübelkeitstabletten nicht übergeben. Danach kam mit dem Geschmackssinn der Appetit dann wieder und die zwei Wochen bis zur nächsten Chemo waren normal.
Viele Grüße, Mus
-
15.09.2008, 13:57
AW: Chemo und die Nebenwirkungen
Oh das klingt einigermaßen "aushaltbar". Ich wünsche deiner Mutter alles Gute weiterhin!!
Zitat von mus-musculus
Bei meiner Mutter ist es leider etwas anders. Sie hat alles mögliche an Medis gegen die Übelkeit bekommen. Das Problem war, dass sie auch keine Tabletten schlucken konnte. Das hat sofort den Würge-reiz ausgelöst. Beim letzten Mal gab es Vomex-Zäpfchen, das hat es dann auch etwas verbessert. Ich habe sie vorhin auch dazu überredet, dass sie wieder so eines nimmt. Sie meint eben die Übelkeit kommt nur vom schlimmen Geschmack und die Ärzte hätten doch gesagt, dass Taxotere keine Übelkeit verursacht.
Ich habe ihr versucht meien Sichtweise zu erklären und ich glaube jetzt hat sie auf mich gehört. Sie schläft jetzt. Dann spürt sie wenigstens nichts.
-
15.09.2008, 14:12Inaktiver User
AW: Chemo und die Nebenwirkungen
Die Übelkeit muss nicht immer eine organische Ursache haben ( auch wenn Chemotherapien an den Schleimhäuten besonders wirken, da diese zu den schnell zellteilenden Geweben gehören), sondern kann durch den psychischen Leidensdruck auftreten.
Ich arbeite auf einer onkologischen Station und wir haben immer wieder Patienten, die sehr unter der Übelkeit leiden, obwohl sie eine Therapie erhalten, die "eigentlich" dafür bekannt ist, daß sie keine bis wenig Übelkeit hervorruft.
Gegen die Übelkeit gibt es auch Tabletten, die sich sofort ( binnen weniger Sekunden!) unter oder auf der Zunge auflösen und ziemlich gut wirken, heißen Zofran ( Ondansetron) lingual( oder sublingual).
-
15.09.2008, 14:19
AW: Chemo und die Nebenwirkungen
Ja stimmt, so ist das sicher auch bei meiner Mutter. Wir müssen nur die entsprechende Station betreten.
Zitat von Inaktiver User
Ja die haben wir auch.Gegen die Übelkeit gibt es auch Tabletten, die sich sofort ( binnen weniger Sekunden!) unter oder auf der Zunge auflösen und ziemlich gut wirken, heißen Zofran ( Ondansetron) lingual( oder sublingual).
Aber ein Mittel diesen Geschmack in Griff zu bekommen weißt du auch nicht, oder? Die Ärzte und Schwestern im Krankenhaus konnten uns da auch nichts sagen.
Danke!


Zitieren
