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    Stirnrunzeln Mutter hat die Diagnose Brustkrebs

    Meine Lieben,
    schon lange lese ich hier, lange ist es her, dass ich hier geschrieben habe.
    Ich glaube das letzte Mal war, als meine Tochter geboren wurde. Und sie wird jetzt bald 14.

    Nun wende ich mich an Euch und Eure Erfahrungen:
    Meiner Mutter wurde mit 78 Jahren gestern Brustkrebs diagnostiziert. 1x2 Quadratzentimeter ist der Tumor groß.

    Es hat mich ganz schön aus der Bahn geworfen und nun überlege ich, was ich alles tun muss. Tun sollte.

    Könnt Ihr mir raten? Ich wollte morgen mich mal nach Perücken erkundigen - nur um ihr da ein paar Infos geben zu können.

    Was ist denn noch wichtig?

    Ich fühle mich völlig hilflos, überfordert und ratlos. Und trotzdem in der Pflicht, der positiven Pflicht, da zu sein und zu helfen.
    Es wäre schön wenn Ihr mir helfen könntet.

    Lieben Dank.

    Pellegrina

  2. User Info Menu

    AW: Mutter hat die Diagnose Brustkrebs

    Vor allen Dingen solltest du Ruhe bewahren - deine Reaktion wird Einfluss auf deine Mutter haben. Bei alten Menschen schreitet Krebs oft recht langsam voran. Perücken oder ähnliches kann man sich in ein paar Monaten ansehen, falls das überhaupt nötig sein sollte.
    Mittelfristig ist sowas wie Patientenverfügung ein Thema, aber lass sie das jetzt erstmal verdauen und komm nicht sofort damit um die Ecke.

    Sorg auch für dich selber. Meine Eltern hatten beide Krebs und wollten, dass wir das niemandem sagen. Ich verstehe und akzeptiere, dass die einfach ihre Ruhe wollten und keine Lust auf das Getratsche im Dorf hatten, aber auch als Angehöriger braucht man in anstrengenderen Phasen mal Unterstützung - und die habe ich auch von meinen Freunden bekommen.
    Also, erst mal Finger weg vom Internet, nicht alles mögliche lesen, das macht dich (und sie) nur unnötig kirre.

    Begleite sie zum Arzt, falls es in Richtung Chemotherapie geht, begleite sie da zu den Terminen und sieh zu, dass es hinterher Bespaßung gibt, wenn sie fit genug dafür ist, ein kleiner Spaziergang, eine Tasse Kaffee irgendwo.
    Und kauf ihr jetzt nicht alle möglichen Ratgeber. Es gibt prima Selbsthilfegruppen, die Szene ist gut organisiert.

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    AW: Mutter hat die Diagnose Brustkrebs

    Das beste was Du am Anfang tun kannst ist Deine Mutter zu Arztgesprächen zu begleiten und auch darauf zu bestehen das Du dabei bist. Nicht bei Deiner Mutter, aber bei Ärzten.

    Es ist schon so verwirrend was einem alles gesagt wird und dann soll Frau noch entscheiden treffen.
    Vier Augen hören mehr als zwei und wenn etwas unklar ist, beharrlich nachfragen, Bedenkzeit erbeten, Zweitmeinung einholen.
    Lieber im Regen tanzen, als auf die Sonne warten.

  4. Moderation

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    AW: Mutter hat die Diagnose Brustkrebs

    Sprich mit deiner Mutter. Frag sie, wie es ihr geht, was sie von dir braucht. Überlege dir, welche Hilfe du geben kannst und willst (und wie du das tun wirst), und frage, ob diese Art von Hilfe gewünscht ist. Vielleicht ist das nur, erreichbar zu sein und da zu sein, wenn du gebraucht wirst. Behandele sie nicht wie eine Todgeweihte, ein Kind, oder eine Invalidin. Sie ist der gleiche Mensch, der sie war. Aber lade Kummer und Streß die du über ihre Krankheit fühlst nicht bei ihr ab. Unterstützung geht nach innen (zu den stärker betroffenen Personen), Jammern geht nach außen (zu den weniger betroffenen). Die meisten Leute wollen nicht, daß über ihre Krankheiten getratscht wird. Überlege dir genau, beim wem du abladen kannst.

    Vielleicht ist es nötig, über Geld nachzudenken, oder über Arbeitsverteilung. Vielleicht über Vollmachten und Verfügungen. Dann solltest du dich informieren (du hast möglicherweise weniger Rechte, als du denkst) und darüber nachdenken. Erst wenn du es getan hast, kannst du entscheiden, ob das etwas ist, was du deiner Mutter gegenüber aufs Tapet bringen möchstst.

    Vielleicht möchte sie sich informieren. Dann kannst du, falls du rechercheaffin bist, und deine Mutter das respektiert, schon mal hochwertige und brauchbare Quellen finden, auf die du sie verweisen kannst, wenn sie Info oder Antworten braucht.

    Die Behandlungsmaschinerie kann ziemlich fordernd und unübersichtlich sein. Anzubieten, mitzukommen, sich Notizen zu machen, und dafür zu sorgen, daß die Ärzte die Fragen beantworten, die deine Mutter hat (oder die du hast), kann sehr wertvoll sein -- wenn deine Mutter es möchte. . Ich würde ihr an deiner Stelle raten, sich alle Befunde schriftlich geben zu lassen. (Das später für irgendeine Reha oder Erstattung oder wasweißich zu rekonstruieren ist die Hölle!)

    So wie es sie nicht von Knall auf Fall als Person ändert, daß sie krank ist, ändert es auch eure Beziehung nicht -- jedenfalls nicht gleich. Es wird sich über die Zeit vermutlich etwas ändern, und ihr könnt Impulse für die Richtung geben -- und müßt mit dem Ergebnis, in das ihr gesteuert habt, klarkommen. Überlegt euch von Anfang an ein gutes Ergebnis, auf das ihr zuhalten wollt, eines, daß ausgewogen, respektvoll, und nachhaltig für euch beide ist.

    Eine der lästigsten Sachen bei schweren, langwierigen Krankheiten ist die Betriebsamkeit, die die Umgebung entwickelt, um sich besser zu fühlen, und auf die der Kranke dann wertvolle und knappe emotionale (oder auch körperliche) Ressourcen verbraten muß. Auf einmal meint jeder, einem sagen zu müssen, was für einen gut ist, und dann nicht folgsam und dankbar zu sein kommt die "ich will doch nur helfen"-Leute hart an und führt zu dauerhaften Verwerfungen. Vermeide das. Werde nicht Teil eines Problems.

    ***

    Zum Thema Perücken, wenn das auch ein absoluter Nebenschauplatz ist: Meine Tante hat nie eine gebraucht.
    Geändert von wildwusel (28.02.2020 um 15:56 Uhr)
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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