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  1. Registriert seit
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    der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Hallo liebe Forumsgemeinde,
    ich habe am 20.11.19 erfahren, dass ich ein Mammakarzinom in der linken Brust habe. Lymphknoten unauffällig. Mit Mikrokalk Quadranten übergreifend.
    Meine Gyn hat mir detailliert erklärt, dass eine Ablatio erfolgen wird, ev auch beidseitig. Dann diep flap zur Rekonstruktion.
    Ich war total fertig. Mein Tumor ist trippel positiv ud kann gut behandelt werden.
    Nach vielen Gesprächen mit meinem Bruder (er ist zufällig und zum Glück Onkologe) war ich überzeugt, dass ich zumindest einen Teil meiner linken Brust behalten kann. Jetzt habe ich am Montag einen Klipp (ganz üble Sache! Ich verfluche den Radiologen heute noch dafür) und den Port bekommen. Dabei wurden 2 auffällige Lymphknoten gefunden. Und der Tumor ist auch gewachsen!
    Aber ich war bereit für den Kampf. Bis mir mein Chirurg gestern eröffnet hat, dass die Brust in jedem Fall ab muss!! Und wenn ich dann nach dem Jahr Behandlung noch Lust auf Ops habe, muss ich ein Jahr warten, bis ich diep flap machen lassen kann.
    Mir ist schon klar, dass mein Körper sich verändern wird. Das ist so mies. Ich habe mich noch nie so wohl in meinem Körper gefühlt, wie im Moment. Ich habe abgenommen, Sport gemacht und ich war auch optisch mit mir im reinen. Das war harte Arbeit und hat Jahre gedauert.
    Die Aussichten, die mir mein Leben nach der Krebstherapie bietet, erscheinen mir alles andere als erstrebenswert. Ja, ich werde Leben, aber wie?


  2. Registriert seit
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Ich bin entsetzt.
    Die Aussichten, die mir mein Leben nach der Krebstherapie bietet, erscheinen mir alles andere als erstrebenswert. Ja, ich werde Leben, aber wie?
    Warum denkst Du, dass ein Leben ohne Brüste weniger lebenswert ist? Oder welche Aussichten meinst Du?

    Charlotte

  3. Moderation Avatar von lythande
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Liebe Supersuse,
    das ist sicher eine niederschmetternde Nachricht, die Du da bekommen hast . Was das Wachstum des Tumors betrifft, sind die Einschätzungen vor der OP ohnehin in ihrer Genauigkeit spekulativ und schwanken, nach der Art der bildgebenden Verfahren. Genaues wirst Du leider erst nach der OP wissen, wobei zu hoffen ist, dass der Tumor durch die Chemo, die Du offenbar bekommen sollst, kleiner wird.
    Es ist sicher schwer, sich mit körperlichen Veränderungen abzufinden und der Krebs verlangt einem da Einiges ab. Aber ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen. Ich fand es schon wertvoll, dass ich überhaupt eine Chance zum Überleben hatte. Versuche vielleicht, Dir Hilfe für den seelischen Bereich zu holen. Jede von uns ist anders und jede hat einen anderen Schwerpunkt in ihrem Leben. Manchmal ist eine Option aber auch, über diese Wertigkeiten nachzudenken.
    Ich drücke Dir die Daumen, dass Du Deinen Weg findest.
    Liebe Grüße Lythande
    Wenn Du in die Sonne siehst, liegt der Schatten hinter Dir
    Es gibt keinen Fahrstuhl zum Glück, Du musst die Treppe nehmen (Werner Bethmann). ▬|████|▬


  4. Avatar von charly798
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Du hättest Dich auch ohne den Krebs verändert. Optisch. Zu Deinem Nachteil.
    Den Prozeß nennt man altern.
    Lieber im Regen tanzen, als auf die Sonne warten.


  5. Registriert seit
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Ich hatte einen Termin bei der Krebsberatung. Konnte ich wegen Arztbesuch nicht einhalten.
    Mich wundert, dass nicht mehr Frauen ähnliche Probleme wie ich haben...


  6. Registriert seit
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Zitat Zitat von charly798 Beitrag anzeigen
    Du hättest Dich auch ohne den Krebs verändert. Optisch. Zu Deinem Nachteil.
    Den Prozeß nennt man altern.
    Stimmt, da ist es eh schon wurscht ob man/Frau eine oder zwei Brüste hat.....
    Und wenn ich auf natürlichem Weg altern würde, hätte ich Zeit mich den Beränderungen anzupassen. So wie ich das die letzten Jahrzehnte auch gemacht habe


  7. Registriert seit
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Hallo supersuse ,
    Du bist nicht allein mit deinem Problem und Ängsten .
    Es hat mich aus der Bahn geworfen , Am Anfang war ich fest davon überzeugt, wenn ich mich jetzt behandeln lasse und auf den Rat der Ärzte höre, dann bleibt mir die Brust erhalten. Schliesslich hab ich ja nur ein DCIS und wenn ich nicht warte bis es vielleicht ausbricht, dann komm ich " heil" daraus. Umso heftiger hat es mich geschockt als mir die Mastektomie und DIEP (Brustaufbau) empfohlen wurde. Es hat gedauert bis ich soweit war und dem zugestimmt habe. Zuweilen hadere ich heute noch, ob ich nicht doch besser gewartet hätte, ob es überhaupt ausbricht.
    Ja, ich weiss das Leben mehr wert und wichtiger ist als äusserlichkeiten!
    Und trotzdem hab ich immerwieder Zweifel, genau genommen hatte ich kein Krebs, es war nur eine Vorstufe weswegen mein Körper jetzt anders ist. Für die einen ist es Nebensache, die veränderten Äusserlichkeiten , aber es gibt auch andere Frauen die nicht so gut damit klar kommen.
    Ich wünschte, ich hätte mich viel früher mit den Thema Brustaufbau beschäftigt, denn gibt verschiedene Varianten.
    LG


  8. Registriert seit
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Zwischen dem:
    Für die einen ist es Nebensache, die veränderten Äusserlichkeiten , aber es gibt auch andere Frauen die nicht so gut damit klar kommen.
    und dem:
    Die Aussichten, die mir mein Leben nach der Krebstherapie bietet, erscheinen mir alles andere als erstrebenswert.
    steckt aber ein gewaltiger Unterschied. Keine Frau gibt ihre Brüste leichtfertig daher. Und bestimmt ist der Weg dahin unterschiedlich schwer und lang. Aber davon auszugehen, dass das Leben dann nicht mehr erstrebenswert ist ?

    Erfurcht vor dem Leben- das wäre angebracht. Dankbarkeit für jeden neuen Tag, denn das ist keine Selbstverständlichkeit.

    Ich habe gestern hier von einer Frau, auch hier aus dem Forum , gelesen, die Erstdiagnose 2015 hatte, Komplettremission, brusterhaltend operiert, 2017 Leber und Knochenmetastasen, jetzt Hirnmetastasen. Sie rechnet damit , dass sie 2020 stirbt. Nein, ich will keine Angst machen. Aber Lythande schreibt es so:
    Manchmal ist eine Option aber auch, über diese Wertigkeiten nachzudenken.
    .

    Charlotte


  9. Registriert seit
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Das wertet jeder anders. Ich zum Beispiel, bin sehr dankbar für das Leben, das ich bis jetzt hatte. Ich habe erreicht wovon ich geträumt habe und bereue nichts. Wenn ich sterbe, dann ist das ok so. Wie man stirbt, hat letztlich jeder selbst in der Hand. In meinem Fall, hätte ich ohne Behandlung noch ca 1 1/2 Jahre zu leben. Ich könnte die Zeit noch intensiv nutzen. Dieser Gedanke hat auch was für sich. ...
    Ich Frage mich, ob sich der harte Weg durch die Chemo lohnt, wenn ich am Ende erst die Brust und später meinen Hormonstatus verliere. Ich hatte früher schon mal "Hormonprobleme". Das war für mich und meinen Partner alles andere als schön. Und ja ich weiß, das würde sowieso passieren. Nur hätte ich unter normalen Umständen noch mindestens 10 Jahre Zeit und könnte mich langsam darauf einstellen.....


  10. Registriert seit
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Hallo Suse, guten Morgen,

    ich hatte dir ja schon im ersten Strang von dir geantwortet...

    Du bist und reagierst unter einem immensen Schockzustand!

    Auch mich befremdet, wie du reagierst - aber ich denke, das ist der Schock - du hast Angst - Todesangst und die spürst du jetzt erstmal als Angst vor der Veränderung.

    Es ist so, wenn du dir wirklich kein lebenswertes Leben mit einer Brustrekonstruktion vorstellen kannst, dann hole dir

    - eine 2. Meinung zur OP
    - lass sie nicht machen.

    Ich sage dir jetzt etwas, was vielleicht zu direkt ist - und das bedauere ich sehr...

    Erstmal musst du überhaupt überleben, Suse. Und dann! Kannst du schauen, wie du klar kommst.
    Aber erstmal geht es darum zu überleben. Und das ist nicht so einfach

    Du hast einen sehr großen existenziellen Schock erlitten. Lass dir bei deiner Angst helfen. Ein verschobener Termin kann nachgeholt werden.

    Eins noch, weil ich es doch auch irgendwie sogar lustig finde - du wärst auf keinen Fall so geblieben, wie du jetzt bist.
    Deine Brüste hätten zu hängen angefangen und sie wären auf seltsame Art gleichzeitig geschrumpft und größer geworden
    Alles in Allem wären sie auf keinen Fall immer schöner geworden - eine Rekonstruktion kann diesem unerfreulichen natürlichen Verlauf Einhalt gebieten. Viele Frauen machen Brust-OPs aus rein ästethsischen Gründen. Such dir einen guten plastischen Chirurgen. Der kann das. Wer weiß, liebe Suse, ob du in 2 Jahren nicht denkst, "wie neu - nur straffer"

    Schaler Trost. Er wird dir wie eine Verarschung vorkommen. Ist mir klar

    Lass dich ggfs. nochmal beraten. Aber wirf dein Leben nicht so weg - du wirst demnächst sehr sehr kämpfen müssen. Sehr und sehr lange. Du brauchst jede Unterstützung die du haben kannst - z. B hier im Forum wie viele sehr nette und kompetente Betroffene schreiben.

    Ich wünsche dir, dass du dir noch ein paar Tage Zeit nimmst, das ganz zu überdenken

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