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  1. Registriert seit
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Liebe Supersuse,

    Deine, jetzt in der neuen schrecklichen Situation, Dich quälenden Gedanken kann ich gut nachvollziehen. Es ist furchtbar, ja. Aber jetzt, in den ersten Wochen nach der Diagnose, kann kaum einer klar denken. Das braucht Zeit.

    Ich sage ja immer, auch das Grauen wird Alltag. Und wenn das bei Dir soweit ist, kannst Du immer noch zu gänzlich anderen Empfindungen und damit auch zu völlig anderen Entscheidungen kommen als zurzeit. Lass es auf Dich zukommen.

    Trotz Brustkrebs, es war nur ein leichterer, habe ich meine Brüste noch, obwohl ich sie furchtbar gerne losgeworden wäre. Nicht, weil ich sie nicht mochte, aber ich wollte dem Krebs keine Bühne geben.

    Heute habe ich ein Sarkom im Bein und ich werde es wohl verlieren. Von den Brüsten hätte ich mich gern verabschiedet, die Dinger sind ja irgendwie doch nutzlos, mal abgesehen von der Optik. Aber mein Bein würde ich gerne behalten. Die Nachricht, dass eine Amputation vermutlich in 2020 unumgänglich wird, war der absolute Schock und auch ich war pure Ablehnung.
    Mittlerweile habe ich mich mit einer Oberschenkelamputation angefreundet, ich sehe mich schon auf dem Po die Treppen im Haus herunter rutschen. Mit Krücken ist man so langsam, für mich als diejenige, die die Hektik erfunden hat, das pure Grausen.
    "Positiv denken" ist so eine Redewendung, die zwar stimmt, es ist hilfreich, aber so nervig, weil es wirklich jeder zu dir sagt. Ich bemühe mich eher, die (schwarze) Komik in allem zu sehen, mir hilft das Lachen sehr.

    Nur wird die o. a. Amputation leider nicht ausreichen, wenn, dann muss die Hüfte mit raus. Und da geht es mir noch wie Dir, dann lieber den Kopf in den Sand stecken und alles auf Abwehr. Dann doch lieber jetzt, im schönen Leben sterben.
    Da ist das Grauen bei mir noch nicht Alltag geworden. Aber mit jedem Tag kann ich besser mit dem Gedanken umgehen. Irgendwann, wenn das Sarkom nicht sowieso schon gestreut hat, und jede weitere Behandlung ohnehin sinnlos wird, werde ich auch mit der Hüftamputation einverstanden sein. Im Januar erfahre ich, wie es weiter mit mir geht.
    Aber ich hoffe nicht, ich mache keine Pläne, treffe keine Entscheidungen. Ich lasse es auf mich zukommen, lebe derweil und genieße es.
    Was ich sagen will: Lass Dir Zeit! Geh Schritt für Schritt! Keine Entscheidung ist im Moment für alle Zeit getroffen.

    Ich wünsche Dir von Herzen Genesung! Alles Gute!
    Geändert von Mayali (22.12.2019 um 08:41 Uhr)


  2. Registriert seit
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Mayali

    Alles, alles Gute Charlotte

  3. Avatar von Zitronengras
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Zitat Zitat von supersuse Beitrag anzeigen
    Mein Bruder hat mir auch schon vorgeworfen, ich würde alles negativ sehen.
    Au mann. NATÜRLICH siehst du jetzt gerade alles negativ! Hallo? Was denkt der sich eigentlich?? Du hast alles Recht, ALLES was du fühlst, zu fühlen. Ich hab nach der Diagnose gedacht, ich könnte nie wieder lachen und einen unbeschwerten Tag erleben. Es kamen aber noch viele unbeschwerte Tage.

    Mir wird nur gerade klar, dass mein komplettes Leben sich nun radikal ändert.
    Erstmal fühlt es sich vielleicht radikal an, aber warte erstmal ab, wie radikal es dann wirklich wird. Vermutlich garnicht unbedingt so schlimm, wie du es dir jetzt ausmalst. Die Therapien, nunja, machen wir uns nichts vor, die sind hart. Aber irgendwann auch vorbei. Und dann... kommt ein Leben, was nicht zwangsläufig schlechter sein muss als jetzt. Denk nicht zuviel darüber nach. Und lass dir vor allem von anderen nicht sagen, was du fühlen und denken sollst. Andere haben leicht reden...
    No hell below us, above us only Sky...
    Geändert von Zitronengras (22.12.2019 um 12:16 Uhr)


  4. Registriert seit
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    @Suse - Daumen am Anschlag. Alles Gute heute und kopf hoch, morgen kommt das Christkind


  5. Registriert seit
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Liebe mayali, ich drück dir ganz arg die Daumen. ✊✊✊✊

    Dank der schönen Tabletten vor der Chemo geht es mir super. Mal schauen, wie es weiter geht. Leider kommt mein Mann schlecht klar mit der Situation. Das macht es etwas anstrengend für mich.
    Jetzt bitte noch für die nächsten Tage die Daumen drücken!


  6. Registriert seit
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Danke, Supersuse, das mache ich für Dich auch! Ich denke an Dich und freue mich, dass es Dir soweit erst mal gut geht und Du die Chemo verträgst. Es muss nämlich längst nicht immer so sehr beschwerlich sein, auch, wenn man das häufig liest. Ich selber habe die Chemo auch gut vertragen und keine einzige bleibende Nachwirkung/Beeinträchtigung dadurch.

    Für Deinen Mann: Es gibt viele psychologische Hilfsangebote für die Angehörigen. Es ist für unsere Partner nicht einfach. Die Klinik oder Dein Bruder werden Dir da weiterhelfen können.
    Meiner leidet auch sehr, aber er versucht immer, sich zusammenzunehmen und mir die starke Schulter zu bieten. Er kümmert sich um alles, räumt mir jeden Stein aus dem Weg. Geht es mir dann allerdings mal richtig gut, bricht er oft weg und ich muss ihn trösten und aufbauen. Das kostet viel Kraft. Hilfe von außen lehnt er leider ab, aber wir haben einen sehr guten patenten Hausarzt, den er dann schon mal aufsucht. Der nimmt sich viel Zeit für ihn und das tut ihm gut. Vielleicht habt ihr ja auch einen tollen Ärzt, dem Dein Mann sich lieber anvertrauen mag als den üblichen Angeboten.

    Die Daumen sind für Dich nonstop gedrückt! Toitoitoi!

  7. Avatar von Kathamarie
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Liebe Supersuse! Wie schade, dass es diesen verstörenden Auslöser gibt dafür Dich hier kennenzulernen - Du liest Dich sehr lebendig und ich begrüße Dich. Hier bist Du in guter Gesellschaft und kannst Dir Erleichterung verschaffen für Deine neuen 'Aufgaben'!

    Mit der Erkenntnis, dass Dein Leben ab sofort ein komplett anderes ist bist Du sagenhaft früh dran - mir z.B. wurde das erst zum Schluss klar, als ich realisierte, dass die mit der Bestrahlung einsetzende Fatigue mich leider sehr lange beschäftigen würde. Da hatte ich schon ein Jahr Arbeit mit meiner Psychonkologin hinter mir und einige Panikanfälle bewältigt... die Verspätung hatte also ihr Gutes.
    Dich hat die Erkenntis sofort überfallen - dafür stehst Du doch inzwischen schon wieder ganz gut, hatte ich den Eindruck.

    Ich halte Dir feste den Daumen für Deine Chemo - überstehe es gut und frage alles alles alles nach, was Du nicht verstehst an der Behandlung oder an körperlichen Erscheinungen! In Deiner Praxi oder hier...
    Grüße von Kathamarie

  8. Moderation Avatar von lythande
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Liebe Supersuse,
    ich hoffe, Dir geht es weiter halbwegs gut nach der ersten Chemo.
    Dass gerade unsere Lebenspartner auch ziemlich hart erwischt werden von unserer Krankheit, ist sicher nicht von der Hand zu weisen. Ich denke, viele wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen und leiden auch erheblich mit. Von Meinem kann ich das jedenfalls sagen. Der hätte sich aber auch bestimmt keine professionelle Hilfe geholt. Ich denke, er hat bei Freunden ein offenes Ohr gefunden. Das habe ich dann so hintenrum gehört.
    Ich wünsche Dir weiterhin eine Behandlung ohne viele Nebenwirkungen
    Liebe Grüße Lythande
    Wenn Du in die Sonne siehst, liegt der Schatten hinter Dir
    Es gibt keinen Fahrstuhl zum Glück, Du musst die Treppe nehmen (Werner Bethmann). ▬|████|▬



  9. Registriert seit
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Suse, wie geht es dir denn? Bissl Land in Sicht? Insel? Sandbank? Muss ja kein Kontinent sein...


  10. Registriert seit
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Ich tue mich immer noch mehr als schwer loszulassen. Körperlich geht es mir gut. Und die Haare sitzen noch! Aber ich bin das heulende Elend. War bei einer Psychoonkologin. Ich fand das wenig hilfreich. Lag vielleicht an der Person.
    Ich habe heute beschlossen, dass ich auf gar keinen Fall an die Ablation denken darf. Erst mal auf den Haarausfall vorbereiten....

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