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  1. Avatar von Zitronengras
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Zitat Zitat von supersuse Beitrag anzeigen
    Ich Frage mich, ob sich der harte Weg durch die Chemo lohnt, wenn ich am Ende erst die Brust und später meinen Hormonstatus verliere. Ich hatte früher schon mal "Hormonprobleme". Das war für mich und meinen Partner alles andere als schön. Und ja ich weiß, das würde sowieso passieren. Nur hätte ich unter normalen Umständen noch mindestens 10 Jahre Zeit und könnte mich langsam darauf einstellen.....
    Wie alt bist Du denn?

    Ich kann sehr sehr gut verstehen, dass der Gedanke eine oder beide Brüste zu verlieren, sehr schwierig ist. Ich durfte meine Brust behalten, habe aber genau diese Gedanken damals vor 11 Jahren (mit 35) auch gehabt.

    Durch die Chemo war ich hormonmäßig auch von 100 auf null in Rekordzeit. Das war nicht schön, aber meine Probleme lagen vor allem in der Chemo und ihren Nebenwirkungen. Ich mache Dir nichts vor, aber es war wirklich die beschissenste Zeit meines Lebens.

    Aber, auf der anderen Seite: ich lebe heute immer noch und ich lebe gut. Mein Tumor war triple negativ, ich galt als Hochrisikopatientin. Und es ist bislang doch nichts nachgekommen.

    Nach einer solchen Diagnose ist nichts mehr wie vorher, ob mit oder ohne Brüste. Du bist gewzungen, dich neu zu (er-)finden, auch in der Partnerschaft. Das dauert, tut weh und ist anstrengend.

    Wir wollten damals Kinder, mein Zyklus ist nach der Chemo auch eine Zeit lang wieder gekommen, aber dann mit 40 war ich quasi von einem Tag auf den anderen mit den Wechseljahren durch. Zack, bumm, aus die Maus. Das hat mir schwer zugesetzt, auch weil ich mich gefragt, hab, wie das dann in der Partnerschaft sexuell weitergehen soll. Ich hatte große Befürchtungen und Ängste. Wir hatten eine schwere Zeit damals. Was ich aber sagen kann ist, dass ich heute ein sehr erfülltes Sexleben haben. Es stimmt, dass das meiste sich doch im Kopf abspielt. Und da mein Partner und ich uns derzeit emotional sehr nah sind, klappts in allen Bereichen.

    Du schreibst, Dir würde es nichts ausmachen, jetzt nicht mehr weiterzuleben (sinngemäß, falls ich das richtig verstanden habe). Das kann ich auch verstehen, während meiner Krebszeit hatte ich auch immer wieder Situationen, wo ich ernsthaft überlegt habe, alles abzubrechen und dann halt eben zu sterben. Aber ich habe mir auch immer wieder gesagt, dass ich das immer noch machen kann, wenn es wirklich nicht mehr geht. Und es ging doch immer wieder irgendwie, wenn auch mühsam.

    Ich hatte im Anschluss an die Therapien eine Kur auf Borkum. Da hatte ich eine Situation allein am riesigen weiten Strand, in der ich mit jeder Faser gespürt habe, wie schön es ist, am Leben zu sein. Das war überwältigend.

    Will sagen: Du weißt doch garnicht, was Du noch für schöne Situationen erleben wirst. Bewerte Deine momentanen Gefühle nicht über, denn so eine Diagnose ist immer, wirklich immer, traumatisierend. Versuche, Schritt für Schritt vorzugehen. Dazu gehört auch Trauer und Wut über Verluste (z.B. Brüste, vollkommen egal, ob Dir andere sagen, das ist doch nur äußerlich blabla, ich kann es es verstehen).

    No hell below us, above us only Sky...


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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Zitat Zitat von Zitronengras Beitrag anzeigen
    Wie alt bist Du denn?

    Ich kann sehr sehr gut verstehen, dass der Gedanke eine oder beide Brüste zu verlieren, sehr schwierig ist. Ich durfte meine Brust behalten, habe aber genau diese Gedanken damals vor 11 Jahren (mit 35) auch gehabt.

    Durch die Chemo war ich hormonmäßig auch von 100 auf null in Rekordzeit. Das war nicht schön, aber meine Probleme lagen vor allem in der Chemo und ihren Nebenwirkungen. Ich mache Dir nichts vor, aber es war wirklich die beschissenste Zeit meines Lebens.

    Aber, auf der anderen Seite: ich lebe heute immer noch und ich lebe gut. Mein Tumor war triple negativ, ich galt als Hochrisikopatientin. Und es ist bislang doch nichts nachgekommen.

    Nach einer solchen Diagnose ist nichts mehr wie vorher, ob mit oder ohne Brüste. Du bist gewzungen, dich neu zu (er-)finden, auch in der Partnerschaft.
    Du sprichst mir aus der Seele. Ich bin 48 und habe 2 Teenagerkinder.
    Ich mache mir auch Sorgen um meine Partnerschaft. Kann ich mich noch öffnen, wenn ich mich selber nicht mehr mag? Und die Hormon Umstellung auf einen Schlag, ohne Möglichkeit die Wechseljahr Beschwerden durch Hormone abzufangen. Beruflich werde ich auch wieder ganz unten anfangen müssen. ....
    Dein Beitrag hat mir etwas Mut gemacht. Danke dafür

  3. Avatar von Zitronengras
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Zitat Zitat von supersuse Beitrag anzeigen
    Du sprichst mir aus der Seele. Ich bin 48 und habe 2 Teenagerkinder.
    Ich mache mir auch Sorgen um meine Partnerschaft. Kann ich mich noch öffnen, wenn ich mich selber nicht mehr mag? Und die Hormon Umstellung auf einen Schlag, ohne Möglichkeit die Wechseljahr Beschwerden durch Hormone abzufangen. Beruflich werde ich auch wieder ganz unten anfangen müssen. ....
    Dein Beitrag hat mir etwas Mut gemacht. Danke dafür
    Du wirst Dich vielleicht eine Zeit lang nicht mögen. In der Chemozeit war für mich der Haarverlust am schlimmsten. Alle haben gesagt, ist doch egal, wachsen doch wieder. Ich hätte bei jedem Blick in den Spiegel heulen können. Es gibt da so einen Spruch:"das ist das Schlechte am Guten und das Gute am Schlechten: es geht vorbei."

    Im Rückblick auf diese Zeit bin ich immer noch erstaunt, was man so aushalten kann, wenn man muss... Und das war auch mein Mantra: "Ich muss nicht kämpfen, ich muss nur aushalten."

    Ich bin jetzt 46 und fühle mich ziemlich gut in meinem Körper. Hat aber gedauert. Ich würde versuchen, die Sorgen, wie sich das anfühlt ohne Hormone, erstmal zu verdrängen. Ich hatte ein paar Monate leichte Hitzewallungen, das wars. Wenn ich da meine Mutter sehe, die bestimmt 10 Jahre lang echt unter den Wechseljahren gelitten hat, trotz Hormongabe. Und das ist ja auch nicht unumstritten.

    Du wirst Deine Weiblichkeit nicht verlieren, ganz sicher.
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  4. Registriert seit
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Liebe Supersuse, es tut mir sehr leid dass du diese Diagnose hast.
    Aber bitte mache dir nicht zu viele Gedanken um dein Äußeres.
    Das Wichtigste ist, dass du gesund wirst und dafür die entsprechenden Schritte gehst.
    Als großen Vorteil sehe ich dass dein Bruder Onkologe ist.
    Löchere ihn mit Fragen! Er wird dich ( hoffentlich ) gerne auf deinem Weg begleiten und unterstützen.
    Zur Optik: willst du unbedingt Diep Flap machen lassen?
    Es werden heute mit Silikonimplantaten sehr schöne Ergebnisse erzielt und da könntest du den Aufbau gleich in einer OP haben.
    Informiere dich darüber.
    Wenn du kein Silikon im Körper haben willst gibt es noch eine neue Methode, da wird dein eigenes Körperfett ( zB aus dem Bauch ) aufbereitet und zum Aufbau injiziert ( ich glaube die Methode heißt BEAULI ?).
    Geht nicht bei jeder, aber da kann dir dein Bruder sicher Experten/ innen nennen.

  5. Moderation Avatar von lythande
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Liebe Supersuse,
    eine schwere Entscheidung und ich denke, niemand hier will Dich unter Druck setzen. Diejenigen, die durch die Therapien durch sind, haben nur eine andere Sicht auf die Dinge als Du (derzeit).
    Ich denke auch, dass Du noch sehr unter Schock stehst und eigentlich Zeit bräuchtest, um Dich langsam an die neue Situation zu gewöhnen. Brustkrebs ist zwar kein Notfall, aber die notwendige Zeit zum Gewöhnen wirst Du vielleicht nicht haben. Andererseits hast Du Dich für die Chemo entschieden, was ich gut finde, Denn neben deren Wirkung bleibt Dir noch einige Zeit, weiter in Ruhe nachzudenken, vielleicht doch noch professionelle psychologische Hilfe zu suchen und eine intensivere Beratung zu den verschiedenen Optionen im Falle einer OP zu bekommen. Dass Du derzeit vielleicht Schwierigkeiten hast, die Situation realitätsnah zu betrachten, meine ich auch daraus zu schließen, dass Du als Alternative auch keine Behandlung und Deinen Tod in Betracht gezogen hast, um dem Verlust der Brust/der Brüste zu entgehen und ersichtlich dabei keine Vorstellung hattest, wie es dann weitergegangen wäre. Denn leider ist ein Tod aufgrund einer Krebserkrankung keiner, bei dem man einfach tot umfällt, sondern er wäre ebenfalls mit starken Veränderungen des Körpers einschließlich der Brust verbunden.
    Vielleicht noch ein Wort zu meiner eigenen Geschichte. Ich bin einige Monate nicht zum Arzt gegangen, obwohl ich den Tumor deutlich in der Brust getastet habe. Ich hatte totale Panik vor der Chemo und den Behandlungen, war wie paralysiert und dachte auch, "na dann sterbe ich eben daran". Das war auch völlig irrational und für andere kaum nachvollziehbar.
    Ich wünsche Dir alles, alles Gute für die erste Chemo am Montag, vor Allem wenig Nebenwirkungen. So kurz vor Weihnachten ja auch ziemlicher Mist. Du hattest noch nach dem Cortison gefragt. Da es ja nicht dauerhaft, sondern nur vor der Chemo im Vorlauf und kurz danach in Tablettenform verabreicht wird, hat es bei mir jedenfalls nicht zu einem aufgedunsenen Gesicht geführt. Ich sah nur an ein bis zwei Tagen nach der Chemo aus wie "Osram-Glühlampe". Insgesamt lagert sich aber dadurch im gesamten Körper im Verlauf der Chemo etwas Flüssigkeit an.
    Liebe Grüße Lythande
    Wenn Du in die Sonne siehst, liegt der Schatten hinter Dir
    Es gibt keinen Fahrstuhl zum Glück, Du musst die Treppe nehmen (Werner Bethmann). ▬|████|▬



  6. Registriert seit
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Suse - egal wie, ich drücke dir für Montag ganz fest die Daumen. Ganz ganz fest

    Sonst...

    Vergiss nicht, du hast immens die Panik! Du würdest deinen Lieben allen sicherlich sehr zuraten, dermaßen lebenswichtige Entscheidungen nicht allein aus einer akuten Panik heraus zu treffen. Sicherlich hast du bei deinen Teenagern auch schon mal zu "Gemach, gemach, drüber schlafen, Infos sammeln, keine Schnellschüsse" geraten - betreffend Piercings und Schulabbrüchen z. B.

    Oder deiner besten Freundin - die von ihrem Mann betrogen wurde und der dann irgendwann einfällt, dass der Opa noch eine Wehrmachtsknarre irgendwo versteckt hatte.

    oder deinem Mann, der kündigen wollte - oder so. Oder ganz anders. Du weißt, was ich meine

    Lass dich - bevor du dich dem nur negativen Kopfkino ergiebst (Kopfkino hat leider die Eigenschaft katastrophale Entwicklungen besonders real und farbig entwerfen zu können ) - UNBEDINGT, unbedingt von einem plastischen Chirurgen beraten. Ich wette , das kann dazu führen, dass die Welt wesentlich freundlicher aussieht....

    Geh Schritt für Schritt. Ein Schritt ist am Montag. Frag Montag auch gleich nach dem nächsten freien Psychotermin - Brüste hin oder her das wird dir gut tun. Lass dir wieder einen Termin geben.

    Und mach dir einen Termin bei einem plast. Chirurgen - vielleicht kennt dein Bruder einen. Hol dir Infos.

    zur Hormonlage ohne Brustkrebs - ob du mit 48 tatsächlich noch 10 glückliche, hormonstabile Jahre gehabt hättest wage ich aus meiner Erfahrung zu bezweifeln. Gibts. Ist aber selten. So selten, dass mit gut 50 in D statistisch gesehen der Spaß ein Loch hat = Alter der Menopause lt. Statistik....

    Wie es dir dann in - lt. Statistik - 2 Jahren ergangen wäre, weiß niemand. Vielleicht hättest du überhaupt nix gehabt, außer einem Plus im Budget wegen keine o.b. mehr - oder die totale Katastrophe mit schwitzen wie Schwein, mieser Laune und Schlafstörungen etc.

    Ob du eine Hormontherapie gemacht/vertragen hättest - weiß auch keiner. Die aktuellsten Empfehlungen einer Metastudie, die in Lancet (Branchenblattl ) veröffentlicht wurden sind streng: 1 Jahr! und nur wenn's wirklich brennt (buchstäblich beinahe...). Also nix mehr mit "5 Jahre und eh alles easy, da bioident...".

    Nur mal als bissl Reality-Check zu deinen Gedanken "was wäre gewesen, wenn....".

    Mach es Schritt für Schritt. Schau es dir an, hole dir Infos und denk immer daran, dass Angst ein mächtiger Ratgeber ist, aber dass die Angst IMMER nur das will, was sie kennt. Nicht, weil was anderes schlecht wäre - nein! Die Angst kennt bloß nix anderes. Die hat überhaupt keine andere Auswahl als "wie immer, bitte"...

    Montag denke ich an dich
    Geändert von R_Rokeby (20.12.2019 um 18:25 Uhr)

  7. Avatar von Zitronengras
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Ich war ab Beginn der Chemo etwa 2 Jahre in psychoonkologischer Behandlung. Das hat mir so sehr sehr geholfen, ich kann es wirklich nur empfehlen!
    No hell below us, above us only Sky...


  8. Registriert seit
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Ich hab gleich im neuen Jahr einen Termin bei einer Psychoonkologin.
    Im Moment sickert gerade alles rein. Das Gespräch beim Chirurgen war sehr ernüchternd. Leider bin ich seit dem komplett aus der Spur. So kenne ich mich überhaupt nicht. Mein Bruder hat mir auch schon vorgeworfen, ich würde alles negativ sehen. Stimmt, tu ich. Natürlich finde ich es gut, dass mir geholfen wird. Mir wird nur gerade klar, dass mein komplettes Leben sich nun radikal ändert. Das war mir vorher auch schon klar und ich habe mir ausgemalt, wie ich meine freie Zeit abfüllen und dass das ja ganz toll wird. Aber jetzt gerade kann ich alles nur schwarz sehen. Mimimimimi😭

  9. Moderation Avatar von lythande
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Liebe Supersuse,
    ich drücke Dich mal vorsichtig aus der Ferne, wenn ich darf. Ich finde, jede(r) mir der Diagnose Brustkrebs (oder einem anderen Krebs) hat alles Recht, deprimiert und verzweifelt zu sein.
    Ich habe gerade über die Veränderungen in meinem Leben durch den Krebs nachgedacht (ich war bei der Diagnose 55) und muss aus meiner subjektiven Sicht sagen: natürlich gab es Veränderungen in meinem Leben, aber das Meiste an äußeren Umständen ist so geblieben wie vorher. Ich habe nach wie vor dieselbe Arbeit gehabt und GsD ist auch mein Lebensgefährte an meiner Seite geblieben. Wir haben aufgrund der Erkrankung dann nach über 20 Jahren Zusammenleben geheiratet, auch damit mein Lebensgefährte für den Fall der Fälle abgesichert ist. Ich habe versucht, mehr Entspannung in mein Leben einzubauen, einige Wertigkeiten haben sich verschoben, aber ich meine aus meiner subjektiven Einschätzung, dass ich in meinem Wesenskern dieselbe geblieben bin, wie vor der Diagnose. Ich hatte allerdings auch das Glück, brusterhaltend operiert werden zu können, wenn auch nicht in der üblichen Art mit dem Schnitt unter der Brust. Ich schreibe das jetzt auf keinen Fall mit der Botschaft "alles nicht so schlimm", sondern wegen der möglichen unterschiedlichen Sichtweisen auf die Dinge.
    Liebe Grüße Lythande
    Wenn Du in die Sonne siehst, liegt der Schatten hinter Dir
    Es gibt keinen Fahrstuhl zum Glück, Du musst die Treppe nehmen (Werner Bethmann). ▬|████|▬


  10. Avatar von Tirza
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    AW: der schwere Abschied vom alten ich und die Angst vor dem neuen ich

    Hallo Supersuse!
    Zum Thema Lebensänderung: Ich kam damals frisch aus der Elternzeit und hatte total Lust, wieder unter Menschen zu sein. Habe einen Monat gearbeitet und bekam dann die Diagnose. Ich habe lange gedacht und gehofft, dass ich trotzdem weiter arbeiten kann. Das war totaler Quatsch, weil ich in einer Förderschule für Körperbehinderte gearbeitet hab - das ist bei Infektanfälligkeit keine gute Idee.
    Als ich dann nach der 1. Chemo im Krankenhaus lag, hätte ich am liebsten der Reinigungskraft anboten, ihren Job zu übernehmen. Ich wollte einfach raus aus der Situation!
    Es hat ein Weilchen gedauert, bis ich akzeptiert hatte, dass ich nun auch zu diesem "Krebs-Club" dazu gehöre.

    Wechseljahre: Ich war 38, als man mich in die Wechseljahre katapultierte (ich hatte keinen Brustkrebs, sondern Lymphdrüsenkrebs). Das geschah mit einer Spritze, um ggf die Eierstöcke zu schützen.
    Emotional und körperlich war das fies, aber machbar.
    Direkt am Anfang war ich dadurch (und natürlich durch den Schock der Diagnose) emotional sehr aufgebracht. Ich hätte meinen Mann fast rausgeworfen und war ziemlich hart zu manchen Freundinnen.
    Mir hat es geholfen zu wissen, dass das die Hormone sind, die mir da geklaut wurden.

    Zur Chemovorbereitung:
    Zieh etwas bequemes an, nimm ein paar Bonbons mit (falls du diesen Geschmack bekommst), vielleicht magst du ein Hörbuch/Musik mitnehmen oder eine Zeitung?
    Ich hab mir immer ein Wohlfühlpaket gepackt.

    In der Zeit danach plane ausruhen und frische Luft ein. Spazieren hat mir immer gut getan.

    Meine Haut wurde empfindlicher, ich bin auf sensitives Duschgel umgestiegen.

    Es ist anfangs alles furchtbar und man/ Frau kann sich gar nicht vorstellen, wie das alles wird.
    Aber dann stellte ich fest: es gibt so viele, die leider auch in diesem Club sind. Ich habe so tolle Menschen kennengelernt und gute Gespräche geführt. Sicher, ich wollte keinen Krebs, aber die Menschen, die ich dadurch kennenlernen durfte, haben mich irgendwie "reicher " gemacht.

    Ich bin übrigens jetzt 5 Jahre nach der letzten Chemo. Meine Kinder sind nun 7 und 10 Jahre. Ich arbeite wieder zu 65%.

    Ich wünsche dir alles Gute für morgen!
    Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen glücklich zu sein!

    Voltaire

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