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  1. Registriert seit
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    Hoffentlich nur Kurzaufenthalt "gebucht"

    Hallo Ihr Lieben,

    seit Montag bin ich nun auch offiziell "dabei".

    DCIS low-grade, hormonpositiv, 7 mm . Therapie: OP und 6 Wochen Strahlentherapie.


    Die begleitenden Gefühlsachterbahnen und Schleuderwaschgänge brauche ich euch ja nicht zu erklären. Gestern war ein totaler Wut-Tag ("Verdammt, ich hatte so total andere Pläne!!" Klar, wer plant schon krebskrank zu sein?).
    Bis zum Termin im BZ am Donnerstag konnte ich die Diagnose nur abwehren, das war so unwirklich, surreal. Nee, kann nicht sein. Ich musste zigmal den Befundbrief mit der Diagnose lesen. Dem Krebsregister ist mein Fall auch schon gemeldet. Soso. Und der schlechte Traum hörte und hörte nicht auf. Das Aufwachen kam nicht.
    Vor dem Termin im BZ hatte ich eine Heidenangst. Ich befürchtete mich schon entscheiden zu müssen ob ich mit einer Abnahme der Brust einverstanden sei wenn dies empfehlenswert sei. oder anderer solcher Dinge. Das Gespräch dort hat mich dann doch sehr erleichtert. Die Diagnose und die Therapieempfehlung wurden besprochen und zuletzt der OP-Termin geplant.
    In meinem Fall sind weder Chemo- noch Antihormontherapie angezeigt. Juchuuuuuuuuhhhh!!!!! (Meine FÄ hatte noch von einer AHT von 5-10 Jahren gesprochen). Alles läuft jetzt seinen Weg.

    Den Donnerstag bin ich dann nur noch mit Honigkuchengrinsen geschwebt. So heftig habe ich mich schon lange nicht mehr gefreut, glaube ich.

    Dennoch bleiben Ängste:

    Ich habe ziemlich Schiss vor der OP. Ich bin noch nie operiert worden, hatte nie eine Vollnarkose. Vor allem habe ich Angst davor, dass ich nicht loslassen kann um mich, also meine Brust, vertrauensvoll in die Obhut der Ärzte begeben zu können.
    Und wie sehen die ersten Tage danach aus? Wie bewegungseingeschränkt werde ich sein? Kann ich etwas tragen, einkaufen gehen? Alltag alleine bewältigen?

    Ausserdem sorge ich mich um meine Absicherung. Ende März habe ich meinen letzten Job aufgegeben, wollte mir eine Auszeit gönnen und hätte - wäre mir die Diagnose nicht dazwischen gekommen - auch schon wieder mit Bewerbungen begonnen. Ich wollte mich nicht arbeitslos melden und ALG beantragen, da es in meiner Branche zur Zeit sehr gut möglich ist ad hoc wieder einzusteigen. Aber jetzt werde ich wohl nicht darum herum kommen, oder? Zumindest um mir den Versicherungsschutz der Krankenkasse zu sichern?

    Die Ärztin im BZ erzählte, dass viele Frauen während der Strahlentherapie arbeiten gehen. Aber wie sieht es mit einem neuen Jobeinstieg aus, wenn man vielleicht nicht total Gas geben kann? Wie offen kann ich da gegenüber neuen Arbeitgebern sein? Startet man da nicht mit einer saublöden Rolle, wenn man sich dort gleich als
    "die Kranke" vorstellt ( zumal ja bei vielem bei dem Wort "Krebs" das Kopfkino losgeht)?

    Zudem muss ich die Dozenten, deren Veranstaltungen ich belegt habe - ich studiere berufsbegleitend - informieren. Eine der Prüfungen muss ich dringend dieses Semester ablegen, die ist nicht verschiebbar.

    Puh, so vieles an das ich denken muss. Hoffentlich vergesse ich nichts wesentliches.







    PS: Ich finde den Umgangston hier angenehm, freundlich, nicht dramatisierend oder panikverbreitend, sondern Mut machend.


  2. Registriert seit
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    AW: Hoffentlich nur Kurzaufenthalt "gebucht"

    Hi Das ist doch schon mal eine super Nachricht, dass Du keine Chemo brauchst! Mache Dir keine wilden Gedanken bzgl. OP, das ist ein Routineeingriff, Du wirst auch nicht so lange eingeschränkt sein, wenn brusterhaltend operiert wird. Hast Du denn jemanden, der Dich ins KH begleitet? Wenn es Deine erste OP ist, ist das sicher beruhigend. Mit der Sache bzgl. Arbeit kann ich nicht viel sagen, aber ich verstehe, dass das eine blöde Situation ist. Kannst Du das nicht irgendwie überbrücken wenn es nur 6 - 8 Wochen sind? Alles Gute


  3. Registriert seit
    31.07.2015
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    AW: Hoffentlich nur Kurzaufenthalt "gebucht"

    Wegen der Krankenversicherung solltest du dich in jedem Fall arbeitslos melden. Wie bist du denn im Moment versichert? So eine Meldung ist auch bei kurzen Zeiten wichtig für die spätere Rente, da sollte man keine Lücken im Sozialversicherungsverlauf haben...
    Ich wünsche dir alles Gute!
    LG Pia


  4. Registriert seit
    01.05.2019
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    AW: Hoffentlich nur Kurzaufenthalt "gebucht"

    Danke, Jule

    Es soll nur der Tumor mit Sicherheitsrand herausgenommen werden.Ich denke, hierfür müssen sie mich nicht allzu weit aufschneiden. Die OP soll eine halbe Stunde dauern. Narkosiert werde ich für 2-3 Stunden sein. Das klingt alles so mini. Auch soll der Tumor nicht während der OP - wie ich es jetzt oft gelesen habe - sondern danach untersucht werden.


    Ich bin seit Anfang April raus aus dem Job. Die Akuttherapie wird voraussichtlich bis Ende Juli gehen. Die eigentlichen Lebenshaltungskosten sind nicht das Problem, sondern der Versicherungsschutz. Meiner Erfahrung nach meckern die nicht wenn man 1 oder 2 Monate ohne Job ist und sich in der Zeit selbst finanziert, danach verständlicherweise schon.

    Ich habe für morgen schon den Gang zur Krankenkasse geplant, auch damit die von mir die Rückmeldung haben, dass ich weiterhin gesetzlich versichert bleiben will.

  5. Inaktiver User

    AW: Hoffentlich nur Kurzaufenthalt "gebucht"

    Hallo,

    Es tut mir leid, dass du hier bei uns bist. Ich drück dir alle Daumen, dass alles gut geht und du schnell wieder gesund bist. Ich würde mich an deiner Stelle auch arbeitslos melden. Das ist sicherer und Sicherheit brauchst du jetzt.

    Ich stecke noch in der Chemo fest, kann deshalb zu op und strahle nicht viel beitragen. Ich hoffe, du fühlst dich gut aufgehoben bei deinen Ärzten und kannst dir wenigstens so ein bisschen die Ängste nehmen lassen.


  6. Registriert seit
    01.05.2019
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    AW: Hoffentlich nur Kurzaufenthalt "gebucht"

    pia und Floppy,

    danke für eure Anteilnahme.

    Der Versicherungsschutz ist nicht sofort weg, wenn man ein Arbeitsverhältnis beendet. Der läuft weiter, die KK meldet sich dann nach gewisser Zeit und möchte wissen woher die weiteren Beiträge kommen: entweder aus einen neuen Arbeitsverhältnis , von der Arbeitsagentur oder ob man sich freiwillig in der gesetzlichen KK versichern will, z.B. wenn man sich selbständig macht.

  7. Avatar von Inisheer
    Registriert seit
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    AW: Hoffentlich nur Kurzaufenthalt "gebucht"

    Liebe Salznuss, ich bin auch seit zwei Wochen "dabei". Die Gefühle, die du schilderst, kommen mir sehr vertraut vor. Ich dachte anfangs immer mal wieder: nee, da muss ein Irrtum vorliegen!
    Die Narkose find ich jetzt auch nicht so prickelnd, aber ich will das Ding raus haben! Die anderen hier haben mir wunderbar Mut gemacht (danke, ihr!).
    Ich studiere auch noch mal, berufsbegleitend, derzeit schreibe ich (theoretisch) an meiner Bachelorarbeit, bin aber seit Monaten (seit Oktober wieder Vollzeit in Dreischicht) nicht wirklich dazu gekommen. Manchmal denke ich, der Druck hat mich krank gemacht...
    Ich wünsche dir von Herzen alles Gute!
    I.

  8. Inaktiver User

    AW: Hoffentlich nur Kurzaufenthalt "gebucht"

    Inisher, das darfst du nicht denken. Es ist Schicksal, aber du trägst keine Schuld daran. Zweifel nicht an dem Weg, den du gegangen bist. Drück dich!


  9. Registriert seit
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    AW: Hoffentlich nur Kurzaufenthalt "gebucht"

    Hallo Inisheer,

    schön, dass da auch noch ein Newbie in einer Disziplin ist, die wir uns freiwillig nie gesucht hätten.

    Ja, das mit dem Stress war exakt mein erster Gedanke. Die letzte 2 Jahre im Job waren sehr von psychischen Druck gezeichnet. Ich habe oft gedacht, ich setze mich ein für die Gesundheit und tolle Lebensqualität anderer Menschen und büsse dafür meine eigene ein. Und zack kommt so eine Diagnose!

    Ich schiebe den Gedanken aber weg. Ich bin zwar nicht schuld an meiner Erkrankung, den Schuh würde ich mir auch nicht anziehen, aber mir ist sehr gelegen in einem neuen Job anders als zuvor zu arbeiten. Die Aspekte, die mich belastet haben, möchte ich nicht wieder haben.

    Meine FÄ hat mir angeboten mich sofort krank zu schreiben. Wäre dies bei dir nicht auch möglich? Sollte es dir in der AU-Zeit zu langweilig sein, kannst du die Zeit für deine BA-Arbeit nutzen.

  10. Avatar von Inisheer
    Registriert seit
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    AW: Hoffentlich nur Kurzaufenthalt "gebucht"

    ach herrjeh, krieg ich gleich Pipi inne Augen, Floppy, du Liebe! Danke...
    Habt ihr nicht manchmal den Gedanken, was an eurer Krankheit schuld sein könnte?
    Salznuss, du musst deinem zukünftigen Arbeitgeber gar nicht sagen, was du hast, nee? Ich weiß ja nicht, was du arbeitest, aber vielleicht lässt sich das gut mit der Therapie vereinbaren. Keine Ahnung, was die Strahlentherapie mit einem macht. Mir stehts auch noch bevor...

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