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  1. Inaktiver User

    Mammographie-Screening: Risiko "Überdiagnose"?

    Hallo zusammen,

    erstmals habe ich die Standard-Einladung zum Mammographie-Screening bekommen und den Flyer "Entscheidungshilfe" durchgelesen.

    Das Argument "Überdiagnose", welches als Argument gegen eine Teilnahme aufgeführt wird, verstehe ich zwar intellektuell, kann es aber für mich nicht einordnen.
    Vor allem sehe ich eine Unlogik in der Argumentation am Flyer-Beispiel der 65jährigen Andrea. (Diese hat einen Tumor, der früherkannt wird, behandelt wird, aber an dem sie nicht gestorben wäre, womit die Behandlung unnötig gewesen war.) Was ich hier nicht nachvollziehen kann: Zum Zeitpunkt der Entdeckung und auch zum Zeitpunkt der Behandlung weiß doch keiner, dass sie an diesem Tumor nicht gestorben wäre. Wie kann das dann als Argument gegen eine Behandlung angeführt werden?

    Irgendwie stehe ich hier auf dem Schlauch oder sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht.

    Daher möchte ich Euch fragen, wie Ihr diesen Überdiagnose-Punkt bewertet.
    Auf die angebotenen Vorbesprechungstermine mit mir unbekannten Ärzten lege ich bei dieser Frage keinen Wert. Mir reicht dazu die Sicht meines Arztes und ein Stimmungsbild aus der BRI. (Bei konkreten Befunden hingegen finde ich das Einholen mehrerer Ärzte-Meinungen natürlich sinnvoll.)
    (Meine Entscheidung für eine Teilnahme steht übrigens aktuell zu 95% fest.)

    Danke schonmal für Feedback!

  2. Inaktiver User

    AW: Mammographie-Screening: Risiko "Überdiagnose"?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Zum Zeitpunkt der Entdeckung und auch zum Zeitpunkt der Behandlung weiß doch keiner, dass sie an diesem Tumor nicht gestorben wäre.
    Wenn der Tumor operativ entfernt und im Anschluss untersucht wurde, lässt sich ziemlich genau sagen, was für einer das war und ob er bösartig war.

  3. Inaktiver User

    AW: Mammographie-Screening: Risiko "Überdiagnose"?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn der Tumor operativ entfernt und im Anschluss untersucht wurde, lässt sich ziemlich genau sagen, was für einer das war und ob er bösartig war.
    Das ist mir klar, aber diese Information liegt doch erst nach der OP vor, also nachdem eine eventuelle "Überbehandlung" bereits erfolgt ist. Inwiefern kann die Tatsache, dass sich nach der OP herausstellt, dass ein Tumor sehr langsamwachsend oder gutartig war, ein Argument gegen eine Mammographie sein, wenn vor der OP offen ist, wie es ohne eine OP weitergehen würde?


  4. Registriert seit
    18.07.2018
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    508

    AW: Mammographie-Screening: Risiko "Überdiagnose"?

    Vielleicht erklärt dieser Artikel im Ärzteblatt ganz gut was gemeint ist: "Überdiagnose: Ökologische Studie bezweifelt Wirkung der Mammographie" .

    Einfach bei Google den Begriff Ärzteblatt und den Titel des Artikels eingeben.

  5. Avatar von Perlengazelle
    Registriert seit
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    AW: Mammographie-Screening: Risiko "Überdiagnose"?



  6. Registriert seit
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    11.615

    AW: Mammographie-Screening: Risiko "Überdiagnose"?

    Ich verstehe das so:

    Wenn 1000 Frauen ab dem 50.ten Geburtstag regelmäßig zur Mammographie gehen, bekommen 9 von 12 eine Überdiagnose.
    Sie sind der Strahlenbelastung ausgesetzt, es wird ein kleiner Tumor gefunden, sie sind der nervlichen Belastung durch die Diagnose und dem OP Risiko ausgesetzt, wegen eines Tumors, an dem sie unbehandelt nicht gestorben wären.
    Demgegenüber stehen 2 bis 6 Frauen, bei denen ein lebensbedrohlicher Tumor frühzeitig genug gefunden wurde.

    Ich sehe es ( für mich) so:
    Vergleichbar mit den Untersuchungen während der Schwangerschaft. Will ich absolut sicher gehen, ein gesundes Kind zu bekommen? Dann mache ich alle angebotenen Untersuchungen. Oder sage ich- nein, ich nehme auf jeden Fall, was kommt- dann komme ich mit einem Minimum aus.

    Ich würde abwägen: Mein persönliches Risiko an Brustkrebs zu erkranken, mein persönliches Sicherheitsbedürfnis im Verhältnis zur Strahlenbelastung und evtl unnötigen OP Risiko.

  7. Inaktiver User

    AW: Mammographie-Screening: Risiko "Überdiagnose"?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das ist mir klar, aber diese Information liegt doch erst nach der OP vor, also nachdem eine eventuelle "Überbehandlung" bereits erfolgt ist.
    Simples Beispiel: Wenn ein Tumor beim Screening entdeckt wird, der vielleicht in 20 Jahren zum Problem wird, wird er es eben NICHT, wenn die Frau schon 70 oder 80 ist, also lange vorher an etwas anderem sterben wird.

    Ich sehe es wie sasapi: Das muß jeder für sich entscheiden. Und an sollte es vom persönlichen (bekannten) Risiko in der Familie abhängig machen, sprich: Gibt es da häufiger BK ?

  8. Avatar von Antje3
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    13.166

    AW: Mammographie-Screening: Risiko "Überdiagnose"?

    Es war oft der Vorwurf, die Mammographie würde in den Infoblättern schön geredet und die Risiken verschwiegen. Daraufhin wurden die Blätter überarbeitet und auch die kritischen Aspekte aufgeführt, um möglichst neutral Entscheidungshilfe zu bieten. Letztlich ist es eine persönliche Entscheidung.

    Ich persönlich schätze die Möglichkeiten, die mir mit Vorsorgeuntersuchungen geboten werden und leide nicht unter irrationaler Schwarzseherei. Hätte ich einen Befund, könnte ich mir immer noch Gedanken machen wie ich weiter verfahren will und abwägen. Aber um entscheiden zu können muss ich erstmal Wissen haben. Kopf in den Sand stecken ist nicht meins.
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

  9. Avatar von Sandra71
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    AW: Mammographie-Screening: Risiko "Überdiagnose"?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und an sollte es vom persönlichen (bekannten) Risiko in der Familie abhängig machen, sprich: Gibt es da häufiger BK ?
    Die wenigsten Brustkrebse sind genetisch bedingt.

  10. Avatar von Sandra71
    Registriert seit
    06.04.2005
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    15.481

    AW: Mammographie-Screening: Risiko "Überdiagnose"?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Vor allem sehe ich eine Unlogik in der Argumentation am Flyer-Beispiel der 65jährigen Andrea. (Diese hat einen Tumor, der früherkannt wird, behandelt wird, aber an dem sie nicht gestorben wäre, womit die Behandlung unnötig gewesen war.) Was ich hier nicht nachvollziehen kann: Zum Zeitpunkt der Entdeckung und auch zum Zeitpunkt der Behandlung weiß doch keiner, dass sie an diesem Tumor nicht gestorben wäre. Wie kann das dann als Argument gegen eine Behandlung angeführt werden?
    Ich sehe das genauso wie du.

    Dass der Tumor behandelt wurde, wird ja vermutlich bedeuten, dass er bösartig gewesen ist...ein gutartiger Tumor muss weder entfernt, noch in irgendeiner Form behandelt werden.

    Und in diesem Zusammenhang die Aussage zu treffen, sie wäre an dem Tumor nicht gestorben, finde ich schlichtweg unseriös.

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