Dieses Denken " wenn ich mit dem Schlimmsten rechne, dann trifft es mich nicht so hart wenns dann so ist" funktioniert nicht. Zum Einen kann man sich eh nie drauf vorbereiten und zum Anderen vergiftet man seine Lebenszeit damit.
FrolleinRabe, schau was dir gut tut. Vielleicht wirklich mal eine Forenabstinenz?
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18.07.2016, 10:01
AW: Wieso sterben sie alle?!
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18.07.2016, 14:41Inaktiver User
AW: Wieso sterben sie alle?!
Ich schreibe aus gutem Grund nicht in diesem Strang mit, weil ich quasi das komplette Gegenteil von Frollein Rabe bin - und weil ich es tatsächlich schon seit fast einem Jahr schaffe, den Krebs (und das ganze, lästige Gedöns drumherum) (und die Informationen, die ich gar nicht haben will) (und irgendwelche düsteren Prognosen) einfach auszublenden.
Doch, ja - das geht!
Das ist vermutlich so eine besondere Art des ZEN-Buddhismus, nennen wir es BeKaZEN: nicht alle, die diese Krankheit haben, sterben daran. Nicht alles, was schiefgehen kann, wird schiefgehen. Nicht jede Nebenwirkung, die auftreten kann, wird bei mir auftreten. Nicht alles, was ich lese, wird auch auf mich zutreffen.
Nicht jedes Wehwehchen bedeutet meinen Tod.

Alles Gute und vor allen Dingen: gute Gedanken für alle hier, die gerade etwas trübsinnig sind.
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18.07.2016, 17:44
AW: Wieso sterben sie alle?!
Frollein Rabe, ich halte die Idee, Dir psychologische Hilfe zu suchen, auch für sehr gut. Ich hab nach Abschluss der Akuttherapien damit angefangen und weitergemacht, bis ich zu weit weg gezogen bin. Es kann Dir dabei helfen, einen Weg zu finden, mit der Angst umzugehen.
Es sind hier übrigens nicht mehr alle ganz akut betroffen, wobei die, bei denen die Therapien schon länger her sind, teilweise nur noch selten schreiben. Ich hab demnächst 7jähriges Diagnosejubiläum und bin bisher rückfallsfrei
. Und im übrigen kenne ich auch eine ältere Dame - Nachbarin meiner Mutter - die mit 38 BK hatte (so wie ich) und die inzwischen über 70 ist, ohne je wiedererkrankt zu sein.
Liebe Grüße
sunny
Moderation im Brustkrebsforum, ansonsten normale Userin
"Zweierlei eignet sich als Zuflucht vor den Widrigkeiten des Lebens: Musik und Katzen"
(Albert Schweitzer)
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20.07.2016, 18:03
AW: Wieso sterben sie alle?!
Schonwieder...
Ich habe mich gerade wieder gefangen.
Sitze eben beim Essen vor dem Fernseher - da kommt es im Fernsehen! Shannon Dohertys "tapferer Kampf" gegen den Brustkrebs. Klingt so mitleiderregrnd. Als hätte sie ihn schon verloren.
Sie zeigen, wie sie sich schonmal die Haare abrasiert.
Wieso macht sie jetzt erst Chemo, wenn ihre Diagnose schon im August 2015 war?
Und wieso vergeht keine Woche mehr, in der berichtet wird, wie junge Frauen an Brustkrebs leiden/sterben...?!?!?"And it's hard to dance with a devil on your back - so shake him off!"
(Florence & the Machine)
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20.07.2016, 18:40
AW: Wieso sterben sie alle?!
Warum Frau Doherty was wie macht wissen wir nicht und du solltest bedenken, daß die YellowPress in erster Linie die Sensationsgier befriedigt und solche Berichterstattung Quote bringt. Grosse Gefühle, Drama, Tod. Die Alltagsgeschichten will keiner hören, da nicht intetessant.
Und es ist auch nicht zielführend davon zu sprechen das jetzt " keine Woche mehr vergeht ohne Bericht über junge sterbende Frauen". Du hast genau drei Personen aufgezählt, über deren Tod dieses Jahr berichtet wurde.
Es sind zB dieses Jahr unglaublich viel mehr Menschen bei Terroranschlägen gestorben, man scheint sogar gefährdet wenn man im Regionalexpress sitzt.......hast du da auch Angst davor, dass du zum Opfer werden könntest?
Ist kein so richtig gutes Beispiel, aber ich finde man sollte Fakten vom gefühlt empfundenem Risiko trennen. Da über 80 Prozent der Frauen den Brustkrebs überleben, ist die Frage" Warum sterben sie alle?" so rein faktisch einfach falsch.
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20.07.2016, 19:53
AW: Wieso sterben sie alle?!
Ich bin das erste Mal 2003 an Brustkrebs erkrankt, brusterhaltend operiert und betrachtete mich nach 45 Bestrahlungen als geheilt. Im Sommer letzten Jahres wurden Metastasen auf der Lunge und dem Skelett festgestellt.
Der Lungenarzt verwies mich weiter an eine Onkologin mit der Mitteilung, ‘dein Krebs ist unheilbar, aber wir werden versuchen, aus dir eine chronische Patientin zu machen’.
Nach einer Chemo-Kur , die ich ohne grosse Probleme und den Verlust meines Kopfhaars (dank sei der cold-cap) hinter mich gebracht habe (die letzte war am 13.1.) bin ich jetzt also eine chronische Patientin und es geht mir GUT. Ich bekomme jetzt (und das bis an mein Lebensende – ich bin 70 Jahre alt) eine Anti-Hormon-Therapie (Letrozol) und einmal monatlich einen “Knochenverstärker” (XGeva) injiziert.
Zusätzlich trinke ich seit September letzten Jahres täglich ein Gebräu, das ich aus Chaga herstelle. Die bisherigen scans haben ausgewiesen, dass die Tumore seitdem bedeutend kleiner geworden sind.
Chaga ist ein Pilz, der an Birken im (hauptsächlich) nördlichen Teil der Welt (Canada, Russland) wächst. Mein Sohn brachte mir diesen Pilz in getrockneter Form und wenn ich den Vorrat aufgebraucht habe, werde ich Chaga Puder über das Internet beziehen. Ich glaube an die Wirkung dieses Pilzes und die Reduzierung der Tumore bestätigt dies meiner Meinung nach.
Mit meinem Beitrag möchte ich zeigen, dass auch ein Rezidiv, vor dem sich die meisten Patientinnen fürchten, nicht das Ende bedeuten muss.
Ich wünsche Euch allen die Kraft zum Glücklichsein – trotz allem.Fly with the eagles, scratch with the chickens
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20.07.2016, 19:58
AW: Wieso sterben sie alle?!
"Schuld" an dem Eindruck sind auch so Leute wie ich
, vor 7 Jahren mit 39 erkrankt mit vollem Programm und jetzt seitdem gesund, rückfallfrei und schwerbehindertenstatus-frei
. Ich gucke nur noch selten mal besuchsweise ins Forum, das Thema ist nicht mehr so präsent.
Klar, ploppt es immer wieder mal hoch. Aber nur vorübergehend.
Es heißt zwar, traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Aber in dem Fall ist die Statistik vielleicht sogar beruhigender als unsere gefühlte, verzerrte Wahrscheinlichkeitseinschätzung.
Und psychoonkologische Hilfe ist auf jeden Fall empfehlenswert.
Liebe Grüße Anda
Das Leben ist ein Abenteuer der Seele.
Everything is okay in the end. If it's not okay, then it's not the end.
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20.07.2016, 22:03
AW: Wieso sterben sie alle?!
Hallole
bin mittlerweile eher selten hier und habe die Beträge gerade überflogen.
Für die, die mich nicht kennen.
Vor mehr als 14 Jahren Diagnose okultes malignes Melanom - Lymphknotenmetastase. Lebenserwartung sehr bescheiden. - nach 4 Jahren Lungen-Meta - Prognose bescheiden. Ich habe überlebt.
Seit 2012 BK, auch den habe ich überlebt und gedenke das auch weiterhin zu tun.
Es gibt so viele Beispiele von Erkrankten, die dem Schicksal getrotzt haben. Leider häuft es sich gerade in den Medien von Todesfällen. Aber, wie andere schon geschrieben haben, von denen, die es geschafft haben, hört man einfach nicht so viel.
Also Mädels, auf in den Kampf ...............
Liebe Grüssle Sybille
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Leben heißt nicht zu warten, dass der Sturm vorbei zieht.
Leben bedeutet zu lernen im Regen zu tanzen.
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21.07.2016, 16:45Inaktiver User
AW: Wieso sterben sie alle?!
Hör mir auf mit der - ich konnte sie schon bei Beverly Hills 90210 nicht leiden und so leid es mir für sie tut, so wenig kann ich damit anfangen, dass sie ihre Erkrankung jetzt (jetzt! - die Diagnose ist nicht mehr ganz so frisch und sie hat ihre Produktionsfirma verklagt, weil die nicht dafür gesorgt hat, dass ihre Krankenversicherung auf sicheren Füssen steht!) so PR-wirksam in die Öffentlichkeit trägt... die "tapfere Frau". Echt jetzt.
Nervt!
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22.07.2016, 08:07
AW: Wieso sterben sie alle?!
Ich danke Euch für Eure zuversichtlichen Kommentare.

Ich dachte eigentlich auch, dass ich etwas "kampfeslustiger" wäre. War ich auch eine Weile.
Aber irgendwie dominiert gerade die totale Angst.
Liegt vielleicht auch daran, dass seit ein paar Wochen meine "gesunde" Brust schmerzt. So diffus. Mal ein Stechen hier, ein Brennen da. Heute Nacht zum Beispiel bin ich davon aufgewacht. Ich lag auf der "gesunden" Brust und es brannte auf einmal total. Ich taste aber jeden Tag ungefähr 100 Mal
ab und fühle nix. Alles ganz weich. Und vor 7 Monaten war da ja angeblich auch noch nix zu sehen, bei Ultraschall, Mammo und MRT. Kann denn da innerhalb von 7 Monaten irgendwas so gewachsen sein, dass es schon Schmerzen macht?
Ich muss vielleicht nochmal dazu sagen, dass ich erst auf der kranken Seite brusterhaltend operiert worden bin. Anschließend hat der Pathologe jedoch festgestellt, dass um den Tumor herum noch ganz viele minikleine (unter 1,0mm) Herde waren, die man auf keinem bildgebenden Verfahren sehen konnte. Deswegen musste ich dann nochmal operiert werden. Ich wollte nicht, dass die "auf gut Glück" nochmal nachschneiden und dann anschließend wieder in der Pathologie festgestellt wird, dass da immer noch 'was ist. Also habe ich mich für eine "nipple sparing masektomy" entschieden. Das komplette Gewebe wurde ausgeräumt, nur meine Haut und die Brutwarze sind erhalten geblieben. Und es stellte sich heraus, dass dieses Mal "alles im Gesunden entfernt" wurde, also nichts mehr noch an der Brustwand war, oder so.
In der ehemaligen Brust ist jetzt ein Expander als Platzhalter (Wiederaufbau mit Eigengewebe März 2017). Anschließend wurde 28 Mal bestrahlt, sicherheitshalber. Seit 11 Wochen Tam. Keine Chemo, weil Ki67=10% (gering zellteilungsaktiv), Oncotype Score 14 (niedriges Rückfallrisiko).
Ich hab' das alles, wie ich fand, locker hinter mich gebracht, bin ja nach der 2. OP auch direkt 3 Wochen später wieder arbeiten gegangen, nach der Arbeit dann immer zur Bestrahlung.
Aber jetzt frage ich mich natürlich, ob in der anderen Brust nicht auch ganz viele kleine Herde sind, die bisher keiner gesehen hat. Aber würden die denn schon Schmerzen machen, wenn die vor 7 Monaten noch nichtmal zu sehen waren?
Oder kann das auch mit der anderen Brust irgendwie zusammenhängen? Die tut mir ja immer noch zwischendurch weh (vor allem jetzt, wo's so warm ist), die Bestrahlung ist ja erst seit 3 Monaten vorbei. Oder mit den entfernten Lymphknoten auf der Seite? Ich meine, es ist ja schließlich ein Lymphsystem.
Ich weiß, dass hier keiner von Euch eine Diagnose stellen oder sowas aus der Ferne beurteilen kann.
Aber am Montag hab' ich Geburtstag und ich will nicht vorher noch wissen, dass alles wieder von vorne losgeht. Am 08.08. hab' ich Termin zur Nachsorge bei der Gyn. Spätestens dann werde ich es wohl genauer wissen...
Es ist alles eine einzige Schei**e...
P.S.: Inzwischen habe ich gelesen, dass Shannen Doherty die Diagnose schon im März 2015 bekommen hat und also noch über ein Jahr mit dem Tumor in der Brust herumgelaufen ist.
Dass die Ärzte sowas zulassen!
"And it's hard to dance with a devil on your back - so shake him off!"
(Florence & the Machine)



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