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    Arbeiten während der Chemo?

    Hallo,

    auch wenn ich erst nochmal operiert werde, mache ich mir schon mal Gedanken für die Chemo-Zeit.

    Gibt es hier jemanden, der während der Chemo-Phase arbeiten gegangen ist?

    Ich weiß ich soll eigentlich mehr an mich denken, aber ich kann nicht anders.

    LG

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    AW: Arbeiten während der Chemo?

    Liebe Katze73,
    ich weiß nicht, was du von Beruf bist.
    Von manchen weiß ich, dass sie stundenweise ins Büro gegangen sind.
    Für mich ist es nicht in Frage gekommen.
    Wenn es irgendwie geht, solltest du aber trotzdem Ruhe und Zeit für dich haben.
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sowieso sein Leben ändern muss und man kann auch gleich damit anfangen.
    Liebe Grüße von ninuma
    "Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen." (John Lennon)

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    AW: Arbeiten während der Chemo?

    Hallo Katze,

    ich würde auch eher abraten. Meiner Erfahrung nach braucht man die guten Tage, um für die schlechten Kraft zu sammeln. Und unter Umständen werden die guten Tage mit der Zeit eh weniger...

    Mich hat es psychisch immer etwas runtergezogen, dass, kaum hatte ich den einen Schlag verkraftet und mich wieder berappelt, der nächste kam, der mich wieder erst mal in die Knie gehen ließ. Umso wichtiger war mir, in den guten Zeiten schöne Dinge vorzuhaben, auf die ich mich freuen konnte. Mit regelmäßiger Arbeit wäre das nicht gegangen.

    Chemo ist normalerweise kein Horrortrip, aber auch kein Spaziergang. Du wirst Deine Kräfte brauchen, also nimm Dir ruhig die Zeit. Es sei denn, Du ziehst enorm viel Energie aus Deiner Arbeit.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Arbeiten während der Chemo?

    Das kommt darauf an, was du beruflich machst und wie gut du die Chemo verträgst. Ich gehe davon aus, dass du dich damit vertraut gemacht hast, was Chemotherapie im Körper bewirkt. Es werden ausnahmslos alle Organe geschädigt, fieserweise macht das Gehirn da keine Ausnahme. Wikipedia gibt unter dem Stichwort "Chemobrain" eine ganz gute Beschreibung dazu.

    Meine Chemotherapie (5-Fluorouracil) hatte Nebenwirkungen, die mich fast wieder ins Krankenhaus gebracht haben. Die Dosis musste verringert werden und der Arzt hat ernsthaft den Abbruch der Sache erwägt.

    Ich bin selbstständig und verdiene mir mein Einkommen mit kreativem Schreiben. Das passt natürlich wie die Faust aufs Auge. Meine Stammkunden wissen nichts von der Geschichte, haben natürlich weiterhin ihre regelmäßigen Aufträge geschickt und ich bin zum ersten Mal im Leben unfreiwillig in die Knie gegangen. Ich habe meine Leistungsfähigkeit komplett überschätzt und mein Körper hat mir gnadenlos die Grenzen gezeigt.

    Wenn deine berufliche Tätigkeit also hauptsächlich Anwesenheit und relativ wenig Verantwortung erfordert, dann ist es bis zu einem gewissen Grad machbar. Sind jedoch non-stop Schnelligkeit, Präzision, Entscheidungsfähigkeit und Virtuosität, kurz: jede Menge Adrenalin gefragt: unbedingt Finger weg! Das hat nichts mehr mit "inneren Schweinehund überwinden" und "sich zusammenreißen" zu tun, es geht einfach nicht mehr und die Quälerei solltest du dir ersparen.

  5. Inaktiver User

    AW: Arbeiten während der Chemo?

    Ich bin während der Chemo arbeiten gegangen, d.h. in der Chemowoche bin ich zu Hause geblieben und die Nichtchemowoche arbeiten gegangen. Die Chemo hatte ich alle 2 Wochen. Das Arbeiten hat mir sehr gut getan.
    Und ich bin halbe Tage arbeiten gegangen. Ich muss aber einfach hinzufügen, dass ich zu der Zeit einen absolut anspruchslosen Buerojob hatte. Für mich war es eine gute Ablenkung. Die Chemo hat nämlich auch wirklich Einfluss auf das Gehirn und man kann sich nicht mehr so gut konzentrieren. Hätte ich zu diesem Zeitpunkt einen Job als Betriebswirtin gehabt......nein.....das wäre absolut nicht machbar gewesen.

    LG Paula

  6. Inaktiver User

    AW: Arbeiten während der Chemo?

    Ich hatte gleich die Aussage bekommen, dass geht gar nicht in ihrem Beruf. Zu dieser Zeit habe ich in einer Grundschulbetreuung gearbeitet und das ist wegen der Infektionsgefahr ein Unding. Am Anfang von den Chemos hätte ich körperlich, nach der ersten Woche arbeiten können aber gegen Ende wäre das unmöglich gewesen. Wenn es mir gut ging habe ich mir immer schöne Dinge vorgenommen, dass hat geholfen.

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    AW: Arbeiten während der Chemo?

    Kommt auf den Job an und auf die Chemo die Du bekommst und dann sind dann noch die eigene Individualität wie der Körper mitspielt.

    Bist Du selbstständig oder im Angestelltenverhältnis?
    Im ersteren bleibt Dir vielleicht nichts anderes über, aber bei zweitem wüsste ich nicht warum man arbeiten gehen sollte.

    Man kommt schnell über seine Kräfte, Strunzhuhn hat es schön beschrieben.

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    AW: Arbeiten während der Chemo?

    Was bei mir auch noch dazu kam, war, dass ich mich während meiner Behandlungen als Teil einer anderen Welt gefühlt habe, der Welt der Kranken halt. Das konnte ich auch ganz gut akzeptieren. Ich hab die Chemo einmal für eine zweiwöchige Urlaubspause unterbrochen. Das war für mich so eine temporäre Rückkehr in die Welt der Gesunden. Und ich hab mich psychisch wahnsinnig schwer getan, danach wieder in die Krankenwelt zurückzukehren. Es ging mir an sich ja gut, keine Schmerzen, keine Beschwerden. Und mir hat es besser getan, dann lieber ganz in der Krankenwelt zu bleiben. Einen ständigen Wechsel zwischen Job und Kranksein hätte ich nicht gut verkraftet.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  9. User Info Menu

    AW: Arbeiten während der Chemo?

    Da ist eben jede anders gestrickt.

    Bei mir war es genau umgekehrt wie bei Malina. Ich brauchte die Welt der "Gesunden" und bin immer nur am Chemotag selbst (Freitag) plus dem darauffolgenden Montag in die Welt der Kranken eingetaucht und dann hurtig in meine "normale auch (Berufs)-Welt" zurück.

    Nichts hat mit während dieser vermaledeiten Zeit so abgelenkt wie mein Job. Hätte ich niemals gedacht.
    Aber ich erlebe nun im meinem erweiteren Umfeld eben auch, wie es anders sein kann und dass Chemotherapien einen tage- bis wochenlang schachmatt setzen.

    Das war bei mir nicht der Fall, deshalb habe ich diesbezüglich auch leichter reden.

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    AW: Arbeiten während der Chemo?

    Hallo Katze,

    ich schliesse mich den anderen an, es kommt sehr auf den Job an.

    Ich habe vor vier Jahren Chemo gehabt, alle drei Wochen, in den ersten anderthalb Wochen war an Arbeit nicht zu denken, die anderen anderthalb Wochen bin ich ins Büro gefahren - ich hatte allerdings das totale Glück, dass mein Chef mir ALLE Terminsachen abgenommen hat und ich auch nicht in schwierige Kundensituationen musste. Ich habe den Kollegen zugearbeitet und nur soviel gemacht, wie ich konnte. Wenn man es genau sieht, war es Arbeitstherapie. Und so war das sehr gut und hat mir gut getan, weil ich Struktur in meinen Tag bekommen habe. Ich gehöre zu den Menschen, die ganz schnell sehr träge werden, wenn kein "Druck" da ist. Und das bekommt meiner Psyche nicht.

    Körperlich anstrengende Tätigkeiten oder psychische Belastendes würde ich für absolut kontraindiziert halten.

    Oder um es anders zu sagen: wenn du aus der Arbeit Energie ziehen kannst, dann mach es, ansonsten lass es bleiben. Chemo ist körperlich und psychisch anstrengend, das darfst du nicht unterschätzen.

    Ich wünsche dir alles Gute,
    Dea
    Glücklich ist, wer es versteht, allen Dingen etwas Gutes abzugewinnen (W. Reisberger)

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