Hallo zusammen,
im Alter von 23 Jahren wurde bei mir Brustkrebs diagnostiziert. Nach 2 Fehldiagnosen kam durch eine Biopsie "glücklicherweise" heraus, dass es sich bei dem Knoten doch nicht um eine Zyste handelt, sondern um einen G3 Knoten mit dem Ki 67 Wert von 80%.
Da meine Tante mütterlicherseits auch Brustkrebs hatte und aufgrund der Werte haben mir alle Onkologen prophezeit, dass der Gentest in jedem Fall positiv sein. Nach 2 Monaten Wartezeit die erleichternde Nachricht, dass er negativ ist.
Nichts desto trotz möchte ich mir gerne das Drüsengewebe entfernen und durch Silikon ersetzen lassen, da für mich die psychische Belastung mit Drüsengewebe weiterzuleben wirklich unfassbar groß ist.
Ich war bereits in drei Kliniken, um mich zu diesem Thema beraten zu lassen. 2 Kliniken unterstützen meinen Gedanken sehr, aufgrund meines doch sehr jungen Alters. Nur meine operierende Ärztin, die auch den Knoten entfernt hat, sagt dass aufgrund des negativen Tests nicht unbedingt eine Entfernung notwendig ist. Das ist mir auch Bewusst, aber ich denke dass für mich eine unfassbare psychische Erleichterung wäre und habe mich eigentlich bereits vor einem halben Jahr für diesen Eingriff entschieden. Außerdem ist mein Knoten minimal hormonpositiv gewesen, so dass mir aufgrund der Richtlinien eine Antihormontherapie empfohlen wird... mit Anfang 20 kann man sowas doch nicht zusätzlich noch machen?! da ich die Antihormontheapie aufgrund meines Bauchgefühls nicht machen möchte, hoffe ich natürlich zusätzlich das Brustkrebsrisiko durch die Entfernung zu senken...
In 7 Wochen ist meine Chemo auch endlich vorbei... ich möchte mir sehr gerne die Bestrahlung ersparen und mit einem guten Gefühl nach dieser OP in ein neues, vielleicht wieder ein Stück weit unbeschwertes Leben starten...
Nun meine Frage, gibt es hier Betroffene, die auch ohne Gentest diesen Eingriff gemacht habe? ich würde mich sehr über Erfahrungsberichte, insbesondere über die Kommunikation mit den Krankenkassen, sehr sehr freuen!!
Vielen Dank schon Mal im Voraus!
Mit den besten Grüßen
Sunny
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28.10.2013, 21:28
Brustkrebs mit 23. Prophylaktische subkutane Matektomie trotz negativen Gentests?
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29.10.2013, 10:32
AW: Brustkrebs mit 23. Prophylaktische subkutane Matektomie trotz negativen Gentests?
Hallo sunnysideup,
erstmal willkommen
. 23 Jahre ist wirklich jung, uiuiui. Aber gut, dass die vermeintliche Zyste dann doch noch richtig diagnostiziert wurde. Wenn es schon sein muss, dann doch lieber rechtzeitig.
Deine Sorgen kann ich gut verstehen, es ist ja doch ungewöhnlich, so jung bereits zu erkranken. Es gibt ja auch mit Sicherheit einige BK-Gene, die man noch nicht kennt und nachweisen kann, insofern bedeutet ein negativer Gentest nicht unbedingt, dass wirklich kein genetisch bedingter BK vorliegt. Wenn Du Dir sicher bist, dass es viel psychischen Druck von Dir nehmen würde ist eine beidseitige Mastektomie vielleicht die für Dich richtige Entscheidung. Ich würde mir damit aber Zeit lassen, also mit der Entscheidung. Meinungen einholen, sacken lassen. Es gibt ja auch die engmaschige Nachsorge. Rezidive und erneute BK-Erkrankungen können recht gut früh erkannt werden. Die Mastektomie schützt nicht vorm eventuellen auftreten von Metastasen. Alles Dinge, die mit bedacht werden wollen.
Ich möchte damit nur sagen: Du musst diese Entscheidung nicht übers Knie brechen, sie sollte reifen
.
Die Antihormontherapie würde ich nochmal überdenken. Sie gilt als sehr effektiv und wäre daher grade in Deinem jungen Lebensalter wichtig.Liebe Grüße
sunny
Moderation im Brustkrebsforum, ansonsten normale Userin
"Zweierlei eignet sich als Zuflucht vor den Widrigkeiten des Lebens: Musik und Katzen"
(Albert Schweitzer)
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30.10.2013, 22:56
AW: Brustkrebs mit 23. Prophylaktische subkutane Matektomie trotz negativen Gentests?
Liebe Sunnysideup, es tut mir sehr leid, dass es Dich schon so früh getroffen hat!
Ich habe keine eigenen Erfahrungen (BET), möchte Dir aber raten, Dir eine gute psychologische Hilfe zu suchen. Erstens hilft Dir das vielleicht, Deine Gedanken dun Gefühle ein bisschen zu sortieren, denn solche Entscheidungen (Brust ab? AHT machen?) sind ja ganz entscheidend. Aber zweitens glaube ich auch, dass Dir ein psychologisches Gutachten helfen kann, die prophylaktische Mastektomie bei der Krankenkasse durchzusetzen.
Planst Du eine Reha? Vielleicht kannst Du die auch nutzen, um solche Fragestellungen zu klären? In "meiner" KLinik z.B., der Luise-von-Marillac-Klinik gab es sehr gute psychologische Unterstützung.
Ich wünsche Dir alles Gute und schließe mich Sunny an: Nichts überstürzen!
Viele Grüße,
Clara73
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01.11.2013, 22:04
AW: Brustkrebs mit 23. Prophylaktische subkutane Matektomie trotz negativen Gentests?
Liebe Sunnysideup


herzlich Willkommen hier im Forum, der Anlaß ist leider nicht schön .
Liebe Grüssle Sybille
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