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Thema: Im Schleudergang
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04.10.2013, 11:50
AW: Im Schleudergang
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04.10.2013, 12:16
AW: Im Schleudergang
Hallo Susi!
Dieses Zombie-Gefühl kenne ich auch, man ist in einer Parallelwelt und gehört nicht mehr dazu. Bei mir war zwischen verdächtiger Mammographie (Fr) und Biopsie (Mi) Pfingsten. Schönes Wetter, irgendwelche Feste in der Stadt, lauter fröhliche Menschen, die Kinder wußten noch von nix. Und dazwischen ich, die Todgeweihte, unter lauter Gesunden. Extrem surreal. Zwei Tage nach der Biopsie bekam ich das Ergebnis und meldete mich direkt hier an. Und hatte gleich nicht mehr das Gefühl, todgeweiht zu sein, mehr so von "das ist jetzt mein neuer Alltag". Neue Kreise, neue Schwerpunkte, aber immernoch Ich.
Mit den Kindern war es hier so, daß ich mit jedem einzeln gesprochen habe, mein ältester Sohn fängt jetzt an zu studieren (Medizin, wie passend...), das war natürlich ein ganz anderes Gespräch als das, was ich mit meiner jüngsten Tochter hatte, sie ist 10. Die wollte v.a. wissen, ob das schlimm ist, so habe ich dann erklärt, welche Therapien es geben kann und daß ich darauf sehr achten werde und daß es schlimmer ist, wenn man das alles nicht macht. Sie wollte dann auch gleich mal fühlen und die Op-Stelle sehen, und ich glaube, sie hat das dann auch direkt alles im Sitzkreis in der Schule erzählt
Mit den Lehrern zu sprechen ist ein guter Tipp. Ich habe das bisher allerdings nicht, da das ganze bei mir zwei Wochen vor den Sommerferien war, Schulwechsel dazukamen und die Bestrahlungen auch kurz nach den Ferien abgeschlossen waren (in den Ferien war dann auch klar, daß ich keine Chemotherapie kriege).
Ich habe aber insgesamt auch versucht, daß das hier nicht zum allesbeherrschenden Thema wird, v.a. auch deshalb, weil mein Mann auf einmal panischer als ich war. Das ist wohl manchmal auch so ein Phänomen: Der Kranke beruhigt den Gesunden.
Kleo
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04.10.2013, 13:18
AW: Im Schleudergang
Hallo ihr Lieben,
es gibt zwischen den verschiedenen Beiträgen soviele Parallelen zu meiner Situation, irgendwie merkt man, man ist doch nicht der einzige, dem sowas passiert... und so komisch das klingt, irgendwie ist das auch tröstlich.
Ja, wir Frauen, wir sind schon stark, und ja es stimmt, wir Kranken beruhigen die Gesunden... ist doch wirklich komisch
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04.10.2013, 13:46
AW: Im Schleudergang
Hallo Susi

begrüsst hatte ich Dich ja schon gestern, aber mit dem Smartphone, da gibt es keine Smileys bei mir
Ich glaube, ein wichtiger Faktor, hier zu schreiben oder auch nur zu lesen, ist, dass man merkt, man ist nicht allein weder mit der Krankheit selbst (nebenbei: BK bekommt jede 8-9 Frau, umso mehr erstaunt es, dass es immer noch so ein Tabuthema ist), noch mit seinen Empfindungen nach der Diagnose und bei dem doch manchmal mühsamem Weg ins normale Leben. Sicher verkraftet jede den Schock anders und auch die Verarbeitungsmechanismen sind verschieden. Aber der Grundschock ist wohl bei allen Frauen ähnlich. Ich kenne jedenfalls keine, die gleich zur Tagesordnung übergehen konnte.
Lass Dich also ein bisschen von uns auffangen.
Vielleicht noch kurz zu meiner Geschichte. Bei mir liegt die Diagnose jetzt über vier Jahre zurück, obwohl meine Ausgangsposition mit G3 und befallenen Lymphknoten nicht sehr günstig war. Soweit ich das beurteilen kann, geht es mir gut. Vielleicht macht das auch etwas Mut.Liebe Grüße Lythande
Wenn Du in die Sonne siehst, liegt der Schatten hinter Dir
Es gibt keinen Fahrstuhl zum Glück, Du musst die Treppe nehmen (Werner Bethmann). ▬|████|▬
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04.10.2013, 17:27
AW: Im Schleudergang
Liebe Susi,
herzlich willkommen hier bei uns.
Wenn sich hier so viele Neue anmelden, bin ich einerseits immer geschockt, dass es nach wie vor so viele trifft, aber auch froh, dass sie den Weg hierher gefunden haben. Mir hat das damals nach meiner Diagnose (vor 2 Jahren) sehr geholfen.
Es ist nicht einfach, wenn plötzlich nichts mehr so ist, wie es war, dieses Gefühl kann ich gut verstehen.
Meine Tochter war bei meiner Diagnose 12 Jahre alt und hat natürlich alles hautnah mitbekommen, angefangen von der durchgeknallten Mutter, als es noch nicht sicher war und dann OP, Chemo, Bestrahlung, Kur. Auch wenn ich versucht habe, mit ihr zu reden, hatte sie große Ängste, zumal mein Mann dann auch noch einen Unfall hatte. Wir haben sie dann in einer Behandlung wegen ihren Ängsten gehabt, das hat wirklich viel gebracht. Vielleicht gibt es bei Euch Hilfsangebote für Kinder erkrankter Eltern.
Liebe Grüße von ninuma
"Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen." (John Lennon)
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04.10.2013, 22:24
AW: Im Schleudergang
Hallo Ihr Lieben,
Bei mir war das auch so surreal, denn an BK habe ich wirklich nicht gedacht und auch nicht mit gerechnet. Im März noch zur Vorsorge mit Ultraschall alles clean. Dann im August merke ich einen Knoten. Zwei Tage später beim Gyn. meinte das sei wohl ein Bindegewebsknoten. Nächsten Tag Mammo, die war unauffällig, das war echt der Hammer. Gyn meinte, lass uns den Knoten rausmachen, der gehört da nicht hin, dann braucht man sich da keine Gedanken mehr drum zu machen, (ich stelle mir immer vor, er hätte ja auch sagen können, wir beobachten den Knoten, mal schauen, ob er wieder verschwindet....). Eine Woche später rauspoperiert und dann kawumm: maligner invasiver Tumor, fast zwei cm groß (wie kann der in der kurzen Zeit bloß so gewachsen sein... ). Und noch nachweis von duktualen carcinoma in situ. Dann wurde noch zweimal operiert, aber Sicherheitsabstand wurde nicht erreicht. Also wohl jetzt Chemo und dann Brust ausräumen pp...
Warte jetzt erstmal das Skelettszintigramm (auch so ne tolle Geschichte; wußte auch nicht, dass Metastasen über den Blutkreislauf wandern können, hat der Arzt mir auch erst vor einer Woche gesagt, ich dachte bis dato nur über das Lymphsystem) am Montag ab und das Gespräch mit dem Chemo-Doc. Hofffentlich kommen dann endlich mal Fakten auf den Tisch!!
Ich finde, das Warten und Nichtwissen was kommt, wie es weitergeht, das macht mich eigentlich fast noch mehr fertig, als die Diagnose BK.
Irgendwie glaube ich, muss ich mich wohl an den Gedanken gewöhnen, dass nichts mehr wie vorher ist und es wohl auch nicht wieder so sein wird...
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05.10.2013, 12:50
AW: Im Schleudergang
liebe susi

ein herzliches willkommen auch von mir. meine BK geschichte ist jetzt im november 4 jahre her und auch mein tumor hat sich innerhalb eines jahres entwickelt. aber bis jetzt ist alles noch im grünen bereich.
ich kommen auch aus nrw, ca. 35 km von dortmund entfernt. und du?
ich wünsche dir alles gute für die nächste zeit.
liebe grüsse spiri
ich habe keine angst vor dem tod. ich möchte nur nicht dabei sein, wenn es passiert.
woody allen
wer morgens zerknittert aufwacht, hat tagsüber viele entfaltungsmöglichkeiten.
unbekannt
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05.10.2013, 19:44
AW: Im Schleudergang
Liebe Spiri
das ist schon unglaublich, meiner hat in fünf Monaten (im März war ja noch nichts) fast 2 cm erreicht (das will irgendwie auch nciht in meinen Kopf), aber gut.
Wohne in der Nähe von Soest/Lippstadt. Deine Ecke?
Lg Susi
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05.10.2013, 19:49Inaktiver User
AW: Im Schleudergang
Huhu Susi.
Das ging mir die letzten Tage so bzw. nicht mehr ganz so schlimm, ich habe angefangen, mich ausführlich(er) meiner Arbeit zu widmen und merke: es tut mir gut. Neige da zwar auch ein wenig zu Extremen, aber für den Moment besser als die aufkeimende Panik, die ich hatte, ist es alle Male.
Jede, der hier "Neuen" hätte sich eine andere Diagnose gewünscht, aber, weißt Du was, ich bin froh, dass es eben Neue gibt, wie eben auch Dich und wir diesen Weg ein Stück weit auch zusammen gehen können, hier austauschen und mit den Erfahrungen der anderen (weisen Alten, lieb gemeint
) nicht alleine sind und gelassen werden.
Morgen gibt es bei uns Familienmeeting, da wird auch Thema sein "meinen Weg respektieren", meine älteren Eltern die da nicht ganz so einfach, das Thema war heute an anderer Stelle in der Bri aufgegriffen worden, finde ich wichtig, vielleicht komme ich darauf noch zurück.
Hoffe, dass Du irgendwie gut drauf bist, so es eben geht, und drücke Dir für das Knochenszinti alle Daumen und leihe einige dazu noch aus (meins ist negativ, püühh, die Ärztin sagte mir, ich rufe nur an, wenn etwas auffällig ist.. Hatte sie wohl vergessen und wollte mir unbedingt die gute Nachricht mitteilen, mein Handy klingelte, Nummer vom Krankenhaus
und ich bin vor Schreck bald vom Stuhl gekippt, habe mich aber dann echt gefreut nachdem ich wieder durchgeatmet hatte *röchel*).
Liebe Grüße, alle Zwiebeln weg bzw. verbuddelt?
Kala
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05.10.2013, 20:13
AW: Im Schleudergang
Liebe Kala,
ja die Zwiebeln habe ich alle verbuddelt, das tat gut.
Klar, dass sich niemand so eine Diagnose wünscht, aber du hast recht, man ist hier nicht alleine, das hilft wirklich weiter. Auch wenn man Fragen hat, oder einfach die anderen "stränge" durchforstet, man bekommt info´s, weiß was auf einen zukommen kann. Ich fand auch die Fotos mit und ohne Haare einfach total mutig und irgendwie nehmen diese tollen Fotos einem die Angst etwas vor dem, was da noch kommt.
Ach Kala, einfach toll, dass Dein Szinti unauffällig ist (ich kann mir aber leibhaftig deinen Schrecken wegen des Anrufes vorstellen!!)
Nein, ich hänge hier nicht voll durch bzw. lass mich hängen (geht ja gar nicht, bei zwei Kindern
) und bin momentan, auch durch dieses Forum!, dabei, alles zu verarbeiten und den Gedanken zu zu lassen, dass es halt so ist, wie es ist (schwer, aber das war und ist es wohl für jeden). Hoffe auch für Dich, dass die wilde Karusellfahrt im inneren wieder zur Ruhe kommt, und dann werden wir den Weg gehen, der da vorgegeben ist, und alles wird gut!!!!
So! Deine Susi



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