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    post- Mastektomie

    Hallo,

    habe eine Ablatio links hinter mir. LK raus, Chemo/Bestrahlung/AHT, das ganze Programm. Ich bin mittendrin. Um der Seele zu helfen sich auf die Situation einzurichten, möchte ich mit euch über Mastektomie schreiben.

    Ich fühl mich immer, als ob ich amputiert wäre. Bin ich noch ein normaler Mensch? Auf der Strasse gibt es jede Menge Mädels mit tiefen Dekolletes. Ich muss ziemlich hochgeschlossen durch die Gegend gehen, am Baggersee sitze ich höchstens im T-Shirt. Die Prothese muss immer immer dran, habe Angst vor Schulterschmerzen durch einseitige Belastung. Macht das nicht die Haut wund?

    Kann ich noch mal einen neuen Mann kennenlernen? Ist das für einen Mann nicht abstossend? Ich hab mir als Motto vorgenommen "Männer sind Brüder" (also nicht mehr als das), weil ich kann ja nicht jemand anflirten, oder?

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    AW: post- Mastektomie

    Hallo Thisislil,

    ich finde es völlig normal, dass du dich amputiert fühlst ... ist ja auch so. Die Brust ist ab, da ist eine große Narbe und es sieht nicht mehr symetrisch aus. Geht mir auch so, im Moment nervt es mich meistens nicht, da ich mit der Epithese gut hinkomme. Ich habe eine, die ich in die BHs reinschiebe, das funktioniert auch im Badeanzug, das sieht wirklich kein Mensch! Klar, ganz tief ausgeschnittene Oberteile sind nicht mehr drin, aber damit kann ich mich arrangieren. Und ich denk mir immer, wenn es anfängt, mich zu sehr zu nerven, kann ich immer noch über einen Brustaufbau nachdenken.
    Ist das für dich eine Option?

    Liebe Grüße,
    Dea
    Glücklich ist, wer es versteht, allen Dingen etwas Gutes abzugewinnen (W. Reisberger)

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    AW: post- Mastektomie

    Meine Ablatio war im Dezember 2010. Körperlich komm ich prima zurecht. Ich habe keinerlei Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen. Mit der Prothese habe ich auch keinerlei Probleme.

    Ich mag bislang jedoch nicht in die Sauna gehen oder nach dem Schwimmen ohne Badeanzug duschen.

    Ich denke öfter über einen Brustaufbau nach. Ich habe schon tolle Ergebnisse gesehen. Allerdings habe ich so großen Respekt vor diesem Eingriff, dass er momentan noch nicht für mich in Frage kommt
    Viele Grüße von Henzchen


    Ein Mensch, der leidet bevor es nötig ist, leidet mehr als nötig

    Lucius Annaeus Soneca 1-65 n. Chr.


    ▬|████|▬

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    AW: post- Mastektomie

    thisislil
    ja, es ist nochmal eine weitere Bürde,
    die Brust ganz zu verlieren.
    Zu allem kommt dann das auch noch dazu.
    Das ist mehr als eine Frau auf einmal verkraftet, finde ich!

    Manche Menschen fallen schon in die Depression,
    wenn sie nur ein paar Zähne durch eine Prothese ersetzen müssen ...
    und wir ... tja, wir sind von jetzt auf gleich "brustlos"
    Dafür gibt´s nicht mal ein richtiges Adjektiv.

    Ich habe mich gleich für die beidseitige Mastektomie entschieden,
    hautsparend zwar und mit Rekonstruktion der Brustwarzen
    aber es sieht aus, hmmm, ja, wie eine Männerbrust.
    Ich habe längst meinen totalen Frieden damit gemacht.
    Ich war 2010 beim Amazonen-Shooting dabei,
    vielleicht hast du davon gehört?

    Es gibt ein gleichnamiges Buch,
    darin findest du Fotos von uns allen,
    viele von uns sind einseitig brustlos (gewesen) ...
    denn nach dem Shooting hat sich herausgestellt,
    dass diejenigen, die einseitig brustlos waren,
    am unzufriedensten mit diesem Zustand waren.

    Die mit beideseitig keiner Brust (we ich)- die waren recht zufrieden,
    und die, die sich für einen Wiederaufbau
    mit Angleichs-OP entschieden haben, auch.

    Zwei haben nach dem Shooting eine OP beschlossen:
    eine hat den Aufbau gewählt,
    die andere die beiseitge Mastektomie.

    Ich glaube,
    dieses Symmetrische ist es, was dann am meisten fehlt,
    wenn man "einseitig" ist.

    Ich finde, dea und henzchen
    machen es genau richtig: momentan ist es keine Option
    aber sie schließen den Wiederaufbau nicht aus.
    Das kann immer noch stattfinden,
    wenn der Abstand zu den ganzen Akut-Therapien größer ist.

    Ich lebe jetzt seit 2,5 Jahren mit-ohne Brust.
    Neulich habe ich gedacht:
    hach ich will doch mal wieder wissen,
    wie es sich mit Brust in einem schönen Kleid anfühlt.

    Da bin ich zu meinem Doc,
    der hat mir ein Rezept über zwei Epithesen und zwei BHs
    und einen Badeanzug ausgestellt.
    Und bei der Anprobe,
    als ich dann da stand, nackisch mit dem BH und der vollen Brust (wie früher B/C-Körbchen) ...
    huch da habe ich mich verdammt doll erschrocken.
    Über mich selbst im Spiegel.
    Da sah ich aus wie früher - obenrum.
    Und musste feststellen: das bin ich nicht mehr!
    Das gefällt mir nicht mehr. Ich mochte mich nicht mehr leiden mit dieser Brust.

    Hab die wertvollen Teilchen trotzdem mitgenommen
    und bisher genau ...
    räusper ... einmal getragen.
    Und da war ich abends aber froh, als ich den Quatsch wieder abschnallen konnte.
    Jetzt liegen sie - rosa verpackt! - in der hinterste Ecke im Schrank.
    Und sind eine weitere Möglichkeit für mich.

    Ich mache ohne Brust alles: gehe schwimmen,
    in die Sauna, kleide mich mit anderen Frauen um im Fitness-Center,
    ziehe enge Sachen an, ausgeschnittene Sachen an,
    habe gepaddete BHs, die zwei kleine dezente A-Busen zaubern
    und finde es sehr sehr praktisch beim Sport,
    dass nix wackelt.

    Ich wünsche dir, liebe this, dass du ähnlich entspannt
    damit umgehen lernst wie dea, henzchen
    oder die vielen Frauen,
    die ich beim Anazonen-Shooting kennenlernen durfte.

    findus

  5. User Info Menu

    AW: post- Mastektomie

    snief.....danke Findus

  6. Inaktiver User

    AW: post- Mastektomie

    Hallo,

    Findus, danke für deinen Post zu dem Thema, ging mir richtig unter die Haut!

    Ich wurde ja brusterhaltend operiert, aber mit Nachop. Es jährt sich alles jetzt im Oktober.
    Und ich habe mir oft die Frage gestellt was mache ich wenn die Brust ab muss. Natürlich, mein Umfeld war der Meinung es wird nicht passieren und wenn ist es auch nicht so schlimm.
    MMMHH, ich hatte echt tierischen Angst die Brust zu verlieren und als ich Nachop hörte, war mein erster Gedanke so jetzt muss sie ab.
    Auch jetzt beschäftigt mich der Gedanke was würde ich tun wenn.......
    Und wenn ich jetzt den Bericht von Findus lese, so ist eine komplett Masektomie auch eine Option für mich.
    So ungleichmässig wäre für mich wohl auch schlimmer. Und dann diese Prothese?
    Manchmal macht man sich eben so seine Gedanken wie man in der Situation handeln würde. Aber vielleicht würde mir auch der Mut dazu fehlen.
    Darum bewundere ich alle Frauen die schon dadurch mussten und soooo tapfer sind!

    Aber eigentlich, bin ich ein guter Verdränger was den Krebs angeht. Vielleicht ist es auch nicht immer so gut, die Augen davor zu verschliessen.
    Wer weiß schon was richtig und falsch ist!!!! ?????

  7. Inaktiver User

    AW: post- Mastektomie

    -
    Geändert von Inaktiver User (03.10.2012 um 00:22 Uhr)

  8. User Info Menu

    AW: post- Mastektomie

    Liebe thisislil,
    ich bin noch eine ganz frische einseitige Amazone (auch links, auch wie kikaen radikal bis auf die Rippenknochen mit Delle) und zumindest zurzeit überwiegt noch deutlich das Gefühl, froh über die Amputation dieser Zeitbombembrust zu sein. Ich hatte im Januar eine brusterhaltende OP mit Axilladissektion (17 Lymphknoten wurden entfernt, 3 davon befallen), es war im Gesunden geschnitten worden, davor Chemo, danach Bestrahlung und AHT. Jetzt im August das Rezidiv ( naja, der neue Tumor war im Juli schon zu spüren) und Mastektomie. Hätten die das mal gleich gemacht. Die Ärztin in der Klinik sagte mir, dass Frauen, die schon eine brusterhaltende OP hinter sich haben die Amputation leichter verkraften, als die, die sofort eine haben. Nachvollziehbar finde ich. In der Klinik habe ich schon zwei neue BHs mit Prothese bekommen und man sieht es nicht. Ich muss mich eher wieder daran gewöhnen, mit der Prothese wieder symetrisch zu sein, denn nach der brusterhaltenden OP war meine linke Brust deutluch kleiner als die rechte. Bis jetzt habe ich den Prothesen-BH noch nicht getragen, da meine Haut unter der Brust noch so empfindlich ist, die Bestrahlung war ja erst im Mai abgeschlossen.
    Ich komme ganz gut mit dem Anblick klar. Aber wie findus schreibt, am meisten stört die Asymetrie und ich habe jetzt schon öfter gedacht, dass ich mir die andere Brust vielleicht auch hätte abnehmen lassen sollen. Ausschließen tue ich es nicht, aber ein Aufbau ist zurzeit kein Thema für mich. Ich habe erstmal genug von Krankenhäusern und ich will auch erstmal sicher sein (so sicher man sich sein kann), dass da nichts wieder kommt.
    Ich kann gut nachvollziehen, dass du dir Gedanken über deine Weiblichkeit machst,u nd wie das auf die Männer wirkt. Aber auch da gibt es sicherlich Exemplare, die sowas akzeptieren können .
    Viele Grüße, Inselfreundin

  9. User Info Menu

    AW: post- Mastektomie

    Ich hatte meine Mastektomie im März.
    Kam so ganz gut zurecht.
    Die Prothesen sind supa, niemand hat was gemerkt, aber mein Liebesleben hat darunter sehr gelitten.
    Nur Sex im Dunkeln und oder Shirt an, obwohl mein Freund sehr liebevoll die Narbe gestreichelt hatte und immer wieder gesagt hat, das ihm das nicht stört.
    Mich hatte es aber gestört.
    Keine tiefen Ausschnitte, immer ein Tuch um Hals und beim umziehen auf der Arbeit, habe ich immer darauf geachtet das niemand mit mir im Raum ist.
    Klingt blöd, aber ich habe mich geschämt irgendwie und war neidisch auf tolle Brüste
    Da ich auch noch Jung bin, habe ich mich für einen Brustaufbau entschieden.
    An der Stelle wo bis vor kurzem noch eine riesen Narbe war, ist jetzt eine wunderschöne Brust und ich bin so stolz und fühle mich wieder sexy und symmetrisch!
    Die Angst, so überhaupt einen Mann kennenzulernen, kann ich gut nachvollziehen.
    Ich glaube, das es solche Männer gibt, wir haben schließlich alle unser Päckchen zu tragen
    Ich hätte auch nie gedacht das Frau sich so über Ihre Brust definiert, war mir vorher nie so bewusst.

    Ich kann einen Brustaufbau nur empfehlen, aber das muss jeder für sich entscheiden.
    Hauptsache wieder gesund und wir leben!

  10. User Info Menu

    AW: post- Mastektomie

    ich war ja gestern bei meinem plastischen Chirurg zwecks planung der abschliessenden op von meinem brustaufbau.
    schon am telefon avisierte er mir, bilder zu zeigen von Frauen, die nur mit angesaugtem Fett wieder aufgebaut wurden.
    Er war kürzlich erst auf einem kongress in Bremen und da wurde diese Methode gezeigt und auch gesagt, was bisher falsch gemacht wurde und so viel schief ging.
    jetzt ist man da wieder weiter und kann in 2 oder 3 Sitzungen abgesaugtes fett in die Brust spritzen. Das geschieht fächerförmig in verschiedenen Schichten. Die Gefahr von Absterben und Verkapselungen ist dadurch viel geringer. Meine Delle wird auch auf diese Weise aufgefüllt. Brauni kennt das ja auch.

    Also die Bilder waren supertoll. Und keine Bauchnarbe und keine neuen Schnitte. Wäre wohl eine Option für mich gewesen, wenn das zu dem Zeitpunkt schon soweit gewesen wäre.
    LG von
    froschi 🐸



    Die Kunst des Lebens besteht darin,
    das Nichtstun genießen zu können.

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