Hallo Ihr Lieben,
ich bin seit Montag von meiner Turmor-OP zurück.
Vor der OP wurde in der Nuklearmedizin der Wächterlymphknoten markiert und während der OP entfernt. Obwohl schon während der OP klar war, dass er befallen war, wurden keine weiteren Lymphknoten entfernt, weil Studien ergeben haben, dass befallene Lymphknoten die gleiche Prognose bedeuten wie nicht befallene. Ich kann das nicht so richtig erklären, wie das genau ist, vielleicht steht es irgendwo im Internet.
Nach der OP wurde mir gesagt, dass der Wächter befallen war und ich bin total ausgeflippt, weil ich Angst hatte, dass der Krebs nicht ganz rausoperiert wurde. Da wurde mir gesagt, das hätte ich aber vorher gewusst. Stimmt, aber ich bin irgendwie davon ausgegangen, dass er nicht befallen ist und wenn ja, dass dann weitere Lymphknoten entfernt werden. Hätte ich mal genau nachgefragt.
Nun muss ich Montag wieder rein, weil man am Rand des rausgeschnittenen Tumors noch eine Vorstufe gefunden wurde. Ich überlege, ob ich mir auf eigenen Wunsch die Lymphknoten entfernen lassen. Ich bin einfach beunruhigt. Ich habe einen befreundeten Radiologen gefragt und der meint, ihn würde das mit dem einen Wächter auch beunruhigen, man hätte noch mindestend zwei Knoten dahinter entfernen müssen.
Was meint Ihr? Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 31
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13.10.2011, 20:12
Die Sache mit dem Wächterlymphknoten
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13.10.2011, 21:05
AW: Die Sache mit dem Wächterlymphknoten
Also bei mir wurden zur Sicherheit 8 Lymphknoten entfernt, obwohl keiner befallen war! Wir hatten noch unabhängig von meinen Ärzten ein Gespräch mit einer Ärztin des brustzentrums Hannover und ich wollte wissen, warum bei mir 8 raus kamen, obwohl der Wächter sauber war. Sie meinte, es gibt 3 bestimmte Knoten, die untersucht werden. Wenn einer frei ist, sind es normalerweise alle. Aber zur Sicherheit werden auch manchmal mehr entfernt.
Ich find es sehr suspekt, dass man das bei dir nicht getan hat, obwohl der Wächter befallen gewesen ist.
Ich würde darauf bestehen, dass die anderen rauskommen. Wieviele da ausreichend sind, weiß ich nicht.
LG
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13.10.2011, 21:11
AW: Die Sache mit dem Wächterlymphknoten
Ich habe vor einiger Zeit mal einen Bericht im Fernsehen geschaut. Dort wurde gesagt, dass eine Lymphknotenentfernung auch bei Befall nach neuesten Erkenntnissen keine Vorteile bringt.
Ich verstehe nur nicht, warum immer noch der Wächterknoten untersucht wird.Viele Grüße von Henzchen
Ein Mensch, der leidet, bevor es nötig ist, leidet mehr als nötig
Lucius Annaeus Soneca 1-65 n. Chr.
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13.10.2011, 21:26
AW: Die Sache mit dem Wächterlymphknoten
Liebe Nichtnurmama,
die Erkenntnis, dass es prognostisch keine Auswirkungen hat, weitere LK zu entfernen, ist noch relativ neu. Die Entfernung vieler LK kann ja viele negative Folden haben, Lymphödemgefahr als Hauptproblem oder auch Vernarbungen mit großen Bewegungseinschränkungen. Insofern ist es ein großer Fortschritt, dass das jetzt nicht mehr unbedingt notwendig ist. Ich würde mir keine zusätzlichen Knoten entfernen lassen.
Dass mit der OP der Krebs komplett weg ist ist ja sowieso eher eine Illusion, weil die Tumoren schon kleine Zellen losschicken, bevor noch ein Lymphknoten- oder Lymphbahnenbefall nachgewiesen werden kann. Diese machen wir idealerweise mit Chemo-, Antihormon- oder Herceptintherapie platt. Genauso werden auch eventuell noch in den LK befindliche Zellen vernichtet.
Der Wächter wird entnommen fürs staging und das wiederum ist wichtig für die weitere Therapie, z.B. welche Chemo in Frage kommt.Liebe Grüße
sunny
Moderation im Brustkrebsforum, ansonsten normale Userin
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(Albert Schweitzer)
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14.10.2011, 11:20
AW: Die Sache mit dem Wächterlymphknoten
Vielen Dank für Eure Meinungen.
Ich werde mich noch mal genau beraten lassen. Ich bin schon unsicher, habe das Gefühl, dass in der Achsel was nicht in Ordnung ist. Ein befreundeter Radiologe meinte, dass sie dann zur Sicherheit die Lymphabflusswege mitbestrahlen würden, aber es wäre schon nicht schlecht, wenn man wenigstens noch ein paar Lymphknoten raus nehmen würde, man könnte dann die Therapie besser danach ausrichten.
Ich bin da sehr unsicher, mein Gefühl sagt mir, raus damit, aber diese neue Studie sagt ja was anderes...
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14.10.2011, 11:49
AW: Die Sache mit dem Wächterlymphknoten
Liebe Nichtnurmama,
bei mir war der Wächterlyphknoten befallen, ich hab neoadjuvant Chemo bekommen, schon nach der ersten Chemo-Dröhnung war im PET-CT kein Befund mehr im Knoten zu erkennen. Dennoch habe ich in Absprache mit dem Prof darauf bestanden, dass mir bei der OP genauso viele Lymphknoten entfernt werden, wie sie entfernt hätten, wenn er befallen gewesen wäre. Also sind 13 Knoten entfernt worden, alle ohne Befall.
Für diese vermeintliche Sicherheit bezahle ich mit einem saftigen Lymphödem in der Brust, für dessen Behandlung ich im Moment 2mal pro Woche zur Lymphdrainage gehe. (Ich habe aber beim Forumstreffen erfahren, dass das durchaus wieder ganz weggehen kann, darauf hoffe ich natürlich!)
Ich weiss nicht, wie ich mich entschieden hätte, wenn die Ergebnisse aus der Studie im letzten Jahr schon bekannt gewesen wären.
Wahrscheinlich hätte ich auf mein Gefühl gehört :-)
Alles Liebe für Dich,
DeaGlücklich ist, wer es versteht, allen Dingen etwas Gutes abzugewinnen (W. Reisberger)
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14.10.2011, 11:59
AW: Die Sache mit dem Wächterlymphknoten
Hm, grübel, ich war eigentlich bisher der Meinung, dass nur ein Lymphknoten mehr entfernt werden muss, wie befallen ist, weil sie nacheinander befallen werden,bei mir wurde das jedenfalls so gemacht Deshalb sucht man, dachte ich, ja auch den ersten, den Wächterlymphknoten. Aber klar, bei der neoadjuvanten Therapie, kann man ja u. U. nicht mehr sehen, welche Lymphknoten befallen waren (sind) und auch nicht jeder Schnelltest bringt ein 100 % Ergebnis.
Liebe Grüße Lythande
Wenn Du in die Sonne siehst, liegt der Schatten hinter Dir
Es gibt keinen Fahrstuhl zum Glück, Du musst die Treppe nehmen (Werner Bethmann). ▬|████|▬
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14.10.2011, 15:24Inaktiver User
AW: Die Sache mit dem Wächterlymphknoten
Wenn ich das jetzt richtig verstehe, waere ja meine Entscheidung gegen Chemotherapie, die sich u.a. auch darauf stuetzte, dass der Waechterlymphknoten frei war, ja auf jeden Fall die falsche gewesen, oder? 
Dann muesste man doch auf jeden Fall Chemotherapie machen, es sei denn dieser MammaPrint-Test wuerde vorgenommen.
Oder wie, oder was. Bleikugel im Magen... ogottogott
Auf netdoktor.de steht:
"Aktuelle Diskussion: Die Entfernung vom Krebs befallener Lymphknoten wird derzeit kontrovers diskutiert. Einige Untersuchungen* zeigen, dass von ihnen offenbar keine Metastasierung geht und sich die Überlebenszeit der Patienten nicht verlängert. Die Lymphknoten dienten nicht als Sprungbrett für dei Krebszellen in den Körper, sondern seien eine Sackgasse, von dort ginge es für die Tumorzellen nicht weiter, argumentieren Experten. Beließe man diese Lymphknoten, könnte man Frauen die Folgen wie eine lange Narbe, Taubheitsgefühle, Nervenschädigungen, einen geschwollenen Arm und ein Lymphödem ersparen."
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14.10.2011, 15:25
AW: Die Sache mit dem Wächterlymphknoten
Ich habe die Studie mal rausgesucht. In 27% der Fälle blieben Krebszellen zurück, die nicht alle durch die Therapien zerstört wurden.
Wenn ich das jetzt richtig formuliert habe.
Ich weiß auch nicht, ob sich im Wächter nur Mikrometstasen befanden, das werde ich vorher noch erfragen.
Die Studie heißt Z0011.
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14.10.2011, 15:52
AW: Die Sache mit dem Wächterlymphknoten
Nein, das kann man so nicht sagen
. Es kommen ja immer viele Faktoren zusammen: Alter, Tumorart, Differenzierung, Größe, Rezeptoren, LK und so weiter. Es braucht nicht jeder eine Chemo, dazu gibt es ja auch viele Zahlen. Selbst wenn dieses Zellen irgendwo noch da wären heisst es nicht, dass daraus jemals eine Konsequenz erwächst. Außerdem machst Du doch AHT, oder ?
Liebe Grüße
sunny
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