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    AW: Frauen ohne Kinder - frei oder einsam?

    hallo,
    ich habe den artikel mit spannung gelesen und mich danach ins forum vertieft. beides war am ende enttäuschend, weil sowohl der artikel als auch ein großer teil der forumbeiträge, der schwarz/weiß-malerei viel abgewinnen können.

    ich bin 32, ungewollt kinderlos und "beutemama" zweier kinder. mir gehen die diskussionen um die egoistischen frauen, die wegen karriere auf kinder verzichten genauso auf den geist, wie jene, die in der gründung von familien das alleinige glück sehen. klar, die frage nach kindern kann nur mit ja oder nein beantwortet werden. aber wer sie mit nein beantwortet, verzichtet doch nur auf die eigenen kinder, nicht automatisch auf das wohl der kinder anderer. es gibt ebenso gute und schlechte gründe, das eine zu tun oder das andere zu lassen. wäre es nicht sinnvoller eine welt zu schaffen, in der einfach viele verschiedene formen des zusammenlebens von kindern und erwachsenen möglich sind? klein, -groß, patchworkfamilien und alles was dazwischen ist? und das unabhängig davon, ob ich nun gerade die mutter bin oder einfach ein mensch, der in dieses leben mit hinein gehört.

    ich mache mir auch manchmal gedanken, dass am ende meines lebens kein eigenes kind und auch kein enkel da sein wird. aber ist das wirklich die wichtige frage? mit meinen "beutekindern" ein vertrauens- und liebevolles verhältnis aufzubauen, teil zu haben und teil haben zu lassen, ist mir genauso wichtig als wären es meine eigenen.

    vielleicht ist es ja so: es geht um sie, um die kinder. und dann erst um uns, die frauen.

    k.

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    AW: Frauen ohne Kinder - frei oder einsam?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Liebe Leserinnen,

    Viele Jahre schien es BRIGITTE WOMAN-Autorin Sabine Reichel die allerbeste Idee zu sein, keine Kinder zu haben und Freiheit und Spontaneität zu zelebrieren. Und jetzt? In der neuen BRIGITTE WOMAN (Heft 3) schreibt sie über Zweifel, Sehnsucht und Unentschlossenheit.

    Wie sind Ihre Erfahrungen: Sind Frauen ohne Kinder frei - oder einsam?

    Eine spannende Diskussion wünscht Ihnen

    Ihr BRIGITTE.de-Team

    Frauen ab 50 merken schon oft, dass es ein Fehler war.

    Manche geben es sogar zu.

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    AW: Frauen ohne Kinder - frei oder einsam?

    Zitat Zitat von Boorg
    Frauen ab 50 merken schon oft, dass es ein Fehler war.

    Manche geben es sogar zu.
    Du hast da etwas falsch verstanden. Für manche war es ein Fehler - das sind dann diejenigen, die es "zugeben". Wenn andere Frauen dazu stehen, dass sie mit ihrer Entscheidung gegen eigene Kinder zufrieden sind, dann bedeutet dies nicht, dass sie irgendetwas nicht zugeben wollen, sondern es entspricht einfach dem, was sie empfinden.
    Übrigens soll es auch Mütter geben, die es bereuen, Kinder bekommen zu haben - das wird aber sicher keine einzige zugeben, da es einen großen Tabubruch darstellt.

    Übrigens: ich weiß deine anspruchsvollen, differenzierten, ausführlichen Beiträge sehr zu schätzen. Du hast ja in knapp drei Wochen bereits über tausend davon verfasst - Weiter so!

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    AW: Frauen ohne Kinder - frei oder einsam?

    Es wäre interessant, wenn die Frage gelautet hätte: Männer ohne Kinder - einsam oder frei? (Was wären da wohl für Antworten gekommen?) Statt dessen impliziert die Frage nach den Frauen und ihrer Einsamkeit oder Freiheit ohne Kinder wieder mal die selbstverständliche/"normale", weil im Grunde "eigentliche" Rollenzuschreibung als Mutter. Sind wir denn immer noch nicht weiter gekommen?

  5. Inaktiver User

    AW: Frauen ohne Kinder - frei oder einsam?

    Zitat Zitat von Pischti_H
    Stellen sich die kinderlosen Maenner um die 40-60 die gleichen Fragen?


    Pischti
    Ja - tun sie.

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    AW: Frauen ohne Kinder - frei oder einsam?

    Hallo Inka, ja, das tun sie! Und auch schon früher. Und wenn frau sie fragt, erzählen sie auch ihre Wünsche, Träume, Enttäuschungen und Ängste, die mit dem Thema zusammenhängen. Bloß oft erst auf Nachfrage, habe ich erfahren. Wenn ich kein Kind gewollt hätte, wäre das für meinen Mann schwierig geworden. Weil ich aber schon fast 40 Jahre alt war, als wir heirateten, musste er, der 10 Jahre jünger ist, sich der Realität stellen, dass es vielleicht nicht mehr klappt.
    Da hat er sich aber in erster Linie für mich entschieden und hat sich mit mir der Trauer gestellt, dass es nicht klappte. Dann haben wir unseren wunderbaren Sohn adoptiert und schwere wie auch wertvolle und wunderbare Jahre gemeinsam durchgestanden, weil sich herausstellte, dass er eine Behinderung hat.


    Na, jedenfalls finde ich es auch platt, zu behaupten, das Leben mit Kindern ist so oder so. Das Leben schreibt doch meist seine eigenen Geschichten.

    Ich habe 2 Schwestern. Die älteste ist verheiratet, berufstätig und kinderlos. Die zweite ist alleinerziehend, nicht berufstätig mit 2 leiblichen Kindern. Ich bin verheiratet, nicht berufstätig mit einem behinderten Adoptivkind.

    Nun kann man aus uns 3 Schwestern das heutige hohe "Ideal'" zusammensetzen der berufstätigen, verheirateten Mutter mit 2 leiblichen Kindern.

    Heute hängt das Ideal für ein erfolgreiches Frauenleben so hoch, dass es da schon 3 so bunte Frauenbiografien braucht wie die meiner Schwestern und mir, um diese Idealfrau zu "backen".

    Und alles unter diesem Ideal soll dann unglücklich machen? Dass die eine kein Kind hat oder die andere keinen Ehemann oder die dritte keine Berufstätigkeit? Au wei. Ein Schluchzen von Nord nach Süd und Ost nach West geht durch die Republik.

    Schon als Kind habe ich gelernt, dass man einen Kuchen nicht aufessen UND behalten kann. Warum soll ich jetzt nach einem bunten Frauenleben mit hoffentlich noch vielen bunten Jahren vor mir alles dran festmachen, ob Kinder da sind oder nicht? Kindisch finde ich das. Heute gibt es so viele bereichernde Lebensmodelle, da kann man nicht einen Maßstab anlegen.

    Außerdem, wer so individualistisch ist wie unsere Generation, hat auch individualistische Kinder, die überall in der Welt verstreut leben und keine, die den Grabstein mit ihren Tränen wässern. Weswegen meine Eltern heute schon eine anonyme Bestattung planen, obwohl sie 4 Kinder haben.

    Liebe Grüße! MM
    Einen Menschen zu lieben heißt, ihn so zu sehen, wie Gott ihn gemeint hat. (Fjodor Dostojewski)

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    AW: Frauen ohne Kinder - frei oder einsam?

    Solche oder-Fragen sind vermutlich dazu da, eine Diskussion anzuregen, ansonsten finde ich die Kombination eher unpassend. Ich kann mich mit Kindern genauso frei wie unfrei fühlen (habe ich jedenfalls alles gefühlt) und einsam sowieso. Einsamkeit ensteht bei mir, wenn ich "unfreiwillig" allein bin und keinen "Anschluss finde", wenn ich ihn brauche und vor allem in der Form, wie ich ihn brauche. Das kann einem gerade mit Kindern auch passieren, wenn man in die falsche Gegend zieht z.B., oder später, wenn die Kinder mit einem nix mehr zu tun haben wollen, weil man als Mutter "versagt hat", das nenne ich erst mal einsam...(trifft jetzt bei mir noch nicht zu, aber ich denke öfters an meine Mutter, mit der ich mich erst langsam wieder annähere und extrapoliere das dann auf mich in 20 Jahren, schluck).
    Meiner Meinung nach macht frau mit Kindern im Leben andere Erfahrungen als ohne und der emotionale "ohne Kinder" Stachel kommt vielleicht viel eher daher, dass sich die Freiheit, sich gegen Kinder zu entscheiden, später nicht mehr beliebig umdrehen lässt. Vielleicht ist es weniger das Fehlen der Kinder, als das Fehlen der Freiheit, sich jetzt für Kinder entscheiden zu können, der die Frauen umtreibt. Wer gewohnt ist, frei zu entscheiden, schluckt dann, wenn die Freiheit zur Unfreiheit wird, keine Kinder mehr bekommen zu können und einen die Tatsache einholt, dass frau in dieser Frage aus biologischen Gründen [B][B]immer nur eine zumindest zeitlich begrenzte Freiheit haben kann (im Gegensatz zum Mann, der ja immer nochmal eine junge Frau finden kann, wenn er unbedingt will).
    Gott ist das kompliziert.

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    AW: Frauen ohne Kinder - frei oder einsam?

    Genau, deinen Gedanken kann ich nur zustimmen. Und vor allem ist es heute der Wahn, Alles erlebt haben zu müssen in Beruf und Privatleben, ansonsten defizitär zu sein.
    Einen Menschen zu lieben heißt, ihn so zu sehen, wie Gott ihn gemeint hat. (Fjodor Dostojewski)

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    AW: Frauen ohne Kinder - frei oder einsam?

    also das Leben lässt sich doch sowieso nicht in eine beliebige Schublade stecken und das Klischee der "Karriere-Frau, die keine Kinder will" ist doch sowas von schwachsinnig. Ich kenne auch einige Frauen, die sich bewusst gegen Kinder entschieden haben, manche wussten das sogar schon sehr früh, aber die Karriere war nie der Beweggrund, sondern die meisten dieser Frauen haben sich vor dem sozialen Abstieg gefürchtet oder hatten selber keine schöne Kindheit.

    Wenn ich mal von mir ausgehe, meine Mutter hat mich und meinen Vater im Stich gelassen, als ich ein Jahr alt war. Sie hat sich nie wieder bei mir gemeldet und einfach eine neue Familie gegründet. Ich weiß also nicht wie sich eine Mutter-Kind Beziehung anfühlt. Ich habe mich aber nie bewusst gegen Kinder entschieden, ich habe sie also weder eingeplant noch abgelehnt. Erst machte ich meine Ausbildung, danach lernte ich meinen Partner kennen und wir konnten nicht auf mein Gehalt verzichten, da wir viele Schulden hatten, die uns über den Kopf wuchsen. Ein Gehalt hätte nicht gereicht. Dennoch würde einem jeder sofort unterstellen, dass man zwei Gehälter nur braucht, weil man im Luxus schwelgen will. Später wurde mein Partner arbeitslos und bekam immer nur befristete Jobs und ich verdiente gut. Einige Jahre später, nachdem wir es finanziell geschafft hatten, verhütete ich nicht mehr, wurde aber trotzdem nicht schwanger.

    Ich habe das einfach so auf mich zukommen lassen, also eine künstliche Befruchtung wäre jetzt keine Option gewesen, ich habe es im Grunde dem Schicksal überlassen, weil ich mich eben weder für noch gegen Kinder entschieden hatte. Ich konnte immer mit beiden Optionen leben und das Leben so annehmen wie es ist.

    Heute ist es so, dass ich auch manchmal traurig bin, weil ich mir eben sage "was wäre gewesen wenn". Vielleicht wäre ich mit Kindern glücklicher geworden, wer weiß. Aber mein Leben, meine Schulden, meine Unfruchtbarkeit, all das hatte ich ja auch nicht geplant.

    Und ich bin auch nicht so der gesellige Typ, sehr ängstlich. Ich denke ich hätte mein Kind auch zu einem Angsthasen und Einsiedler erzogen, so wie mein Vater mich so erzogen hat, er war ganz genauso.

    Ich hätte dauernd Angst um mein Kind, gerade wenn es dann in die Pupertät kommt und erwachsen wird, das was passiert. Ich hatte als junge Frau so eine Phase zb, wo ich auch sehr riskant mit dem Auto gefahren bin, meine Grenzen getestet habe und sogar einen schweren Unfall hatte, wo ich nur mit Glück überlebt habe. Und in meiner Jugendzeit war die Gesellschaft auch noch eine andere, nicht so brutal mit Mobbing, oder aufs Opfer eintreten bis es tot ist und so. Auch der Strassenverkehr war nicht so brutal wie heute.

    Ich habe auch Kollegen zb die haben Kinder, die nur Probleme machen, Drogen nehmen, Komasaufen veranstalten usw- solange die Kids noch klein sind, ist es sicher eine schöne Zeit und Erfahrung, aber wenn sie dann 14, 15 sind fängt der Spass erst an.

    Und ich kenne ebenfalls einige Leute mit Kindern, die genauso einsam da sitzen, weil sie sich eben nur auf ihre Kinder focussiert haben, und die Kinder kümmern sich trotzdem nicht oder nur zum obligatorischen Besuch an Weihnachten und Geburtstagen. Meine Tante zb ist auch im Heim, obwohl sie Kinder hat. Aber wo soll sie bei den Kindern wohnen? In der Doppelhaushälte vielleicht, wo so schon kaum Platz ist? Im Heim wird sie dann meist von mir besucht, ihre Kinder fahren ca alle 4 Monate hin. Weil sie eben selber arbeiten gehen und keine (Lust) und Zeit haben. Und eine andere Tante hat keine Kinder, dafür aber einen grossen Freundeskreis, ganz viele Leute in ihrem Alter, mit denen sie sich jede Woche zum Kaffee und Kuchen trifft und Tagesreisen unternimmt. Sie ist damit völlig zufrieden.

    Allerdings denke ich schon, dass man mit Kindern besser dran ist, wenn man eben nicht so kontaktfreudig ist, weil die Familie einen im besten Fall eben so liebt wie man ist und Familie ist eben Familie, das ist schon ein dickeres Band als Freunde, wenn es optimal läuft.

    Ganz oft läuft es aber eben nicht optimal, Kinder sind somit also keine Garantie und jeder muss für sich Mittel und Wege finden, der Einsamkeit im Jetzt und im Alter zu entkommen, ob nun mit oder ohne Kinder.

    Eine Garantie gibt es einfach nicht. Neulich ist das Kind einer Nachbarin mit 15 Jahren bei einem Verkehrsunfall verstorben, die Mutter ist jetzt aber auch schon zu alt für ein weiteres Kind. Sie ist nun ungewollt kinderlos und das in einem noch viel grausameren Maße, weil sie ja weiß wie es mit Kind ist und ihr Kind geliebt hat und nun steht sie ganz alleine da.

  10. Inaktiver User

    AW: Frauen ohne Kinder - frei oder einsam?

    [QUOTE=Smilla1958;3624653
    Das mit dem Kinderkriegen ist halt dann doch noch nicht so einfach (wenn man mal von durchgeknallten Omas und den passenden Gynäkologen absieht, die's mit künstlicher Befruchtung schaffen).[/QUOTE]

    Bei nichtverwandten Frauen ist die Bezeichnung "Oma" abwertend. Wie absurd sie außerdem ist, wird selten so deutlich wie hier: die in Frage stehenden "älteren" (älter als wer?) Frauen sind noch nicht Mutter, wie könnten sie dann Oma sein?

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