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    AW: Frauen ohne Kinder - frei oder einsam?

    PS: An Einsamkeit können Kinder auch nix ändern. Wer Kinder kriegt, um nicht einsam zu sein, sollte schonmal ein Sparbuch für eine gute Therapie für die lieben Kleinen anlegen....

    So, erstmal genug gewütet *grins*

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    AW: Frauen ohne Kinder - frei oder einsam?

    Ich habe noch nie in einem - wenn auch bislang eher kurzem - Strang hier (aber gerade deshalb ist es auffällig) soviele user "getroffen", die sich offensichtlich wegen dieses Themas anmeldeten. Für fünf war es der erste Beitrag hier und da ein user bereits wieder gelöscht ist, waren es wahrscheinlich sechs Neuanmeldungen (bzw. ein erster Beitrag) für die jeweilige Person.
    Das Thema scheint also zu bewegen und vielleicht auch zu spalten.

    Ich bin zwar nicht kinderlos und möchte auch meinen Sohn (im Nachhinein, wie ich bereits schrieb) nicht missen, hätte mir aber ein Leben ohne Kinder durchaus vorstellen können. Was dann gewesen wäre wenn, vermag ich natürlich nicht zu sagen. Aber ich war bereits 33 Jahre bei meiner Entbindung (erstes und einziges Kind) und hatte bis dahin nicht das (angeblich naturgegebene ) unabdingbare Verlangen Mutter zu werden. Ich dachte mir immer, wenn es ein soll, dann nimm' es an und wenn nicht, dann eben nicht. Dass ich ein unausgefülltes oder gar einsames Leben deshalb geführt hätte, glaube ich absolut nicht. Mir war und ist es auch immer ein Rätsel was einige Frauen alles auf sich nehmen, wenn sie nicht einfach so und auf natürlichem Wege schwanger werden.

    Ich kenne einen Fall einer Frau mit einem gesunden Kind. Sie wollte unbedingt weitere Kinder haben. Es folgten zwei Abgänge und als bei der vierten Schwangerschaft wieder ein Abgang drohte, ließ sie sich zunähen und blieb monatelang überwiegend im Bett um dieses Mal das Kind austragen zu können. Sie brachte ein Kind mit Down Syndrom zur Welt. Ich kann nicht umhin zu glauben, dass die Natur es eigentlich "gut" mit den Abgängen gemeint hat. Mit dieser Aussage möchte ich um Himmels willen behinderte Kindern nicht abwerten oder ins Abseits drängen. Ich bin im Gegenteil der Meinung, dass alles für ihre Integration getan werden muss. Das ist das eine. Ich bin aber auch der Meinung, dass nach zwei Abgängen und einer weiteren Gefahr eines solchen, der Körper irgendwie auch deutliche Signale aussendet. Ich weiß, dass dies ein schwieriges Thema ist.

    Mutter mit Hilfe moderner Medizin zu werden wenn man eigentlich eine sogar eher ältere Großmutter sein könnte halte ich für egoistisch dem Kind gegenüber.

    Und zurück zur Ausgangsfrage. Wie frei sind eigentlich die Frauen, die, obwohl sie auf natürlichem Wege nicht schwanger werden, geradezu zwanghaft nichts unversucht lassen sich den Kinderwunsch dennoch irgendwie zu erfüllen? Wenn man eine bestimmte Altersgrenze nicht überschritten hat, sehe ich nichts Kritikwürdiges in dem Bestreben mit Hilfe der Medizin eine Schwangerschaft herbeizuführen, aber kann man bei einer solchen Handlungsweise von FREIHEIT reden?

    Aber natürlich gilt, dass jede Frau für sich selbst entscheiden muss und dass eine solche Entscheidung nicht immer nur leicht ist, ist auch klar. Meine persönliche Meinung nimmt nicht die Verbindlichkeit derselben in Anspruch.

    Aber es wäre wünschenswert - und das gilt jetzt für den Artikel (ich habe ihn inzwischen gelesen) - wenn Frauen nicht mit Klischees bombadiert würden wie kinderlos = frei und einsam.

    Anitra
    Mein Avatar zeigt Charlotte Gainsbourg.

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    cool AW: Frauen ohne Kinder - frei oder einsam?

    Tag auch,
    ich habe den Text beim Arzt überflogen und komme nicht so recht über die Aussage weg das sie traurig sind das an ihren Grab kein Kind trauert! Oder habe ich mich da verlesen??
    Ich habe einen Sohn (13) und hätte gerne noch mehr Kinder gehabt, leider habe auch ich mich für den Job entschieden, ich dachte bis 40 habe ich noch Zeit....
    Nun bin ich mit 36 an Brustkrebs erkrankt und Kinder sind erst ab 42 wieder möglich, wenn alles gut läuft. Das ist mir natürlich zu spät und wer weiß was noch kommt...aber egal, wichtig: Sie können mir glauben wenn ich sage das ich FROH wäre wenn kein Kind an meinem Grab trauert!!

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    AW: Frauen ohne Kinder - frei oder einsam?

    liebe anitra,

    ich muss dir jetzt mal sagen, dass dein beitrag mir voll aus der seele spricht!

    vor allem das beispiel von der mutter, die sich hat zunähen lassen, um ihr kind zu behalten, das sie dann jedoch mit einer behinderung zur welt brachte. so traurig dieses schicksal sein mag - ich denke, dies kommt dabei heraus, wenn der mensch immer wieder meint, die natur beherrschen zu können. doch die natur ist weiser als wir. wir sind ja nur ein kleiner teil von ihr und sollten wieder lernen, uns in sie einzufügen, anstatt uns über sie zu stellen.

    da ich auch lange ungewollt kinderlos blieb und medizinische hilfe in anspruch genommen habe, um kinder zu bekommen, habe ich mich viel mit dem thema kinderlosigkeit beschäftigt, allerdings erst im nachhinein. damals wollte ich nur eins, und zwar unbedingt: kinder!

    ich will jetzt nicht soweit gehen, zu sagen, dass das ein fehler war. dazu liebe ich meine inzwischen erwachsenen söhne viel zu sehr. doch wie du sagst, es war keine freie entscheidung, wie ich später bitter erfahren musste. und meine innere einsamkeit und traurigkeit hat sie mir auch nicht genommen.

    ich war mit 21 von meinen eltern direkt zu meinem mann geflüchtet, muss ich so sagen. ich liebte ihn nicht wirklich, aber er bedeutete mir erlösung von meinem elternhaus, in dem ich mich immer nur klein und wertlos gefühlt hatte. als nächstes wollte ich mehr tun zu meiner aufwertung: mutter sein. die schwangerschaft kam dann irgendwann mit hilfe medizinischer künste endlich zustande. doch schon in der 7. schwangerschaftswoche wollte mein baby mich verlassen, es drohte ein abgang. ich wurde ins krankenhaus gesteckt und bekam mittel zur beruhigung der wehentätigkeit. das kind blieb - bis zur 30. woche, da wollte es wieder gehen. wieder ins krankenhaus für mehrere wochen. ich habe gut ein drittel der schwangerschaft in strenger bettruhe verbringen müssen.

    heute weiß ich, dass das alles sicher zeichen dafür waren, dass ich, zumindest zum damaligen zeitpunkt noch nicht, kein kind bekommen sollte. die zeit war einfach nicht reif dafür, ich war nicht reif. ich war mit einem ungeliebten mann zusammen, ich wollte das kind nur zu meiner aufwertung benutzen. ich bekam das kind und konnte null muttergefühle entwickeln. entsprechend schwierig war das kind dann auch von anfang an. ich war zu sehr mit mir selbst beschäftigt, mit meinen wunden aus dem elternhaus, meiner unerfüllten liebe. ich habe mich ständig nur überfordert, unglücklich und einsam gefühlt. viele jahre lang!

    ich denke - ob mit oder ohne kinder - unfrei und unerfüllt fühlt man sich immer dann, wenn man nicht bereit ist, das eigene schicksal anzunehmen. wenn man sich ständig nach der anderen alternative sehnt, sich immer wieder damit beschäftig, wie es wäre, auf der anderen seite zu leben und dies mit aller gewalt versucht zu erreichen. es hat einen sinn, wenn man keine kinder hat. und wenn man sie sich wünscht, sollte man doch noch einmal in aller ehrlichkeit hinterfragen, warum, bevor man sie in die welt setzt. ich möchte mal behaupten, dass kinder zum großen teil nicht geboren werden, um einem neuen wesen ein glückliches und erfülltes leben zu schenken, sondern sehr oft aus egoistischen motiven heraus. man will sich selbst bereichern, sich und das eigene leben aufwerten, eine ehe kitten, eine aufgabe haben, sich nicht mehr so einsam und ungeliebt fühlen, im alter versorgt sein, es den freundinnen gleich tun, die stolz ihre prachtexemplare von prachtbabys präsentieren. ja, ich glaube, der gesellschaftliche druck spielt im unterbewusstsein eine große rolle. viele, so habe ich beobachtet, denken auch gar nicht über die babyzeit hinaus, in der man ein süßes schnuckelchen im kinderwagen herumfahren darf. da hat die natur uns im sinne der fortpflanzung ja einen wunderbaren streich gespielt, indem sie die babys so niedlich kreiert hat. dass ein kind jahrzehntelange, wenn nicht gar lebenslängliche für-sorge und damit eben gebundenheit bedeutet, wer denkt schon daran, wenn er vom kinderwunsch besessen ist? wenn man sich dessen nicht bewusst und bereit ist, diese gebundenheit mit aller liebe und leidenschaft auf sich zu nehmen, dann bedeuten kinder auf alle fälle oft vor allem belastung und unfreiheit. im anderen fall kann man sie jedoch als großes glück und bereicherung empfinden.ich war leider erst soweit, als meine jungs die pubertät fast hinter sich hatten. doch jetzt genieße ich sie um so mehr - und sie mich (hoffe ich ).

    wie dem auch sei, im sinne von freiheit oder einsamkeit ist es m.e. ausschlaggebend, sich einmal bewusst für das eine oder andere zu entscheiden, dann aber nicht daran festzuhalten, wenn es anders kommt. sondern, wie gesagt, die nicht erfüllten und erfüllbaren wünsche loszulassen, das schicksal anzunehmen und davon auszugehen, dass es einen sinn hat (hatte) wie es kommt oder kam. dann wird man sich so oder so nicht unfrei oder einsam fühlen müssen.
    Geändert von marla63 (02.03.2008 um 11:37 Uhr)
    Bewahre mich vor der Angst,
    ich könnte das Leben versäumen.
    Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
    sondern was ich brauche.
    Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.


    Antoine de Saint-Exupéry

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    AW: Frauen ohne Kinder - frei oder einsam?

    so, jetzt habe ich den artikel auch gelesen, und ich muss sagen, ich bin jetzt schon etwas erschrocken darüber, wie wenig ich viele der beweggründe der autorin und ihrer bekannten verstehen kann. wenn ich davon ausgehe, dass die verfasserin ihre intimsten gefühlen und sehnsüchte offenbart, möchte ich diesen schon mit respekt begegnen, aber stellenweise hatte ich das gefühl, ich würde hier dinge von einem anderen stern lesen, und ich frage mich, ob ich mich wirklich schon so weit entfernt habe von der ungewollt kinderlosen frau, die ich einmal war.

    ja, es scheint so zu sein, wie ich vermutete. die meisten der beweggründe, ein kind in die welt setzen zu wollen, sind rein egoistischer natur. hinzu kommt die romantische phantasie vom süßen knuddelbaby. da hat die natur uns tatsächlich im sinne der arterhaltung und fortpflanzung eine menge flausen über "schnalzende babys" und "vergnügt tobende kinder" in den kopf gesetzt, von denen man schnell geheilt ist, sobald sich der wunsch erfüllt hat.

    die andere seite sind die frauen im umkreis der autorin, die sich bewusst gegen ein kind entschieden haben, und ihre begründungen, die ich teilweise ebenso wenig nachvollziehen kann. sie erscheinen mir nun wieder das total gegensätzliche extrem der ungewollt kinderlosen. denn kinder bedeuten weder, alles "aufzugeben, wofür ich so lange gearbeitet habe", noch ist es so, dass mütterlichkeit eine bestimmte gabe bedeutet, die man unabänderlich hat oder nicht und in die man nicht hineinwachsen könnte. die argumente erscheinen mir - ich hoffe, ich tu keinem unrecht - etwas sehr zurechtgelegt, eben nicht wirklich aufrichtig. so als genüge es nicht, einfach zu sagen: nein, ich will keine kinder, meine aufgabe im leben ist eine andere. und als müsse man noch alle möglichen gründe hinzu erfinden, die scheinbar schwerer wiegen.

    wie z.b. auch die argumentation der malerin melanie, die argumentiert: "Die Welt muss verändert, nicht vermehrt werden." ja, wenn das ihr großes anliegen ist - gibt es denn eine schönere natürlichere möglichkeit, die welt zu verbessern, als kinder zu bekommen und sie zu gesunden, starken, liebenden, einfühlsamen persönlichkeiten zu entwickeln??
    warum belässt sie es nicht einfach dabei, zu sagen: malen ist mein leben, mehr will und brauche ich nicht?

    oder die frauen, die sich erst in einem alter reif genug für kinder fühlen, in dem der biologische zug abgefahren ist und nun darum trauern: warum adoptieren sie nicht ein kind? oder engagieren sich ehrenamtlich für fremde kinder, oder unterstützen die mütter und väter in ihrer umgebung? es müssen doch nicht unbedingt die eigenen sein. es gibt so viele kinder ohne eltern oder eltern, die dringend hilfe bräuchten.

    das wäre doch auch eine idee für die autorin - sich der kinder anzunehmen, die es schon gibt. viele ihrer sehnsüchte und phantasien könnte sie sich dadurch erfüllen, einschließlich der strahlenden augen beim späteren besuch des kindes. und schon einmal für potentielle besucher an ihrem grab sorgen.
    natürlich jedoch nicht die, die schöne nase und die perfekten beine ihrer mutter weiterzugeben. aber ob das nun wirklich so entscheidend für elterliche glückseligkeit ist? ihre schöne seele könnte sie so auf alle fälle weitergeben, wem auch immer, und das wäre doch auch ein großer beitrag zur verbesserung der welt, oder?
    Bewahre mich vor der Angst,
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    Antoine de Saint-Exupéry

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    AW: Frauen ohne Kinder - frei oder einsam?

    Liebe Marla,

    mir gefällt auch dein Beitrag, weil er in meinem Sinne unumstößliche Wahrheiten ausspricht.

    Ich habe mal einen Absatz deines postings herausgegriffen und mir erlaubt farblich zu verändern, was ich besonderes hervorhebenswert finde.

    Zitat Zitat von marla63
    ich denke - ob mit oder ohne kinder - unfrei und unerfüllt fühlt man sich immer dann, wenn man nicht bereit ist, das eigene schicksal anzunehmen. wenn man sich ständig nach der anderen alternative sehnt, sich immer wieder damit beschäftig, wie es wäre, auf der anderen seite zu leben und dies mit aller gewalt versucht zu erreichen. es hat einen sinn, wenn man keine kinder hat. und wenn man sie sich wünscht, sollte man doch noch einmal in aller ehrlichkeit hinterfragen, warum, bevor man sie in die welt setzt. ich möchte mal behaupten, dass kinder zum großen teil nicht geboren werden, um einem neuen wesen ein glückliches und erfülltes leben zu schenken, sondern sehr oft aus egoistischen motiven heraus. man will sich selbst bereichern, sich und das eigene leben aufwerten, eine ehe kitten, eine aufgabe haben, sich nicht mehr so einsam und ungeliebt fühlen, im alter versorgt sein, es den freundinnen gleich tun, die stolz ihre prachtexemplare von prachtbabys präsentieren. ja, ich glaube, der gesellschaftliche druck spielt im unterbewusstsein eine große rolle.
    Das denke ich auch.


    Ich habe kürzlich eine Aussage der englischen Schauspielerin Helen Mirren (62 Jahre alt) gelesen. Sie sagte (sinngemäß) dass sie keine Kinder habe weil sie zu ihrem Leben nicht gepasst hätten. Sie wollte der Schauspielerei den Vorrang geben und fand, dass sie damit der Aufgabe einer Mutter nicht unbedingt gerecht werden würde. Sie meinte außerdem, dass viele Frauen glauben sie müssten Kinder wollen (weil frau das eben zu wollen hat) und sich von diesen Vorstellungen beherrschen lassen ohne dass sie sich selbst bewußt werden würden, was SIE SELBST eigentlich wollen.

    Die heutige Vorstellung vieler Frauen, sie müssten alles was möglich ist gleichzeit machen (Kinder und Karriere - ich spreche nicht von Kindern und einer Berufstätigkeit, die viel Spielraum für die Kindererziehung lässt) und alles gleichermaßen gut halte ich für einen Wahn. Es ist obendrein sehr egoistisch gedacht - in meinem Sinne. Warum kann man sich nicht für das eine oder das andere entscheiden? Und wenn frau trotz Kinder Karriere machen will, dann könnte ja auch der Vater die Erziehungsarbeit leisten. Aber diese Einstellung "ja schaut nur her, ich habe alles, ich kann alles (Kinder und Karriere unter einen Hut bringen) und ich wuppe alles mit links" wird - meines Erachtens - Kindern nicht gerecht.

    Das war eine kleine Abschweifung vom Hauptthema (hat aber im Endeffekt doch auch etwas damit zu tun) und da die Lebenssituationen äußerst vielfältig sind, bietet das oben gesagte natürlich nur einen Aspekt.

    Vielleicht sollte man generell von dem Gedanken wegkommen, dass nur ein Leben mit Kindern ein sinnerfülltes Leben sei und dass Kinder nicht automatisch ein Garant gegen Einsamkeit im Alter sind.

    Die Frage nach "Freiheit" und "Einsamkeit" hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab und Kinder zu haben oder nicht spielt hier keine entscheidende Rolle - finde ich.

    Anitra
    Mein Avatar zeigt Charlotte Gainsbourg.

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    AW: Frauen ohne Kinder - frei oder einsam?

    Ich habe mich jetzt auch eingeloggt, da ich die Art und Weise dieser Disskussion als sehr angenehm empfinde. Ich bin eine junge Mutter, 30Jahre alt, zwei kleine Söhne, 2 und 4 Jahre alt.
    Ich gehe Teilzeit im Schichtdienst arbeiten, auch wegen des Geldes, das wir brauchen und wir haben keinerlei familiäre Unterstützung in der Nähe.

    Gerade heute morgen hatte ich eine klassische Stress-bis-es-nicht-mehr-geht-Situation, da der kleine ab halb 4 einfach nicht mehr schlafen wollte, ich aber heute noch Nachtdienst habe und daher auch einfach Schlaf brauche.

    Ja, Kinder sind anstrengend, der Druck von außen ist riesig, das empfinde ich zumindest so. Manchmal habe ich das Gefühl einfach nicht genug geschafft zu haben, den Ansprüchen der Gesellschaft als Mutter, Arbeitnehmerin, Bespaßerin, Ehefrau etc. nicht zu genügen und das führt tatsächlich zu Überforderung im Geiste. (gut, körperlich ist man auch manchmal ganz schön auf)

    Ich habe Freundinnen, die keine Kinder möchten. Meine eigene Schwester gehört ebenfalls dazu und ich kann es gut akzeptieren. Sie ist einfach überhaupt nicht der Typ für Kinder und ich glaube auch nicht, dass sie sich deshalb grämt. Eine meiner Freundinnen ist ein Mensch, der sehr viel Freiraum braucht,sich nun aber mit Haus, finanzieller Belastung und einem Nachgeben ihrem Mann zuliebe was den Kinderwunsch angeht, sehr bindet. Ich glaube in dem Fall, dass es vorprogrammiert ist, dass sie eines Tages sehr unzufrieden sein wird, auch wenn ich es mir anders für sie,ihren Mann und das Kind wünsche.

    Ich selbst lache viel mit den Kindern, bin sehr glücklich, wenn ich sehe wie sie wachsen und unser Leben bereichern, auch wenn es an manchen Tagen sehr anstrengend ist. Ich erhebe nicht den Anspruch, sie zu besitzen und sie dahingehend zu erziehen, dass sie sich später völlig auf uns Eltern einstellen oder an unserem Grab trauern. Ich hoffe einfach das wir alles insofern richtig machen, dass sie zu eigenständigen, selbstbewußten Menschen werden, die sich im Leben gut zurechtfinden und glücklich sind. Natürlich hoffe ich auch, dass wir auf Lebenszeit eine tolle Eltern-Kind-Beziehung haben werden, aber da spielen eben auch andere Einflüsse eine Rolle, die ich nicht immer beeinflussen kann.
    Auch ich freue mich, wenn ich später sehe, dass sie zu schönen jungen Männern herangewachsen sind, das macht einen zu Recht auch stolz.

    Jeder soll für sich entscheiden, was für ihn persönlich das Richtige ist. Das jede Entscheidung ein Für und Wider hat, das ist nunmal so. Das betrifft ja nicht nur die Frage, ob man sich für oder gegen Kinder entscheidet.

    Und einsam: tja, das bin ich zwar objektiv nicht, aber subjektiv fühlt man sich schon manches Mal, als ob man der einzige Mensch auf der Welt ist, der sich zwischen den Stühlen Kinder, Haus, Ehe, Freundschaftspflege, Hobby und Arbeit zerteilen muß und am Ende des Tages immer noch ein schlechtes Gewissen hat, weil der Haushalt aussieht, als ob eine Bombe eingeschlagen hat.

    So, und nun fahren wir mit einer Freundin in den Tierpark und schlagen mehrere Fliegen mit einer Klappe. Auch weil es Spaß macht...

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    AW: Frauen ohne Kinder - frei oder einsam?

    Ich finde, gerade "Brigitte" hat über Jahre hinweg das Kinderhaben als zu negativ dargestellt und ist sicher nicht unbeteiligt an der ein oder anderen Kinderlosigkeit. Mir haben die Beiträge zum Thema "Kinder haben oder nicht?" in den letzten Jahrzehnten jedenfalls nicht weitergeholfen, sondern meine Konflikte verschärft und die Entscheidung (wie ich heute denke unnötig) erschwert. Die Beiträge hätten etwas ausgeglichener sein können und es hätten auch mal Frauen zu Wort kommen sollen, die die schönen Seiten des Kinderhabens jenseits von Klischees (Knuddelbaby) beschreiben, damit man sich ein objektiveres Bild hätte machen können.

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    AW: Frauen ohne Kinder - frei oder einsam?

    Ich finde, das Frauen ohne Kinder frei und einsam sind, genauso, wie Frauen mit Kindern unfrei und nicht-einsam sind.
    Alles hat seine guten Seiten und auch seine schlechten Seiten. Manchmal will frau ja unfrei sein oder auch einsam, manchmal eben nicht...
    Jede hat sicher Zeiten in ihrem Leben, in dem sie gerne tauschen würde, mit wem auch immer, und dann gibt es Zeiten, da ist es genau so, wie frau es haben möchte.
    - Wo Licht ist, ist auch Schatten -

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    AW: Frauen ohne Kinder - frei oder einsam?

    Hallöchen

    Ich bin kinderlos und fühle mich überhaupt nicht einsam. Vermutlich hat sich mein Bekanntenkreis auf natürliche Weise so eingependelt, dass viele meiner Freundinnen auch keine Kinder haben. Weil ich nichts anderes kenne und mich freiwillig dazu entschlossen habe, geniesse ich meine Freiheit. Ich habe einen lieben Mann, zwei freche Katzen, ein schönes Häuschen und einen tollen Job.

    Natürlich habe ich mich auch schon gefragt, wie es wohl gewesen wäre, wenn ich Kinder gehabt hätte. Aber das kann man sich ja bei so vielem fragen (was wäre gewesen wenn…). Für mich gab es bisher einfach nie den richtigen Zeitpunkt.

    Wenn jemand Mutter wird, weil sie es wirklich möchte und in ihrem Umfeld alles passt, dann ist das eine schöne Aufgabe. Mich haben nebst der mangelnden Zeit auch viele andere Dinge abgeschreckt. Die Schwangerschaft, die Geburt, die Einschränkung, die Finanzierung, eine mögliche Scheidung, ein missratenes Kind … die Liste liesse sich unendlich weiterführen. Solange man so viele Bedenken hat, ist es einfach besser, man lässt es.
    Liebe Grüsse PowerBlume
    Viele Menschen leben glücklich, ohne es zu wissen!

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