Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Sehnsucht und Freude, Angst, Vertrautheit und Fremdheit - die Rückkehr in die Heimat kann die widersprüchlichsten Gefühle auslösen. In der neuen BRIGITTE WOMAN (Heft 12) erzählen Frauen, wie es für sie war, an den Ort ihrer Kindheit zurückzukehren.
Haben Sie das auch schon erlebt? Was bedeutet Heimat für Sie?
Eine spannende Diskussion wünscht
Ihr Brigitte.de-Team
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Thema: Sehnsuchtsort Heimat
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09.11.2007, 19:28
Sehnsuchtsort Heimat
Geändert von BRIGITTE Community-Team (13.11.2007 um 11:30 Uhr) Grund: Link eingefügt
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12.11.2007, 21:05Inaktiver User
AW: Sehnsuchtsort Heimat
Ich denke es kommt immer aud den Grund an warum man seine Heimat verlassen hat. Ob man freiwillig gegangen ist, weil einem alles zu eng wurde, oder weil man gehen musste, weil es keine berufliche Perspektive gab. Was sucht man nach Jahren der Abwesenheit in der Heimat, dem Ort wo man aufgewachsen ist? In erster Linie die Geborgenheit und Unbeschwertheit der Kindheit, der Jugend und die Erinnerungen. Aber man wird nicht das finden was man sucht. Wir haben uns alle weiterentwickelt. Hat man jahrelang in einer Großstadt oder im Ausland gelebt, sind die Ansichten anders, als bei den Daheimgebliebenen. Man kann nicht erwarten das man an die Freundschaften anknüpfen kann, die man vor langer Zeit aufgegeben hat. Für mich ist Heimat der Ort, wo ich mich wohlfühle und wo es mir gefällt, nicht ein bestimmter Ort.
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28.11.2007, 11:23
AW: Sehnsuchtsort Heimat
Als ich 13 war, sind wir von der Kleinstadt weggezogen, in der ich aufgewachsen bin und soviele Leute kannte, in eine "grosse Kleinstadt" (Vater hatte anderen Job gefunden).
Das war der Horror
, und ich habe ungefaehr zwei Jahre gebraucht, mich einzuleben (wir waren da ca. 4 Jahre insgesamt). Waehrend dieser Zeit bin ich oefters zurueck in "meine" Kleinstadt gefahren, zu Besuch, und dabei habe ich gemerkt, was Flotteoma geschrieben hat : man entwickelt sich weiter, und zwar in einer anderen Richtung als die, die "zurueck geblieben" sind. Trotzdem habe ich aus dieser Zeit noch immer einen Freund. Das Gleiche galt/gilt fuer die "kleinere Grossstadt", und danach fuer den naechsten Schritt. Ein, zwei Freunde bleiben, wenn man Glueck hat - weil die auch andere Erfahrungen gemacht haben.
Jetzt lebe ich im Ausland und habe manchmal Heimweh - nach Erinnerungen, und nach Kino-gehen-in-meiner-Sprache, manchen Lebensmitteln (ist schwierig, die Brigitte Diaet hier zu machen
), usw.
Aber trotzdem bin ich froh, immer weiter gegangen zu sein. Zurueck in dieser speziellen Kleinstadt leben moechte ich glaube ich nicht mehr.
LotteEure Lotte
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04.12.2007, 13:28
AW: Sehnsuchtsort Heimat
Nach 12 Jahren, von denen wir 6 sogar im benachbarten Ausland verbracht haben, sind wir seit fast 7 Jahren wieder zurück in unserer Heimat - eine Kleinstadt in einem Ballungsraum.
Und ich merke, daß, obwohl wir hier immer noch einen Freundeskreis haben (wir haben die Kontakte auch über die Zeit unserer Abwesenheit gepflegt), mir die Enge nach wie vor auf den Magen schlägt. Meine Familie wohnt hier seit Generationen, jeder kennt jeden und jeder hechelt jeden durch - da kommen schon mal so Sprüche von meiner Mutter wie: Du musst doch mal die Gardinen waschen, was sollen denn die Leute von dir denken, das fällt doch auf mich zurück...
Die Denke der Leute hier ist eng, die Bebauung ist eng (für jemand, der jahrelang in den Niederlanden gelebt hat und weit, weit schauen konnte ein Horror); obwohl berufliches und privates Umfeld absolut stimmen, will ich eigentlich gerne wieder weg.
Besser heute als morgen.
Sagt der Bauch.
Der Kopf weiß, daß das nur schwer möglich ist: Unsere Jobs sind hier in der Gegend gut verwurzelt, unsere Wohnsituation mit eigenem Haus ist klasse, wir haben unseren Freundeskreis hier, beide Eltern leben hier und Schwiegis werden allmählich tattrig (mit ein Entscheidungsgrund, wieder hierher zu kommen).*lost in the woods*
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04.12.2007, 18:08Inaktiver User
AW: Sehnsuchtsort Heimat
Habe es aus persoenlichen Gruenden geloescht. Nicht boese sein
LG, LunitaGeändert von Inaktiver User (04.12.2007 um 19:07 Uhr)
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04.12.2007, 21:57Inaktiver User
AW: Sehnsuchtsort Heimat
ich habe die Heimat meine Eltern vor 21 Jahren verlassen und zuletzt vor 17 Jahren gesehen..
Diesen Sommer, werde ich meine Mutter begleiten.
Ich bin nicht aufgeregt, vielmehr schmerzen die Erinnerungen tief in meine Seele.
Erst jetzt, nach dem es feststeht, dass ich mit ihr hinreisen werde..
Ich freu mich..
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05.12.2007, 22:38
AW: Sehnsuchtsort Heimat
Auch wenn ich noch von der 40 weit entfernt bin habe ich mir genau diese Zeitung von "Brigitte" gekauft,da mich diese Thematik schon seit über 13 Jahren beschäftigt. Gerade in der Vorweihnachtszeit habe ich vermehrt "Heimweh".Es tat richtig gut zu lesen das man nicht allein mit seinen damit verbundenen Ängsten ist. Das Ihr genau dieses Thema aufgegriffen habt, kam just im richtigen Moment. Ich fühlte mich nach dem lesen des Bericht`s so verstanden!(den Artikel werde ich gut aufbewahren) Ich lebte 17 Jahre in meiner Heimat, 10 Jahre in einer Stadt die ich richtig lieb gewonnen habe und seit nun mehr 3 Jahren in einer Stadt die ich nur schwer ertrage,egal wie oft ich ihr&mir eine Chance gebe. An mangelnden Interesse oder Kontaktfreudigkeit liegt es wohl eher nicht. Ganz im Gegenteil...Im Laufe der Jahre wird mir nur mehr&mehr bewußt, das Blut dicker ist, als Wasser. Gerade jetzt, wo ich auch selbst eine kleine Familie habe. Doch hätte ich auch den Mut zurück zu kehren, wenn es darauf ankäme? Die Zeit hier ist aber auf jeden Fall bemessen! Ich DANKE Euch nochmal für den Beitrag und grüße alle "Leidensgenossinen"!
Geändert von sandrak. (05.12.2007 um 22:52 Uhr)
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11.12.2007, 22:28Inaktiver User
AW: Sehnsuchtsort Heimat
auch ich habe den artikel in der neuen woman 40 gelesen. ein sehr schöner artikel mit ganz viel realität.
in meiner heimat hatte ich eine gute bekannte die ihre heimat wegen heirat verlassen hatte. sie war sehr aktiv, bemühte sich um den sozialen kontakt, sie war herzlich und aufmerksam. doch immer und immer wieder kam da dieses heimweh durch, dabei war sie schon einige jahre von ihrer famlie und ihrer heimat fort. wenn sie diese sehnsucht überfiel konnte ich ihr nicht mehr folgen. verstehen nur begrenzt.
dass ich selbst einmal in diese lage kommen würde hätte ich mir nie gedacht. immer wieder fiel mir dann diese bekannte ein und ich wußte was sie plagte.
mir geht es heute so, dass es diese rituale sind die mir fehlen, ich weiß nur zu genau dass dies gefühlserinnerungen sind die man verisst. diese zu tiefst vertrauten orte der kindheit, alles was einem große werden hat lassen.
ich könnte nicht mehr in meine heimat zurückkehren, denn ich liebe meine zweite heimat und das was darauf gewachsen ist - und doch kenne ich das gefühl immer noch nicht den schnellen sprung in die gasse zu machen können wo es das so gute eis gab, auf den friedhof zu gehen um meiner geliebten großmutter blumen aufs grab zu stellen, altbekannte wege wieder zu drurchschreiten, erinnerungen ausgraben um dann gemeinsam mit familienangehörigen über alte zeiten zu plaudern.
man muss auf eine weise lernen mit zwei geschichten zu leben. die erste ist die geschichte der wurzeln und die zweite die heimat wo die wurzeln wieder wurzeln müssen. und das braucht sehr lange und viel zeit. jahre. denn erst wenn man jahre zählen kann, schaut man auf eine gemeinsame geschichte zurück und dann ist es möglich zu sagen "schau....weißt du noch?".....oder ......."was haben wir nicht alles schon hier gelacht und erlebt"....... es sind die vebindlichkeiten die geborgenheit und wurzeln schenken.
in meiner heimat merk ich dann immer - da ist das alte leben - das hat nur mehr erinnerungswerte - dann zieht es mich nach hause - ja zu hause ist man da wo es lebendig ist........
klar.....heimwehgefühle kenne ich immer wieder....heimweh nach erinnerungstücke um die ecke.....nach der junge unbeschwerten zeit...
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12.12.2007, 11:05Inaktiver User
AW: Sehnsuchtsort Heimat
Wir haben früher in einer kleinen Siedlung in Hagen gewohnt - bei meiner Oma im Haus. Dort gab es einen großen Garten, viel nette Nachbarschaft und einen Bäcker, der mir immer Waffeln geschenkt hat. Wir sind dort zwar schon weggezogen, bevor ich schulpflichtig wurde, aber ich kann mich noch an einiges dort erinnern, besonders die Gefühle...
Das letzte Mal war ich vor ca. 30 Jahren dort, als meine Oma beerdigt wurde.
jetzt hatte ich zufällig in der Nähe zu tun und habe einen Umweg gemacht, um diese Siedlung noch mal zu besuchen...Habe die Straße sofort gefunden und auch das Haus. Alles ist viel kleiner, als ich es in Erinnerung hatte, viel beengter und es hat sich ganz viel verändert - das Haus war immer sehr gepflegt, jetzt bröckelt der Putz, der Garten ist verwildert.
Es war ein wehmütiges Gefühl, aber auch schön: plötzlich kommt ein Hauch aus der Kindheit zu Dir rüber..die Bäckerei ist auch noch da, sieht jetzt ganz modern und schick aus. Der nette Bäcker, der damals Kleinruby mit Waffeln und Brausestäbchen versorgt hat, ist uralt und lebt im Altersheim.
Es war schön, mal wieder dort zu sein, etwas wehmütig, abrührend, wärmend - aber es ist nicht mehr meine Welt.
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18.03.2008, 15:27
AW: Sehnsuchtsort Heimat
Ohhh je, ohhhh je, da sprach mir jemand aus der Seele!
Diese Enge - diese Sprüche - diese kirchliche Scheinheiligkeit (weil man die Betreffenden kennt)...
1000 mal schon wollte ich weg und der Gedanke ist immer noch da, aber mein Sohn ist noch nicht mit der Schulausbildung fertig, so lange will ich ihm sein Nest erhalten, wo soll er ohne Geld hin??
Außerdem habe ich viele Neider in der "Enge", weil mein geschiedener Mann mir es ermöglicht hat, dass ich im ehemals "ehelichen" Haus wohnen geblieben bin!!!!


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