+ Antworten
Seite 1 von 9 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 83

  1. Registriert seit
    31.10.2011
    Beiträge
    31

    Kontakt zur Mutter abbrechen

    Hallo,

    das ist ein heikles Thema und fällt sicherlich unter das Motto "sowas tut man nicht", aber ich überlege ernsthaft, den Kontakt zu meiner Mutter abzubrechen.

    Ich war schon immer die ungeliebtere Tochter. Meine Schwester war immer das Lieblingskind. Somit konnte ich meiner Mutter nie etwas recht machen.

    Jetzt bin ich selbst Oma und muss mich von meiner Mutter beschimpfen und beleidigen lassen. Entschuldigungen? Niemals, meiner Mutter scheint jedes Unrechtsgefühl zu fehlen. Ich bin auf meine Tochter sehr stolz und ich liebe sie über alles; das sage und vermittle ich ihr auch. Selbst habe ich dieses Gefühl nie kennengelernt. Nur mein Vater hatte zu seinen Lebzeiten immer für den Ausgleich gesorgt, damit ich nicht zu kurz komme.

    Wenn ich nicht mache, was sie will, sagt sie Sätze wie: "dann bist du nicht mehr meine Tochter und ich wäre daran Schuld".

    Meiner Schwester wirft sie alles hinterher. Sie bekommt ständig Geld zugesteckt und ist immer die Beste. Alles was sie macht, ist etwas besonderes und alles wird entschuldigt. Jetzt, wo ich auch einmal etwas finanzielle Unterstützung gebraucht hätte, stellt sie mich als geldgieriges Bist hin. Ich habe das Geld letztendlich nicht genommen und esse lieber trocken Brot, als mir diese Beleidigungen gefallen zu lassen.

    Nun sagt mal selbst, muss ich mir das in meinem Alter wirklich gefallen lassen??? Manche meinen, lieber eine schlechte Mutter als keine, aber ich will nicht mehr. Ich weiß, es könnte jeder Tag der Letzte sein, an dem sie lebt, aber meiner Mutter sollte sich das auch bewusst machen. Sie ist eine verbitterte, gemeine und bösartige Frau geworden, seit mein Vater vor 10 Jahren starb.

    Kennt ihr auch die Sätze, wie

    - nimm dir ein Beispiel an deiner Schwester
    - was sollen denn die Leute sagen
    - stell dich nicht so an

    Ich habe beschlossen, den Kontakt abzubrechen und hoffe, dass es mir dadurch besser geht. Erschüttert bin ich darüber, dass mich das immer noch bewegt. Ich habe geglaubt, im Laufe der vielen Jahre darüber hinweg gekommen zu sein, aber das ist leider nicht so. Ich habe das nie verarbeitet, nur verdrängt.

  2. Moderation Avatar von skirbifax
    Registriert seit
    30.05.2009
    Beiträge
    64.380

    AW: Kontakt zur Mutter abbrechen

    Man kann seine Herkunft nicht verleugnen. Daher ist es normal, dass dich die Worte deiner Mutter treffen. Über socher Missachtung kann man in meinen Augen nie stehen - wenn es von der eigenen Mutter kommt, ist es umso verletzender.

    Es gibt wohl nur einen Weg, sich zu schützen, man setzt sich dem nicht mehr aus. Ich kann dich da in deinem Entschluss nur bestärken.
    Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
    Christian Morgenstern
    In einer Stunde ruhigen Sitzens verbrennt man 73 Kilokalorien.
    - Ich habe meinen Sport gefunden.


    Moderatorin für:

    Was bringt Sie aus der Fassung?
    Beziehung im Alltag
    Trennung und Scheidung
    Über das Kennenlernen
    Forum für Alleinerziehende

  3. Avatar von brighid
    Registriert seit
    16.12.2007
    Beiträge
    61.273

    AW: Kontakt zur Mutter abbrechen

    hallo lilly, ich glaube nicht dass menschen sich etwas gefallen lassen müssen. sie tun es weil sie sich etwas von erhoffen, versprechen. in deinem fall: dass deine mutter letztendlich dich doch noch akzeptiert wie du bist und du dich geliebt fühlen möchtest.

    meine erfahrung hat mich gelehrt: es wird immer menschen geben, denen du es nicht recht machen kannst. es ist meine entscheidung ob ich mich von ihnen und ihrer vermeintlichen zuneigung abhängig mache oder mich für unabhängig erkläre.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

  4. Inaktiver User

    AW: Kontakt zur Mutter abbrechen

    Hallo lily-blauauge,

    ich bin mir sicher, dass Du lange überlegt hast und es für Dich entschieden hast. Du mußt Dir das nicht mehr gefallen lassen. Wenn Deine Mutter für Dich kein liebes Wort übrig hat und Dir immer Vorwürfe und Beleidigungen an den Kopf wirft, dann mache das so, denn es belastet Dich dann nicht mehr. Eine schwierige Mutter zu haben, ist eine Belastung (das weiß ich leider auch) und Du hast aber ein Leben und selbst eine Familie. Da ja nicht die Hoffnung besteht, dass es jemals anders wird, löse Dich. Was "man" macht, soll Dich nicht weiter stören.

    LG, Myfanwy

  5. Avatar von silberpfeil
    Registriert seit
    30.06.2007
    Beiträge
    2.521

    AW: Kontakt zur Mutter abbrechen

    Hallo Lilly,

    lasse dich erstmal vorsichtig drücken....

    Hatte auch vor Kurzem über dieses Thema ein Thread eröffnet- du bist mit diesem Schicksal nicht alleine.

    Ich kann es einfach nicht verstehen, wie Mütter so sein können. Ich selber bin auch Mutter und habe schon ein größeres Enkelkind....Aber solche Gehässigkeit, Neid und Lügen verbreiten- nein - ich würde mich in Grund und Boden schämen als Mutter....

    Ich habe mal gelesen- Das was einem nicht gut tut- davon sollte man sich trennen oder Abstand nehmen- Ich mache es......
    Ich wünsche dir- dass du den richtigen Weg findest -und dazu viel Kraft,
    LG
    Habe die KRAFT,zu ändern, was nicht mehr länger zu ertragen ist;
    die GELASSENHEIT, alles dass hinzunehmen, was nicht zu ändern ist, und die WEISHEIT, das eine vom anderen zu unterscheiden

  6. Inaktiver User

    AW: Kontakt zur Mutter abbrechen

    Natürlich brauchst du dir eine solche Behandlung nicht gefallen zu lassen.

    Aber dieser Satz fiel mir auf:
    Zitat Zitat von lilly_blauauge Beitrag anzeigen
    Sie ist eine verbitterte, gemeine und bösartige Frau geworden, seit mein Vater vor 10 Jahren starb.
    Könnten bei der "Bösartigkeit" auch eine Altersdepression oder eine beginnende Demenz eine Rolle spielen?

  7. gesperrt
    Registriert seit
    14.08.2005
    Beiträge
    8.217

    AW: Kontakt zur Mutter abbrechen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Natürlich brauchst du dir eine solche Behandlung nicht gefallen zu lassen.

    Aber dieser Satz fiel mir auf:

    Könnten bei der "Bösartigkeit" auch eine Altersdepression oder eine beginnende Demenz eine Rolle spielen?
    Genau !

    Das ist ein ganz wichtiger Gedanke.

  8. Avatar von silberpfeil
    Registriert seit
    30.06.2007
    Beiträge
    2.521

    AW: Kontakt zur Mutter abbrechen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Natürlich brauchst du dir eine solche Behandlung nicht gefallen zu lassen.

    Aber dieser Satz fiel mir auf:

    Könnten bei der "Bösartigkeit" auch eine Altersdepression oder eine beginnende Demenz eine Rolle spielen?
    ...nur wenn sie immer schon so war- kann man bei einer event. entstehenden Demenz o. Ähnliches nicht so einfach und locker über die Gemeinheiten der Mutter drüber weg sehen....

    LG
    Habe die KRAFT,zu ändern, was nicht mehr länger zu ertragen ist;
    die GELASSENHEIT, alles dass hinzunehmen, was nicht zu ändern ist, und die WEISHEIT, das eine vom anderen zu unterscheiden

  9. Inaktiver User

    AW: Kontakt zur Mutter abbrechen

    Zitat Zitat von silberpfeil Beitrag anzeigen
    ...nur wenn sie immer schon so war- kann man bei einer event. entstehenden Demenz o. Ähnliches nicht so einfach und locker über die Gemeinheiten der Mutter drüber weg sehen....

    LG
    Falls es krankheitsbedingt ist, würde ich nicht von "Gemeinheiten" sprechen. Natürlich belastet es auch dann, aber es ist nicht so kränkend als wenn man von jemandem bewusst und aus Bosheit gepiesackt wird. Gerade bei alten Leuten werden psychische Störungen oft übersehen.

    Natürlich macht es die Sache für die Angehörigen nicht einfacher, wenn das Verhältnis schon immer schlecht war.


  10. Registriert seit
    01.04.2011
    Beiträge
    11.337

    AW: Kontakt zur Mutter abbrechen

    Liebe lilly_blauauge,

    zunächst mal, kein Mensch muss sich von seinen Eltern beschimpfen oder beleidigen lassen, nur weil es die Eltern sind und man selbst immer "das Kind" bleibt.

    Meine Mutter liebte Sätze a la:

    „Du bist ein ganz dummes Gör, komm du erst einmal in mein Alter, dann kannst du mitreden“!

    Ich habe seit einem von meiner Mutter Ende Januar provozierten Streit am Telefon, keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter. Und es geht mir seit dem so gut wie seit vielen, vielen Jahre nicht. Ich bin Einzelkind, adoptiert und wie mir leider sehr früh klar geworden ist, nie das Kind gewesen welches meine Mutter sich wohl erträumt hat.

    Sie wollte mich sowieso nie haben, teilte sie mir mit 15 Jahren mit. Zu dieser Zeit hatten wir andauernd Meinungsverschiedenheiten, die meine Mutter sehr gerne mit, im wahrsten Sinne des Wortes, schlagfertigen Argumenten für sich entschied. Auf meine damalige Frage, warum sie mich eigentlich adoptiert hätten, erhielt ich folgende Antwort: „Dein Vater hat dich damals ausgesucht, ich hätte lieber einen Jungen gehabt“. Außerdem hätten meine Eltern gerne noch ein 2. Kind adoptiert, was ich aber verhindert habe, weil bei mir mit 4 Jahren eine nicht heilbare Krankheit (Skoliose) festgestellt wurde und ich somit viel zu viel Zeit, Pflege und Aufmerksamkeit beanspruchte. Infolgedessen konnte meine Mutter seit ihrem 30. Lebensjahr auch leider nicht mehr arbeiten gehen. Somit hat sie heute mit 71 Jahren so eine kleine Rente, dass sie es sich nicht leisten kann, ihren Mann (auch so ein lästiger Pflegefall) zu verlassen, da sie alleine finanziell nicht über die Runden käme.

    Vorwürfe wie:

    „Nimm dir mal ein Beispiel an der Tochter von deines Vaters Schulfreund“! Das Mädchen ist 3 Jahre älter als ich und natürlich dankbarer, intelligenter, rücksichtsvoller, respektvoller etc. seinen Eltern gegenüber.

    „Die Leute reden schon über dich, ich schäme mich, dass meine Tochter so eine Hure ist“!

    „Du bist sehr undankbar, überlege mal was andere Leute schon für dich getan haben und was ich jahrelang für dich getan habe“!

    kann ich seit Jahrzehnten singen.

    Vor allem den letzten Satz habe ich mir die letzten 25 Jahre lang bis zum Erbrechen anhören dürfen. Als sie bei dem Telefonat Ende Januar wieder mit den alten Vorwürfen anfing, dass ich schuld an ihrer finanziellen Situation bin, ist mir endgültig mein jahrelang strapazierter Geduldsfaden gerissen. Ich habe ihr endlich die passenden Antworten gegeben, nämlich das sie kein Mensch gezwungen hat ein Kind zu adoptieren und dass man es vorher weiß, dass man da mindestens 18 Jahre Verantwortung übernimmt. Desweiteren habe ich ihr gesagt, dass ich mich von ihr nicht länger für ihre Unterlassungen und Fehlentscheidungen im Leben verantwortlich machen lasse und dass ich mir ihre Vorwürfe nicht länger anhören muss und werde, denn ich bin seit über 22 Jahren aus dem Haus. Weiter bin ich dann leider nicht gekommen, denn sie legte mal wieder einfach auf.

    Natürlich hat mein Vater danach, vermutlich in ihrem Auftrag, mehrere Versuche unternommen, mich zu einer Entschuldigung bei meiner Mutter zu erpressen, damit wir endlich wieder zum gewohnten Familienalltag zurückkehren können. Der sah bei uns seit Jahrzehnten so aus, dass meine Mutter die Stöckchen hinhielt und mein Vater und ich hatten drüber zu springen. Während mir seit Jahren klar ist, dass unser Familienleben alles andere als normal ist, will oder kann mein Vater sich das nicht eingestehen.

    Seine Standardsätze lauteten:

    „Vater brauchst du mich nicht mehr zu nennen, dass ist vorbei“! Und „Wenn du dich nicht bei deiner Mutter entschuldigst, bist du mich auch los“!

    Auf meine Frage hin ob er die Vorwürfe seiner Frau, ich sei an ihrer finanziellen Situation schuld, in Ordnung fände, bekam ich diese entzückende Antwort:

    "Da hat deine Mutter doch vollkommen Recht! Sie hat sich den A.... für dich aufgerissen und du warst nur krank"!

    All das habe ich heute noch im Ohr, als wäre es erst gestern gewesen. Es war mein Glück dass ich inzwischen bei einer Internetrecherche aus der ersten Wut heraus, die Begriffe dominante Mutter, Erpressung durch Schuldgefühle gegoogelt habe. So bin ich bei der Bricom und im Forum „schwierige Mutter“ gelandet. Durch das Lesen und den späteren Austausch mit unzähligen anderen Betroffenen habe ich die notwendige Kraft gefunden, mich nicht länger von meinen Eltern erpressen zu lassen.

    Meinen Vater habe ich am 11.05 dieses Jahres das letzte Mal gesehen. Wir trafen uns auf seinen Wunsch hin um unsere Wohnungsschlüssel auszutauschen. Bei der Gelegenheit erhielt er von mir einen mehrseitigen Brief, in dem ich mir mal ganz offen alles von der Seele geschrieben habe, wie es zu dem extrem schlechten Verhältnis zwischen mir und meiner Mutter gekommen ist. Am Ende des Briefes habe ich ihm, unter der Voraussetzung, dass er zu all dem eine eigene Meinung anzubieten hat und nicht wieder als Sprachrohr seiner Frau fungiert, die Bereitschaft zu einer späteren Aussprache signalisiert.

    Ein gutes halbes Jahr später bleibt dazu nur zu sagen, keine Antworten sind auch Antworten denn seit dem herrscht absolute Funkstille.

    Er hatte schon immer eine andere Wahrnehmung unserer Familienverhältnisse. Als ich ihm 2 Jahre zuvor, während einer 3 Monatigen Funkstille zwischen seiner Frau und mir, bei einem seiner Anrufe mitgeteilt habe, er hätte nicht die leiseste Ahnung was sich zwischen mir und seiner Frau jahrelang abgespielt hat, bekam ich die kurze Antwort, das sei alles nicht wahr und er ließe sich von mir nicht dummreden.

    Und so ist es bis zum Schluss geblieben. All die Demütigungen und unzählige Prügelattacken in meiner Kindheit und die Herabwürdigungen, Schuldzuweisungen und Vorwürfe bis in die Gegenwart seitens meiner Mutter, alles Produkte meiner gestörten Wahrnehmung. Erlebt in der Parallelwelt der Familie in der ich großgeworden bin, aber meilenweit entfernt von der Familienwelt in der mein Vater und seine Frau leben.

    Lass Dich von Deiner Mutter nicht länger wie Dreck behandeln und setze Deinen Entschluss in die Tat um. Du wirst Dich besser fühlen, auch wenn Dich das Thema wahrscheinlich trotzdem noch einige Monate beschäftigen wird. Das ist normal, Du musst dass alles erst einmal verarbeiten. Und da ein jahrelanger Leidensweg hinter Dir liegt, kannst Du die erlebten Konflikte und Enttäuschungen nicht in wenigen Tagen abhaken. Aber es wird jede Woche und jeden Monat der vergeht besser und es tut im Laufe der Zeit immer weniger weh, je größer der emotionale Abstand wird.

    Wichtig ist, das Du alle Deine Empfindungen die Du spüren wirst zulässt:
    Zweifel an der Richtigkeit Deiner Entscheidung, das scheinbar unerschöpfliche schlechte Gewissen, weil man so etwas einfach nicht tut, Wut auf das Verhalten Deiner Mutter und auf Dich selbst, weil Du Dich all die Jahre nicht konsequent wehren konntest und zuletzt die Trauer um all die verlorenen Jahre, in denen Du Dich erfolglos bemüht hast endlich das Kind zu werden das sie lieben und respektieren kann. Und nicht zuletzt die Trauer um die Mutter die Du verdient hättest, aber nie hattest!

    Alles Liebe und viel Kraft für Deinen Weg, Du bist nicht allein!

    Liebe Grüße

    Nachtschwalbe
    "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar".
    Antoine de Saint-Exupéry (Der kleine Prinz)

    Gute Mädchen kommen in den Himmel und weil ich mich dort sicher zu Tode langweilen würde, will ich da auch gar nicht hin und darf ruhig ein bisschen böse sein.

+ Antworten
Seite 1 von 9 123 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •