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  1. Moderation Avatar von skirbifax
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    AW: Kontakt zur Mutter abbrechen

    Zitat Zitat von lilly_blauauge Beitrag anzeigen
    Meine Mutter ist 81 Jahre alt geworden und sie scheint sich keine Gedanken zu machen, ob wir im Streit auseinandergehen oder nicht.
    Ich sagte es schon einmal. Offensichtlich kann oder will deine Mutter nicht über sich und eure Beziehung reflektieren. Sie meint, dass sie als Mutter so handeln darf und du als Kind so handeln musst. Punkt. An dieser Auffassung ändert auch das hohe Lebensalter nichts.

    In einem Punkt muss ich dir allerdings widersprechen. Sicher ist Familie sehr wichtig. Man sucht sie sich im Gegensatz zu Freunden aber nicht aus. Aber egal ob Familie oder Freunde - man muss etwas dafür tun, dass man sich über Jahre gut versteht. Das tust du und das unterscheidet dich diametral von deiner Mutter.

    Ich wünsche dir, dass es dir weiterhin gut geht.
    Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
    Christian Morgenstern


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    AW: Kontakt zur Mutter abbrechen

    Zitat Zitat von skirbifax Beitrag anzeigen
    Ich sagte es schon einmal. Offensichtlich kann oder will deine Mutter nicht über sich und eure Beziehung reflektieren. Sie meint, dass sie als Mutter so handeln darf und du als Kind so handeln musst. Punkt. An dieser Auffassung ändert auch das hohe Lebensalter nichts.

    In einem Punkt muss ich dir allerdings widersprechen. Sicher ist Familie sehr wichtig. Man sucht sie sich im Gegensatz zu Freunden aber nicht aus. Aber egal ob Familie oder Freunde - man muss etwas dafür tun, dass man sich über Jahre gut versteht. Das tust du und das unterscheidet dich diametral von deiner Mutter.

    Ich wünsche dir, dass es dir weiterhin gut geht.
    Ja, da hast du vollkommen recht - sie will nicht, sie ist schließlich die Mutter. An mir ist nur aufgefallen, dass an ihrem Geburtstag alles wieder hoch kam - es ist genau 1 Jahr her, als sie diesen Streit anfing, der dann in übelsten Beleidigungen endete. Ich war eigentlich der Meinung, alles verarbeitet zu haben, da es mir ohne Kontakt wirklich gut geht, aber denkste. Wahrscheinlich dauert das noch lange, bis ich die jahrelangen Demütigungen, ihre Respektlosigkeit und Beleidigungen verarbeitet kann. Aber auch das stehe ich durch.

    Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

    Viele lieben Grüße von
    lilly_blauauge

  3. Moderation Avatar von skirbifax
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    AW: Kontakt zur Mutter abbrechen

    Zitat Zitat von lilly_blauauge Beitrag anzeigen
    An mir ist nur aufgefallen, dass an ihrem Geburtstag alles wieder hoch kam - es ist genau 1 Jahr her, als sie diesen Streit anfing, der dann in übelsten Beleidigungen endete. Ich war eigentlich der Meinung, alles verarbeitet zu haben, da es mir ohne Kontakt wirklich gut geht, aber denkste.
    Doch, dir ging es sicher gut. Nur, zu seinen Eltern (und auch zu den Kindern) hat man eine ganz besondere Beziehung. Und an Festtagen holt uns die Erinnerung immer mit aller Macht ein. Ich finde, dann darf man auch ruhig traurig sein.
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  4. Inaktiver User

    AW: Kontakt zur Mutter abbrechen

    Liebe lilly_blauauge,

    ich habe ein ähnlich geartetes Problem mit meiner Mutter und habe immer "durchgehalten", habe mich sehr angestrengt, viel runtergeschluckt und eingesteckt und gedacht, ok, sie ist meine Mutter, sie hat auch viel für mich getan. Heute kann ich sagen, es hat sich nicht gelohnt. Die erhoffte Akzeptanz ist nie gekommen, ich konnte mich noch so sehr anstrengen und bemühen, es hat alles nichts genutzt. Ich habe einen Bruder statt einer Schwester und wir beide haben jeweils zwei Töchter. Bei uns ist es sogar so, dass sich die Bevorzugung auch bei den Enkelkindern fortsetzt. Die Töchter meines Bruders wurden auch in allem immer bevorzugt und bewundert, während meine Töchter mit Argwohn betrachtet wurden und werden. Hätte ich das alles früher gewusst, ich hätte auch besser daran getan, den Kontakt einzustellen und meine Energie in andere Dinge gesteckt. Aus langer leidvoller Erfahrung kann ich Dich nur dazu ermuntern, es sein zu lassen. Es bringt einfach nix. Auch alles Grübeln wieso das so ist führt zu nichts. Es müsste schon außerordentlich viel Glück im Spiel sein, um hinter diese Gründe zu kommen.

    Ich habe mal einen Film gesehen, in dem sich eine Tochter von der Mutter ungeliebt fühlt. Durch Zufall trifft sie einen Mann vor dem Haus ihrer Eltern und sie fühlt sich magisch angezogen von diesem Mann, gibt alles auf für ihn, lässt ihr Studium sausen, setzt ihre Ehe auf's Spiel und man fragt sich die ganze Zeit, warum sie das tut. Es stellt sich heraus, dass dieser Mann hat den Schlüssel hat zu dem Geheimnis, warum ihre Mutter sie nicht lieben kann und durch ihn kommt die Tochter hinter das lähmende Geheimnis und kann sich endlich aus dieser verfahrenen Situation befreien. Ich hab Rotz und Wasser geheult danach und hätte mir ein solches Glück auch für mich gewünscht. Der Fim heißt "Liebesleben" und Maria Schrader führte Regie. Wenn ich mir mal wieder zu sehr Gedanken über das Warum mache, so gibt mir dieser Film Trost und Kraft. Ich glaube mittlerweile, dass es nicht an einem selbst liegt, sondern dass es irgendwelche Hinderungsgründe im Leben der Mutter gibt, die ein "normales" Mutter-Kind-Verhältnis verhindern.


  5. Registriert seit
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    Ausruf AW: Kontakt zur Mutter abbrechen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Liebe lilly_blauauge,

    ich habe ein ähnlich geartetes Problem mit meiner Mutter und habe immer "durchgehalten", habe mich sehr angestrengt, viel runtergeschluckt und eingesteckt und gedacht, ok, sie ist meine Mutter, sie hat auch viel für mich getan. Heute kann ich sagen, es hat sich nicht gelohnt. Die erhoffte Akzeptanz ist nie gekommen, ich konnte mich noch so sehr anstrengen und bemühen, es hat alles nichts genutzt. Ich habe einen Bruder statt einer Schwester und wir beide haben jeweils zwei Töchter. Bei uns ist es sogar so, dass sich die Bevorzugung auch bei den Enkelkindern fortsetzt. Die Töchter meines Bruders wurden auch in allem immer bevorzugt und bewundert, während meine Töchter mit Argwohn betrachtet wurden und werden. Hätte ich das alles früher gewusst, ich hätte auch besser daran getan, den Kontakt einzustellen und meine Energie in andere Dinge gesteckt. Aus langer leidvoller Erfahrung kann ich Dich nur dazu ermuntern, es sein zu lassen. Es bringt einfach nix. Auch alles Grübeln wieso das so ist führt zu nichts. Es müsste schon außerordentlich viel Glück im Spiel sein, um hinter diese Gründe zu kommen.

    Ich habe mal einen Film gesehen, in dem sich eine Tochter von der Mutter ungeliebt fühlt. Durch Zufall trifft sie einen Mann vor dem Haus ihrer Eltern und sie fühlt sich magisch angezogen von diesem Mann, gibt alles auf für ihn, lässt ihr Studium sausen, setzt ihre Ehe auf's Spiel und man fragt sich die ganze Zeit, warum sie das tut. Es stellt sich heraus, dass dieser Mann hat den Schlüssel hat zu dem Geheimnis, warum ihre Mutter sie nicht lieben kann und durch ihn kommt die Tochter hinter das lähmende Geheimnis und kann sich endlich aus dieser verfahrenen Situation befreien. Ich hab Rotz und Wasser geheult danach und hätte mir ein solches Glück auch für mich gewünscht. Der Fim heißt "Liebesleben" und Maria Schrader führte Regie. Wenn ich mir mal wieder zu sehr Gedanken über das Warum mache, so gibt mir dieser Film Trost und Kraft. Ich glaube mittlerweile, dass es nicht an einem selbst liegt, sondern dass es irgendwelche Hinderungsgründe im Leben der Mutter gibt, die ein "normales" Mutter-Kind-Verhältnis verhindern.
    Halllo Letstalk,

    du triffst genau den Kern meines Problems, genauso war und ist es auch bei mir. Meine Mutter hat sich bei meiner Schwester furchbar aufgeregt, weil ich ihr nicht zum Geburtstag gratulierte, aber sie hat sich wieder einmal nur selbst bedauert, wie schlecht ich zu ihr bin. Das hat mir gezeigt, mein Weg ist der Richtige.

    Vielen Dank für den Filmtipp, den werde ich mir besorgen, denn auch ich habe Phasen, wo ich diese Art Filme einfach brauche. So wie ich in meiner Ehe den Film "Der Feind in meinem Bett" brauchte. Auch aus dieser Ehe habe ich den Absprung geschafft und bin als Single sehr zufrieden.

  6. Inaktiver User

    AW: Kontakt zur Mutter abbrechen

    Hi lilly...

    Ach, das kenn ich, diese "Einbrüche" an den Geburtstagen meiner Mutter, sowie an Weihnachten, da isses auch schlimm.
    Wir sind drei Geschwister, wir alle haben nacheinander, nach jeweils jahrzehntelangem Ringen, den Kontakt abgebrochen.

    Gerade an solchen Tagen und eigentlich auf jeder Familienzusammenkunft, die ohne sie stattfindet (was praktisch jede ist, denn mit ihren Geschistern, also meinen Onkeln und Tanten hat sie sich auch überworfen--das ist für mich auch so eine unfassbare Sache, wie jemand so vernagelt sein kann und sich nicht einmal dann beginnt zu hinterfragen, wenn sich nach den eigenen kindern der Reihe nach die komplette restliche Verwandtschaft abwendet, weil niemand die Hasstiraden mehr erträgt..eine Altersdemenz mit Mitte Fünfzig schließe ich mal aus!) ist sie dennoch Thema.
    Eigentlich jedesmal.
    Mein Mann war davon anfangs sehr unangenehm berührt, zumal es auch ein trauriges ist, und fragte mich, warum wir, insbesondere wir Schwestern, das nicht einfach ruhenlassen, wenn wir uns damit doch nicht mehr belasten wollen.
    Gute Frage, auf die ich keine Antwort wusste.

    Neulich hatte ich ein Gespräch mit einer guten Kundin, die auch so ein Horror-Mutter-Exemplar besitzt und schon vor einiger Zeit den Kontakt abgebrochen hat. Die redet darüber bei mir auch immer wie ein Wasserfall---und ich rede mindestens genausoviel zurück.
    Die hab ich gefragt, ob sie sich erklären kann wie es kommt, dass man da keinen Cut machen kann und so einen immensen Mitteilungsbedarf hat.
    Und ihre Antwort fand ich ziemlich einleuchtend und zutreffend:
    eine Abkehr von den Eltern als letzte, traurige Lösung hinterlässt dennoch für immer einen inneren Konflikt,
    ein Schuldgefühl ob dieses "Tabubruchs" bleibt.
    Man muss immer und immer wieder mit anderen darüber sprechen, sich immer wieder ins Bewusstsein rufen wie schlimm und schrecklich die Sachen waren, die geschehen sind, um sich vor sich selbst zu rechtfertigen, zu bestärken, sich immer wieder rück-zu-versichern, dass dieser Schritt der einzig richtige war.
    Um durchzuhalten, nicht wieder einzuknicken, gerade in schwachen Momenten wie den oben beschriebenen.

    Es ist schwer, (gesellschaftliche) Akzeptanz für diesen Schritt zu finden.
    Wie du im ersten Beitrag schriebst: so etwas tut man nicht!
    Dann versucht man sich zu erklären, zählt ein paar Dinge auf, dann kommt:
    Naja, jeder findet seine eigenen Eltern doch schwierig, aber deswegen schießt man sie doch nicht gleich auf den Mond!
    Dann zählt man weitere hundert heftige Dinge auf, dann kommen die Leute erstmalö ins stocken, bringen dann aber gleich die nächsten Allgemeinplätze:
    Das ist wirklich hart.
    Aber egal was war, Blut ist doch dicker als Wasser!
    Die Familie ist doch heilig!!
    etc.
    Erst nach gefühlt weiteren Millionen Erklärungen, die dann deren wohlwollenden Interpretations-Rahmen der "normal schwierigen Eltern" irgendwann zwangsläufig verlassen und sprengen und in ihrer Fülle und Heftigkeit nicht mehr wegzudiskutieren sind, macht sich irgendwann ein wenig Verständnis breit.
    Gefühlsmäßig nachvollziehen kann das dennoch nur, wer betroffen ist.

    Selbst im engeren Verwandtenkreis gab es immer noch den einen angeheirateten Onkel, der diesen Terror nun auch schon 20 Jahre mitbekam.
    Sozial veranlagt wie der ist hat er jedoch immer wieder für sie Partei ergriffen, hat immer wieder versucht und ein bisschen gnädig zu stimmen (hat auch jahrelang geklappt), sich zwar alles angehört aber trotzdem stets mit: "Aber Mädels, das ist doch eure Mutter! Man hat doch nur eine Mutter!!" geschlossen.
    Sich diesen Apellen ans Gewissen zu entziehen, auch wenn sich "die eigene Mutter" so gar nicht mütterlich benimmt, sondern eher wie ein Höllenhund der unsere Seelen zerfleischt, war schwer.
    Allerdings hat sie sich vor anderthalb Jahren dann auch seiner Familie gegenüber ein so brutales Ding geleistet, dass er seither schweigt. Immerhin. Ich denke hier bedeutet es Zustimmung. Endlich.

  7. Avatar von silberpfeil
    Registriert seit
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    AW: Kontakt zur Mutter abbrechen

    [QUOTE]
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hi lilly...

    Aber egal was war, Blut ist doch dicker als Wasser!
    Die Familie ist doch heilig!![/I] etc.

    nur dass das Blut gerinnen kann.......:
    Erst nach gefühlt weiteren Millionen Erklärungen, die dann deren wohlwollenden Interpretations-Rahmen der "normal schwierigen Eltern" irgendwann zwangsläufig verlassen und sprengen und in ihrer Fülle und Heftigkeit nicht mehr wegzudiskutieren sind, macht sich irgendwann ein wenig Verständnis breit.
    Gefühlsmäßig nachvollziehen kann das dennoch nur, wer betroffen ist.

    GENAU

    Sich diesen Apellen ans Gewissen zu entziehen, auch wenn sich "die eigene Mutter" so gar nicht mütterlich benimmt, sondern eher wie ein Höllenhund der unsere Seelen zerfleischt, war schwer.

    gute Wortwahl....!!!!
    Habe die KRAFT,zu ändern, was nicht mehr länger zu ertragen ist;
    die GELASSENHEIT, alles dass hinzunehmen, was nicht zu ändern ist, und die WEISHEIT, das eine vom anderen zu unterscheiden


  8. Registriert seit
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    AW: Kontakt zur Mutter abbrechen

    Es trötstet mich auf eine Art, dass ich nicht die Einzige bin, die "so eine ist", die sich von der Mutter losgesagt hat. Nein, ich bin noch nicht im 6. Lebensjahrzehnt, sondern erst im 5., aber ich denke, ich hätte den Schritt schon viel-viel eher tun müssen. Unsere Kindheit... Ich habe eine Psychologin gebraucht, die mir klar gemacht hat, dass ich sonstwie hätte sein können, meine Mutter hätte mich nicht gern gehabt. Einer ihrer Sätze "wie Du nur bist" läuft mir bis heute hinterher. Bein uns waren es auch weniger Schläge als mehr psychische Demütigungen, die mich geprägt haben. Bis heute denke ich: wenn ich nur besser/sorgfältiger/sauberer (lässt sich beliebig fortsetzen) wäre, dann.... Der Prinz war unser Bruder. Jedem, der es nicht wissen wollte, hat unsere Mutter erzählt, dass sie allen, die sie leiden kann, Jungen und die sie nicht leiden kann, Mädchen wünscht. Noch als meine Schwester mit knapp 30 ihr 2. Kind erwartet hat und es um die Namen des Kindchens ging, hat sie gesagt, dass sie "Mädchen nicht interessieren". Also never end.
    Meine Schwester hatte mir gegenüber den "Vorzug", dass sie für meine Mutter "unkomplizierter und einfacher" war. Später hat mir meine Schwester gestanden, dass sie sich dafür bis zum geht-nicht-mehr verbogen hat. Ja, auch meine Mutter ist Kriegskind - das erste und einzige Kind meiner lieben Großmutter. Als ich mein erstes Mädchen bekam, sagte meine Oma (2 Weltkriege erlebt), dass meine Tochter dann nicht einmal "in den Krieg" müsse. Also, diese Bevorzugung von Jungen hat sie nicht von ihrer Mutter.
    Ich habe nie, niemals Anerkennung von dieser Frau bekommen, für nichts, so sehr ich mich auch bemühte.
    Dann war da noch mein Mann, der der Meinung war, dass man Familie nicht den Rücken kehrt.
    Ich brauchte einen (fast geglückten) Suizidversuch, um mein Leben zu ändern.
    Ja, es gibt Phasen, wo es mich sehr traurig macht, dass ich nie eine Mutter im eigentlichen Sinne des Wortes hatte und auch nicht haben werde. Alles in Allem bin ich jedoh sowas von befreit....
    Ich habe zwei Töchter und habe sie - so gut es ging - von meiner Mutter fern gehalten. Denn die Bevorzugung (nicht in materieller Hinsicht, sondern in psychischer, was es aber fast noch schlimmer macht) ihrer Enkelsöhne gegen meine Töchter hat mich jedes Mal fast wahnsinnig werden lassen.
    Es gibt ein Ding, auf das ich in diesem Leben stolz bin: dass ich meine Kinder liebe und sie mich... Ja, auch ich hab nicht alles richtig gemacht (wer macht das schon?), aber ich habe nun, da sie "groß" sind, immer ein Ohr für Vergangenes und scheue mich auch nicht, mich zu entschuldigen, für Sachen, die von mir nicht gut gewesen sind.

    Mädels, ich wünsch Euch das Beste. Nein, Mutterliebe werden wir wohl nicht mehr bekommen. Es gibt aber auch keinen Grund, sich ein Leben lang klein und mies machen zu lassen von einem Menschen, und wenn es die eigene Mutter ist.


  9. Registriert seit
    19.02.2009
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    9.842

    AW: Kontakt zur Mutter abbrechen

    häufig wird in familien mit starker disbalance zu den feiertagen das stück der perfekten gemeinschaft vorbereitet, man meint sich dadurch einen platz in einer selbstgeschriebenen legende sichern, die aussensicht der anderen festschreiben zu können.
    religiös überspitzt, das jüngste gericht möge einen gefälligst nach den paar mal im jahr inszenierten sonderveranstaltungen beurteilen, nicht nach der vorstellung im alltag. wie einen der ewige richter nmu sehen habe, zeichnet man ihm paar mal im jahr vor.

    kinder haben ein gedächtnis dafür, wann der unmenschliche alltag pause machte, und durch schmücken und getue ein versprechen auf paar bessere stunden erzeugt wurde. da sich hungrige kleine menschen an jeden strohhalm klammern, genügt es schon, wenn ansonsten hartherzige eltern an festttagen gegenüber anderen eine weichere stimme bekommen. die kinder ernähren sich an dem klang mit, als schlösse er endlich auch sie mit ein.

    zum zeitpunkt der unausweichlichen trennung von einem lebenden elter, wie hier im thread beschrieben von allen im rahmen eines lebensrettenden selbstschutzprogrammes ausgesprochen, lag eine faktenlage vor, die keine andere handlungsmöglichkeit mehr offen zu lassen schien. der erlebte alltag gab die faktenlage.

    zu den grossen festen drängen sich die sonderbilder hervor, es tut, bezogen auf diese weher,
    getrennt zu sein, sowie aber die erinnerten feiertagskulissen in den ehemaligen alltag zurückgeordnet werden, steht wieder die wirkliche beziehung da, die die entscheidungsgrundlage war.
    lg
    legrain


  10. Registriert seit
    31.10.2011
    Beiträge
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    AW: Kontakt zur Mutter abbrechen

    Hallo ihr Lieben,

    "Mädels, ich wünsch Euch das Beste. Nein, Mutterliebe werden wir wohl nicht mehr bekommen. Es gibt aber auch keinen Grund, sich ein Leben lang klein und mies machen zu lassen von einem Menschen, und wenn es die eigene Mutter ist"

    Mathildchen hat es mit diesem Satz super formuliert. Wir haben alle verdient, geliebt zu werden und wer das nicht möchte, lässt es eben, auch wenn es die Mutter ist.

    Meine Mutter hatte mir letztens einen Brief geschrieben. Wer jetzt denkt, meine Mutter würde sich entschuldigen und mir näher kommen wollen - denkste. Es ging wieder nur um sie selbst. Der Brief hat eigentlich nur alles schlimmer gemacht, als es sowieso schon war. Meine Mutter ist sowas von egoistisch und sie glaubt, die Welt dreht sich nur um sie. Kinder bekommt man in ihren Augen nur, damit sie ihr "dienen" müssen. Ich habe ihr nicht geantwortet.

    Ich wünsche euch allen schöne Feiertage und bleibt so wie ihr seid. Man kann das, was unsere Mütter uns angetan haben, nicht vergessen und ungeschehen machen, aber wir können unser Leben selbst bestimmen - ohne Mutter - auch wenn man es erst spät schafft, sich zu lösen.

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