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  1. Avatar von BlueVelvet06
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    AW: Auf dem Land leben, Segen oder Fluch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Leider wird unser schönes Dorf in allerspätestens 30 Jahren ein Vorort der nur 15 km entfernten Großstadt sein.
    Die Vorbereitungen dazu beginnen bereits, wir wurden zumindest an den Wochenenden an den ÖPNV angeschlossen und demnächst wird Glasfaserkabel verlegt, damit auch hier das Internet Lichtgeschwindigkeit bekommt.
    Wir beten zu Gott, daß wir entweder rechtzeitig ins Allgäu entkommen können oder wenigstens vorher sterben, bevor hier der große Bauboom ausbricht.
    Bri bildet tatsächlich. Ich hätte nicht gedacht, dass es in Deutschland ein Dorf gibt, das wochentags keinen ÖPNV hat, aber nur 15 km entfernt von einer Großstadt ist. Das ist für mich Speckgürtel.

  2. Avatar von Jedimeisterin
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    AW: Auf dem Land leben, Segen oder Fluch?

    Liebe Forengemeinde,

    danke für die zahlreichen Antworten.

    Ich selber bin in einem Brennpunktstadtteil in HH groß geworden bzw. es wurde im Laufe der ersten 18 Jahre meines Lebens dazu. Als ich eingeschult wurde, wurde die Schule mit Weiden, ein oder zwei Bauernhöfen umgeben. Eigentlich ein Paradies. Bis ein kompletter Stadtteil der Hafenerweiterung weichen mußte. Die Menschen wurden umgesiedelt. Um meiner Schule herum wurden 8 stöckige Hochhäuser gebaut. Wenn man mal mit dem Bus Richtung HH-Innenstadt fahren wollte abends, kamen regelmäßig irgendwelche Vollpf.....n in den Bus und versuchten einen anzubaggern. Meistens waren es irgendwelche Gangs. Mein damaliger Freund und heutiger Mann lebte mitten in dieser Hochhaussiedlung. Da wurden sogar Fahrräder geklaut aus abgeschlossenen Kellern geklaut. Einmal bin ich mit dem Fahrrad zu ihm gefahren und schloß es unten
    an. Auf die Frage wie ich hierher gekommen war, Fahrrad. Also nahm er mein Fahrrad mit nach oben.

    Wir zogen dann zusammen in einem ruhigeren Stadtteil von HH südlich. Sind da noch mal umgezogen. Und wie ich schon erzählte, die Mieten stiegen und stiegen. Also Haus kaufen ländlicher. Unser Dorf hat knapp 1800 Einwohner und das nächste Dorf geht ineinander über. Rechnet man das Dorf mit, beträgt die Einwohnerzahl 3600 Einwohner.

    LG Jedimeisterin

  3. Moderation
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    AW: Auf dem Land leben, Segen oder Fluch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    2800 Einwohner ist ein Dorf.
    Ja.

    Mein "erstes" Dörfhen hat heute knapp 800 Einwohner. War früher auch kleiner, da ist viel zugebaut worden. Keinen Laden (hatte es noch nie), keine Poststelle (mehr), keine Schule, kein Schimmbad, vielleicht inzwischen einen Arzt.

    Das zweite ist enorm gewachsen, seit ich da gelebt habe, hat jetzt 2000 Einwohner. Keinen Laden (hatte es früher), keine Poststelle (mehr), eine Grundschule, keinen Arzt (aber einen Physiotherapeuthen).

    Beide haben Sportplatz und freiwillige Feuerwehr, und eine Kneipe (das waren früher auch mal mehr.)

    Mein Problem ist nicht, 30 Minuten irgendwo hin zu brauchen -- ich brauche hier (städtisch) auch 30 Minuten um zu Fuß vom Kneipenviertel heim zu kommen. Aber früher (als Teenie) bin ich bin mal (wegen schlechter Zugverbindung) von der Kreisstadt zu Fuß nach Hause gegangen: Das hat drei Stunden gedauert, und ich war immer noch eher zu Hause, als wenn ich den Zug genommen hätte. Wenn einem mal der Schulbus vor der Nase wegfuhr (um 7 Uhr früh), brachte einen die nächste Verbindung (mit dem Zug) zur 3. Stunde (halb 10) in die Schule. Ein Leichtkraftrad zu haben machte das Leben so viel einfacher, daß die Tage doppelt so viele Stunden zu haben schienen. Solange es nicht schneite, natürlich.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  4. Inaktiver User

    AW: Auf dem Land leben, Segen oder Fluch?

    Zitat Zitat von BlueVelvet06 Beitrag anzeigen
    Bri bildet tatsächlich. Ich hätte nicht gedacht, dass es in Deutschland ein Dorf gibt, das wochentags keinen ÖPNV hat, aber nur 15 km entfernt von einer Großstadt ist. Das ist für mich Speckgürtel.
    Das Dorf am Fuße des Berges hat sogar S-Bahn-Anschluß (4km von hier) .
    Aber wir hier oben sind halt wirklich nur eine Handvoll Menschen, bisher lohnt sich da kein ÖPNV.
    Allerdings sind eben im Flächennutzungsplan für die Zukunft schon mögliche Neubaugebiete vermerkt und das, was vor unserem Haus derzeit noch ein unbefestigter Feldweg ist, wird dann die Zufahrt zu genau diesem Neubaugebiet sein...


  5. Registriert seit
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    AW: Auf dem Land leben, Segen oder Fluch?

    Mittlerweile bin ich nur noch froh,dass wir damals unser Haus auf dem Lande gebaut
    haben, mein Mann bekam damals einen Job im Schuldienst in Nds. vor über 25
    Jahren, wir hatten in Berlin unser erstes Kind bekommen, beide dort gelebt und geabeitet,
    ich gut 7 Jahre, mein Mann stammte aus Berlin.
    Irgendwann wollte ich nur noch weg, was auch am dortigen Umfeld lag und es war gar
    nicht so schwer meinen Mann zu überzeugen, unser damals noch einziges Kind,
    weiteres war in Planung, sollte in einer ruhigeren und gesünderen Umgebung auf-
    wachsen. Manchmal habe ich es bereut in all den Jahren seit dem, die Atmosphäre
    der Großstadt, die man nur noch besuchsweise erleben kann, fehlte doch zuweilen
    sehr.
    Wir leben hier direkt am "Wasser", eines Tages wird unser Haus wohl absaufen und
    überschwemmt werden, da mache ich mir nichts vor, aber bis dahin ist auch das
    jüngste Kind erwachsen hoffe ich.
    Wir sind gar nicht mal so ein winziger Ort, hier ist es richtig "chic" geworden, durch
    den immer stärker gewachsenen Tourismus, den gab es auch schon im meiner
    Kindheit, aber das war alles noch einfacher und sehr Saison gebunden;nun sind immer
    Urlauber und Kurgäste hier, im Sommer und Frühherbst natürlich am meisten.

    Wir wohnen ziemlich abgelegen, mit nur einer Nachbarin, im Ortskern ist allerhand los,
    Geschäfte gibt es hier mehr als in anderen ländlichen Orten, auch ein relativ stabiles
    ÖPNV Netz, vor allem auch dem Tourismus geschuldet, weniger den Einheimischen.

    Im "Osten" ist das alles sicherlich erheblich schwieriger, wegen der Veränderungen
    durch den Wegzug der Jüngeren, die "sterbenden Orte" gibt es allerdings auch in Tei-
    len Niedersachsens, hier wird das bis auf weiteres nicht der Fall sein.

    So irre das für manche klingen mag: es ist für mich etwas beruhigend das wir einen
    großen Garten haben, uns teilweise wenigstens selbst versorgen können, Hühner
    haben wir seit einiger Zeit auch, mein Mann liebt es draußen zu werkeln.

    Irgendwann wird es Anschläge geben, die eventuell die Stromnetze länger crashen
    lassen usw.- das fürchte ich jedenfalls. Es wird dann gar nicht lustig sein-und ist auf dem
    Lande wahrscheinlich aushaltbarer als in Städten.....
    Für Kinder hat das Landleben mehr Vor-als Nachteile, davon bin ich überzeugt,
    es gibt Freiheiten die in Städten so nicht mehr möglich sind.
    Immer wenn ich beruflich in grösseren Städten unterwegs bin, kommt öfter vor,
    bin ich heilfroh wieder zuhause angekommen zu sein- das hätte ich mir früher eher
    nicht vorstellen können.
    Die Träume sind geheime Tunnel, durch die wir zurück-
    kehren, so daß wir einen Moment lang wieder sind, wer
    wir waren

    Aharon Appelfeld

  6. Avatar von brighid
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    AW: Auf dem Land leben, Segen oder Fluch?

    Zitat Zitat von Rowellan Beitrag anzeigen
    Ich bin in einer Kleinstadt aufgewachsen - ca. 20.000 Einwohner, und ich habe es gehasst. Okay, als Kind war es toll, die Felder zum Spielen direkt hinterm Haus zu haben, aber mir ging schon sehr früh die Enge (vor allem der eingeschränkte Horizont der dort seit Urzeiten ansässigen Familien - manchmal glaube ich, ich bin ein Wechselbalg) dort auf die Nerven. Die soziale Kontrolle war die Hölle.-----------


    Dorf? Kleinstadt? Neverever. Ruhe wird absolut überbewertet!
    unterschreibt

    die felder zum spielen direkt hinterm haus- wenn du stunden brauchst um von der schule nach hause zu ko mmen, bei uns war auch am samstag noch unterricht, hattest du weder lust noch zeit noch grossartig -hinterm haus zu spielen- .

    vorallem im herbst und winter. bis wir richtig zu hause waren, was gegessen, hausaufgaben gemacht- wars schon fast dunkel.
    stundenlange "heimreisen" bei schlechtem wetter, müde und fertig- nicht lustig.
    es gab tage, da hatte ich (und nicht nur ich) das empfinden überhaupt nicht mehr heimzukommen.

    und genau dieses anstrengende leben wollte ich für meine kinder nicht.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

  7. Avatar von zio
    Registriert seit
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    AW: Auf dem Land leben, Segen oder Fluch?

    Zitat Zitat von gezeitenfrau Beitrag anzeigen

    So irre das für manche klingen mag: es ist für mich etwas beruhigend das wir einen
    großen Garten haben, uns teilweise wenigstens selbst versorgen können, Hühner
    haben wir seit einiger Zeit auch, mein Mann liebt es draußen zu werkeln.

    Irgendwann wird es Anschläge geben, die eventuell die Stromnetze länger crashen
    lassen usw.- das fürchte ich jedenfalls. Es wird dann gar nicht lustig sein-und ist auf dem
    Lande wahrscheinlich aushaltbarer als in Städten.....
    Das sehe ich auch so. Abgesehen davon, dass ich Bio-Gemüse liebe (und wenn es aus dem eigenen Garten ist, dann ist es wirklich bio), ist es beruhigend zu wissen, dass man im Falle einer größeren oder längeren Katastrophe nahrungstechnisch einen gewissen Spielraum hat.

    Mein Traum wäre ein völlig autarkes Leben, unabhängig von öffentlichen Energiequellen und weitgehend unabhängig von der Nahrungsmittelindustrie. Ganz machbar ist es ohnehin nicht, aber die Richtung wäre schon mal nett.

    In meinen Träumen haben wir ein Passivhaus mit Photovoltaikanlage für den Strom sowie Solaranlage für das Warmwasser, vollständige Selbstversorgung aus dem Garten und ein paar Hühner.

    Die Realität scheitert leider an den Finanzen.

  8. Avatar von Maggie74
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    1.364

    AW: Auf dem Land leben, Segen oder Fluch?

    Du hast den Brunnen für Wasserversorgung vergessen

    Nein hast schon recht

    Erwärme haben wir
    Zusätzlich einen kochofen wie bei Oma früher

    Vorbereitung für Photovoltaik auf dem Dach
    Warte drauf das es wieder Fördermittel gibt
    Solar für Warmwasser vorhanden
    Gemüse Obst hühner Schafe auch
    Einmachkeller ist voll

    Wasser müsste ich dann von der kleinen Quelle was hier rüber ableiten

    Telefon wäre halt schwierig
    Rauchzeichen kann ich nicht


    Ansonsten denke ich das es einfach Menschen gibt die Landleben brauchen und welche die Stadtleben brauchen

    Ich denke ich könnte auch in der Stadt leben such wenn ich es mir jetzt nicht vorstellen kann
    Hat beides was

    Und leider ganz viele die es sich nicht aussuchen können


  9. Registriert seit
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    AW: Auf dem Land leben, Segen oder Fluch?

    Land ist nicht gleich Land...
    Bin auf dem Dorf grossgeworden und jetzt wieder auf dem Dorf gelandet. Habe viele, viele Jahre zwischendrin in einer Millionenstadt gelebt und auch geliebt. Während ich nicht geschenkt ins Heimatdorf zurueckgehen würde, liebe ich es hier.
    In der Heimat war alles weit weg. Meine Ursprungsfamilie sagt gerne: Wir leben so ländlich, aber haben alles sooo in der Nähe, nun ja, relativ, zwei Busse am Tag, nächste grössere Stadt 30 km und Gross-Stadt 80 km. Die meisten fahren viele KM zur Arbeit, es gibt sicher Schlimmeres. Mein jetziges Haus ist das erste Haus in der Pampa sage ich immer. Die Millionenstadt ist 15 km weg, die Busse fahren zu Peakzeiten alle 20 Minuten, also die Schnellbusse, die 15 Minuten brauchen. Ab 21 Uhr fahren sie nur noch stündlich. Immerhin gibt es Samstags Nachtschnellbusse. Es gibt auch Dinge, die ich vermisse, so ist das nicht. Mal schnell zum Supermarkt gegenüber ist hier nicht. Und ich arbeite in der Stadt, habe regelmässig Stau. Dort wo ich arbeite kostet eine akezepable Wohnung (ca. 80 qm) das Doppelte wie unser Haus mit Garten und Pool, mal abgesehen davon, dass wir mittlerweile in der Mitte unserer Arbeitsorte wohnen. Das was wir hier dafür kriegen rechnet sich. Ich habe aber nicht wirklich das Gefühl, etwas zu vermissen, da ich ja in der Stadt arbeite und recht schnell da bin.
    Komischerweiwse ist es vielseitiger. Es gibt die Hausfrauenmamas, die bei allem in der Schule mitmachen, Karrierefrauen mit Kindermädchen oder wie ich Teilzeitarbeitende, die nachmittags ihre Kinder abholen und zum Spielplatz gehen. In der Stadt überwiegen die vollzeitarbeitenden Mamas mit Nannys und sehr freizeitbeschäftigten Kindern, obwohl das Angebot hier auch für die ganze Woche reichen würde. Da viele hergezogen sind, glaube ich nicht, dass es DAS Dorfleben gibt, oder ich bin so aussen vor, dass ich gar nix mitkriege ;).

  10. Avatar von Blue2012
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    AW: Auf dem Land leben, Segen oder Fluch?

    Zitat Zitat von Alemanita Beitrag anzeigen
    Es gibt die Hausfrauenmamas, die bei allem in der Schule mitmachen, Karrierefrauen mit Kindermädchen oder wie ich Teilzeitarbeitende, die nachmittags ihre Kinder abholen und zum Spielplatz gehen. In der Stadt überwiegen die vollzeitarbeitenden Mamas mit Nannys und sehr freizeitbeschäftigten Kindern, obwohl das Angebot hier auch für die ganze Woche reichen würde.
    Hm, bei solchen Kategorisierungen hab ich immer ziemliches Bauchgrummeln. Denn es versieht das jeweilige, von der Frau gewählte Lebensmodell mit entsprechenden, teilweise abwertenden, Attributen. Ich würde mir da mehr Toleranz und mehr Respekt wünschen vor Menschen, dies halt anders machen als ich.

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