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  1. Avatar von Jedimeisterin
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    AW: Auf dem Land leben, Segen oder Fluch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    .
    Leider wird unser schönes Dorf in allerspätestens 30 Jahren ein Vorort der nur 15 km entfernten Großstadt sein.
    Die Vorbereitungen dazu beginnen bereits, wir wurden zumindest an den Wochenenden an den ÖPNV angeschlossen und demnächst wird Glasfaserkabel verlegt, damit auch hier das Internet Lichtgeschwindigkeit bekommt.
    Wir beten zu Gott, daß wir entweder rechtzeitig ins Allgäu entkommen können oder wenigstens vorher sterben, bevor hier der große Bauboom ausbricht.
    Wir sind seit über 20 Jahren an den ÖNPV angeschlossen. Die Busse fahren morgens und nachmittags bis abends alle 30 bis
    60 Minuten. Dazwischen sind es alle zwei Stunden. Am Wochenende fährt der Bus alle 2 Stunden und Sonntags 3 bis 4 mal.
    Es gibt auch Dörfer, da fährt auf deutsch gesagt nichts außer vielleicht Schulbusse. Da wäre ich z.B nicht hingezogen. Darf man sich wegen jedem Kleinkram ins Auto setzen und losfahren. Nee, da gibt es sogar bei mir Grenzen.

    Übrigens Kabelfernsehen gibt es bei uns nicht. Wir kucken ganz altmodisch über Schüssel. Internet gibt es schon. Für meinen autistischen Sohn ist Landleben wie ein Paradies, Wir haben einen riesen Garten, zwar links und rechts mit Nachbarn. Den macht es nicht aus, wenn mein Sohn schreiend und laut klatschend durch den Garten rennt. Aus einer Etagenwohnung wären wir wahrscheinlich schon längst rausgeflogen.

    LG Jedimeisterin


  2. Registriert seit
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    AW: Auf dem Land leben, Segen oder Fluch?

    Kabelfernsehen juckt mich auch nicht, aber Internet muss sein. Und ÖPNV-Verbindungen. Ich finde unsere Kleinstadt gut. Alles, was ich brauche, ist in Fußnähe: Supermärkte, Bank, Post, Kita, Ärzte, Kneipen, mein Arbeitsplatz... UND es gibt genug Grün um mich herum und Gärten und Wald - auch in Fußnähe, sodass ich genügend "Auslauf" habe

  3. Moderation
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    AW: Auf dem Land leben, Segen oder Fluch?

    Zitat Zitat von Jedimeisterin Beitrag anzeigen
    Wie seht ihr das, Segen oder Fluch?
    Ich habe mir mit 16 gesagt, "nie wieder Kaff", bin mit 18 in eine Stadt gezogen und habe nicht vor, mich noch mal irgendwohin zu begeben, wo ich jeden Abend außer Haus generalstabssmäßig planen muß, wo die Nachbarn sich am Gartenzaun über jeden, der nicht ist, wie sie es erwarten, das Maul zerreißen, wo es nicht mal einen Lebensmittelladen gibt, die S-Bahn nur ein Mal die Stunde fährt, und die Post nur zweimal die Woche zugestellt wird, wo tagsüber das ganze Viertel verwaist ist und das Hauptgeprächsthema (nach den Nachbarn) die Fremden und die Einbrecher sind. Wo die Freizeitbeschäftigung der Teenies ist, abends auf dem Kinderspielplatz zu sitzen und Bier zu trinken und darauf zu warten, daß sie endlich ein Auto haben. Während die Gewerbegebiete der Nachbarstadt Lagerhalle für Lagerhalle entlang der Eisenbahn durch die Wälder und Sümpfe kriechen, die den Ort einst idyllisch machten, die Wiesen und Äcker den Biogas-Maisfeldern weichen, die Autobahn, die ein schnelleres Vorbeifahren an dem Ort ermöglicht als die alte Bundesstraße Tag und Nacht an der Stille nagt und Tiefflieger in dem dünnbesiedelten jetzt-nicht-mehr-Zonenrandgebiet die Fenster zum Beben bringen.

    Und trotzdem fehlt mir manchmal, aus dem Haus zu gehen und in einem Wald zu sein, den zu durchqueren drei Stunden dauert, unterbrochen von Wiesen, auf denen der Regen weitläufige graue Seen bildet. Mir fehlt der weite Blick über den Fluß, ein Himmel ohne Ende, der Geruch nach Erde im Wind, hingekauerte Häuser mit ihren weitläufigen Dielen. Aber wenn ich zurückgehe, ist das alles ohnehin nicht mehr da, zerschnitten von Lagerhallen und Lärmschutzwänden und belagert von Maisfeldern.

    Ich würde nicht in Kauf nehmen, jeden Tag meine Wege planen zu müssen, mich stets als Fremde zu fühlen, nur um dem Zahn der Zeit beim Arbeiten zuzusehen.

    Nie wieder Kaff.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **


  4. Registriert seit
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    AW: Auf dem Land leben, Segen oder Fluch?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Und trotzdem fehlt mir manchmal, aus dem Haus zu gehen und in einem Wald zu sein, den zu durchqueren drei Stunden dauert, unterbrochen von Wiesen, auf denen der Regen weitläufige graue Seen bildet. Mir fehlt der weite Blick über den Fluß, ein Himmel ohne Ende, der Geruch nach Erde im Wind, hingekauerte Häuser mit ihren weitläufigen Dielen. Aber wenn ich zurückgehe, ist das alles ohnehin nicht mehr da, zerschnitten von Lagerhallen und Lärmschutzwänden und belagert von Maisfeldern.
    ...
    Nie wieder Kaff.
    Das kenne ich sehr gut. Ich bin auf dem Lande aufgewachsen. Die Nachteile wie Tratscherei, ständig alles mit dem Auto besorgen müssen, etc. vermisse ich kein Stück, aber die Natur schon...zum Glück habe ich einen guten Kompromiss gefunden.

    Und die Großstadt wäre mir zu viel Stress.

  5. Avatar von linsemo
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    AW: Auf dem Land leben, Segen oder Fluch?

    Bin auf "dem Land" aufgewachsen, 3 km bis in die Stadt (30.000 EW). Heute wohne ich wieder so, 3 km in die Stadt, direkt am Wald, falle aus der Haustür gleich auf den Weg

    In einer Großstadt könnte ich nie leben. Selbst eine Städtereise in eine Großstadt ist mir schon zu viel.
    Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
    Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
    Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)

  6. Moderation
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    AW: Auf dem Land leben, Segen oder Fluch?

    Zitat Zitat von linsemo Beitrag anzeigen
    Bin auf "dem Land" aufgewachsen, 3 km bis in die Stadt (30.000 EW). Heute wohne ich wieder so, 3 km in die Stadt,
    Naja, drei Kilometer vom Stadtzentrum wohne ich auch so etwa. Das würde ich jetzt nicht als "ländlich" bezeichnen, das ist noch nicht mal "Speckgürtel" -- der ist 5 km weiter draußen.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  7. Inaktiver User

    AW: Auf dem Land leben, Segen oder Fluch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Das ist dann aber auch kein Landleben mit allen Nachteilen, was ihr da genossen habt.
    Das ist die eierlegende Wollmilchsau.
    Empfinde ich nicht so, aber das darfst Du gerne anders sehen.

    Vielleicht sind das einfach auch gewisse Lebensphasen, in denen man die Dinge und ihre jeweilige Wichtigkeit unterschiedlich bewertet.
    Ich war früher selber kulturell aktiv und hab das wirklich bis zum Exzess ausgekostet.
    Aber jetzt bin ich froh und dankbar um mein stilles Dorf hier, das keine 50 Einwohner hat und in den meisten Navis gar nicht verzeichnet ist und möchte das niemals wieder eintauschen.

  8. Avatar von linsemo
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    AW: Auf dem Land leben, Segen oder Fluch?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Naja, drei Kilometer vom Stadtzentrum wohne ich auch so etwa. Das würde ich jetzt nicht als "ländlich" bezeichnen, das ist noch nicht mal "Speckgürtel" -- der ist 5 km weiter draußen.
    Deshalb habe ich es in Anführungszeichen geschrieben. Es war ein Dorf.
    Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
    Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
    Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)

  9. Inaktiver User

    AW: Auf dem Land leben, Segen oder Fluch?

    Segen!!!


    Ich lebe ländlich, in einem kleinen Dorf mit sehr guter Infrastruktur (Kindergarten, Grundschule, Gymnasium, Krankenhaus, Hebammen, Arbeitgeber, Hotel, mehrere Restaurants und Kneipen, Geschäfte, Dienstleistunger und viele Freizeitaktivitäten im Ort)
    und Verkehrsverbindung an zwei Ballungsräume.
    Günstige Mieten, 3,5% Arbeitslosigkeit, gute Schullandschaft, viel Natur, netter Menschenschlag und relativ heile Welt.

    20 km weiter würde ich wegen "zu ländlich" eingehen, hier ist es perfekt.

  10. Avatar von Maggie74
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    1.364

    AW: Auf dem Land leben, Segen oder Fluch?

    Landleben forever

    Schon als Landei geboren
    Alle Wälder durchstreift
    Mit 10 Traktor gefahren
    Pferde, Kühe ,Schafe,Ziegen, Hühner, Hunde Katzen....

    Viel Garten und Feldarbeit

    Aber lecker Fleisch , Obst, Milch, selbstgemachter Joghurt, Käse,Marmelade, eingelegte Gemüse....
    Für andere Sachen liefert der Supermarkt aus der nächsten Kleinstadt einmal die Woche
    (für die älteren und die die immer was vergessen wenn sie einkaufen gehen, also mich)

    Bei uns (3 Busse am Tag) hängen keine Teenies auf dem Spielplatz rum, die haben alle genug zu tun
    Für Vergnügungen in der Stadt gibt es immer jemanden der hinfährt

    Meine Töchter studieren beide in der nächsten kleinen Stadt ist eine super Bahnanbindung
    (keine von beiden wollte in die Unistadt ziehen)

    Ich gehe gerne mal ab und zu in die Stadt vor allem in Museen und Musicals
    Aber hier ist alles was ich brauche

    Ich kann in der Stadt genausowenig meine Ruhe finden wie mein in der Stadt lebender Cousin auf dem Land
    (der kriegt hier immer die Krise weil es so ruhig ist)


    Meine Kinder hatten es traumhaft schön hier
    Wald, Wiesen, Tiere, den ganzen tag draußen, ein Weiher zum Schwimmen im Sommer, Rodelbahnen im Winter
    sind überall ein und ausgegangen

    Und hatten auch später keinerlei Probleme in der Stadt zurecht zu kommen
    (Und wenn wir hier Party feiern kommt keine Polizei, die feiert mit)

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