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    AW: Kinder anbrüllen: Wie schlimm ist das eigentlich?

    Zitat Zitat von Liala Beitrag anzeigen
    Natürlich fordern Kindern ein, was sie nicht bekommen. Es ist aber auch meine Aufgabe und Pflicht als Erzieher, Grenzen zu setzen. Wenn mein Kind morgens vor dem Frühstück eine 110g Schokolade essen möchte, dann fordert es ein, genau! Und es fordert etwas, was es nicht bekommt! Und ich als Erzieher werde es nicht erlauben!
    Eine Menge Ausrufezeichen, deren Wirkung ich gerne als kleine 'Brüller' bezeichne.


    Ich wollte dich nicht angreifen, auch wenn ich Brüllen nach wie vor und mit Erziehungserfahrung, ich bin Mutter, als ein Zeichen der Schwäche sehe.

    Gleichzeitig sind wir eben nicht perfekt, auch wir nicht, die wir es eigentlich kraft unserer Lebenserfahrung und für diese Rolle der Elternschaft sein sollten. Sondern, wir lernen genau auch dadurch.

    Gerade vor kurzem habe ich mich mit einer Freundin unterhalten und wir beide den Kopf darüber geschüttelt, wie wir mit unseren Kindern immer mal wieder gebrüllt haben. Keine von uns, die darauf stolz ist und nicht heute andere Wege zur Vermittlung der Authorität finden würde. ABER - wir gaben auch da unser Bestes und hatten selbst noch sehr viel zu lernen.

    Ob es ihrem oder meinem Kind geschadet hat, ich weiß es nicht. Sicherlich waren beide damit grundsätzlich überfordert. Vor allem überforderte ich ja aber auch mich, wenn ich mich danach schämte und schuldig fühlte.

    Deshalb denke ich, es sollte Alternativen zum Brüllen geben, auch wenn es um eine 110 gr.-Tafel Schokolade geht. Vielleicht auch mal essen lassen. Wem's mal übel davon wurde, ist auch geheilt. Und wenn öfter Schokolade angesagt ist, dann hat auch das einen Grund.

    Ich kann aber verstehen, wenn du sagst, in meiner Familie wurde alles unter den Teppich gekehrt, weil keiner sich traute, mal das Maul aufzumachen. Gleichzeitig aber auch da: mein Brüllen gegen mein Kind galt eigentlich meistens ganz anderen Menschen, die diese Gefühle in mir auslösten. Gefühle, die ich nicht orten konnte, die mich hilflos und ohnmächtig machten. Gegen diese Ohnmacht und Hilflosigkeit, half dann halt brüllen, wenn die kleinste Macht in der Familie nicht parierte.

    Es ist sicherlich aber auch die Quantität, die kritisch reflektiert werden sollte.
    Geändert von Julifrau (06.01.2017 um 17:22 Uhr)

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    AW: Kinder anbrüllen: Wie schlimm ist das eigentlich?

    Ich denke, wir sind grundsätzlich ja einer Meinung. Auch ich sehe Brüllen als Zeichen der Schwäche und als Erziehungsmaßnahme, die das eigentliche Ziel nicht erreicht. Ich finde aber, dass es uns Mütter nichts bringt, wenn wir uns deswegen ein schlechtes Gewissen machen und nun als Rabenmütter fühlen, wenn mal die Gefühle durchgehen.
    Ich finde, dass wir uns heutzutage sehr viele Gedanken machen, von Ratgebern, Studien usw...beeinflusst werden und dadurch kirre gemacht werden. Früher erzog man, wie man es für richtig hielt. Heute werden Ratgeber gewälzt, Freunde gefragt, Erzieher befragt, Therapeuten aufgesucht, sich in Foren ausgetauscht über DIE PERFEKTE Erziehungsmethode. Vll sollte man wieder anfangen und weniger grübeln und sich in Frage stellen als einfach mal (gelassen) sein und leben.
    Ich habe mein Brüllen für mich immer als beschämend erlebt, es war im Übrigen nur eine Phase....in den letzten Wochen fiel es mir häufiger auf. Früher habe ich nie gebrüllt. Die Kinder entwickeln sich weiter und stellen neue Anforderungen an mich, daher war es vll die erste Methode, die ich für mich kannte damit umzugehen. Nun habe ich für mich neue Wege entdeckt und bin froh, dass sie in vll 7 von 10 Fällen funktionieren. Das Leben und die Erziehung entwickeln sich ja kontinuierlich weiter.

    Mich stört eben, dass das Brüllen hier so schädigend dargestellt wird, dabei ist bewiesenermaßen ein Klima, in dem die Gefühle mal rausplatzen deutlich gesünder, als eines, wo es dauerhaft brodelt aber niemand sich traut, den Deckel zu öffnen. Ohne Brüllen gutheißen zu wollen sehe ich ein viel größeres Problem in latenten Aggressionen, weil diese nicht greifbar sind und allgegenwärtig. Ich habe einen relativ großen Bekanntenkreis derer, die aus diversen Gründen in Therapien waren. Sehr häufig finden sich andere Beziehungsstörungen (Tabus in den Familien, "heile Welt spielen".....) wieder. Ich glaube daher, dass das "Betriebsklima" insgesamt das Wichtigste ist. Ein Brüllanfall ist da sicher nicht schön, wenn das Klima aber insgesamt stimmt, glaube ich, dass Kinder das verkraften können - sofern der Anfall nachvollzogen werden kann. Transparenz ist (für mich) das A und O.

    Abgesehen davon kommt es beim Brüllen aber eben auch auf Quantität und Inhalt an.

    Ein komplexes Thema.....

    Zur Schokoladensituation: wir haben Mini vor einem Jahr seinen Nikolaus einfach essen lassen. Er verschlang 200g zum Frühstück (die haben natürlich nicht wir ihm geschenkt, sondern es standen von diversen Nachbarn welche vor der Tür)....Wir haben ihn einfach machen lassen. Schlecht wurde ihm nicht, aber er war UNAUSSTEHLICH und da bin ich einfach egoistisch und denke auch an mich selbst.
    Meine Schwester sagt immer, sie setzt keine Grenzen, die Kinder kennen diese selbst...mag bei ihren funktionieren, unser "Großer" aber ist so fixiert auf Süßes, dass es bei ihm nicht klappen würde. Er bekommt jeden Tag Süßigkeiten, wir verbieten sie nicht, aber Kinder sind halt verschieden...vll hätte er sie irgendwann leid, ich will aber nicht wissen, wie lange es dauern würde und mir ist es wichtig, dass er sich einigermaßen ausgewogen ernährt.
    Meine Bino ist die liebe Brika mit Mini-Briko


    Wenn Liebe zum Leben wird, erhält das Glück einen Namen - überglücklich mit Mini - endlich bist du da! März 2013

    Kleiner Sonnenschein nachgerückt - Sept. 2015

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    AW: Kinder anbrüllen: Wie schlimm ist das eigentlich?

    Gutenmorgen

    Ich bin gestern auf dieses Forum gestoßen.

    Sehr bereichernd mitzulesen

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    AW: Kinder anbrüllen: Wie schlimm ist das eigentlich?

    Hallo,
    kann man den Artikel irgendwo lesen? Bzw. die Ausgabe noch irgendwie kaufen?

    Danke :-)

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    AW: Kinder anbrüllen: Wie schlimm ist das eigentlich?

    Ich hab einen speziellen Namen für das Gegenteil.

    Säuseln.

    Als Kind wäre ich wahrscheinlich davon genervter gewesen.

  6. Moderation

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    AW: Kinder anbrüllen: Wie schlimm ist das eigentlich?

    Zitat Zitat von Sugarnova Beitrag anzeigen
    Säuseln.

    Als Kind wäre ich wahrscheinlich davon genervter gewesen.

    Wirklich?

    Als flotten Spruch, naja.

    Als realistische Beschreibung davon, wie Kinder von verbalen Entgleisungen geprägt werden können, abhängig von deren Art und Kontext - wohl eher nicht, hoffe ich.
    that was the river - this is the sea


    Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum

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    AW: Kinder anbrüllen: Wie schlimm ist das eigentlich?

    Mary, "Säuseln" kann auch eine Strategie sein, um sich mit dem Kind nicht auseinandersetzen zu müssen.

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