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  1. Administrator Avatar von BRIGITTE Community-Team
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    Nur wegen der Kinder zusammenbleiben?

    Liebe Userinnen und User,

    Es ist paradox: Hätten Jana und Alex nicht zwei Söhne bekommen, wären sie wahrscheinlich immer noch ein glückliches Paar. Andererseits hätten sie sich vermutlich längst getrennt, wenn die beiden nicht da wären ...

    In der neuen BRIGITTE MOM (Heft 1/2015, ab 3. März am Kiosk) erzählt Jana, warum sie seit Jahren mit ihrem Mann eine Scheinbeziehung führt. Und hofft, dass sie sich erst trennen, wenn die Kinder groß sind.

    Wie sehen Sie das? Durchhalten der Kinder wegen oder loslassen? Haben Sie Ähnliches erlebt?

    Wir sind gespannt auf Ihre Beiträge
    das BRIGITTE Community-Team
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  2. Registriert seit
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    123

    AW: Nur wegen der Kinder zusammenbleiben?

    Mir wird schlecht. Als Kind das in so einer Konstellation aufgewachsen ist, kann ich nur den Kopf schütteln. Wie kann die Autorin denken, bei ihrer Lebensweise würden die Kinder KEINEN Knacks abbekommen (was ja ihrer Meinung nach nur bei einer Scheidung der Fall wäre)?
    Was lebt sie ihnen denn vor? Eine "sichere Einheit" wie sie sich das schön redet bestimmt nicht.
    Nein, da ist ein streitendes, vollkommen unzufriedenes Paar, das "der Kinder wegen" zusammenbleibt. Kinder haben feine Antennen, die spüren genau was abgeht. Und schön ist das nicht.

  3. Inaktiver User

    AW: Nur wegen der Kinder zusammenbleiben?

    Ich denke, da es ja heutzutage die "verrücktesten" Lebensformen gibt, kommt es auf den Einzelfall an.

    Streiten sich die Eltern nur noch, und sind Absprachen nicht mehr möglich, wäre eine Trennung wohl für alle Beteiligten das Beste.

    Bringen die Eltern (und das bleiben sie ja, auch wenn sie kein "Paar" mehr sind) Verantwortung gegenüber ihrer Familie auf, und damit ja auch den Kindern, könnte es auch auf eine sog. Familien-WG hinauslaufen, wenn z.B. eine Trennung aufgrund finanzieller Aspekte nicht möglich ist und/oder den Kindern der Ort erhalten bleiben soll (Schule, Freunde etc.). Hierbei wäre es jedoch m.E. wichtig, dass die Eltern die Paarebene wirklich abgehakt und verarbeitet haben.

  4. Moderation Avatar von Flau
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    AW: Nur wegen der Kinder zusammenbleiben?

    Hm. Ich kann sehr gut verstehen, dass man auf einmal das eigene Glueck seinen Kindern zuliebe zurueckstellt. Auch das Beziehungsglueck. Ich denke, das geht allen Eltern so: Das Kind kommt zuerst.
    Die Frage ist ja, ob das Zusammenbleiben der Eltern langfristig (!) wirklich das beste fuer das Kinderglueck ist. Und ich denke, da kann man nur individuell entscheiden - und die Situation auch unmoeglich von aussen beurteilen. Ich (!) kann mir z.B. hervorragend vorstellen, dass man in einer langweiligen, "bequem" und zur Routine gewordenen Beziehung verharrt um dem Kind das dauerhaft gemeinsam verfuegbare Elternpaar zu erhalten, anstatt sich auf die Suche nach der echten grossen Liebe zu machen.

    Die Beziehung in dem Artikel liest sich dagegen fuer mich (!) nicht unbedingt als bessere Basis fuer das Kindeswohl, weil der Vater "so gut wie immer genervt" ist und die Kinder "anschnauzt". In dem Punkt wundere ich mich allerdings, dass der Vater nicht die Trennung wuenscht, aber egal... Wie gesagt, ich stecke nicht drin.

    Ich habe fuer mich gemerkt - und bin erstaunlicherweise nicht die Einzige im Bekanntenkreis - dass sich meine prinzipielle Bereitschaft, meine Beziehung zu beenden wenn bestimmte Dinge nicht mehr stimmen sollten, seit Geburt meines Sohnes eher erhoeht hat. Weil ich meinem Kind keine unglueckliche Beziehung vorleben will (in der z.B. sehr oft und unkonstruktiv, evtl. verletzend gestritten wird). Weil mein Kind keine dauerhaft genervte und/oder unglueckliche Mutter, bzw. einen dauerhaft genervten bzw. ungluecklichen Vater um sich haben soll.
    Klar, meinem Mann und mir passiert sowas selbstverstaendlich nicht, und wenn es doch mal passierte, wuerden wir es mit gutem Willen, Verstand, Verstaendnis und Hilfe von aussen wieder suuuper hinkriegen. Im Ernst: Natuerlich wuerden wir nicht nur um unsere Beziehung, sondern auch um die Familie kaempfen. Aber wenn die Beziehung tatsaechlich unschoen, verletzend, kampflustig wuerde, wuerde ich, glaube ich, eher die Zaehne zusammen beissen und mich trennen.
    Alleine haette ich bis zum Aller-allerletzten gekaempft. Aber mein Kind verdient ausgeglichene Eltern. Zusammen (lieber) oder getrennt.


  5. Registriert seit
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    10

    AW: Nur wegen der Kinder zusammenbleiben?

    Die Lösung für diese Familie könnte zwei getrennte Wohnungen unter einem Dach heißen. Dieses Modell leben wir seit über 2 Jahren und es klappt - wenn alle Erwachsenen dies wollen und können. Nur mal so als Gedankenanstoß. Ist sicherlich nicht für jede Familie möglich und das passende Modell. Wenn es die räumliche Möglichkeiten gibt - einen Versuch ist es Wert. Vorteile: Stabilität der Familie, weil die Kinder jederzeit die Möglichkeit haben, beide Elternteile zu sehen und in der vertrauten Umgebung zu bleiben. Die Eltern haben jeder sein Bereich für sich und können bereits jetzt ein "eigenes" Leben aufbauen - und nicht erst mit Mitte 50.

    Grüße Klarabella

  6. Avatar von Antje3
    Registriert seit
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    AW: Nur wegen der Kinder zusammenbleiben?

    Was für eine entsetzliche Ehe! Es besteht ja auf beiden Seiten eigentlich kein Interesse daran, wieder eine funktionierende Ehe zu führen - es ist nur bei ihr ein Interesse daran, eine scheinbar heile Welt aufrechtzuerhalten, um nicht das Scheitern vor sich und den anderen einzugestehen.

    Wie kann "Jana" glauben, daß diese Ehe für ihre beiden Kinder "das Beste" ist?

    Ich habe die meiste Zeit meiner Kindheit mit Eltern verbracht, deren Ehe im Grunde am Ende war. Es war schrecklich. Es war ein Eiertanz, zu erahnen, wann die Stimmung nicht so angespannt war, es war das Schuldbewußtsein zu glauben, daß sie das ja alles "wegen der Kinder" machen. Es war "auf Zehenspitzen" gehen, wenn "Papa gestreßt ist".

    Hätten sich meine Eltern endlich endlich endlich scheiden lassen - ich wäre als Kind froh und dankbar gewesen. Denn das wäre vielleicht ein Ende mit Schrecken gewesen. So war es für uns ein Schrecken ohne Ende.

    Wie kann ein Elternteil glauben, daß Kinder das "Heile-Welt-Spielen" glauben und nicht mitkriegen, daß sie auf vermintem Feld leben?
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..


  7. Registriert seit
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    12

    AW: Nur wegen der Kinder zusammenbleiben?

    Nun...wegen der Kinder gemeinsam unter einem Dach leben find ich jetzt nicht tragisch. Wenn Eltern Freunde sind und sich (eventuell stillschweigend) entscheiden, dass sie den Kindern gemeinsam eine Familie bieten wollen, auch wenn die Partnerschaft nur noch Freundschaft ist, dann find ich das OK und vielleicht sogar ein bisschen bewundernswert . Getrennte Schlafzimmer, gemeinsame Elternschaft. Dafür müssen beide Elternteile sich zurücknehmen, denn neue Partner würden dieses Sytem beenden. Wer das möchte und kann, dem wünsche ich alles Gute.
    Aber der beschriebene Fall liegt anders. Die Eltern sind nicht einmal mehr Freunde. Sie zicken sich ständig an, nerven sich gegenseitig, streiten, sind offensichtlich unzufrieden. Das ist keine gesunde Basis für Kinder, kein Vorbild. Keine starke Einheit. Das ist feiges Aushalten einer unerträglichen Situation, zulasten der Kinder. Da wären klare Verhältnisse, eine freundschaftliche Trennung ohne Krieg sehr viel besser als permanenter Streit.

  8. Moderation Avatar von Flau
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    AW: Nur wegen der Kinder zusammenbleiben?

    Ich sehe es genau wie Du, Elupeiene. Ich finde das Thema auch interessant, bzw. ob und wie sich die Einstellungen aendern, nachdem Kinder zur Welt kommen.

    Wie gesagt, bei uns im Bekanntenkreis wurde das vor ein paar Monaten diskutiert. Eine Mutter erzaehlte, seit Geburt ihres Kindes habe sie bemerkt, dass sie deutlich mehr und laenger fuer ihre Beziehung kaempfen wuerde, um dem Kind nach Moeglichkeit ein Elternpaar zu erhalten. Bzw. ihre "Schmerzgrenze" bezueglich dessen, was fuer sie das Beziehungsaus waere, habe sich spuerbar verschoben. Sie fragte dann, ob es noch jemandem so gehe, und die Antworten waren ganz unterschiedlich. Manche meinten, nein, fuer sie habe sich nichts spuerbar geaendert, manche hatten eine aehnliche Veraenderung wie diese erste Mutter bemerkt.

    Ich selbst, wie ich oben schrieb, spuere eher das Gegenteil. Und eine weitere Bekannte aus unserem Kreis hat sich tatsaechlich kuerzlich deshalb getrennt: weil sie ihre Kinder nicht den staendigen Streitereien zwischen sich und ihrem Mann aussetzen wollte. Sie erzaehlte, sie habe das vor den Kindern gar nicht so wahrgenommen, wie destruktiv sie und ihr Partner streiten. Aber als sich die Konflikte haeuften (weiss nicht, ob es mit der Geburt des 2. Kindes zu tun hatte, glaube eher nicht), merkte sie, dass sie sich auch und vor allem vor ihren Toechtern nicht anschreien und beleidigen lassen konnte. Und als sich nach diversen Aussprachen und Beratungsangebot nichts aenderte, ging sie eben. So aehnlich stelle ich mir das fuer mich auch vor. Ich wusste schon lange, dass ich mich sehr erniedrigen lassen wuerde, bevor ich meine Beziehung aufgebe. (Vor allem muesste ich das erst einmal begreifen und fassen, wenn mein geliebter Partner sich so veraendern und mich erniedrigen wuerde.) Nun habe ich aber ein Kind zu schuetzen, das ich erstens keiner vergifteten Atmosphaere aussetzen moechte, dem ich zweitens gewisse Streit- und Beziehungsmodelle nicht vorleben moechte, und um dessentwillen ich mich drittens nicht voellig zum Wrack machen (lassen) kann.


  9. Registriert seit
    09.06.2013
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    AW: Nur wegen der Kinder zusammenbleiben?

    Zitat Zitat von Elupeiene Beitrag anzeigen
    Nun...wegen der Kinder gemeinsam unter einem Dach leben find ich jetzt nicht tragisch. Wenn Eltern Freunde sind und sich (eventuell stillschweigend) entscheiden, dass sie den Kindern gemeinsam eine Familie bieten wollen, auch wenn die Partnerschaft nur noch Freundschaft ist, dann find ich das OK und vielleicht sogar ein bisschen bewundernswert . Getrennte Schlafzimmer, gemeinsame Elternschaft. Dafür müssen beide Elternteile sich zurücknehmen, denn neue Partner würden dieses Sytem beenden. Wer das möchte und kann, dem wünsche ich alles Gute.
    Ich persönlich halte auch diese Variante nicht für so gut. Meine Eltern haben getrennt geschlafen. Ich habe mich dafür so sehr geschämt, dass ich ab einem gewissen Alter (vielleicht so 10) keine Freundinnen mehr zu mir nach Hause eingeladen habe (in entsprechend kleinen Wohnungen/Häusern sieht ein Besucher das ja). Ich war dann das seltsame Mädchen, das niemandem sein Zuhause zeigte. Auch nicht schön.

  10. Moderation Avatar von Flau
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    AW: Nur wegen der Kinder zusammenbleiben?

    Zitat Zitat von lostineuphoria Beitrag anzeigen
    Ich persönlich halte auch diese Variante nicht für so gut. Meine Eltern haben getrennt geschlafen. [...] Ich war dann das seltsame Mädchen, das niemandem sein Zuhause zeigte. Auch nicht schön.
    Hmm, ich weiss ja nicht, wie alt Du bist und moechte Dir auf keinen Fall zu nahe treten: Aber haette (teilweise zeit- und umgebungsbedingt) eine komplette Trennung Deiner Eltern nicht auch gegen die soziale Norm verstossen, bzw. haettest Du das als Kind nicht befuerchtet?

    Ich mein, gerade heute haben getrennte Schlafzimmer - wo das raeumlich ueberhaupt machbar ist - ja ein kleines Revival. Die grosse Masse der Paare handhabt das wohl nicht so, aber es kommt schon vor, auch ohne dass in der Beziehung Unstimmigkeiten herrschen. Wenn die das jetzt alle aufgeben muessten, nur weil Kinderfreunde das moeglicherweise (!) irgendwie komisch finden...

    Nochmal, ich habe jedes Verstaendnis fuer Deine Situation als Kind! Und Deine Eltern haetten Dich da wahrscheinlich auch mehr unterstuetzen koennen. Aber es ist auch eine Tatsache, dass viele Dinge, die Eltern tun, Kindern vor ihren Kameraden unangenehm oder peinlich sind. Das allein waere jetzt fuer mich kein Argument fuer oder gegen etwas. Dass man ein Kind, so oder so, durch eine aussergewoehnliche Situation begleiten muss, ist klar.

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