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  1. Avatar von Paraplumeau
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    AW: Nur wegen der Kinder zusammenbleiben?

    Ich kenne ungezählte gebrochene Lebensläufe von Menschen in gang verschiedenen Altersstufen, in denen die Scheidung der Eltern als Schlüsselmoment angesehen wurde.
    Mir ist kein Fall bekannt, in dem ein "Kind" Schuldgefühle hätte, weil die Eltern wegen des Kindes/der Kinder zusammengeblieben sind.

    Bei mir stand das Thema Trennung akut an, als mein jüngstes Kind 2,5 Jahre alt war. Die anderen beiden Kinder waren 8 und 9.
    Wir haben einen Weg gefunden, aber demnächst wird dieses jüngste Kind 18 und der Job ist damit fast erledigt.
    Wenn ich anderer Leute Innerstes sehen wollte, wäre ich Gerichtsmedizinerin geworden.

  2. Avatar von schafwolle
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    AW: Nur wegen der Kinder zusammenbleiben?

    Zitat Zitat von Paraplumeau Beitrag anzeigen
    Ich kenne ungezählte gebrochene Lebensläufe von Menschen in gang verschiedenen Altersstufen, in denen die Scheidung der Eltern als Schlüsselmoment angesehen wurde.
    Ich denke, dass es für alle Kinder, unabhängig vom Alter, einfach immer ein
    Schlüsselerlebnis ist, wenn sich die Eltern trennen. Es zerbricht eine vertraute
    Familienstruktur - und das ist einfach schmerzhaft.

    Sogar, wenn dramatische Familienverhältnisse (Gewalt, Sucht, etc.) vorliegen,
    tut die Trennung weh, denn es wird einem Zustand nachgeweint, den es hätte
    geben können und den es dennoch nicht gab.


    Mir ist kein Fall bekannt, in dem ein "Kind" Schuldgefühle hätte, weil die Eltern wegen des Kindes/der Kinder zusammengeblieben sind.
    Kinder entwickeln unglaublich leicht Schuldgefühle - nicht nur Trennungen
    betreffend -, die auf dem rationalen Weg nicht erklärbar sind.


    Wir haben einen Weg gefunden,
    Das interpretiere ich so, dass Ihr die Krise dann auch überwunden habt.

    Ich plädiere hier ja keineswegs dafür, gleich die Flinte ins Korn zu werfen.
    Es lohnt sich immer, erst mal sein Bestes zu geben, um das Ruder rumzureißen.

    Aber es gibt nun mal Situationen, deren Gefüge leider irreparabel ist.

  3. Avatar von Paraplumeau
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    AW: Nur wegen der Kinder zusammenbleiben?

    Es kann nur individuelle Lösungen geben. Wenn in der Partnerschaft kein Respekt mehr besteht, Lieblosigkeit oder gar Gewalt, dann muss man sich eben trennen.
    Vielfach können Kinder aber gar nicht nachvollziehen, warum sich die Eltern trennen, weil diese es so zivilisiert wie möglich angehen.

    Ich bezweifle einfach, dass es den Kindern nach einer Trennung jemals wieder so gut gehen kann, wie zu dem Zeitpunkt, als die Eltern noch zusammenlebten und plädiere dafür, das den Kindern so lange wie möglich zu ermöglichen.
    Wenn ich anderer Leute Innerstes sehen wollte, wäre ich Gerichtsmedizinerin geworden.


  4. Registriert seit
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    AW: Nur wegen der Kinder zusammenbleiben?

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Das Gerede (von Fremden!!) ist völlig unerheblich angesichts der
    Gesamtsituation. Es findet statt - und verstummt auch wieder.

    Warum sollte das Jugendamt regelmäßig vorbeischauen, wenn die Eltern
    eine saubere Trennung auf die Reihe kriegen und beide Elternteile sich nach
    wie vor um die Kinder kümmern?

    Wer für "auf alle Fälle zusammenbleiben" plädiert, der ist sich der feinen
    Antennen der Kinder offenbar nicht bewusst. Dauerhaft disharmonische
    Schwingungen sind weitaus belastender für die Kinderseele als alles andere.
    Und nicht selten entwickeln sich bei Kindern nach Jahren auch Schuldgefühle,
    wenn die Eltern "wegen ihnen" zusammengeblieben sind.

    Kinder dürfen durchaus erfahren und mitbekommen, dass ihre Eltern eine
    Krise durchleben - und diese letztendlich auch überwinden. Aber unterschwellige
    Krisenstimmung würde ich keinem Kind über Jahre hinaus zumuten wollen.

    So sehr kann man sich gar nicht zusammenreißen, dass permanenter Frust
    und Unglücklichsein unbemerkt bleiben.
    Na ja, wer würde denn schon so was meinen?

    Zähne zusammen beissen und durch meine ich nun wirklich nicht.
    Mit veränderter Einstellung kann man aber dann durchaus noch weiter leben.
    Sehr gut, oder besser sogar.

    Meine Güte, wenn ich mir vorstelle, ich hätte damals - als die Kinder noch so klein waren die Scheidung wirklich durchgezogen. Uns wären schlichtweg die schönsten Jahre nicht passiert.

    Seitensprünge passieren doch anderen Paaren - ohne Kinder auch.
    Und die Einmaligkeit stirbt dann eben.

    Im Gegensatz zu dir glaube ich nicht dass Menschen das Gerede oder überhaupt die Meinung der Umwelt so egal ist.
    Meine waren nämlich regelrecht stolz darauf noch mit den selben Eltern zusammen zu sein, und wurden dafür beneidet.

    "Auf alle Fälle" zusammen zu bleiben kann ja nun für keinen eine Option sein.
    Aber, für viele Fälle schon.

    Nach meiner Erfahrung sind Kinder eben viel pragmatischer als du schreibst.
    Die wollen ihre heile Welt.

    Auch noch lange wenn sie eigentlich schon flügge sein können.
    Ganz oft habe ich gerade auf Schulveranstaltungen erlebt wie schlecht sie mit den Müttern umgegangen sind die ein neues Glück gefunden hatten. Selbst wenn sehr gut weiterhin für sie gesorgt wurde.
    Um ein tadelloses Mitglied
    einer Schafherde sein zu
    können, muß man vor allem
    ein Schaf sein.
    Albert Einstein

  5. Moderation Avatar von Flau
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    AW: Nur wegen der Kinder zusammenbleiben?

    Ich bin da bei Scheherezade und meine auch, man muss differenzieren. Ich verweise nochmal auf meinen ersten Beitrag in diesem Strang, wie gesagt, wir besprachen das Thema damals im Freundeskreis.

    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    Ich habe fuer mich gemerkt - und bin erstaunlicherweise nicht die Einzige im Bekanntenkreis - dass sich meine prinzipielle Bereitschaft, meine Beziehung zu beenden wenn bestimmte Dinge nicht mehr stimmen sollten, seit Geburt meines Sohnes eher erhoeht hat.
    Es kommt darauf an, wo die eigenen Grenzen sind und wie diese sich zum Kindeswohl verhalten. Meine eigene Schmerzgrenze wäre eben eher zu hoch und ich würde allein auch um eine destruktive Beziehung noch lange vergeblich kämpfen, was ich objektiv als eher nachteilig für Kinder sehe.
    Aber es gab eben auch Stimmen im Bekanntenkreis, die meinten, sie hätten vorher eher dazu tendiert, die Flinte zu rasch ins Korn zu werfen und würden nun, mit Kindern, mehr probieren, Beziehungsprobleme zu überwinden.

    Das Ziel ist für uns alle dasselbe: Auch (!) der Kinder wegen nicht vorschnell eine Beziehung wegwerfen, die noch/wieder partnerschaftlich sein kann, aber halt auch nicht in toxischen Gefügen verharren. Was von beidem zutrifft und wozu man selbst eher tendiert, ist individuell total verschieden.

  6. Avatar von schafwolle
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    AW: Nur wegen der Kinder zusammenbleiben?

    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    Ich bin da bei Scheherezade und meine auch, man muss differenzieren.
    Ich habe nichts Gegenteiliges behauptet.

  7. Moderation Avatar von Flau
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    AW: Nur wegen der Kinder zusammenbleiben?

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Ich habe nichts Gegenteiliges behauptet.
    Das wiederum wollte ich nicht aussagen.
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    [Damals] wurde weniger Geschiss gemacht und insgesamt war alles besser. Was an den Müttern lag. Denen von damals. Wenn sie ihren Kindern doch bloß [...] noch beigebracht hätten, wie man Kinder erzieht.
    Userin Minstrel02 im Forum Erziehung


  8. Registriert seit
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    AW: Nur wegen der Kinder zusammenbleiben?

    Zitat Zitat von Paraplumeau Beitrag anzeigen
    Bei mir stand das Thema Trennung akut an, als mein jüngstes Kind 2,5 Jahre alt war. Die anderen beiden Kinder waren 8 und 9.
    Wir haben einen Weg gefunden, aber demnächst wird dieses jüngste Kind 18 und der Job ist damit fast erledigt.
    Das klingt jetzt, als hättet Ihr Euch geeinigt auf "Bis alle aus dem Haus sind und dann Trennung".


    Ist das so?


    Ich meine das gar nicht negativ, das kann man ja durchaus so entscheiden.

  9. Avatar von Ullalla
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    AW: Nur wegen der Kinder zusammenbleiben?

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    Das klingt jetzt, als hättet Ihr Euch geeinigt auf "Bis alle aus dem Haus sind und dann Trennung".
    Ist das so?
    Ich meine das gar nicht negativ, das kann man ja durchaus so entscheiden.
    Vielleicht könnte es einfach auch nur bedeuten, dass die Familie Paraplumeau seit mehr als 15 Jahren auf diesem Weg unterwegs ist. Und dann kommt irgendwann der Zeitpunkt, wo das Paar ganz allein für sich über den weiteren Weg entscheidet.
    life is all about
    finding people who
    are your kind of
    CRAZY


  10. Registriert seit
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    AW: Nur wegen der Kinder zusammenbleiben?

    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    Ich bin da bei Scheherezade und meine auch, man muss differenzieren. Ich verweise nochmal auf meinen ersten Beitrag in diesem Strang, wie gesagt, wir besprachen das Thema damals im Freundeskreis.



    Es kommt darauf an, wo die eigenen Grenzen sind und wie diese sich zum Kindeswohl verhalten. Meine eigene Schmerzgrenze wäre eben eher zu hoch und ich würde allein auch um eine destruktive Beziehung noch lange vergeblich kämpfen, was ich objektiv als eher nachteilig für Kinder sehe.
    Aber es gab eben auch Stimmen im Bekanntenkreis, die meinten, sie hätten vorher eher dazu tendiert, die Flinte zu rasch ins Korn zu werfen und würden nun, mit Kindern, mehr probieren, Beziehungsprobleme zu überwinden.

    Das Ziel ist für uns alle dasselbe: Auch (!) der Kinder wegen nicht vorschnell eine Beziehung wegwerfen, die noch/wieder partnerschaftlich sein kann, aber halt auch nicht in toxischen Gefügen verharren. Was von beidem zutrifft und wozu man selbst eher tendiert, ist individuell total verschieden.
    Genau. Darum war es auch für mich eher ein Gewinn.
    Ich glaube ja auch so unterschwellig dass das alles vielleicht Gründe sind Kinder zu bekommen?
    Zu wachsen?

    Aber, natürlich nicht nur.
    Zu erleben wie die Kleinen groß werden - ist das schönste Geschenk überhaupt.
    Um ein tadelloses Mitglied
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