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  1. Registriert seit
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    AW: Ist mein Kind zu dick?

    Liebe VanDyck,

    ich finde ja interessant, wie Du das Thema bewertest. Betrifft Dich das in irgendeiner Weise?
    Mir geht es so, dass große Teile des Textes (von der zweiten Seite) von mir selber stammen könnten. Und obwohl ich schon lange erwachsen bin, beruflich sehr erfolgreich und einen tollen Mann und wundervolle Kinder habe, arbeite ich schon mehrere Jahre mit dem immer wieder auftauchendem Schmerz des "ich bin so nicht richtig". Und all die unterschiedlichen Blickwinkel, die die Mutter im ersten Bericht schildert, habe ich als Kind bei meiner Mutter genau so gefühlt wie sie es beschreibt. Meine Mutter wollte etwas Gutes für mich, sie wollte mich davor bewahren, dick zu werden. Aber genauso habe ich gefühlt, dass sie mein Dicksein auch als Herabsetzung ihrer eigenen Schönheit empfinden würde, als eine Abwertung ihrer Selbst.
    Insofern kann ich zu dem Artikel nur sagen, dass ich selten eine präzisere und feinfühligere Darstellung dieses Themas gelesen habe, die mich in keinster Weise verunsichert, sondern mir gezeigt hat, was ich fühle ist nicht "verrückt" oder "falsch", sondern legitim.

    Danke dafür!
    Nubik

  2. Avatar von VanDyck
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    AW: Ist mein Kind zu dick?

    Zitat Zitat von Nubik Beitrag anzeigen
    Liebe VanDyck,

    ich finde ja interessant, wie Du das Thema bewertest. Betrifft Dich das in irgendeiner Weise?
    Ja, in gewisser Weise betrifft mich dieses Thema - um die Ecke rum sozusagen.
    Aber auch als Vater von zwei Söhnen, wobei die nie mit Übergewicht zu tun hatten, andere Dinge waren da am rumoren.

    Mein Anliegen sind vor allem die Kinder bei diesem Thema.
    Die Kinder müssen es nämlich ausbaden, was die Erwachsenen für Mist verzapfen!
    Und das weiß bspw. die Autorin des ersten Artikels auch ganz genau, auch wenn sie es dann wieder vor sich wegschieben und keine Verantwortung übernehmen will, bzw. die Möglichkeit erörtert, dass es so kommen kann.

    Schule kann brutal sein - als Eltern blickst du da ab einem bestimmten Alter der Kinder nicht mehr hinter, auch wenn du das fälschlicherweise glauben solltest.
    Und moppelige und dicke Kinder werden gemobbt - sogar deutlich häufiger, das war auch schon Gegenstand von Untersuchungen.
    Und gegen diese Mobberei kommst du als Eltern letztlich nicht gegen an, jeder der das glaubt, macht sich ganz gewaltig was vor.
    Und dicke Mädchen im Teeny-Alter sind nochmal doppelt bis dreifach angeschissen.

    Und was mich dann richtig auf die Palme bringt ist folgendes: wenn Eltern ihre Wünsche und Vorstellungen für eine bessere Welt faktisch auf dem Rücken ihrer Kinder austragen (wollen).
    Denn nichts anderes ist es, wenn Eltern sich der Verantwortung für ihre übergewichtigen Kinder entziehen wollen, in dem sie ihren übergewichtigen Kindern "den Rücken stärken" wollen - oder deren "Selbstwertgefühl" stärken wollen usw. usf. blabla ... das aber funktioniert NULL!!
    Aber jeden Morgen werden sie dann wieder von ihren Eltern in die Schule geschickt, aber sie sind dort OHNE ihre schlaumeiernden Eltern.
    Das ganze ist also eine völlig untaugliche Strategie für das einzelne Kind, um sich gegen eine mehr oder weniger große Horde von Mobbern zu erwehren - dagegen kommt kein Kind an auf Dauer, außer vielleicht eines unter tausend.

    Im Grunde genommen ist so eine Herangehensweise eine Sauerei: das ist ungefähr so, als wenn der Herr Oberleutnant seinen Soldaten die Waffen abnimmt, weil er Schießen und töten ja ganz furchtbar findet und sodann seinen Jungs den Befehl gibt, den gegnerischen Schützengraben zu erstürmen - selbstverständlich ohne ihn.
    Und nach der Schlacht meldet der Herr Oberleutnant seinem General dann furchtbar traurig, zerknirscht und gaaanz entsetzt den Verlust seiner Truppe ...

    VanDyck
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    Geändert von VanDyck (18.08.2014 um 16:43 Uhr)

  3. Inaktiver User

    AW: Ist mein Kind zu dick?

    Also, ich denke, hier müssen auch manche Dinge getrennt werden.

    40/42 ist - je nach Körpergröße - sicher nicht dick für eine erwachsene Frau ... aber das Kind, das auf dem Foto zu sehen war, war definitiv viel zu dick. Und ich stimme VanDyck (selten genug) zu, dass man dabei nicht einfach zusehen sollte.

    Die Frage ist allerdings, wie man an die Sache herangeht, ohne dem Mädchen eine Macke fürs Leben mitzugeben.


  4. Registriert seit
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    AW: Ist mein Kind zu dick?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die Frage ist allerdings, wie man an die Sache herangeht, ohne dem Mädchen eine Macke fürs Leben mitzugeben.
    Vielleicht in dem man einfach mal die Verantwortung und den Erziehungsauftrag, den man als Eltern hat, wahrnimmt und Entscheidungen trifft.
    Das Mädchen muss davon überhaupt nichts mitbekommen.
    Wenn es allerdings schon ein Problem sein sollte, dass das Kind Entscheidungen der Eltern nicht akzeptieren kann (z.B. nur ein Nutellabrot oder nur eine Stunde fernsehen), dann wird die Macke nicht ausbleiben, dann ist sie schon da.

  5. Avatar von VanDyck
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    AW: Ist mein Kind zu dick?

    Zitat Zitat von phaden Beitrag anzeigen
    Vielleicht in dem man einfach mal die Verantwortung und den Erziehungsauftrag, den man als Eltern hat, wahrnimmt und Entscheidungen trifft.
    Das Mädchen muss davon überhaupt nichts mitbekommen.
    Das erinnert mich an den Strang aus dem letzten Jahr (von mir verlinkt) ...
    die Frage ist: ist eine Mutter (oder auch ein Vater) überhaupt in der Lage dazu, Verantwortung und den Erziehungsauftrag wahrzunehmen, wenn sie selbst zugleich die Welt bei diesem Thema nur in absurden radikalen Überspitzungen wahrnehmen kann?

    Beispielsweise schreibt die Autorin (im ersten Artikel):

    ... und wünsche mir nichts mehr, als dass Frauen und Mädchen sich in ihren Körpern wohl und akzeptiert fühlen, egal, welchen Umfang ihre Oberschenkel haben.

    Was steht da genau?
    Da steht: eine Mutter wünscht sich "nichts mehr"(!!!), als das bspw. ihre Tochter sich in ihrem Körper wohlfühlt, "egal, welchen Umfang ihre Oberschenkel haben".
    Was soll diese maßlose und völlig lebensfremde Übertreibung und Zuspitzung??
    Das ist doch völlig irre, sowas zu schreiben, wenn man sich das genauer durchdenkt.
    Meine These: kein Wunder, dass dieses Mädchen übergewichtig ist, wenn ein Elternteil sone Denke hat.

    VanDyck
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  6. VIP Avatar von xanidae
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    AW: Ist mein Kind zu dick?

    Ich habe gerade einen Artikel gelesen, der das Thema Essen von der emotionalen Seite betrachtet


    . Vor diesem Hintergrund könnte man meinen, Papa und Mama fahndeten ängstlich nach möglichen Speckfalten am Bauch ihrer Kleinen. Aber weit gefehlt: Nur drei Prozent der Eltern, so Kast-Zahn, trieb diese Sorge um. Auch heute noch, in Zeiten des Überflusses, bangen Eltern offenbar darum, ob ihre Kleinen genug bekommen. Zu wenig und zu einseitig also essen die Kinder nach Meinung vieler Eltern. Sie verzweifeln etwa daran, dass sie wochenlang auf Nudeln-ohne-alles bestehen. Dass sie ihr Demeter-Gemüse ausnahmslos von der Gabel auf den Teller zurückplatschen lassen – von theatralischem Würgen untermalt. Dass sie überhaupt nur Ketchup zu sich nehmen, und dabei laut schmatzen, die Ellenbogen auf den Tisch gestützt wie ein Bierkutscher. Dass sie beim Sonntagsfrühstück bei Freunden fünf Esslöffel Zucker im Tigerenten-Tee versenken.

    Wer selbst Nachwuchs hat oder ein bisschen Feldforschung betreibt, stellt erstaunt fest: Das Überangebot an Speisen bewirkt paradoxerweise keine Entspannung bei Tisch. Eher eine Verschiebung der existenziellen Nöte. Die Nahrungsaufnahme wird von einem lebenswichtigen Bedürfnis, über das niemand groß diskutiert, zu einer Kommunikation über Achtung und Respekt, Freiheit und Gehorsam. Was das Kind isst und wie sehr es dabei mit den Eltern kooperiert – das ist heute ein Stellvertreterkrieg, in dem in Wahrheit emotionale Schlachten ausgetragen werden. Speise wird mit Liebe verrechnet.


    greenpeace magazin: Was Kinder essen sollten
    Was ich über's Leben weiß, weiß ich aus Stand by Me
    Ich hab' einen Hund der Cujo heißt, und mein Auto heißt Christine
    Wenn du schreiben kannst, dann schreibe,
    wenn du singen kannst, dann sing
    Und wenn du nicht mehr weiterweißt, frag
    Stephen King


    Thees Uhlmann "Danke für die Angst"


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    AW: Ist mein Kind zu dick?

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    Da steht: eine Mutter wünscht sich "nichts mehr"(!!!), als das bspw. ihre Tochter sich in ihrem Körper wohlfühlt, "egal, welchen Umfang ihre Oberschenkel haben".
    Damit sagt die Mutter: Ich habe keine Böcke, mich um mein Kind zu kümmern, mir den Stress einer Konfrontation anzutun. Mein Kind soll mal zusehen, dass es mit seiner Fettleibigkeit und damit verbundenen Schwierigkeit im Leben glücklich wird.
    Also, allein das damit Leben oder damit Zurechtkommen reicht nicht, das benachteiligte und vernachlässigte Kind soll sich auch noch wohlfühlen.
    Was für ein unerträglicher Gedanke auch, das Kind käme später zur Mutter und würde sich über deren Gleichgültigkeit beschweren. Nein, das Kind soll sich wohlfühlen.
    Ein beliebter Trend, sich wohlfühlen für null Anstrengung. Das Karma, die Bachblüten oder die guten Wünsche der Eltern sollen es bringen.
    Einer Mutter, die so etwas wie oben zitiert sagt, geht ihr Kind am Allerwertesten vorbei. Aber sie weiß es nicht, im Gegenteil, sie glaubt von sich, eine gute Mutter zu sein.
    Aber nichts ist gut ohne Anstrengung.


  8. Registriert seit
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    AW: Ist mein Kind zu dick?

    Vielen Dank für diese Verlinkung. Sehr interessant.
    Den Autor finde ich nicht lustig, auch wenn er versucht, es zu sein.
    Einem 8 jähriges Mädchen, das sich dermaßen am Esstisch aufführen darf, steht eine harte Zukunft bevor.
    Eltern, die ihren Kindern erlauben, Lebensmittel, die auf ihrem Tisch stehen, als "ekelig" (und das mehrmals) zu bezeichnen, haben den Knall nicht gehört.
    Weshalb müssen sich Eltern eigentlich die Liebe ihres Kindes permanent erkaufen?

  9. Inaktiver User

    AW: Ist mein Kind zu dick?

    Jo, der Artikel untermalt es ganz eindrucksvoll: Viele Eltern haben irgendwie wohl keinen Bock mehr auf Erziehung.
    Ich sage es mal rustikal: So einer Göre würde ich die Hosen stramm ziehen und ganz gewiss würde ich nicht so einen Tanz darum machen, was das liebe Kind denn nun am liebsten essen möchte.


  10. Registriert seit
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    AW: Ist mein Kind zu dick?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich sage es mal rustikal: So einer Göre würde ich die Hosen stramm ziehen und ganz gewiss würde ich nicht so einen Tanz darum machen, was das liebe Kind denn nun am liebsten essen möchte.
    Kinder verhungern nicht vor einem gedeckten Tisch.
    Und die Eltern sollen den Tisch decken, das heißt die Lebensmittel aussuchen (die Teller kann auch das Kind hinstellen). Das Kind kann dann entscheiden, was es isst und was nicht und wie viel davon. Und das Ganze ohne despektierliche Kommentare.
    Warum ist das so schwierig?
    Warum muss ein Tanz um das Kind gemacht werden? Das schadet ihm, das macht es krank.
    Warum ist das so vielen Eltern egal?

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