Liebe Userinnen und User,
von einem Tag auf den anderen wird die Mutter eines achtjährigen Jungen von so großer Traurigkeit gepackt, dass ihr Leben in Stücke zerbricht. Die Diagnose: schwere Depression. In der neuen MOM (ab 19. August 2014 am Kiosk) beschreibt die junge Mutter, wie sie ihrem Sohn ihre Krankheit erklärt und berichtet über ihre Angst, ihrem Sohn damit die unbeschwerte Kindheit zu nehmen.
Haben Sie Ähnliches erlebt? Als Betroffene, Freundin oder Verwandte?
Freundliche Grüße
Ihr BRIGITTE MOM-Team
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Ergebnis 1 bis 10 von 29
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15.08.2014, 12:07
Depression: Wenn Mama traurig ist
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16.08.2014, 23:49Inaktiver User
AW: Depression: Wenn Mama traurig ist
Ich glaub' s ja kaum.
Die Mutter fällt von einem Tag zum anderen in eine tiefe Depression?
Und dabei weiß sie, dass sie seit der Geburt ihres Kindes mit ihm in einer unerträglichen Symbiose lebt und dass sie einen menschenverachtenden Chef hat, der sie seit eben dieser Geburt drangsaliert.
Und sie zwingt sich selbst sehenden Auges in ein Korsett des schlechten Gewissens und der Unzulänglichkeit.
Das dürfte sich also innerhalb von 8 Jahren entwickelt haben.
Das Kind ist 8 Jahre alt und es geht "nichts zwischen sie und ihn". Das ist kaputt.
Dem Jungen erzählt sie, dass der "böse Chef im Büro" sie krank gemacht hat und der Junge will sie vor ihm beschützen. Nochmal kaputt.
Trotz Depression sollte eine (liebende) Mutter die Kraft haben, ihrem Kind zu versichern, dass der Papa und die beiden Omas in der Lage sind, sie zu beschützen und dass es nicht die Aufgabe eines Kindes ist, die Mutter zu vervollständigen.
Auch sind der Papa, die Omas und vielleicht noch andere willens, das Kind zu beschützen.
Nein, der Kleine muss mit der Mama in die Klinik und dort den Therapeuten machen.
Noch kaputter geht es nicht.
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17.08.2014, 10:18Inaktiver User
AW: Depression: Wenn Mama traurig ist
mir geht es ähnlich beim lesen...warum konnte man das kind nicht aus dem ganzen raushalten,indem man ihm erklärt,dass die mutter krank ist und er aber sich nicht zu große sorgen machen soll und ganz normal sein leben weiterlebt?
stattdessen wird das kind aus seinem eigenen alltag gerissen und muss eine krankheit mit therapieren,mit der er eigentlich nichts zu tun hat?
vielleicht hätte es der mutter auch entlastung bedeutet von ihren eigenen ansprüchen herunter zu kommen und zu sehen,dass auch ein loslassen des kindes nichts schlechtes für das kind ist?
stattdessen wird das kind nun zurück gestossen,weil die mutter es manchmal körperlich nicht erträgt und das muss das kind beim therapeuten aufarbeiten...ein merkwürdiges und unnötiges konzept...wenn da großeltern und ein vater sind ,die sich zwischenzeitlich kümmern würden...
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19.08.2014, 17:22
AW: Depression: Wenn Mama traurig ist
Ich bin diese schreckliche Mutter und mir war klar, das mich die Leserinnen eher nicht loben werden... Ich möchte alkerdings folgendes klarstellen: es handelt sich um einen winzigen Auszug unserer Geschichte, mir ging es gut nachdem die schwere Krankenhauszeit, vorbei war. Was depressionen sind wusste ich nicht, mehr als das was man meint nun sei mal nicht so depri, war diese krankheit nicht. 2. Den chef bekam ich erst 7 monate bevor ich umfiel.3. Wer hilfe in meiner Situation sucht, hat es trotz des deutschen Gesundheitssystems nicht leicht. 4. Wie soll man sich denn vor einem menschen mit dem man zusamnen lebt derartig verstellen? Kinder checken alles! 5. Mein Kind musste nicht mein therapeut sein, ich habe was ging getan um ihn da raus zuhalten, aber wie gesagt kids haben antennen und mir war wichtig das er weiss, das nicht er der grund für meine "launen" ist. Das er weiss ich liebe ihn! 6. Mein Sohn Wird nicht wegen mir therapeutisch betreut sondern aus anderen nicht tragischen aber wichtigen gründen. Aber ich habe darum gebeten, dass man wenn er dort ist, auch auf diesen Bereich achtet. Noch eine Frage zum Schluss: Hättet ihr Euch Monate lang ohne kontakt zu Euern Kindern in eine Klinik begeben können und wollen? Macht das dem Kind keine Angst? Wenn Mama es verlässt? Ich habe mein bestes getan, immer!
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19.08.2014, 22:56Inaktiver User
AW: Depression: Wenn Mama traurig ist
Nein, Du bist keine schreckliche Mutter, Du bist einfach schlecht beraten worden. Und das nicht erst seit dem Ausbruch Deiner Krankheit.
Deinen Sohn so eng an Dich zu binden, nur weil er einen schweren Start ins Leben hatte, ist einfach nicht gut für Dein Kind. Vielleicht war es gut für Dich, um diese Anfangszeit zu verarbeiten oder aus welchen Gründen auch immer.
Aber als Mutter (und als Vater) sollte das Wohl des Kinder immer im Vordergrund stehen und nicht das Wohlbefinden der Mutter (oder Vater). Auch ein krankes oder behindertes Kind hat ein Recht auf eine eigene Kindheit resp. eigenes Leben. Und dazu gehört das Loslassen der Eltern.
Die Eltern sind für das Kind da. Das Kind ist nicht für die Eltern da.
So war das nicht erzählt.(...) es handelt sich um einen winzigen Auszug unserer Geschichte, mir ging es gut nachdem die schwere Krankenhauszeit, vorbei war.
Und für mich ist es auch nicht wirklich interessant (verzeih mir), ob es Dir gut geht, sondern ob es Deinem Kind gut geht.
Du bist ein Stück verantwortlich für Deine Krankheit. Du hast das Nachdenken anderen überlassen, Dich nicht gewehrt und Deinen Sohn für Dich in Anspruch genommen.
Dein Sohn ist völlig ohne eigenes Zutun in diese Situation gekommen. Er konnte noch nicht nachdenken (sich Hilfe holen, sich aussprechen usw.), er konnte sich auch nicht wehren (für sich selbst einstehen gegen den Chef) und er war Dir ausgeliefert, weil klein und hilf-und sprachlos.
Sieben Monate lang Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, dass diese Situation menschenverachtend ist und man sich dagegen nicht nur wehren kann, sondern auch muss.Den chef bekam ich erst 7 monate bevor ich umfiel.
Du kannst Dich jederzeit als Notfall in eine psychiatrische Klinik einweisen lassen.Wer hilfe in meiner Situation sucht, hat es trotz des deutschen Gesundheitssystems nicht leicht.
Du kannst Dich jederzeit durch Bücher oder Internet schlau machen, was gerade mit Dir passiert. Ich kenne keinen Depressiven, dem nicht klar ist, was mit ihm los ist.
Redest Du von Deinem Mann? Der hätte nicht nur Dir, sondern auch seinem Sohn helfen können. Redet Ihr miteinander? Kinder checken nicht alles, aber vieles was sie nicht einordnen können.Wie soll man sich denn vor einem menschen mit dem man zusamnen lebt derartig verstellen? Kinder checken alles!
Das muss man dann für sie richtig ordnen.
Du erzählst ihm, dass der böse Chef für Deine Launen verantwortlich ist und er will Dich beschützen. Er wird in eine Rolle gedrängt, die er nicht ausfüllen kann. Das macht ihn erst recht hilflos.und mir war wichtig das er weiss, das nicht er der grund für meine "launen" ist. Das er weiss ich liebe ihn!
Weshalb musst Du ihm Deine Liebe versichern? Das ist eigentlich klar für ihn. Dadurch rufst Du erst recht Unsicherheit hervor. Du beschädigst das Urvertrauen.
So wurde das nicht geschildert.Mein Sohn Wird nicht wegen mir therapeutisch betreut sondern aus anderen nicht tragischen aber wichtigen gründen. Aber ich habe darum gebeten, dass man wenn er dort ist, auch auf diesen Bereich achtet.
Eine klare Antwort von mir: Ja, ich wäre allein in die Klinik gegangen.Noch eine Frage zum Schluss: Hättet ihr Euch Monate lang ohne kontakt zu Euern Kindern in eine Klinik begeben können und wollen? Macht das dem Kind keine Angst? Wenn Mama es verlässt?
Und was heißt ohne Kontakt? Gibt es kein Telefon? Was ist mit den Wochenenden? Du bist doch mit Sicherheit schon vorher Wochenenden zu Hause gewesen, um den Alltag zu proben?
Ich schrieb schon oben, Du bist für Dein Kind da und nicht umgekehrt, Dein Kind ist nicht für Dich da.
Stelle Dir mal vor Du hättest eine ansteckende Krankheit (Ebola!!!). Würdest Du Dein Kind dann auch bei Dir haben wollen? Nur weil es dem Kind vielleicht Angst macht, ohne Mama zu sein?
Es ist doch nur Deine Angst, dass Du nicht mehr die wichtigste Person in seinem Leben bist. Dabei hat er seinen Vater und zwei Omas.
Du nimmst in Kauf, dass Dein Sohn an Deiner Persönlichkeit zweifelt und vielleicht auch erkrankt, nur weil er denken könnte, Du verlässt ihn. Das denkt er nicht, sein Vater wird es ihm erklären und für ihn da sein.
Du zweifelst an der Liebe Deines Sohnes. Wofür brauchst Du ihn eigentlich?
Nein.Ich habe mein bestes getan, immer!Geändert von Inaktiver User (19.08.2014 um 23:04 Uhr)
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19.08.2014, 23:48
AW: Depression: Wenn Mama traurig ist
Würde ich im Gegensatz zur Vorrednerin bestätigen. Für psychische Leiden angemessene Behandlung zu finden kann sehr schwierig sein.Wer hilfe in meiner Situation sucht, hat es trotz des deutschen Gesundheitssystems nicht leicht.
Davon gehe ich aus. Du wirst sicher nicht überlegt haben, wie Du Deinem Kind wohl am besten schaden kannst. Immer jeweils das Richtige zu tun, vor allem wenn man selbst angeschlagen ist, ist unmöglich.Ich habe mein bestes getan, immer!
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20.08.2014, 06:56
AW: Depression: Wenn Mama traurig ist
Ich denke DU weisst nicht was depressionen wirklich bedeuten. Genauso wenig wie ich es wusste. Und bis zu diesem Tag an dem ich umfiel war ich der Ansicht, dass ich mit der Situation im Job umgehen kann. Ich brauche übrigens den Job zum Leben und nicht als Selbstbestätigung. Ich hatte mir über Jahre hinweg etwas sehr gutes im Unternehmen aufgebaut, das schmeisst keiner in der heutigen Zeit einfach hin! Zumindest ich konnte mir das nicht leisten! Ehrlichgesagt denke ich, das Du kein Recht hast über mich so zu urteilen! Und dieses Nähe nicht ertragen, das kam mit meinem Zusammenbruch. Vorher war alles anders! Und trotz meiner krankeit habe ich für mein kind und meine familie gekaempft. Ich brauche keine vorwuerfe, ich haette hilfe aus dem umfeld brauchen koennen, aber "freunde", nachbarn haben sich versteckt. Mein mann hat versucht zu helfen, aber das ist eine sehr schwere Aufgabe.
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20.08.2014, 06:59
AW: Depression: Wenn Mama traurig ist
@sig danke. Genau das ist es. Man ist wie gelämt, aber muss um Hilfe und Behandlung kämpfen...
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20.08.2014, 09:00Inaktiver User
AW: Depression: Wenn Mama traurig ist
@ Sophie2,
bitte rechtfertige Dich nicht !! Du hast getan,was Du konntest !
niemand sollte über einen anderen urteilen, wenn er nicht eine Meile in dessen Schuhen gelaufen ist!
mein Tipp für DIch:
hier weder lesen noch schreiben! Das hilft Dir nicht!! Ganz im Gegenteil....
suche Dir UNterstützung im real life und finde Deinen ganz persönlichen Weg!
Du schaffst das! Alles Gute!
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20.08.2014, 09:05Inaktiver User
AW: Depression: Wenn Mama traurig ist
Tipp für Betroffene:
"Wenn Mama nicht mehr funktioniert" von Cristina Trentini
Ratgeber für Jugendliche (und ältere KInder), die mit der Depression eines ELternteils konfrontiert sind


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