Unter sozialen Zwängen leiden meist die Menschen, die nicht der Norm entsprechen oder der Norm entsprechend leben wollen.Ich meinte damit, daß Leben mit sozialen Zwängen nicht nur Nachteile und eines ohne diese nicht nur nur Vorteile hat. (Vorrausgesetzt es handelt sich nicht um starke und explizite Zwänge).
Das kann sich an der Kinderfrage manifestieren, oder auch an ganz anderen Dingen.
"Man tut dies und jenes nicht" oder "man tut gerade dies oder jenes" um zu einer Gemeinschaft dazu zu gehören.
Ich persönlich würde in meinem ursprünglichen Kleinstadtumfeld mit meinem Lebensentwurf (der nicht besonders exotisch ist) ziemliche Schwierigkeiten bekommen schon weil mein Partner 12cm kleiner ist als ich, weil ich (noch) nicht heiraten will, weil ich keine Kinder plane.
Vorteile brächte mir die soziale Gemeinschaft in meiner jetzigen Lebensphase überhaupt nicht.
Verständnis, Anerkennung und Respekt für meinen Lebensentwurf hingegen erhalte ich von der Gemeinschaft, die ich mir aktiv innerhalb meines sozialen Umfeldes erarbeitet habe.
Antworten
Ergebnis 161 bis 170 von 170
-
13.10.2008, 14:28Inaktiver User
AW: Kinderwunsch: Ein Kind oder keins?
-
15.10.2008, 02:51
AW: Kinderwunsch: Ein Kind oder keins?
ich koennte locker auf viele soziale beziehungen verzichten, aber auf meine privatsphaere nicht. staendig irgendwelche menschen um mich zu haben, waere fuer mich eine qual.
-
15.10.2008, 07:09Inaktiver User
AW: Kinderwunsch: Ein Kind oder keins?
Das geht mir auch so.
Zitat von Sonderzeicen

..........und diese spezielle Form der Privatsphare (nicht nur physisch, sondern auch emotional) hat man mit einem Kind nie wieder.
Auf der anderen Seite ist das durchaus ein legitimer Grund, Kinder zu wollen - es sind einfach (auch) Anker für´s Leben.
-
15.10.2008, 14:07Inaktiver User
AW: Kinderwunsch: Ein Kind oder keins?
So siehts aus. Und in einem dörflich/kleinststädischen Umfeld, in dem jeder jeden kennt, erleben genau diese Menschen soziale Zwänge oft als eine regelrechte Hölle.
Zitat von Inaktiver User
Solange man sich den Normen entsprechend erwartungskonform verhält, so wie "man" das tut, dann gehört man dazu und kann auf Unterstützung und Gemeinschaft hoffen. Weicht man von den Normen ab, lässt einen das die Gemeinschaft deutlich spüren und man ist ruckzuck der stigmatisierte Außenseiter.
Und das fängt schon damit an, dass ein Riesenaufriss davon gemacht wird, wenn man einfach mal keine Lust auf den nerbigen Plausch mit der Nachbarin im Supermarkt hat oder die Frau von nebenan (angebblich) nicht freundlich genug gegrüßt hat. Oder auch dann, wenn man als einzige evangelische Familie in einem tiefkatholischen Kaff lebt.
Für mich wäre so eine Leben genau das, was ich mir unter dem ewigen Fegefeuer vorstelle.
Gruß, Spellbound
-
15.10.2008, 19:39
AW: Kinderwunsch: Ein Kind oder keins?
ja, man muss schon ein sehr anpassungsfreudiger mensch sein, um das schoen zu finden. solche leute gibt's auch.
-
07.12.2008, 19:58
AW: Kinderwunsch: Ein Kind oder keins?
Ich möchte in jedem Fall Kinder haben. Und WENN, dann möchte ich auch wirklich zwei Kinder haben. Ich finde es toll, dass ich GEschwister habe und ich finde es auch für Kinder toll, dass sie immer jemanden zum Spielen haben.
Leider habe ich noch nicht den richtigen Mann gefunden *lol*..aber das wird bestimmt schon.
Ich glaube auch im Alter ist es schön, wenn man Kinder hat und nicht allein ist.
Ich bin kein Karrieretyp, würde aber auch arbeiten gehen, wenn mein Partner zu Hause bleiben wollte.
-
14.04.2009, 14:10
AW: Kinderwunsch: Ein Kind oder keins?
Als Kind (geb. 1966) habe ich immer gedacht, ich wuerde mal Kinder haben, wir waren zu viert zu Hause, und Familie war gut fuer mich. Auch als Teenager war mir eigentlich "klar", dass ich Kinder haben wuerde und wollte.
Ich hatte dann einen Partner 6 Jahre lang, der sich aber nicht reif genug fuer Kinder fuehlte (war aber nicht der Grund, warum wir uns letztendlich getrennt haben), ansonsten nur kurze "Affairen".
Mein Vater hat mich mal vor 15 Jahren (oder so) gefragt, ob ich eigentlich Kinder und Familie wolle. Aber nicht "besserwisserisch", sondern ich glaube, er wollte es ehrlich wissen. Meine Mutter hat mich mal gefragt, warum ich eigentlich mit diesem Freund zusammen waere, wenn wir doch keine Kinder und doch nicht heiraten wollten. Vermutlich hielt sie es fuer eine Verschwendung meiner "Bio-Zeit" und hatte Angst, dass es fuer mich mal zu spaet wuerde und ich dann todtraurig waere.
Vor ein paar Jahren habe ich dann geheiratet. Mein Mann hatte schon Kinder aus einer ersten Ehe und wollte eigentlich lieber keine Kinder mehr - haette ich allerdings sehr gerne gewollt und gute Argumente gehabt, haette er mitgezogen.
Nur, ich musste mir erst mal "ein neues Leben aufbauen" : fremdes Land, fremde Sprache, kein Job - kein guter Grund, erst mal ein Baby zu bekommen (obwohl - dann haette ich wahrscheinlich erst mal Zeit gehabt, die Sprache zu lernen
) - waere mir wie eine "Beschaeftigungstherapie" vorgekommen : dafuer sind Kinder aber nicht gedacht !
Als sich meine berufliche "Laufbahn" (keine Karriere !) zu stabilisieren begann, wurde mein Mann schwer krank - auch nicht gerade ein guenstiger Zeitpunkt fuer Kinder, wir wussten ja nicht, wie die Krankheit weiterverlaufen wuerde. Wurde besser, aber ist wieder zurueck gekommen.
Also habe ich jetzt keine Kinder (bin aber schon Grossmutter
), und werde auch wohl keine mehr haben - schade einerseits, ich habe bestimmt schoene Erfahrungen verpasst ! Andererseits vermutlich besser fuer die Kinder, und auch fuer mich. Da bin ich jetzt gern auch egoistisch : ich weiss nicht, wie weit meine eigene Energie und Geduld eigentlich gehen wuerde, und jetzt sowieso (wo ich keine 30 mehr bin
), hab' mir von Muettern, die im Alter von 38 zum ersten Mal Mutter geworden sind, sagen lassen, dass die Energie ziemlich schnell nachlaesst und es mit den kleinen Kindern schon echt sehr anstrengend sei. Also geniesse ich das Leben, das ich jetzt habe ! Und erfreue mich an meinen zahlreichen Nichten und Neffen in verschiedensten Altersgruppen. 
Klar, spaeter habe ich keine Kinder, die mich im Altersheim besuchen, aber manche haben Kinder, die ihre Eltern dann doch auch nicht besuchen....
Eure Lotte
-
15.04.2009, 09:08Inaktiver User
AW: Kinderwunsch: Ein Kind oder keins?
Ja,das mit dem Fegefeuer sehe ich auch so.
Ich bin so ähnlich aufgewachsen - in den 1980ern, tiefkatholischer kleiner Ort, zugezogen aus der Stadt, wir sprachen also absolutes Hochdeutsch (dort: wildester Dialekt), meine Mutter war geschieden, beruflich ambitioniert, erfolgreich und finanziell relativ gutgestellt.
Katholisch waren wir, das ist das Einzige, was uns vermutlich zugute gehalten wurde
Aber ansonsten ideal für eine Außenseiterposition.
Ich bin ausgesprochen froh, dass ich mittlerweile in der Stadt lebe und keine zehn Pferde könnten mich - außer zu Kurzbesuchen- jemals wieder aus Land zurückbringen.
Zum eigentlichen Thema: nein, ich will keine Kinder. Auch wenn es zu meiner beruflichen Planung passen würde (ich werde auf selbständiger Basis arbeiten und das zu einem Gutteil zu Hause)
Wie oben schon erwähnt wurde, ich brauche meine Privatsphäre. Und wenn ich das Bedürfnis nach Kindern habe, lade ich für einen Nachmittag die Nachbarskinder oder meinen Großcousin ein. Das reicht dann wieder völlig für ein paar Wochen.
LG,
Lakritze
-
15.04.2009, 21:01
AW: Kinderwunsch: Ein Kind oder keins?
Es ist absolut okay zu sagen, ich will keine Kinder! Jeder hat das Recht sein Leben so zu gestalten, dass er damit glücklich sein kann! Kein Kind wird glücklich werden, wenn es sich nicht geliebt und geborgen fühlen kann und dazu muss man bereit sein, sein bisheriges Leben komplett umzukrempeln! Ich für meinen Teil würde es sehr vermissen keine Kinder zu haben und ich würde meine Kleine mit nichts auf der Welt eintauschen! Als engagierte Mutter finde ich es aber auch nett, wenn ich mal einen Nachmittag für mich habe, und da sind dann, neben den Großeltern, auch Freundinnen sehr willkommen, die sich gerne mal ein Kind "ausborgen"!
-
12.06.2009, 15:29
AW: Kinderwunsch: Ein Kind oder keins?
Ich frage mich, ob diese Diskussionen pro/contra Kinder irgendwann einmal ein Ende nehmen. Sie sind überflüssig wie ein Kropf .
Ich persönlich bin 38 Jahre und habe noch keine Kinder. Ich hatte nie große Sehnsucht danach. Hätten sich die passenden Umstände ergeben, hätte ich vielleicht welche bekommen - aber sicher nicht von irgend einem Mann, hauptsache ich habe ein Kind.
Genau derartige Diskussionen wie diese haben mich allerdings vor zwei Jahren doch verunsichert. Angeblich bereuen ja alle Frauen mit Mitte 40 ihre Kinderlosigkeit.
Also habe ich Bücher zum Thema gelesen, mit Freundinnen allen Alters gesprochen usw. Wisst Ihr, was das geholfen hat? Nichts. Denn die Entscheidung muss jeder für sich selbst verantworten. Was soll ich also mit den Erfahrungen und Meinungen anderer anfangen?
Ich freue mich über die Kinder meiner Freundinnen, über meine Nichten, und mag fremde Kinder. Ich zahle auch gerne als Single mehr Steuern und engagiere mich sozial für andere Kinder.Aber in mein Leben passen sie einfach nicht.
Also, können wir diese Diskussionen nicht einfach mal lassen und jedem das Leben leben lassen, mit dem er klar kommt?


Zitieren

