Liebe Userinnen,
nach der großen Resonanz auf den BRIGITTE-Artikel zum Thema Alleinerziehende in Form von Leserbriefen, Kommentaren und Forenbeiträgen hat BRIGITTE Kontakt mit der Familienministerin aufgenommen und sie gebeten, darauf zu reagieren.
Was wünschen Sie sich als alleinerziehende Mütter von der Politik? Sie können Ihre Fragen an die Ministerin bis zum 3. März hier im Strang stellen.
Wir werden einige Beiträge davon auswählen und Frau von der Leyen vorlegen. Bis Mitte März wird die CDU-Politikerin dann ihre Antworten in das Forum stellen.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Ursula von der Leyen aus zeitlichen Gründen nicht alle Fragen beantworten und auch nicht mit Ihnen diskutieren kann.
Freundliche Grüße
das BRIGITTE.de-Team
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Ergebnis 1 bis 10 von 135
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25.02.2008, 17:00
Alleinerziehende: Stellen Sie Ihre Fragen an Ursula von der Leyen!
Geändert von BRIGITTE Community-Team (25.02.2008 um 17:34 Uhr) Grund: Link eingefügt
Das BRIGITTE Community-Team ist Ihr Ansprechpartner bei Fragen, Wünschen oder Problemen rund um die Community. Schreiben Sie uns gerne eine PN oder eine E-Mail.
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25.02.2008, 19:44
AW: Alleinerziehende: Stellen Sie Ihre Fragen an Ursula von der Leyen!
hier meine fragen:
- die diskussion um das ehegattensplitting existiert schon seit 20 jahren. gibt es ernsthaft irgendwelche sachlichen gründe gegen die abschaffung des ehegattensplittungs und die einführung eines kindersplittings? wie könnten alleinerziehende den paradigmenwechsel von der eheförderung zur familienförderung unterstützen?
- können alleinerziehende den paarfamilien in der steuerklasse gleich gestellt werden, und wenn nicht, warum nicht?
- die kostenfreie sozialversicherung von nichterwerbstätigen hausfrauen als familienfördermaßnahme - könnte man alleinerziehenden einen ähnlichen entlastungsbonus im hinblick auf die sozialversicherung anbieten, um sie für arbeitgeber attraktiver zu machen, oder würde das zu unerwünschten wechselwirkungen mit anderen faktoren des versicherungssystems/arbeitsmarktes führen?
- warum wird im trennungsfall das kindergeld nicht zu 100% an die person ausgezahlt, bei der das kind mit hauptwohnsitz gemeldet ist, sondern zu 50% an den unterhaltspflichtigen? kann das geändert werden?
- ich habe noch viele, viele andere fragen, für die meine zeit nicht reicht. daher möchte ich mein posting abschliessen mit einem dank an das ministerium für die spürbare bemühung um einen ausbau der kinderbetreuung. meines erachtens könnte das thema kinderbetreuung noch sehr viel stärker mit den themen (schul)bildung und wissensgesellschaft verknüpft werden, um investitionsmittel in diesen bereich zu locken. immerhin - der anfang ist gemacht.Geändert von Coco-Lores (26.02.2008 um 11:33 Uhr)
Der Charakter eines Menschen läßt sich daran erkennen, wie er mit Leuten umgeht, die nichts für ihn tun können. by courtesy of ravina
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26.02.2008, 09:58Inaktiver User
AW: Alleinerziehende: Stellen Sie Ihre Fragen an Ursula von der Leyen!
Wenn alle Kinder betreut sind, wohin geht Frau dann arbeiten?
Ernsthaft kann doch kein Politiker daran interessiert sein, dass wir auch noch auf den Arbeitsmarkt drängen.
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26.02.2008, 11:21
AW: Alleinerziehende: Stellen Sie Ihre Fragen an Ursula von der Leyen!
Sehr geehrte Frau von der Leyen,
1) Warum erhalten Alleinerziehende nicht Steuerklasse 3. Ich
persönlich sehe keinen Unterschied zwischen uns
Alleinerziehenden mit einem Einkommen oder einem
"Familienvater", wo die Frau zu Hause ist?
2) Warum sind Kindergärtenplätze nicht grundsätzlich kostenlos?
3) Ändern Sie die Kita-Öffnungszeiten. Es gibt nur ganz wenige
Kita's die bis 17.00 Uhr geöffnet haben. Das sind Zeiten, die
sich wahrscheinlich noch auf die alten Ladenschlußzeiten um
18.00 stützen.
4) Warum werden wir Alleinerziehende immer bemitleidet?
Halten Sie uns bitte den Rücken frei. Wir wollen nicht bedauert
werden, sondern wollen die gleichen Rechte wie eine im Volks-
mund genannte "normale" Familie, da wir auch eine Familie
sind. Warum ist Deutschland in diesem Punkt so unglaublich
rückständig?
5) Wichtig ist mir noch zu bemerken, dass Kinder ab der Geburt
besser/stärker durch den Kinderarzt, Hebamme, etc betreut werden
(ähnlich wie in Finnland), so dass diese schreckliche
Grausamkeit den Kindern gegenüber in unserer Gesellschaft
beendet wird.
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26.02.2008, 11:29
AW: Alleinerziehende: Stellen Sie Ihre Fragen an Ursula von der Leyen!
Ich wünsche mir auch Antworten auf die Fragen:
- Abschaffung des Ehegattensplittings? Wann? Wie?
- Verbesserung der technischen Ausbildung in Kindergarten und
Grundschulen. In Kindergärten wird vorwiegend Wert auf
Singen, Tanzen, etc. gelegt und ganz wenig technische
Grundlagen (Werken, einfaches Erklären physikaler
Phänomene, etc.)
- Reduzierung der Bürokratie bei der Beschäftigung von Haushalts-
hilfen. Nicht ohne Grund ist ein grosser Teil schwarz beschäftigt.Tapferkeit stärkt, Eigensinn macht Spaß und Geduld gibt Ruhe
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26.02.2008, 11:55
AW: Alleinerziehende: Stellen Sie Ihre Fragen an Ursula von der Leyen!
wäre auch meine Frage gewesen.
Zitat von Simoneac
"Es fehlt das F... Aber es ist ein so schönes Klavier, und es hat einen so schönen Klang, daher verstehe ich, dass sein Besitzer darauf gespielt hat, obwohl ein Ton fehlte. Vielleicht hat er sich ja selbst so gefühlt. Als fehlte ihm etwas zum vollständigen Klang. Wir alle tragen in unserer Seele einen Ton, der zu klingen aufgehört hat... oder den wir im Laufe unseres Lebens verloren haben.
Meinen Sie nicht auch?"
~~~Aus Länger als ein Leben~~~
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26.02.2008, 12:01Inaktiver User
AW: Alleinerziehende: Stellen Sie Ihre Fragen an Ursula von der Leyen!
Ich bin zwar nicht die, die hier gefragt ist, aber soweit ich weiß hat bei I und IV jeder seinen Steuerfreibetrag als Erwachsener und bei III nutzt ein Erwachsener die Freibeträge von zwei Personen. Das geht kaum umzumodeln, ohne das gesamte Steuersystem auf den Kopf zu stellen, denn Alleinerziehenden fehlt steuertechnisch einfach ein zweiter nicht erwerbstätiger Erwachsener, der seinen Freibetrag abtritt.
Zitat von Simoneac
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26.02.2008, 12:08
AW: Alleinerziehende: Stellen Sie Ihre Fragen an Ursula von der Leyen!
Aber es kann doch nicht sein, dass man vom Wechsel der St.Klasse 3 in 2 viel weniger Geld für die Familie hat, obwohl man immer noch eine Familie ist und unverändert die Kinder ernähren muss.
Zitat von Inaktiver User
In meinem persönlichem Fall hat das knapp € 500 weniger ausgemacht.
(Und Kindesunterhalt habe ich nie bekommen, werde ich auch nie bekommen.)"Es fehlt das F... Aber es ist ein so schönes Klavier, und es hat einen so schönen Klang, daher verstehe ich, dass sein Besitzer darauf gespielt hat, obwohl ein Ton fehlte. Vielleicht hat er sich ja selbst so gefühlt. Als fehlte ihm etwas zum vollständigen Klang. Wir alle tragen in unserer Seele einen Ton, der zu klingen aufgehört hat... oder den wir im Laufe unseres Lebens verloren haben.
Meinen Sie nicht auch?"
~~~Aus Länger als ein Leben~~~
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26.02.2008, 12:15Inaktiver User
AW: Alleinerziehende: Stellen Sie Ihre Fragen an Ursula von der Leyen!
Sehr geehrte Frau von der Leyen,
so sinnvoll ich den Ausbau der Kinderbetreuung finde - mir greift das alles zu kurz. Als seit zehn Jahren alleinerziehende, berufstätige Mutter von drei Kindern (11,13,16) weiß ich, dass die Probleme doch erst anfangen, wenn die Kinder größer sind. Ich arbeite halbtags, und ich gebe ganz ehrlich zu: mehr würde ich auch nicht schaffen. Mit drei pubertierenden Kindern muss man sich eben auch anders auseinandersetzen als mit einem Kleinkind, das kostet Kraft und es kostet Zeit.
Es stört mich einfach sehr, wenn suggeriert wird, man könne ja jetzt sorglos Kinder in die Welt setzen, nur weil die Betreuung in den ersten Jahren besser gewährleistet ist.
Von uns wird Flexibiliät ohne Ende gefordert - warum nicht auch von der Wirtschaft? Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie kann für mich nicht dadurch hergestellt werden, dass man ganztägige Betreuung anbietet und die Eltern auf eine Vollzeittätigkeit verweist. Das Angebot an familiengerechten Jobs mit Arbeitszeiten unter 40 Stunden ist einfach beschämend gering, je qualifizierter man als Frau ist, desto weniger findet man eine entsprechende Stelle. Da müsste für mich dringend angesetzt werden.
Und auch an der steuerlichen Belastung. Wieso ich mehrere tausend Euro im Jahr an Lohnsteuer abführe, versteh ich nicht, mit mir macht der Staat ein gutes Geschäft. Nicht nur, dass ich ihm Sozialhilfe spare und über den Konsum viel Geld in den Wirtschaftskreislauf bringe, nein, dazu noch zahl ich ganz nette Steuersummen. Von gerechter Entlastung spür ich nichts, wenn ich mir allein anschaue, was mich der Schulbesuch von drei Kindern kostet, ohne dass ich das in irgendeiner Form geltend machen kann. Das sind wirklich nicht unerhebliche Summen die ich für die Schulbildung meiner Kinder aufbringen muss, von kostenlosem Schulbesuch kann man da fairerweise nicht sprechen.
Dennoch bin ich froh, dass Sie doch so viel bewegen konnten, und möchte Ihnen ausdrücklich ein Lob aussprechen für Ihre Hartnäckigkeit und Ihren Mut, sich gegen die konservativen Mehrheiten zu stellen.
Danke!Geändert von Inaktiver User (26.02.2008 um 13:30 Uhr)
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26.02.2008, 12:16Inaktiver User
AW: Alleinerziehende: Stellen Sie Ihre Fragen an Ursula von der Leyen!
So lange das Steuersystem sich an dem bisherigen Familienbild orientiert und die Besteuerung, die es seit dem Ende der Weimarer Republik gibt, nutzt, muss es sogar so sein, denn wie gesagt:
Zitat von Tigress
je Erwachsenem ein Steuerfreibetrag, der auf einen übertragbar ist
ist es nur ein Erwachsener, kann nichts übertragen werden.
es ist kein Familiensplitting in greifbarer Nähe und so wird es wohl bis auf den Brosamen der Steuerklasse II so bleiben.
Was soll eine Familienministerin da sagen? Da wäre doch wohl der Finanzminister gefragt und Herr Steinbrück ist da wie alle seine Vorgänger wohl nicht allzu aufgeschlossen.
Gruss
vita


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