Liebe Userinnen,
in der aktuellen BRIGITTE (Heft 22, ab 10. Oktober am Kiosk) stellen wir Ihnen vier Töchter vor, deren Eltern Pflege brauchen. Eine der Geschichten können Sie hier nachlesen - und sich hier im Forum darüber austauschen, wie Sie die Pflege Ihrer Eltern meistern.
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05.10.2007, 13:13
Dossier: Wie meistern Sie die Pflege Ihrer Eltern
Das BRIGITTE Community-Team ist Ihr Ansprechpartner bei Fragen, Wünschen oder Problemen rund um die Community. Schreiben Sie uns gerne eine PN oder eine E-Mail.
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18.10.2007, 12:53
AW: Dossier: Wie meistern Sie die Pflege Ihrer Eltern
Das Pflegenetz Heilbronn e.V. (größtes real existierendes Pflegenetz: [...] )
will zur Wahl des Pflegeheims eine konkrete Antwort geben:
„Sterne für gute Pflege“
- Verbraucherschutz durch verständliche Transparenz -
Durch unser Pilotprojekt:
Bewertungssystem für stationäre und ambulante Altenhilfe zur allgemeinverständliche Transparenz sowie zur positiven Differenzierung von Pflegedienstleistungen für die Öffentlichkeit.
Die Wahl der Einrichtung in der stationären und ambulanten Altenhilfe für den letzten Lebensabschnitt des älteren Menschen bereitet angesichts der großen Auswahl mitunter auch große Probleme. Die Unsicherheit darüber, worauf geachtet werden sollte, der Stress, der mit der Auswahl verbunden ist und andere Faktoren machen die Wahl nicht immer zu einer rationalen Entscheidung, sondern eher zu einem Glücks- oder Fehlgriff.
Ein vertrauenswürdiges Bewertungssystem (wie z.B. die Hoteleinstufung) bietet sich zur Orientierung an. Während ein Hotel sich aber auf Unterkunft und Verpflegung beschränkt, sind bei Pflegeeinrichtungen alle Aspekte des alltäglichen Lebens zu berücksichtigen.
Dieser Vielschichtigkeit muss Rechnung getragen und ein umfassendes Bewertungssystem entwickelt werden, das einerseits bereits vorhandenen Bewertungen einbezieht und andererseits die noch fehlenden Aspekte erhebt. Das Gesamtergebnis muss für den Interessenten an der Pflegeeinrichtung leicht verständlich und zuverlässig sein.
Deshalb schlagen wir ein Sternesystem (1 bis 5 Sterne) vor. Sterne weisen den Weg, sind Qualitätszeichen und Gütesiegel – Symbole, auch ohne Worte verständlich.
Das System muss fachlich kompetent, objektiv, nachvollziehbar und rückverfolgbar sein. Dies ist Voraussetzung, dass es von den potenziellen Nutzern, den Kostenträgern und den Einrichtungen anerkannt wird. Welche und wie viele der nachfolgenden Aspekte tatsächlich miteinbezogen werden, ist mit den Verantwortlichen zu diskutieren und zu entscheiden.
Folgende Erhebungen sollten in das Prüfungssystem einbezogen werden:
· Heimaufsicht
· Medizinischer Dienst der KVs (MDK)
· Alltagsqualität der Einrichtung
· Selbsteinschätzung der Einrichtungen
· Qualifikation des Personals
· Infrastruktur der Einrichtung
· Zertifizierungen der Einrichtungen
· Einschätzungen der Alltagsexperten
· Mitarbeitereinschätzung, Bewohnereinschätzung
· Beurteilung von Pflegesituationen
Für die praktische Erprobung einer positiven Differenzierung von Qualität in der Altenhilfe stellt das Pflegenetz Heilbronn e.V. zwölf Einrichtungen - stationär, teilstationär und ambulant - unterschiedlicher Träger zur Verfügung. Das Projekt ist in neun Monaten in der Theorie entstanden, wurde am 8.10. erstmals in der Region Heilbronn der Öffentlichkeit präsentiert und wird jetzt am 22.10.2007 in den praktischen Test geführt.
Die Sternvergabe wird als Verbraucherschutz gesehen. Um einen guten Schutz zu garantieren, sollte das Bewertungssystem in das vorhandene Prüfschema anderer Institutionen wie Heimaufsichtsbehörde oder MDK eingefügt und mit diesen abgestimmt werden. Somit ergibt sich, dass eine jährliche Überprüfung anzustreben ist.
Unter aktiver Beteiligung der erfahrenen Mitarbeiter aus den unterschiedlichen Einrichtungen des Pflegenetz Heilbronn e.V. wurden die Kriterien kompetent, konstruktiv und praxisnah gemeinsam unter der externen (wissenschaftlichen) Begleitung von Dr. Claus Offermann sowie Claus Fussek erarbeitet. Ebenso sind die im Pflegenetz tätigen Ehrenamtlichen und die beiden Berufsfachschulen für Altenpflege mit eingebunden.
Fazit: Der Bedarf nach einem transparenten System ist offensichtlich, die Wahl der angemessenen Pflegeeinrichtung darf nicht dem Zufall überlassen bleiben. Den Betroffenen muss eine zuverlässige Orientierung über das Leben im letzten Lebensabschnitt zur Verfügung gestellt werden.
Das Pflegenetz Heilbronn nimmt diese Herausforderung an!
Es wäre toll, wenn Sie uns zu unserem Projekt Ihre Meinung sagen, weil nur eine breite Unterstützung der Öffentlichkeit und konstruktive Kritik bringen uns weiter!
Das „Pflegenetz Heilbronn e.V.“ ist als eingetragener gemeinnütziger Verein inzwischen fester Bestandteil der Gesundheitslandschaft des Stadt- und Landkreises Heilbronn. Mehr als 40 Einrichtungen und Dienstleistungserbringer in der Pflege – 10 ambulante Dienste, 20 stationäre Einrichtungen, 5 Krankenhäuser, 2 Hospize, 2 Schulen usw. – stellen derzeit das größte real existierende Pflegenetz in Deutschland dar, das sich selbst sowie durch Spenden finanziert und mit seiner eigenen Zeitung die Bürger in der Region Heilbronn rund um das Thema Pflege informiert. Von Aufmachung und Qualität des Inhaltes der bisherigen acht Ausgaben können Sie sich über unsere Internetseite [...] gerne überzeugen.
Laut Satzung ist das Pflegenetzwerk angetreten, die Schnittstellen im Gesundheitswesen praxisbezogen zu optimieren und die medizinische Versorgung und pflegerische Betreuung zum Wohle des Bürgers und Patienten (auf Augenhöhe) in Einklang zu bringen. Schließlich ist es die Pflege, die als einziges durchgängiges Bindeglied im gesamten Gesundheitsprozess nicht nur dessen Schwächen und Mängel erkennt, sondern diese zusammen mit den Betroffenen auch „aushalten“ muss – ohne eigene Lobby und Unterstützung.
Pflegenetz Heilbronn e.V.
Gemeinnützig und mildtätig gemäß §§ 51 ff. AO und § 5 Abs.1 Nr.9 KStG Vereinsregister Heilbronn Nr. 3058
...
Wir sind dankbar für jede Form der Unterstützung.Geändert von BRIGITTE Community-Team (31.10.2007 um 16:06 Uhr) Grund: E-Mail-Adresse, Adresse und mehrfach angegebene URL entfernt
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31.10.2007, 11:32
AW: Dossier: Wie meistern Sie die Pflege Ihrer Eltern
Es muss bundesweit allgemeingültige Regeln geben, um die Qualität einer stationären Altenpfegeeinrichtung zu erfassen und darzustellen. Dies sieht nun endlich die Reform des Qualitätssicherungsgesetz für 2008 vor. Ich halte nichts davon, ein Bewertungssystem nach Sternen einzuführen. Denn müssten dann nicht auch andere Einrichtungen oder Dienstleistungsunternehmen ebenso nach Sternen begutachtet und bewertet werden ? - wie zum Beispiel Kindergärten, Schulen, öffentliche Verkehrsmittel - wie fiele derzeit eine Berwertung der Bahn aus (STREIK)?! Eine Altenpflegeeinrichtung muss nach gesetzlichen Anforderungen arbeiten - und dennoch: ein Altenpflegeheim ist so gut wie seine Mitarbeiter. Und ist das in Sternen wieder zu erkennen?
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01.11.2007, 12:47Inaktiver User
AW: Dossier: Wie meistern Sie die Pflege Ihrer Eltern
Wenn ich ganz ehrlich bin: Da stecke ich im Moment noch den Kopf in den Sand.
Mein Vater und mein Schwiegervater sind in diesem Jahr gestorben.
Wären sie es nicht, wären sie jetzt Pflegefälle.
Ganz klar ist für mich, dass ich es nicht über mich bringen würde, jemanden zu Hause zu pflegen ( mein Mann und meine Kinder ausgenommen).Ich habe selber in der Pflege gearbeitet und weiß für mich, dass ich das nicht will.
Eine Nachbarin hat für ihre demenzkranke Mutter eine Polin, die mit der Mutter in ihrem (eigenen Haus) wohnt. Die Frau ist richtig aufgeblüht.
Das würde für mich für meine Mutter auch in Frage kommen, wenn es denn mal so ist, dass sie sich selber nicht mehr versorgen kann.
Unverschämt finde ich die hohen monatlichen Kosten, die man für ein Pflegeheim bezahlt, die in keiner Relation zu der Leistung stehen.
Trocken, satt, sauber -und oft ist nicht mal das da.
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01.11.2007, 13:02
AW: Dossier: Wie meistern Sie die Pflege Ihrer Eltern
Wir haben es geschafft, meine Schwiegermutter bis zu ihrem Tod zu Hause zu betreuen.
Aaaber... das war eine kurze, überschaubare Zeit, und das wussten wir. Die Ärzte hatten uns einen Zeitrahmen von 3 - 6 Monaten gesagt, im Endeffekt waren es dann nur 3 Monate.
So lange konnten wir das schaffen, und wir hatten einen hervorragenden Pflegedienst. Die Frauen von der Caritas haben uns unterstützt, uns bestärkt und auch mal getröstet.
Wenn mal etwas passierte, mit dem wir allein nicht fertigwurden - und das kam öfters vor - dann kamen sie auch ausserhalb ihres Planes.
Ich fand diese Zeit hart, aber auch intensiv und auch eine Art schön. Ich habe z.B. meine Schwägerin völlig anders erlebt. Nie hätte ich gedacht, dass sie sich so engagieren würde, und ich musste erkennen, wie viele Vorurteile ich doch hatte. Merke: auch jemand, der sich einerseits die Brüste vergrößern lässt, kann doch andererseits sehr liebevoll und engagiert in der Pflege sein.
Auch, wie unsere Kinder mitzogen, hat mich beeindruckt. Da hat auch mal der 16-jährige Enkel zusammen mit seinem Opa die Oma auf dem Klostuhl gesetzt, weil grad niemand Anderer da war. Er hat ihr die Hose hochgezogen und geholfen, sie wieder ins Bett zu legen.
Ich fand, es war eine wichtige Zeit für uns. Aber ich weiß auch ganz genau, dass ich das nicht jahrelang könnte. Es war uns nur möglich, weil wir wussten, dass wir in einigen Monaten unser "normales" Leben wieder hätten - die Zeit der Pflege habe ich nicht als normales Leben empfunden, da sich eben alles nur darum drehte. Und es ging nur, weil wir zu vier Erwachsenen waren, die sich alle so einbrachten, wie es ihnen zeitlich möglich war.
Als Einzelkind und über einen längeren Zeitraum - Alptraum pur!
Tabea57Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
Aber macht!
ausgeborgt von Uli_F-2009
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01.11.2007, 13:32Inaktiver User
AW: Dossier: Wie meistern Sie die Pflege Ihrer Eltern
Merke: auch jemand, der sich einerseits die Brüste vergrößern lässt, kann doch andererseits sehr liebevoll und engagiert in der Pflege sein.
Hä??
Da sehe ich jetzt irgendwie den Zusammenhang nicht
Da stimme ich dir zu!Aaaber... das war eine kurze, überschaubare Zeit, und das wussten wir. Die Ärzte hatten uns einen Zeitrahmen von 3 - 6 Monaten gesagt, im Endeffekt waren es dann nur 3 Monate.
Ich sah Leute, die über mehr als 20!!!! Jahre ihre pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause betreuten. Meist waren es die Frauen, an denen alles hängen blieb. Da sind Ehen dran zerbrochen, die Kinder hat es aus dem Haus getrieben.
Ich sehe es einfach so, dass ich auch ein Leben habe.
Andrerseits erwarte ich von meinen Kindern nicht, dass sie sich in der Beziehung für mich aufopfern.
Ich bin zwar "erst" 44, habe aber schon eine Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht, die vielleicht einiges an Entscheidung erleichtern werden, wenn es nötig ist.Geändert von Inaktiver User (01.11.2007 um 13:37 Uhr)
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01.11.2007, 20:52
AW: Dossier: Wie meistern Sie die Pflege Ihrer Eltern
Ich "pflege" seit mehreren Jahren meine Mutter.Sie lebt zwar noch
in Ihrer eigenen Wohnung, aber muss mit allen um- und versorgt werden. Das tägliche Versorgen ist nicht das Problem, sondern eher die phychische Belastung. Sie ist so was von labil und steigert sich in allem, was ihr fehlt, extrem rein. Im Moment ist sie fest davon überzeugt, eine Rippe gebrochen zu haben, weigert sich aber standhaft, zum Arzt zu gehen. Seit Monaten geht sie nicht mehr zum Arzt, bzw. kann ich sie nicht mehr dort hinbringen. Die kleinste Untersuchung wird zum Drama. Sie war immer schon sehr labil, seit ich denken kann, dreht sich alles nur um Krankeit bei ihr. Mein Bruder kümmert sich überhaupt nicht, an mir und meiner Familie bleibt alles hängen. Ich habe ich klipp und klar gesagt, wenn sie bettlägerig wird, muss sie in ein Heim. Das hört sich total hart an, aber irgendwo sind Grenzen.Sie hat keinerlei soziale Kontakte, nur mich bzw. meine Familie. Wir sollen alles auffangen, was sie im Laufe ihres Lebens nicht geschafft hat.
Ich kenne meine Mutter nur jammernd und klagend, da stumpft man irgendwann ab. Den sozialen Dienst,Ärzte etc. alles lehnt sie ab.Ichhab jeden Tag Magenschmerzen,, wenn ich dorthin muss.
Aber es bleibt mir ja nichts anderes übrig.
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01.11.2007, 22:23Inaktiver User
AW: Dossier: Wie meistern Sie die Pflege Ihrer Eltern
Aber es bleibt mir ja nichts anderes übrig.
Das ist die Frage !
Bleibt dir wirklich nichts anderes übrig?
Wenn es dich nicht gäbe (mal theroretisch) oder auch "praktisch", du könntest ja mal wochenlang im KH liegen oder ins Ausland reisen.... dann müsste die Mutter ja auch irgendwie überleben.
Ich kenne das ja von meiner, nicht dass sie ganz so labil wäre wie deine, aber auch so manipulierend über die Krankheitsschiene
Es ist in der Tat so, dass man so ein neurotisches Verhalten "erhält" und unterstützt, wenn man mitleidig immerzu hilft udn ausgleicht.
Ich glaube, der fachliche Begriff dafür ist "Krankheitsgewinn"
Irgendwie sitzt man als liebende Tochter ganz schön in der Falle.
Obwohl meine Mutter oft schon sehr passiv-aggressiv-gemein war und auch verlogen, so denke ich immer wieder darüber nach aufs Neue, wie ich ihr helfen kann, ein angenehmeres Leben zu haben.
Auch wenn sie immer und immer wieder meine Bemühungen torpediert.
Ist schon was seltsames, diese "Tochter-Mutter-Beziehung"
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09.11.2007, 08:39
AW: Dossier: Wie meistern Sie die Pflege Ihrer Eltern
hallo lavendelmond,
die frage ist, wie es uns geht, wenn wir gut erzogenen *kinder* unsere eltern dann im pflegeheim besuchen und finden, dass sie dort evtl. auch nicht gut unter gebracht sind????
ich erlebe viele töchter und söhne, die sich permament schlecht fühlen und die von den eltern deutlich gezeigt bekommen, wie enttäuscht sie sind. das stelle ich mir auch schwierig vor.
liebe grüsse valentine
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09.11.2007, 08:45
AW: Dossier: Wie meistern Sie die Pflege Ihrer Eltern
hallo,
wie manche sicher schon gelesen haben, pflegen meine drei geschwister und ich unseren vater, der mit meiner relativ rüstigen mama im eltenrhaus wohnt. nachdem wir uns letztes jahr innerlich schon von meinem vater verabschiedet haben, hat uns dieser eines besseren belehrt.
der sehr grosse dekubitus ist abgeheilt. derzeit hat er wieder eine phase, in der er unpassierte kost selbständig essen kann.
und er kann inzwischen mit hilf eines vierpunktstocks sogar kleine strecken gehen. mit klein meine ich maximal 10 meter.
unterstützt werden wir vom hausarzt, der wöchentlich zu meinen eltern kommt-wir leben auf dem land ;) und unterstützt werden wir von einer sehr engagierte physiotherapeutin, die meinen vater schon vor drei jahren nach seiner hirntumoroperation wieder auf die beine gebracht hat.
wir hatten monatelang 4 termine täglich abzudecken und inzwischen konnte wir auf 2 termine reduzieren. am montag wird unser vater 86 und was wir von ihm in dem jahr gelernt haben, darauf möchte ich nicht verzichten.
ganz liebe grüsse valentine


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