Liebe Userinnen, liebe User,
nie waren sie sich ähnlicher als heute - starke Mütter, die mitten im Leben stehen, und selbstbewusste Töchter, die wissen, was sie wollen. Das schafft eine neue Nähe und birgt eine Gefahr: Konkurrenz.
Um diese spannungsvolle Beziehung dreht sich das neue BRIGITTE-Dossier (Heft 14, ab 20.7. am Kiosk). Hier können Sie einen Auszug lesen.
Empfinden Sie ihre Mutter auch als Rivalin? Gibt es in der Beziehung zu Ihrer Tochter Konkurrenz?
Eine spannende Diskussion wünscht
Ihr Brigitte.de-Team
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Ergebnis 1 bis 10 von 47
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15.06.2007, 20:04
Dossiertalk: Meine Mutter - meine Rivalin
Das BRIGITTE Community-Team ist Ihr Ansprechpartner bei Fragen, Wünschen oder Problemen rund um die Community. Schreiben Sie uns gerne eine PN oder eine E-Mail.
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16.06.2007, 11:18
AW: Dossiertalk: Meine Mutter - meine Rivalin
Ich habe die Rivalität zwischen Mutter und Tochter schon oft gesehen und erlebt. Zwischen meiner Kusine und ihrer Mutter z.B. Meistens sind es die Mütter, die eifersüchtig auf ihre Tochter sind. Warum eigentlich?
Ist es nicht schön zu sehen, wie die Tochter erwachsen wird, sich selbst findet?
Meine Mutter versteht das auch nicht. Sie stand immer mit Rat, meistens mit Tat hinter mir - auch heute. Wir sind nachdem meine
schlimmsten Teenie-Jahre vorbei sind, dicke Freundinnen.
Schließlich leben wir in verschiedenen Alterstufen (21,56), 35 Jahre auseinander. Sehr harmonisch.
Die Mütter (meist jüngere), die eifersüchtig auf ihre eigene Tochter sind, so sehr, das die Tochter seelisch darunter leidet, kann ich nicht verstehen. Bei zwei Freundinnen war das der Fall, keine Mutterliebe, nur Schläge, und warum? Eifersucht! Vielleicht wegen ihrer "verlorenen" Jugend. Das an der Tochter auszulassen ist wirklich das allerletzte. Bei den beiden war dann meine Mutter der Mutterersatz. Ich war immer froh, wenn sie Zuflucht bei uns fanden.
Ich finde sowas traurig.
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20.06.2007, 13:13
AW: Dossiertalk: Meine Mutter - meine Rivalin
Das Dossier in der aktuellen Brigitte, könnte meine Geschichte sein, nur das ich nicht Model werden wollte.
Meine Mutter wollte immer für meine Schwester gehalten werden, bei Besuchen von Freunden tauchte sie auf und hatte im Nu die Oberhand. Später kaufte sie sich die gleichen Sachen zum Anziehen , nur eine Nummer kleiner, betonte sie dann meist vor Anderen.
In der Pubertät täuschte ich Verabredungen vor, nur um meine Ruhe vor ihr zu haben.Ich hatte mit 17 noch keinen festen Freund und das fand sie unmöglich, wenn nicht sogar peinlich.Sie machte sich lustig über meine Eckzähne, die etwas spitz waren und meinte ich hätte Zähne wie ein Wildschwein und das zu einem pubertierenden, unsicheren Mädchen. Ich könnte einen Roman schreiben und trotz Therapie habe ich immer noch Schwierigkeiten mit ihr umzugehen.Sie ist inzwischen 89 J.und unser Verhältnis hat sich kaum geändert, ich vermeide jede Berührung mit ihr, ich kann sie einfach nicht anfassen.
Da ich keine Geschwister habe, muss ich ihre Betreuung übernehmen, es kostet mich von Tag zu Tag mehr Kraft.Time is just memory
Mixed with desire
Tom Waits
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20.06.2007, 18:36
AW: Dossiertalk: Meine Mutter - meine Rivalin
hm. Bei uns ist es eher so, dass meine Mutter in mir eine Rivalin sieht (ich in ihr niemals!) Maja hat das schon richtig angeschnitten. Aber es ist so. Vielleicht weil ich als Tochter eine "perfektere" Beziehung habe (nun ja ich habe mitbekommen, was es heißt, wenn die Ehe der Eltern nicht perfekt ist und war entsprechend vorsichtiger). Eifersüchtig ist sie vielleicht auch auf meine vielen Freunde - was sie selbst nicht so hat (durch eine Krankheit bedingt). Eifersüchtig auf mein Leben, das Leben das sie sich gerne wünscht.
Und ich kann es verstehen, wenn sie neidisch ist. Sie lässt es mich nie sehr merken, aber es kommt immer mal wieder hervor.Leben und leben lassen
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20.06.2007, 19:53Inaktiver User
AW: Dossiertalk: Meine Mutter - meine Rivalin
Hm...wird wohl mal Zeit für ein positives Beispiel
Meine Mutter ist 18 Jahre älter als ich. Wir sind keine Konkurrenten, keine Rivalen. Sie ist meine Mutter und ich bin ihre Tochter. Wir sind füreinander da wenn es darauf ankommt. Auch bei uns gab es die üblichen Reibereien in der Pubertät, aber niemals Neid oder Missgunst. Meine Mutter hat absolut alles für mich getan was ihr möglich war und hat dafür verdammt oft zurückgesteckt. Sie hat mich darin bestärkt das Beste aus meinem Leben zu machen. Und wir haben unser beider Leben niemals aneinander gemessen.
Heute bin ich 26, meine Mutter ist 45 (nein, ich hab mich nicht verrechnet *g* es sind 18 Jahre).
Meine Mutter hat sich relativ spät (in meinen Augen *lol*) nochmal dazu entschlossen Kinder zu bekommen und so gibt es zwischen meinem jüngsten Bruder und meinem ältesten Sohn einen Altersabstand von gerade mal 1,6 Jahren. Onkel und Neffe- wie putzig
Nein, meine Mutter hat mich immer unterstützt und bestärkt und dafür möchte ich an dieser Stelle auch einfach mal danke sagen. Was sie geleistet hat, als wirklich junge und das auch noch als die meiste Zeit alleinerziehende, Mutter scheint offensichtlich nicht die Regel zu sein.
Liebe Mama, meine Hochachtung und meinen Dank für deinen Beistand und deine Unterstützung- auch oder besser gerade im Bezug auf unsere wirklich schweren Zeiten.
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21.06.2007, 22:22Inaktiver User
AW: Dossiertalk: Meine Mutter - meine Rivalin
Oh ja, ich kenne das auch nur zu gut.
Von meiner Mutter kamen auch immer unglaubliche Kommentare zu meinem Aussehen (und nicht nur zu meinem Aussehen...). Wenn ich heute darüber nachdenke, was sie mir gerade auch in der Pubertät so alles an den Kopf geknallt hat. Damals war mir ja gar nicht klar, daß SIE ein Problem hat.
Erst viel später wurde mir vieles klar. Nur ein kleines Beispiel, eins der absolut harmloseren: Sie ist eher klein, kämpfte immer mit ihrem Gewicht, ich war immer schon groß und recht schlank. Was sagt sie: "Du siehst ganz schön dürr aus."
Auch das was oben schon beschrieben wurde, immer wenn ich mal jemanden mitbrachte, sie nahm alle sofort in Beschlag und versuchte uns auszuspielen und vor allem bei meinen ersten beiden Freunden war das echt heftig.
Das Schlimmste aber war all die Jahre: wie es mir WIRKLICH ging, das interessierte nie.
Und ich möchte auf jeden Fall klarstellen: ich kann vieles irgendwie nachvollziehen, aus ihrer Geschichte, aber entschuldigen kann ich es nicht wirklich. Ich bin für vieles dankbar, keine Frage, aber insgesamt habe ich so unter dieser Gefühlskälte gelitten, das kann man nie so ganz wegstecken. Man kann lernen damit umzugehen, man kann systemisch einiges aufarbeiten und damit mit vielem klar kommen. Aber so ganz tief drin fehlt es eben, das wirkliche Urvertrauen, das einem Eltern mitgeben sollten auf den Weg.
Und deshalb: Kompliment an das Brigitte-Team, dieses Thema mal aufzugreifen!!!!
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24.06.2007, 21:26Inaktiver User
AW: Dossiertalk: Meine Mutter - meine Rivalin
@rivieraAber so ganz tief drin fehlt es eben, das wirkliche Urvertrauen, das einem Eltern mitgeben sollten auf den Weg.
Und deshalb: Kompliment an das Brigitte-Team, dieses Thema mal aufzugreifen!!!!
Und wenn die Eltern selbst das Urvertrauen nicht mitgegeben bekamen, was dann?
Ich finde, es bringt gar nichts, darüber herumzumosern, ob die Mutter nun an der eigenen Unsicherheit Schuld hat oder nicht.
Am besten ist es, aus den mitgegebenen Möglichkeiten herauszuholen, was herauszuholen ist.
Gruss Colonna
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24.06.2007, 21:36Inaktiver User
AW: Dossiertalk: Meine Mutter - meine Rivalin
dazu muss man erst einmal wissen, woher die eigene unsicherheit kommt, bzw. dass man dieses urvertrauen hat. viele haben gar nicht di emöglcihkeit der selbstreflexion oder wissen gar nicht, wie eine mutter-tochter-beziehung anders funktionieren kann.
Zitat von Inaktiver User
UND man kann der mutter auch nur so schwer aus dem weg gehen.
mir geht das zumindest so. immer wenn ich mit ihr zusammen bin reißen alte wunden auf. das ist schwierig. mir hat die örtliche distanz geholfen, ich bin 120 km weggezogen.
man muss diese mutter-tochter-beziehung ja eigentlich auch allein aufarbeiten, das ist das schwierige. meistens sind die mütter ja auch nicht sehr einsichtig oder ihr verhalten ist unbewußt, gelernt von der eigenen mutter, auch unreflektiert.
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24.06.2007, 23:31Inaktiver User
AW: Dossiertalk: Meine Mutter - meine Rivalin
@Kebmo
Nun ja, schwierige Sache!
Ich erlebe ja beides: Beziehung zur Mutter und zu den Töchtern.
Und bin absolut nicht der Auffassung, dass die Entfernung hilft, ausser die Frauen müssen sich unbedingt aus dem Weg gehen.
Viel eher hilft das Reden. Wenn es denn sein muss. Und natürlich denke ich: meine Mutter ist nicht einsichtig und meine Töchter denken vermutlich: ihre Mutter ist nicht einsichtig
Aber mal Spass beiseite: mit zunehmendem Alter sollte einem klar werden, dass jeder Mensch geworden ist und je mehr frau ihm signalisiert, dass sie das weiss und keine Schuldfrage klären will, umso mehr Verständnis und Zuwendung wird sie erlangen.
Abgesehen davon sind wir Frauen und Mütter ohnehin so wunderbar darauf spezialisiert, uns für alles und jedes veranwortlich zu fühlen.
Was es nützen soll, wenn die Mutter zugibt, Fehler gemacht zu haben (was doch wohl schon allein durch das Menschsein bedingt ist), ist mir schleierhaft. Ich erkenne meine Grenzen so oder so, ob nun meine Mutter sie zu verantworten hat, oder meine Veranlagung, oder meine Umgebung, sie sind da und ich muss mit ihnen umgehen.
Gruss Colonna
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25.06.2007, 09:11
AW: Dossiertalk: Meine Mutter - meine Rivalin
@Colonna
Manchmal hilft aber nur die Abgrenzung um einigermaßen über die Runden zu kommen.Es gibt auch so starke Verlerletzungen, daß Narben enstehen und das selbst diese weh tun.
Da ich, Gott sei Dank, auch beide Beziehungen erlebe, hilft mir die Beziehung zu Tochter und Sohn sehr.
Ich denke, wir reden hier nicht über kleine Verletzungen, sondern über wirklich massive Verletzungen von Seiten einer Frau, die uns geboren hat.
Ich betrachte inzwischen meine Mutter als Frau die mich zur Welt gebracht hat, die inzwischen alt und hilfsbedürftig ist und da niemand anderes da ist, bekommt sie die Hilfe von mir, zu mehr bin ich nicht fähig.Wenn man keine Liebe empfangen hat, kann man auch keine Liebe geben.
LG
semiramisTime is just memory
Mixed with desire
Tom Waits


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